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Solo-Künstler Plattform als Online-Verdienstmöglichkeit
Als Lösung für das Problem von Solo-Künstlern, in Zeiten von Corona Geld zu verdienen, schlage ich eine spezielle Social-Media-Plattform als Kontakt- und Verkaufbörse für Solo-Künstler und ihre Endkunden vor.
DAS PROBLEM
Das Problem für viele Solokünstler in Zeiten von Corona – vor allem für Autoren und Musiker – ist, dass sie nicht live auftreten dürfen, doch ihre Online-Möglichkeiten sind sehr begrenzt, selbst, wenn sie eine gute Facebook- oder YouTube-Präsenz haben. Das hat damit zu tun, dass die herkömmlichen Social Media-Diensten nicht speziell auf ihre Bedürfnisse als Anbieter von Kultur zugeschnitten sind, und dazu bieten sie keine Möglichkeit an, Geld zu verdienen. Nötig ist eine Social Media-Plattform, die gezielt interessierte Endkunden (Leser, Musikfans) mit Solokünstlern verbindet und ihre Online-Dienste (Online-Lesungen, Crowd-Funding-Projekte) anbietet.
GELDVERDIENEN ALS SOLO-KÜNSTLER IN ZEITEN VON CORONA:
Ich bin Autor und ich sehe unter meinen Kollegen, dass die meisten Autoren heute ihr Geld nicht mehr durch die Verlage (die seit dem Aufkommen von e-Books immer weniger zahlen, und in Zeiten von Corona noch weniger zahlen werden), sondern durch live-Auftritte oder durch Crowd-Funding verdienen: Sie bieten Lesungen in Buchhandlungen oder gar Wohnzimmerlesungen an oder betreiben Podcasts oder andere Projekte, die sie über Patreon und ähnliches finanzieren. Auch Musiker bieten gern Wohnzimmerkonzerte an, etc. Schon vor Corona waren Solo-Künstler auf sich allein gestellt, und für die Kundensuche und -bindung konnten sie sich nur auf Social Media verlassen.
Der Erfolg mit den herkömmlichen Social Media-Diensten ist sehr begrenzt, weil sie nicht für Autoren gemacht sind: Facebook verbindet einen Autor, der in München in der Schule war, mit anderen Menschen, die in München in der Schule waren, oder mit anderen Menschen mit ähnlicher Meinung – aber nicht mit Lesern, die sich für ihre Bücher interessieren würden. YouTube verbindet Menschen mit Videos, die sie vielleicht mögen, aber nicht mir Interessierte, und Musiker und Autoren können auf YouTube ihre Wohnzimmerkonzerte nicht anbieten. Die Leseplattformen GoodReads und Lovely Books verbinden Lesern mit anderen Lesern, die meist unter sich bleiben, und nicht mit Autoren: in meiner Erfahrung sind sie für Autoren so gut wie nutzlos.
DATING-PORTAL FÜR SOLO-KÜNSTLER UND IHRE FANS
Autoren und Musiker brauchen eine Künstlerplattform, die gezielt Kundschaft sucht, die sich speziell für ihre Produkte interessieren: Wenn ich als Autor harte Thriller schreibe, die in Berlin spielen (das tue ich tatsächlich), dann sucht der Algorithmus Lesern, die “hart”, “Thriller” und “Berlin” unter ihren Keywords haben, etc. Ob ich Katzenvideos mag, in welcher Schule ich war, was meine politische Meinung ist, bleibt dabei aussen vor. Dem Leser wird die Möglichkeit gegeben, Autoren kennenzulernen, die sie noch nicht kannten; und den Autoren die Möglichkeit, persönlich an neue Leser heranzutreten. In den meisten Social Media-Diensten ist es verpönt, für sich Werbung zu machen, oder dass ein Autor an den Leser persönlich herantritt. Autoren, die sich mit den Worten melden, “He, ich glaube, du könntest dich für meine Bücher interessieren”, werden als penetrante Selbstvermarkter eingestuft. Eine Plattform gezielt für Solo-Künstler würde eher nach dem Prinzip von Dating-Portalen funktionieren: Sie verbindet gezielt Autoren mit neuen Lesern, Musikern mit neuen Hörern, und bietet eine Art Kennenlernen an. Das Kennenlernen läuft etwa so ab: Der Künstler stellt Blogs oder Videos (Lesungen, etc.) und Online-Chats auf der Plattform, die Leser schaut sie an und beteiligt sich. Autoren/Musiker dürfen Leser/Hörer ansprechen, und umgekehrt auch. Es gibt kein Streit über Politik, es gibt Gespräche über Musik und Literatur.
DIE SOLO-KÜNSTLER-BÖRSE
Als nächstes kommt der Schritt zum Geldverdienen – das, was ein Künstler in Zeiten von Corona am dringendsten braucht.
Das Angebot des Künstlers wird klar dargestellt: Was ein Wohnzimmerlesung kostet, zum Beispiel, oder wie man ein Vorhaben des Künstlers über Crowd-Funding unterstützen kann.
Wohnzimmerlesung bzw. -konzerte online:
In Zeiten von Corona würde eine Wohnzimmerlesungen online etwa so ablaufen:
Für eine kleine Summe würde der Autor oder Musiker zum Online-Geburtstag eines Lesers ins Netz gehen und vor der Kamera lesen, singen, diskutieren, einen besonderen Gruss ausrichten, live. Die anderen Geburtstagsgäste können sich per Video-Conferencing dazu schalten und sich online mit den Künstlern und einander unterhalten.
Wer Crowd-Funding anbietet, wird den Unterstützern etwas besonderes anbieten: Ein Video-Conferencing-Konzert nur für sie, etc.
Die meisten Leser/Fans wissen nicht einmal, dass viele Autoren das gern für einen relativ kleinen Preis (online)-Wohnzimmerkonzerte bzw. -Lesungen machen. Einfach nur, indem das bekannt gemacht wird, würde den Künstlern schon zugute kommen.
UNABHÄNGIGKEIT:
Die Plattform müsste unabhängig bleiben. Ein Problem mit Leser-Plattformen wie GoodReads und Lovely Books ist, dass sie kommerzieller Unternehmen sind und durch Werbung leben. Das heisst, sie bevorzugen die Autoren, die von den grossen finanzkräftigen Verlagen unterstützt werden – das sind nur ein Handvoll Autoren, die sowieso gut vermarktet werden und einen solchen Dienst nicht brauchen (Stephen King macht keine Wohnzimmerlesungen). Die Autoren und Musiker, die von Corona betroffen sind, sind die kleinen, die auf solche kleinen Veranstaltungen angewiesen sind. Daher ist es notwendig, dass die Plattform von staatlicher oder anderer nicht-kommerzieller Quelle finanziert wird, und nicht als privater Unternehmen ins Leben gerufen wird.
TECHNISCHE UND FINANZIELLE VORAUSSETZUNGEN:
Die Plattform setzt einiges an Social Media-Tools voraus: Die Autoren/Musiker müssen Videos hochladen, Video-Conferencing machen und Crowd-Funding-Ressourcen bedienen können. Der Kennenlern-Algorithmus muss Leser von Künstler unterscheiden und deren Buch- und Musik-Interessen erkennen können. Dazu kommt das Marketing-Aspekt: Die Plattform muss unter Lesern/Hörern und Autoren/Musikern bekannt gemacht werden. Mit dem grossen Angebot von Social Media-Diensten, das es schon gibt, stellt das eine besondere Herausforderung dar.
FAZIT: Wenn kleinere Solo-Künstler die Corona-Krise überleben sollen, brauchen sie Zugang zu kleineren Online-Veranstaltungen bei neuen Fans, die bereit sind, dafür zu zahlen – mit den bestehende Social-Media-Diensten ist das nicht möglich, und ohne Social Media ist das zu Corona-Zeiten gar nicht möglich. Eine spezielle Social Media-Plattform, die Solo-Künstler mit einem neuen, zahlenden Online-Publikum zusammen bringt, kann dieses Problem lösen.
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