Neue Team-Mitglieder
Wir begrüßen zwei neue Teammitglieder.
Irena Bechzidis, u.a. Mutter von zwei Kindern und Wirtschaftsinformatikerin bei Lufthansa Industry Solutions, deren Stärke die Ausgestaltung von Prozessen bis zur Umsetzung und Inbetriebnahme eines IT-Systems ist.
Katharina Eckhoff, u.a. Mutter von drei Kindern, die als junge, dynamische Lehrerin und Mitglied der Steuergruppe ihrer Schule die konkreten Anforderungen und die Machbarkeit des Konzepts im Blick hat.
Wir haben viele weitere Gespräche aus dem Schulumfeld (IT-Lehrer, Lehrer, Schulleitung, Schulpolitik) geführt und die wichtigsten Learnings und Gedanken einmal zusammengefasst:
- Viele Lehrer fühlen sich hart angegriffen. Es gäbe einerseits viele dankbare Eltern, die die Arbeit der Lehrer nach dem Homeschooling umso mehr zu schätzen wüssten, aber auch viel Geringschätzung und Angriffe. Dies führe zu Selbstzweifeln aber auch zu Frust.
- Ein Schulleiter hat eigenhändig in der Schule einen PC für Videokonferenzen eingerichtet und dann von den Lehrern mindestens eine Videokonferenz pro Woche eingefordert. (Fordern ohne die entsprechenden Mittel zur Verfügung zu stellen, sei paradox. Daher müsse man erst für Ausstattung sorgen und könne dann für eine Verbindlichkeit der Nutzung sorgen)
- Man solle sich vorstellen, man hätte die Aufgabe vor einer Gruppe Menschen zu sprechen. Das Mikrophon funktioniere nicht. Die Präsentation auf den Beamer zu bringen, gelinge erst beim dritten Anlauf. Man wolle während des Vortrags eine Webseite aufrufen, habe aber kein Netz. Das Publikum wird unruhig, lacht, wird unkonzentriert. Dies sei für Lehrer eine typische Situation. Das passiere einem 2-3 Mal. Danach lasse man halt wieder die Finger von der Technik.
- Die für die Schule genutzte private IT werde derzeit von den Ehemännern gewartet. Kein Witz, das sei der Standard.
- Neben dem digitalen Wandel an Schulen gäbe es noch die beiden anderen großen Herausforderungen Inklusion und Ganztagsschule (Hamburg). Dies alles gleichzeitig gut zu managen, sei eine große Herausforderung. Es wäre eine Erleichterung, wenn das Thema IT FÜR statt VON Schulen gemanaged würde.
- Viele Gemeinden haben einen IT-Verbund, der Serviceleistungen rund um IT anbietet (zB. ein Landkreis plus Samtgemeinden). Dieser IT-Verbund ist in erster Linie für die kommunale Verwaltung zuständig aber bietet seinen Dienst auch den Schulen an. Solche IT-Verbunde stehen häufig in der Kritik, da Abläufe kompliziert und bürokratisch seien und es an personelle Ressourcen mangele. Künftig sollen hier Stellen aufgebaut werden.
- Die Meinung eines Schulleiters zu dem IT-Verbund seiner Region war: "Bis der endlich kommt, mache ich es lieber selbst."
- Die mangelhafte Ausstattung wird von Lehrern als geringe Wertschätzung ihrer Arbeit empfunden.
- Im Verbund mehrerer Schulträger hätte man ein viel größeres Gewicht ggü. Diensteanbietern. Datenschutzforderungen könnten eigens für Schulen angepasst werden ("Zoom4Schools")
- Lehrer trauten sich oftmals nicht, mehr Ausstattung und mehr Support zu fordern. Einerseits gingen immer die Schüler vor. (Im Flugzeug ist es andersherum - was durchaus einen guten Grund hat. Aber da steht die sehr soziale Einstellungen vielen Lehrern im Weg.)
- Andererseits habe man Sorge davor, weiter an Ansehen einzubüßen nach dem Motto: "Erst leisten die nichts, dann fordern sie auch noch". Da wird offensichtlich, dass die Erkenntnis, dass Lehrer völlig mangelhaft ausgestattet sind, den wenigstens bewusst ist. Wenn der Maler nur mit einem Tuschkastenpinsel ausgestattet wird, aber eine Fassade malern soll - wer würde ihn beschimpfen, wenn er sein Werk nicht wie gewünscht vollbringt?
- Last but not least, wir konnten es kaum glauben: Viele Schulen haben nicht mal WLAN
Wir bleiben dabei, lasst uns offene Türen einrennen!
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