JAHRGANGSÜBERGREIFENDE PROJEKTVORLAGE FÜR EINEN ZUKUNFSTWEISENDEN FREI DAY

Schule gibt einen engen Strukturrahmen vor. In der Schule sind Schüler*innen viel fremdbestimmt durch die Vorgaben von Lehrer*innen. Die Schüler*innen haben Themen, für die sie sich interessieren und auch zukunftsweisend sind. Wir stellen die Schüler*innen in den Fokus - es geht beim FREI DAY um sie und ihre Interessen.

Wir haben eine erste Projektvorlage für einen zukunftsweisenden FREI DAY aus Sicht der Schüler*innen erstellt. Dabei haben wir uns an dem bestehenden FREI DAY Konzept orientiert. In unserem großen und diversen Team aus Schüler*innen, Lehrern, Eltern und Pädagogen haben wir uns gefragt: "Was brauchen Schüler*innen, um ihr Projekt im Rahmen des FREI DAYs eigenverantwortlich und mit Spaß umzusetzen?". Wir haben aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf diese Thematik geschaut. Thinking out of the box, Kreativität und Musterbrechen waren ausdrücklich erwünscht und prägten Arbeitsweise und Produkt. Angefangen mit einer User Story Map haben wir die wichtigsten Elemente der Projektvorlage ermittelt und diese weiter ausgearbeitet, erste MVPs erstellt und mit den Schüler*innen aus unserer Gruppe getestet. Unsere Projektvorlage besteht aus insgesamt 6 Elementen:

1. INFORMIEREN

Die Schüler*innen sollen durch das Anschauen des Teaser-Videos motiviert werden, am FREI DAY ihrer Schule teilzunehmen.

Das Teaser-Video ist der erste MVP unserer User Story Map. Im Fokus steht, dass die Schüler*innen einer teilnehmenden Projektschule vom FREI DAY erfahren und die Lust am Mitmachen geweckt wird. Zielstellung des MVP ist, die Schüler*innen von der Idee des FREI DAYs zu begeistern und sie zu animieren, im Rahmen der FREI DAY Projektwoche zum 'Marktplatz der Ideen' zu kommen.

2. MARKTPLATZ DER IDEEN

Die Schüler*innen werden auf dem Marktplatz der Ideen inspiriert, finden Themen oder können ihre eigenen Ideen einbringen.

Die Schüler*innen können sich eine Woche lang auf dem Marktplatz der Ideen über den FREI DAY informieren. An Infoständen erfahren die einzelnen Klassen mehr über mögliche Themen, vergangene Projekte sowie den grundsätzlichen Ablauf. Darüber hinaus erhalten sie die Möglichkeit sich mit FREI DAY-Botschaftern über ihre persönlichen Erfahrungen mit Projekten auszutauschen. Zentrales Element des Marktplatz der Ideen ist eine "Ideen-Wall", an die Schüler*innen ihre Idee anhängen/pinnen können. Dies kann sowohl analog als auch digital geschehen. Der Marktplatz der Ideen findet statt, um den Schüler*innen die Möglichkeit zu geben, den FREI DAY in Ruhe kennenzulernen und ihnen Raum und Zeit zu geben, Ideen für eigene Projekte zu entwickeln. Der Marktplatz der Ideen endet mit der Teamfindung - angelehnt an die Sessionplanung bei Barcamps.

3. TEAMFINDUNG in 30-Sekunden Talks

Die Schüler*innen präsentieren und finden ihre Ideen und Teams in 30-Sekunden Talks.

Schüler*innen können sich über ein Video bzw. einen Podcast vorab über die 30-Sekunden Talks informieren. Ihnen werden verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt wie sie daran teilnehmen können. Sie müssen ihre Projekte nicht persönlich vorstellen, wenn sie sich nicht trauen. Jeder bekommt die Möglichkeit auf seine Art mitzumachen. Als Zuhörer, Moderator oder aktiver Ideengeber. Im Ergebnis finden sich jahrgangsübergreifende Teams, die ihre Ideen gemeinsam verwirklichen.

4. FREI DENKER GUIDING

Eine visuelle Achterbahnfahrt der Emotionen zu Beginn hilft die Handlungssituation FREI DAY positiv zu bewerten und Emotionen zu antizipieren. Der Weg zu individueller Unterstützung bei Bedarf: individualisierte Einladungskarten der FREI DENKER*INNEN.

Die Schüler*innen brauchen eine/n Lernbegleiter*in oder -unterstützer*in, welche/r sie emotional während des gesamten Projekts unterstützt, ihnen den Freiraum lässt, eigene Ideen umzusetzen, als Ansprechpartner bei Bedarf gilt und ihnen die für die Umsetzung ihrer Idee notwendigen Mittel zur Verfügung stellt, bzw. ihnen bei der Beschaffung dieser Mittel hilft. Diese Lernbegleiter*innen können z.B. eine Lehrkraft, ein*e externe*r Experte*in, ein*e Mitschüler*in, Eltern oder eine Gruppe von Personen und vieles mehr sein… eben jeder FREI DENKER! Für das Gelingen einer leichtzugänglichen Unterstützung haben wir eine Einladungskarte von den FREI DENKERN und verschiedene Gesprächsimpulse entwickelt. Weitere Informationen dazu finden sich hier.

5. FREI DAY STARTER SET

Mit dem Starter Set bekommen die Schüler*innen einen Werkzeugkasten an die Hand, mit dem sie loslegen können.

Das Starter Set erklärt sich eigentlich von selbst: Die Schüler*innen bekommen zu Beginn ihres Projektes ihr persönliches Set und können die darin enthaltenen Elemente nutzen, die sie selbst für sinnvoll erachten. Das Starter Set beinhaltet Projektkarten zu verschiedenen Methoden, Projekt-Checklisten, eine Übersicht über alle möglichen Ressourcen, wie wichtige Kontakte, Materialen und How To Videos. Es gibt eine Anleitung für einen Kick-Off Workshop und ein kurzes Einführungspaket sowie eine Einladungskarte zu ihrem persönlichen Guide -einem FREI DENKER. Das Starter Set bietet Unterstützung ohne sich als Erwachsene von oben aufzudrängen und den "richtigen Weg" aufzuzeigen. So bleiben die Schüler*innen frei in ihrer Gestaltung, aber können proaktiv Hilfe suchen, wenn sie gebraucht wird.

6. ABSCHLUSS

Egal ob die Idee realisiert werden konnte oder irgendwann nicht mehr weiterentwickelt wurde, die Schüler*innen sollen ihre Erfahrungen und Erlebnisse sichtbar machen und das Gelernte weitergeben.

Der Entscheidungsbaum hilft den Schüler*innen ihren Erfolg zu feiern, ihn sichtbar zu machen. Es gibt kein richtig oder falsch und jede*r soll die Möglichkeit bekommen, das eigene Projekt vorzustellen und die Blüten "echte Wertschätzung" und "Gelerntes Weitergeben" des gemeinsamen Baumes zu ernten und zu teilen. Und damit echte Zukunftskompetenzen zu stärken!

What's next for Projektvorlage für einen zukunftsweisenden FREI DAY

Die nächsten Schritte wären unter anderem die weitere Anpassung des Projekts hinsichtlich des Inklusionsgedankens, um wirklich ALLEN Schüler*innen eine Teilnahme am FREI DAY zu ermöglichen. Dies beinhaltet beispielsweise sprachliche Anpassungen oder weitere Berücksichtigungen unterschiedlicher Persönlichkeitseigenschaften. Zudem betrifft der FREI DAY natürlich nicht nur die Schüler*innen, weshalb weitere Perspektiven, wie z.B. die der Lehrer, Schulleiter, externer Bildungseinrichtungen, Eltern, etc. beleuchtet werden sollen. Anschließend muss das ausgearbeitete Konzept evaluiert und an die gewonnenen Erkenntnisse angepasst werden, indem FREI DAY Projekte an verschiedenen Schulen in unterschiedlichen Settings durchgeführt werden und stets das Gelingen und der Mehrwert überprüft werden.

Ausblick

Skalierbar ist die Vorlage für uns als digitale Plattform, die alle getesteten Elemente als interaktive Elemente beinhaltet und mit persönlichen Projekt-LogIns in die bestehende frei-day.org-Website integriert wird. Unsere größte Herausforderung während der letzten Woche, war die Größe des Teams und die Komplexität des Themas zu organisieren und zu beleuchten. Diese Herausforderung sehen wir aber zugleich auch als große Stärke, da wir bereits sehr vielschichtig und mit vielen Perspektiven mit Schüler*innen testen durften und an unsere Vorlage glauben. Wir stehen fast alle für die nächsten Schritte bereit und wären überglücklich, diese Vorlage weiter auszuarbeiten, um den FREI DAY in möglichst vielen Schulen zu implementieren.

Alle unsere Gedanken findet ihr in unserem Miro Board.

Built With

  • adobe-premiere
  • cryptpad
  • miro
  • slack
  • user-story-mapping
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Updates

posted an update

Auf Basis unserer User Story Map haben wir heute in kleineren Gruppen an den MVPs gearbeitet. In ingesamt 6 Kleingruppen wurden an den folgenden Punkten für unser Projektvorlage gearbeitet:

  1. INFORMIEREN Wie erfahren die Schüler vom FREI DAY und werden motiviert?

MVP: Teaser Video

  • mittels Mindmaps Methode (in miro) wurde an einer ersten Skizze für ein Teaser Video gearbeitet Iteration: einzelnen Screens durchdenken (was möchte ich mit welchem Bild aussagen) und das konkret mit SuS testen
  1. IDEEN MARKTPLATZ Wie helfen wir den SuS ihre Ideen zu finden oder einzubringen?

MVP: Ideen-Marktplatz

  • mittels Google Doc haben wir unsere Idee eines offline Ideen-Marktplatzes skizziert, nachdem SuS gefeedbacked haben, dass ihnen auch eine offline Erfahrung/Austausch/Begegnung wichtig ist. Im Rahmen dieses Marktplatzes sollen Ideen an eine Ideen-Wand gepinnt werden können, an Ständen kann man sich über Themenfeldern informieren und wir haben FREI DAY Botschafter unter den SuS die andere Schüler ansprechen und motivieren mitzumachen Iteration: Marktplatz konkret ausarbeiten mit mood boards (wie kann der Marktplatz aussehen), welche Themen gibt es, wie sieht die Ideen Wall aus etc. Mit SuS testen Erst im nächsten Schritt über die Online Version nachdenken
  1. TEAM Wie bilden sich jahrgangsübergreifende Teams?

MVP: Barcamp zur Teambildung

  • mit Hilfe der Prototype Templates wurde die Idee der Barcamp-Sessions zur Teamfindung weiter ausgearbeitet. Jede/r SuS hat 30 Sekunden um sein Thema auf einer "Bühne" zu präsentieren; er kann eigene Themen oder die von anderen präsentieren; es gilt das Buddy-System: andere oder auch ein Moderator kann Themen von introvertierteren SuS vorstellen; Teams sollte nicht größer als 5 sein Iteration: verschiedene Präsentationsmöglichkeiten testen, mit introvertierten und extrovertierten SuS testen
  1. GUIDING Was brauchen SuS für ein gutes Guiding? Wie werden die SuS während des Projektes gefördert?

MVP: Abbildung eines konstant, präsenten Coachingteams

  • in einem Google Doc wurde ausführlich skizziert welche Kompetenzen Coaches mitbringen müssen, was sich SuS wünschen und welche Situationen es geben kann; die Kernfrage ist: wie kann man Schülern helfen, selbstverantwortlich zu arbeiten; es soll ein Coaching-Team geben, aus dem sich die SuS den passenden Coach aktiv raussuchen können; Coaches können SuS, Lehrer oder externe sein Iteration: wie können konkrete Kommunikationsverläufe aussehen zwischen einem Team und Coaches; Fokus auf die Emotionen (Abgrenzung zu 5. UMSETZEN)
  1. UMSETZEN / UMSETZUNGSSTRUKTUR Was braucht es, damit die Idee umgesetzt werden kann?

MVP: Kick-Off

  • in einem Google Doc wurde skizziert, was es für den Start des Projektes braucht: Projektname; grobe Zielformulierung und Zwischenschritte werden definiert; alle Teams bekommen ein "Startet Set" : Intro Video, Checkliste, Kick-Off Workshop in dem das Gesamtprojekt eine grobe Struktur erhält. Von beginn an wird der Link zum Coaching-Team dabei sein Iteration: Starter-Set definieren und mit SuS testen
  1. ABSCHLUSS Was braucht es, damit das Projekt abgeschlossen werden kann? Wie wird es abgeschlossen und etwas Neues daran angeschlossen?

MVP: Abschlussplattform

  • mit Hilfe des Prototyp-Templates wurden verschiedene Abschlussrituale anskizziert und überlegt, was ist der Motivator für solch eine Präsentation; wichtig ist die Erfolge zu feiern und Nicht-abgeschlossene Projekte ebenso als Erfolg zu sehen (es gibt kein Scheitern, der Prozess ist der Erfolg!), eine Fehlerkultur etablieren, es gibt kein richtig oder falsch.

Iteration: 4 Versionen eines Abschlussrituals skizzieren und mit SuS testen/abfragen.

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