Inspiration:

In unserer Heimatstadt treffen wir auf unzählige Papierankündigungen mit Telefonnummern für Menschen in Not. Sie hängen in der Nähe von Supermärkten und laden auch Freiwillige wie uns ein, sich ihnen anzuschließen und sich um die Bedürfnisse der Menschen zu kümmern. Leider sind diese Telefonleitungen alle mit echten Menschen besetzt, die nicht jeden Anruf entgegennehmen können. Wir wollten dieses Dilemma aus der Welt schaffen. Deshalb haben meine Gruppe und ich mit der Entwicklung von "Bienenstock" begonnen. Ein Service für Hilfesuchende und Hilfsbereite Menschen in der Zeit von Corona. Eine zentrale Plattform für jede Stadt, jedes Dorf und ganz Deutschland. In unseren Heimatstädten treffen wir, nicht nur in Krisenzeiten wie diesen, auf unzählige Hilfsangebote für Menschen in Not. Sie begegnen uns in Supermärkten oder im Rathaus. Sie sollen dafür sorgen, dass sich Freiwillige bei Hilfesuchenden melden können. Unsere Generation läuft jedoch oft mit dem Blick gesenkt, festgenagelt an unseren Smartphones, an den zahllosen Zetteln vorbei. Für die Hilfesuchenden ein echtes Problem, denn hinter jedem Zettel steckt ein Schicksal. Den Spalt zwischen Digital natives und analogen Hilferufen möchten wir gerne überbrücken. Ein weiteres Problem: Freiwillige Helfer sitzen am Telefon und fehlen, wo sie wirklich gebraucht werden. Wir haben deshalb mit der Entwicklung von Bienenstock begonnen. Von unseren kleinen Lieblingsinsekten können wir viel lernen, allen voran: Gemeinsam sind wir stark. Bienenstock soll ein Service für Hilfesuchende und hilfsbereite Menschen sein, nicht nur in Zeiten von Corona.

Was es macht:

Unser Assistent, ein Telefon-Roboter namens Willi, nimmt das Gespräch entgegen. Wir schulen Googles Dialogflow, um den Anruf zu analysieren und zu kategorisieren. Das Ergebnis wird auf der App und der Website veröffentlicht. Gesunde und motivierte "Helferbienen" (=freiwillige Helfer) können zwischen verschieden Aufgaben wählen und, die für sich passende, entgegennehmen. Der Einsatz von Willi macht Freiwillige, die Telefonate führen, überflüssig. Helfer können sich auf die Erledigung der physisch gefragten Aufgaben konzentrieren. Auch läuft der Dienst für alle Beteiligten ohne Registrierung. Zwar werden über Willi oder die Website personenbezogene Daten erhoben, diese werden jedoch nur für die definierung der Aufträge benötigt. Die anonyme Benutzung ist uns deshalb wichtig, weil so mehr Menschen gewillt sind sich zu beteiligen. Insbesondere Menschen, die Online-Dienste nicht gewohnt sind, möchten oft keine Daten weitergeben. Die Anwendung funktioniert standortbasiert für den App-User. Ihm werden primär Aufträge aus seiner Umgebung angezeigt.

Wie wir es aufgebaut haben

Ein Telefonservice (Voximplant) wurde mit einem Google Chatbot (Dialogflow) verknüpft, so konnten wir eine automatisierte Hotline erstellen. Die wichtigsten Daten (Wer braucht Hilfe, Wo und Was wird benötigt?) werden hierbei erfasst und an unsere Bienenstock API die weitergegeben. Die Bienenstock API ist ein Python Backend (Flask Rest API und Deployment in Docker Container), welches die Daten in eine Datenbank (MySQL) speichert. Auch über die in View programmierte Website können Hilfegesuche erstellt werden und an unsere Datenbank mithilfe unserer Bienenstock API übergeben werden. Unsere Helferbienen können sich die Android App herunterladen und ganz bequem nach links Aufträge wegwischen und nach rechts einen Auftrag annehmen. Die Kommunikation verläuft via Rest API. Ein angenommener Auftrag führt dazu, dass die Hilfesuchende Person via Telefon von unserer Helferbiene kontaktiert werden kann.

Herausforderungen, auf die wir gestoßen sind

  • Festlegen einer Gesamtstrategie, die wir trotz stockender Discord-Channels gemeistert haben.
  • Neulinge im Team: Der Laptop kann auch für andere Gründe als Streaming von Serien genutzt werden. Wir wuchsen schnell zu einem Team zusammen, sodass jeder das Beste gegeben hat.
  • Schwierigkeiten mit der Chatbot-Logik: Der Dialogflow wollte nicht trainiert werden
  • Die Integration unserer Komponenten über große Entfernungen ist schwieriger als gedacht.
  • Fallstricke von http-Konfigurationen
  • Einrichten einer neuen Umgebung und erlernen neuer Programmiersprachen while doing

Errungenschaften, auf die wir stolz sind

Corona ist ein aktuelles und durch die exponentiellen Fallzahlen, vor allem ein dringendes Problem. - Zeit für Prototypen haben wir nicht. Unser Ziel war es, einen Service zu entwickeln der schnell veröffentlicht werden und zum Einsatz kommen kann. Google Dialogflow und Docker-Container haben uns eine schnelle und gute Skalierbarkeit gegeben. Der Service kann, mit entsprechender Unterstützung, in kurzer Zeit professionell gelaunched werden.

Ein sechsköpfiges Team, aus diversem Bereich, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Das Team zu managen war nicht immer einfach - letztendlich aber unser großer Vorteil. Eine kurze Vorstellungsrunde: Ein Wirtschaftspsychologe mit AI-Affinität, ein italienischer Jura-Student, der gerne neue Themenfelder entdeckt, ein Wirtschaftsmathematiker, der zum ersten Mal an einem Front-End bastelt, eine Medizinstudentin, die durch andere Perspektiven neue Möglichkeiten aufzeigte, ein amerikanischer Architektur-Student, der sich zum ersten Mal in InDesign austobte und ein Regelungstechniker, der eine Affinität zu Apps besitzt. Kurz: Ein bunter Haufen. Was wir in 48h, trotz der physischen Distanz, auf die Beine stellen konnten, darauf sind wir mächtig stolz.

Was kommt als nächstes für Bienenstock

Wir denken unser Code ist nicht nur ein Flickenteppich der zusammengenäht wurde, sondern eine Basis mit Potential. Das Backend lässt sich im großen Stil verwenden und unsere Website kann bereits online gehen. Unsere Android App ist ebenfalls funktionsfähig. Eine iOS App konnte leider dieses Wochenende noch nicht erstellt werden - unser Fokus lag auf der Android App. Verknüpfung zu bereits existierenden Plattformen wollen wir herstellen- damit jeder Helfer auch helfen kann und jeder Hilfegesuch gehört wird. Unser Code liegt offen auf Github und wir freuen uns, wenn wir jeweilige Schnittstellen integrieren können.

Uns war wichtig, an einem Projekt zu arbeiten, dass datenschutsrechtlich realisierbar ist. Deshalb haben wir während des Hackathons ausgiebig zu datenschutzrechtlichen Themen recherchiert und wir sind uns sicher, dass wir den Dienst DSGVO-Konform bereitstellen können. Missbrauch wollen wir umgehen, indem wir bis zuletzt Anonymität wahren. Eine verschlüsselte Rufweiterleitung durch die App soll erstellt werden.

Und nun? Wir wollen schnell live gehen - Brauchen aber Finanzierungsmöglichkeiten damit der Dienst kostenlos angeboten werden kann. Außerdem müssen wir uns noch ein paar Tage Zeit nehmen um an manchen Ecken einen Feinschliff vorzunehmen.

Links zu unserem Code auf Github und Try-it-Out

Unser Backend und der Chatbot: https://github.com/KoOBaALT/bienenstock

Unsere Android App: https://github.com/andjojo/Bienen

Unsere Website: https://github.com/Stjefan/vs-virus/

Service Nummer: +420228880669 Pin: 699103091

Website: http://18.194.159.113:8080

App: https://drive.google.com/open?id=1XtPfyStYRdUZ8j7hHoCT1p0S-o2xLCnU

https://www.youtube.com/watch?v=HuZ9y8lVwpY

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