Herausforderung
Durch Ausgangsbeschränkungen, Homeoffice und fehlende Kinderbetreuung steigt das Stresslevel in Familien und Beziehungen stark an. Auch ohne diese Ausnahmesituation sind z.B. ca. 25% der Frauen von körperlicher und/oder sexueller Gewalt in der Partnerschaft betroffen, 42% erleben psychische Gewalt.
Nur etwa 20% nutzen bestehende Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen. 25% schämen sich für ihre Situation, 32% sind der Meinung, keine Hilfe zu benötigen und 28% haben das Gefühl, ihr Fall sei nicht gravierend genug. Im Jahr 2018 wurden durch das Hilfetelefon 41.926 Beratungen in 18 verschiedenen Sprachen durchgeführt, in mehr als der Hälfte der Fälle wurden Ratsuchende an weitere Einrichtungen vermittelt.
Das Hilfetelefon ist somit eine relevante Anlaufstelle, die schnell helfen und weitere Unterstützung vermitteln kann. Die Möglichkeiten des Hilfetelefons im Internet werden nicht ausreichend ausgeschöpft, um die Awareness zu steigern. Die Online-Sichtbarkeit ist viel zu gering. Die Seite ist nicht gut für Suchmaschinen optimiert, es gibt keinen Instagram-Account.
Kurzbeschreibung der Lösung
Duch eine aktuelle Kampagne wird die Nummer des Hilfetelefons schnell verbreitet und erhält eine höhere Reichweite als bisher. Dabei werden drei Zielgruppen angesprochen:
- gezielte Ansprache der Betreiber von Supermärkten, Apotheken, Drogerien etc., die Materialien zu nutzen und in den Filialen auszuhängen. Bestenfalls Platzierung der Aushänge an Regalen mit Damen-Hygiene-Produkten, Kosmetik, Süßigkeiten.
- Betroffene werden motiviert, sich Hilfe zu holen – am besten, bevor die Situation eskaliert. Die Hemmschwelle soll gesenkt werden.
- die gesamte Gesellschaft soll auf das Problem aufmerksam gemacht und aktiviert werden, bei der Verbreitung der Nummer zu helfen. Auf der Website des Hilfetelefons stehen zahlreiche Matrialien bereit, die ausgedruckt und verteilt werden können. Auch Personen, die Gewalt in der Nachbarschaft wahrnehmen, können sich an das Hilfetelefon wenden.
Kanäle für die Umsetzung
Die Kampagne wird sowohl Online als auch Offline umgesetzt, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Gleichzeitig lassen sich nicht alle Betroffenen digital erreichen. Durch Ausgangsbeschränkungen sinkt die Zahl der möglichen Touchpoints. Supermärkte, Apotheken, Arztpraxen und Drogerien sind verbleibende Kontaktpunkte. Eine kontinuerliche Konfrontation führt zudem zu erhöhter Sensibilität für das Thema bei der gesamten Bevölkerung.
- Online: Die aktuelle Situation bietet die Möglichkeit, hilfsbereite Online-Communities stärker als sonst zu aktivieren. Unter den Hashtags #FlattenTheViolence und #KeinSicheresZuhause werden die Nummer und weitere Materialien verbreitet sowie Accounts der Supermarktketten öffentlich adressiert. Einbindung von Kanälen und Influencern mit hoher Reichweite. Auch weitere Hilfsangebote & Kampagnen können unkompliziert integriert werden (z.B. die Nummer gegen Kummer für Kinder und Jugendliche). Hier bietet sich die Verbindung mit weiteren Hashtags wie z.B. #SchweigenBrechen und #jedeVierte an.
- Offline: Plakate, Abreißzettel, Flyer, Aufkleber & Co. sind bereits vorhanden und werden durch das Hilfetelefon in 18 Sprachen bereitgestellt. Jede*r kann zur Verbreitung beitragen.
Teilprojekt Supermarkt-Kampagne
Supermarktketten sollen für das Thema häusliche Gewalt in Zeiten von Corona sensibilisiert werden und sich beteiligen, indem sie in all ihren Märkten Aushänge aufhängen.
- werden die offiziellen Stellen der Supermarktketten per E-Mail mit Hintergrundinfos zur Kampagnenidee angeschrieben. Wir empfehlen die bestehenden Materialien des Hilfetelefons, z.B. den mehrsprachigen Abreißzettel, zu nutzen.
- werden unter dem Hashtag #FlattenTheViolence auf Twitter, Instagram und Facebook die Accounts der Supermarktketten verlinkt und aufgefordert, sich zu beteiligen.
- werden Influencer aktiviert, die sich ebenfalls an die Supermarktketten wenden und zur Teilnahme aufrufen. Als positiven Nebeneffekt verschaffen sie so Nummer und Website eine größere Reichweite.
Zusätzlich rufen wir die Bevölkerung dazu auf, sich die vorhandenen Sticker zu bestellen und (bei Einhaltung möglicher Ausgangsbeschränkungen) an erlaubten Stellen in ihrer Umgebung zu stickern.
Relevante Twitter-Accounts: @Hilfetelefon @biocompany @kaufland @lidl @METRO_DE @OrigUnverpackt @real_de @rewe_supermarkt @tegut (Aldi, Denns, Netto und Penny haben keine Accounts)
Relevante Instagram-Accounts: @aldisuedde @aldinord @biocompanyofficial @edeka @kaufland @lidlde @metro_deutschland @netto_marken_discount @originalunverpackt @pennydeutschland @tegut (Hilfetelefon und Denns haben keine Accounts)
Relevante Hashtags: #Corona #FlattenTheViolence #ausgangsbeschraenkung #SocialDistancing
Teilprojekt Betroffenen-Ansprache
Die Hashtags #FlattenTheViolence und #KeinSicheresZuhause sollen möglichst große Reichweite erlangen. Wenn häusliche Gewalt breiter in der Öffentlichkeit thematisiert und diskutiert wird, sinkt bei Betroffenen die Hemmschwelle, darüber zu sprechen und die Awareness des Umfelds steigt (wie z.B. bei #metoo). Auch das Bewusstsein dafür, dass häusliche Gewalt nicht zwangsläufig sichtbar ist, auch psychische oder digitale Gewalt umfasst und kein Fall zu "gering" ist, kann erheblich gesteigert werden. Im besten Fall erzählen Betroffene selbst ihre Geschichte. Durch konkrete Beispiele kann das Thema besser verstanden werden.
Weitere Innovationen
- Herausforderung: Das Thema häusliche Gewalt ist nach wie vor zu unsichtbar und tabuisiert, Hilfsangebote zu unbekannt.
Lösung: Platzierung der Nummern auf Produkten: Verpackung von Slipeinlagen & Binden, bestenfalls auf der Binde selbst; Milchpackungen, Süßigkeiten etc.; unauffällige Gestaltung - Herausforderung: für Chats auf den Webseiten muss man sich registrieren. In akuten Situationen ist es oft schwierig zu telefonieren.
Lösung: Entwicklung eines Chatbots (für WhatsApp): Abfragen der aktuellen Stimmung/Situation; reagiert auf Keywords, so dass falls nötig schnell ein persönlicher Kontakt hergestellt werden kann; bietet einen Alarm-Knopf, der direkt die ortsnahe Polizei/Feuerwehr/Helfer*innen alarmiert (evtl. per GPS zu tracken)
Schwesterprojekte
Unsere Gruppe spaltete sich auf, um verschiedene Bereiche getrennt zu bearbeiten. Hier entsteht eine zentrale Anlaufstelle für Familien: https://devpost.com/software/01_030_gefahrdetepersonen_praventionvonhauslichergewalt Hier entsteht eine Plattform, über die leerstehende Wohnungen an Frauenhäuser gemeldet und von diesen abgerufen werden können, um zusätzliche Kapazitäten für Betroffene zu schaffen: https://devpost.com/software/wirvshauslichegewalt

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