PROJEKTNAME: SICHERE ZUFLUCHT

Vorläufige Webseite: www.sichere-zuflucht.de “Zufluchtsorte schaffen für von Gewalt betroffene Frauen und Kinder in der Corona-Krise”

EINFÜHRUNG

Das Team: Manuela Köhler, Benedikt Ulrich, Eva Rebholz, Jonas Singelmann, Miriam Siemon, Antje Kunzmann

Wir sind ein Team aus Solutiondesigner und Kommunikationsstrategen, Sozialarbeitern, Psychologen, Marketing-Experten.

DAS PROBLEM

Aufgrund der rasanten Ausbreitung des Corona-Virus (Sars-COV-2) und den dazugehörigen notwendigen Quarantänemaßnahmen ist das Risiko hoch, dass in Deutschland häusliche Gewalt an Frauen und Kindern massiv steigt. Bereits bestehende Gewalt wird vermehrt eskalieren. Das kann lebensbedrohlich werden. Frauen und Kinder brauchen daher einen sicheren Ort. Die Frauenhäuser sind aber jetzt schon an den Grenzen ihrer Kapazitäten. Sie können keine neuen Frauen und deren Kinder aufnehmen und erleben große Planungsunsicherheit durch die Umsetzung von Quarantänemaßnahmen.

GESELLSCHAFTLICHER MEHRWERT

In der aktuellen Krise fehlen zusätzlich 14000 freie Plätze für gewaltbetroffen Frauen und deren Kinder. Aber die Corona-Krise hat noch einen weiteren Effekt. Viele Kapazitäten in ungenutzten Ferienwohnungen sind frei, da die Menschen nicht verreisen. Diese Kapazitäten könnten durch koordinierte Kontaktaufnahme genutzt werden. Wir wollen es Menschen mit freien Kapazitäten in ihren Ferienwohnungen/Unterkünften einfach ermöglichen, diese leer stehende Wohnungen für einen guten Zweck -kostenfrei bzw. vergünstigt - zur Verfügung zu stellen. Die Frauenhäuser werden entlastet, da die Hürden in der Kontaktaufnahme und Koordination reduziert werden. Sie erhalten in Zeiten vermehrten Bedarfs die notwendige Kapazität und können darauf schnell und unkompliziert zugreifen. Keine gewaltbetroffene Frau muss mit ihren Kindern auf der Straße stehen!

DIE LÖSUNG

Wir stellen eine Website zur Verfügung auf der die wichtigsten Informationen an die Unterkunftsgeber*innen zentral zur Verfügung gestellt, sodass der Verwaltungsaufwand minimal bleibt.

INNOVATIONSGRAD

Eine Webseite dient als Plattform für Angebote leerstehender Ferienwohnungen, die von MitarbeiterInnen der Frauenhäuser in wenigen einfachen Schritten bedarfsorientiert gefiltert werden können.

Verifizierte Anbieter von bekannten Firmen wie AirBNB, wimdu, fewodirekt etc. sollen dazu animiert werden, ihre Unterstützung anzubieten. Dazu werden die Firmen direkt kontaktiert und zusätzlich findet eine digitale Streukampagne statt, die auch Privatpersonen auf den erhöhten Bedarf aufmerksam macht.

Unterkunftsgeber*innen können sich in wenigen Schritten auf der Plattform registrieren und ihre Wohnungen anbieten. Mehr müssen sie erstmal nicht tun. Ihr Angebot wird sichtbar gemacht und einfach zugänglich. Die Frauenhäuser nehmen durch eine Chat-Funktion Kontakt mit ihnen auf. Dadurch werden keine Kontaktdaten weitergeleitet. Es bleibt den Nutzer*innen selbst überlassen, welche Kanäle sie nach dem ersten erfolgreichen Kontakt im Chat für die weitere Kommunikation nutzen.

Die Frauenhäuser können im weiteren Schritt die leerstehenden Wohnungen über eine Google-Map visuell ungefähr lokalisieren, wodurch eine sichere Unterbringung mit ausreichendem Abstand zum Gefährder einfach zu erfassen ist logistisch den Kontakt zu den Frauen zu bewahren.

FORTSCHRITT

der Verlauf des Projekts - von der Idee bis zum aktuellen Stand

  1. Identifizieren des Problemfelds: Gemeinsam wurde in einem Brainstorming ermittelt, wo angesetzt werden kann, um dem Thema häusliche Gewalt in der Corona-Krise zu begegnen.

  2. Es wurde klar, es kann nur um Schadensbegrenzung in der Krise gehen. Es muss auf schon bestehender professioneller Expertise aufgebaut werden. Diese brauchen umso mehr Unterstützung. Es braucht einerseits die Möglichkeit für gewaltbetroffene Frauen auch in Quarantäne Kontakt mit Beratung und Hilfsangeboten aufnehmen zu können. Dazu braucht es verstärkte Information über diese Angebote. Andererseits muss in akuten Fällen von Gewalt Kapazität geschaffen werden für Frauen und Kinder, die einen sicheren Ort brauchen. Frauenhäuser sind aber jetzt schon überfüllt. Es wurde betont, dass es auch politische Massnahmen braucht, diese können aber nicht in einem Hackathon bearbeitet werden.

  3. Das Team teilte sich auf in zwei Taskforces. Taskforce 1 kümmerte sich um eine Kampagne, die aufmerksam macht auf das nationale Hilfetelefon. Taskforce 2 - wir - kümmerten uns darum, wie die Kapazitäten der Frauenhäuser während der Corona-Krise schnell erhöht werden können.

  4. Die Idee war geboren, leerstehende Ferienwohnungen mit Frauenhäusern in Verbindung zu bringen. Die Bedingungen: Den Frauenhäusern darf kein großer Zusatzaufwand entstehen, der meiste Arbeitsaufwand sollte ihnen von der technologischen Umsetzung abgenommen werden. Der Aufklärungsbedarf der Anbieter von Wohnraum sollte durch die technologische Umsetzung abgedeckt werden und der Aufwand möglichst gering gehalten werden, um die Hürden seinen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, abzubauen.

  5. Die Anforderungen an die Website wurden anhand eines User Journeys für beide Besuchergruppen definiert. Dabei wurden spezifische Problemstellungen berücksichtigt: Nur Frauenhäuser bekommen einen Login, keine Kontaktdaten der Anbieter werden öffentlich sichtbar (Kommunikation über Chat-Funktion), nur Frauenhäuser sehen den ungefähren Standort der Unterkunft, um sicherzustellen, dass Gefährder sich nicht auf der Website informieren können über den Standort ihrer Opfer, Frauenhäuser bekommen automatisch eine Benachrichtigung, wenn neue Angebote eingestellt werden.

  6. Ein Prototyp des Frontends wurde erstellt. (Leider konnte kein Backend-Entwickler mit freier Kapazität gewonnen werden)

  7. Vorlagen wurden entwickelt für den Inhalt der Website und das Anschreiben an Frauenhäuser und potentielle Anbieter*innen von Wohnungen. Dabei wurden die Anforderungen an die Unterbringung aufgestellt von einer Fachfrau mit jahrelanger Erfahrung durch ihre Arbeit im Frauenhaus.

  8. Eine Recherche ergab, dass jetzt schon (Stand: 22.03.2020) keine Plätze mehr vorhanden sind in den Frauenhäusern. Bundesweit muss aufgestockt werden. Frauenhauskoordinierung e.V. veröffentlichte einen Bedarf von 14.000 Plätzen in einer Pressemeldung vom 18.03.2020. Allein bei AirBNB sind bundesweit 100.000 in Frage kommende Wohnungen registriert.

  9. Die zu kontaktierenden Stellen wurden identifiziert: etwa 350 Frauenhäuser bundesweit (organisiert in verschiedenen Verbänden), Anbieter von Ferienwohnungen, Makler, Hotels

  10. Frauenhäuser wurden per Mail und telefonisch über die Projektidee informiert und sie erhielt großen Zuspruch insbesondere von Dr. Doris Felbinger der Geschäftsführerin von BIG e.V. (Berliner Initative gegen Gewalt an Frauen)

  11. Aktueller Stand: Das Konzept steht, Textbausteine sind bereit und ein Prototyp der Website steht zur Verfügung. Wir stehen im Kontakt mit Frauenhäusern und sind motiviert weiter an der Umsetzung zu arbeiten.

SKALIERBARKEIT

Das Konzept lässt sich auf weitere Zielgruppen adaptieren z.B. andere soziale Einrichtungen, die eine Unterkunft benötigen. Es kann regional aber auch bundesweit angewendet werden. Natürlich könnten auch andere Länder von dieser Idee profitieren und diese nutzen.

Es wäre schön und sinnvoll, wenn auch nach der Krise die Frauenhäuser durch Unterkunftgeber*innen unterstützt werden.

VERSTÄNDLICHKEIT

Wir wollen dem steigenden Bedarf an Unterkünften für gewaltbetroffene Frauen begegnen, indem wir Frauenhäusern den Kontakt erleichtern zu Menschen, deren Wohnungen derzeit leer stehen. Den Kontakt gestalten wir so einfach wie möglich. Die sowieso schon ausgelasteten Mitarbeiter*innen der Frauenhäuser werden geschont und sie können sich auf das Wesentliche konzentrieren. Denn durch ein ausgereiftes und abholendes Konzept werden viele Hürden überwunden, die sonst die sowieso schon knappen personellen Ressourcen zusätzlich in Anspruch nehmen würden.

NEXT STEPS

  1. Finanzierung sichern: Unsere Website kann bisher nur leisten, den Kontakt unkompliziert herzustellen. Aktuell muss aber noch jedes Frauenhaus individuell den Aufwand leisten mit den Unterkunftgeber*innen zu klären, wie die Kostenübernahme laufen kann. Essentiell für eine Lösung, die die personellen Ressourcen in Frauenhäusern schont und die Finanzierung sicherstellt, wäre, dass einheitlich an alle Unterkunftgeber*innen kommuniziert werden kann, wer die Kosten der Unterbringung in Zeiten der Corona-Krise trägt. Wir würden es begrüßen wenn der Bund, die Länder und die Kommunen zur Finanzierung beitragen würden. Die Fixkosten sollten gedeckt werden und eine Kaution gewährleistet sein.

  2. Detaillierte Rahmenbedingungen müssen gemeinsam mit Frauenhäusern und Unterkunftgeber*innen abgesteckt werden. Diese werden dann auf der Website kommuniziert.

  3. Angebot schaffen: Die Besitzer von Unterkünften müssen kontaktiert werden - verifizierte Anbieter von bekannten Firmen wie AirBNB, wimdu, fewodirekt etc. dazu animiert werden, ihre Unterstützung anzubieten.

  4. Digitale Infrastruktur: Die Website muss programmiert werden. Es braucht einen Host und eine Betreuung der Website.

  5. Wir werden mit den Frauenhäusern Kontakt aufnehmen - einige Kontakt wurden schon geknüpft (Berlin, Hamburg, Dortmund, München)

WIR MACHEN WEITER! #wirvsvirus #wirvshaeuslichegewalt #keinemehr

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