Projekttyp: Neuentwicklung

Der Prototyp ist vollständig am Hackathon entstanden.

Inspiration

Es gibt viele Menschen, die in der COVID-19 Pandemie Ihr Haus nicht verlassen sollten, da sie zur Risikogruppe gehören. Dies führt zu Problemen für beispielsweise ältere Menschen, die Lebensmittel kaufen müssen oder Menschen, die normalerweise in Ihrem Alltag von Menschen unterstützt werden, die jetzt in einer Risikogruppe sind. Wir möchten diese Menschen zusammenbringen mit den sehr vielen Bürgerinnen und Bürgern, die gerne bereit wären als Freiwillige diese Menschen zu unterstützen. Die Herausforderung dabei ist, dass gerade ältere Personen Schwierigkeiten haben würden, Ihren Hilfewunsch über neue digitale Plattformen wie eine App oder Website einzugeben. Dafür musste eine Hotline aufgebaut werden, über die die Einträge für die App auch erstellt werden können. In der Plattform können über drei Kanäle Einträge erstellt werden: Telefon, Web und ein WhatsApp-Chatbot. Somit soll jeder in der Gesellschaft eine Eingabemöglichkeit über ein Medium haben, das er gewohnt ist.

Inspirierend ist da auch die technologische Entwicklung der letzten Jahre: durch KI-basierte Sprachanalysemöglichkeiten können beispielsweise die Adresse oder der Wunsch des Anrufers aus dem aufgezeichneten Telefonat automatisch ermittelt werden. Dadurch ist die Skalierung der Lösung sehr gut möglich, da zunächst einmal auch eine erste Erfassung des Bedürfnisses möglich ist, ohne dass gerade ein persönlicher Ansprechpartner verfügbar sein muss.

Die Bekanntheit bei dieser Nutzergruppe kann vorrangig über offline bzw. analoge Werbekanäle erfolgen. So kommen beispielsweise Flyer, Zeitungen oder Radiowerbung in Frage. Sehr vielversprechend sind dabei beispielsweise Ansätze wie in dem Projekt EINFACHdaheim, mit dem wir auch mehrere Austauschrunden hatten.

Was kann unsere Lösung?

Wir haben eine cloud-basierten Prototypen gebaut. Die Plattform ist erreichbar unter https://help-at-home.org/ und bietet aktuell drei funktionierende Eingangskanäle für einen Hilfewunsch:

Die eingehenden Anfragen werden in einer Datenbank gespeichert und auf einer Landkarte den Freiwilligen Helfern angezeigt. Die Helfer können sich einen Hilfewunsch aussuchen und ihn übernehmen. Danach ist der Hilfewunsch für andere Helfer nicht mehr auswählbar.

Dann kontaktiert der Helfer den Hilfesuchenden und erledigt die Aufgabe, geht beispielsweise für ihn einkaufen, stellt die Einkäufe vor die Haustür und erhält die Kosten des Einkaufs in einem Briefumschlag durch den Türschlitz erstattet. Daraufhin erhält der Helfer sogenannte Karma-Punkte, die er nach der COVID-19 Pandemie in Partnergeschäften gegen kleine Belohnung wie einen Kaffee oder einen Kinogutschein eintauschen kann. Durch diesen Gamification Ansatz sollen die Helfer noch mehr motiviert werden.

Es ist auch denkbar, dass man z.B. im Rahmen einer Partnerschaft mit anderen Hilfsorganisationen die über Telefon eingehenden Anfragen an Helfer weiterleitet, die sich in Organisationen eingetragen haben, die eine große Helferbasis aber keinen telefonischen Eingangskanal haben (z.B. https://wirhelfen.eu/).

Wie haben wir das Ganze gebaut?

  • Der Pototyp-Code ist Open Source und erreichbar unter https://github.com/ljosberinn/wirvsvirus-ihyp-hackathon - um eine noch bessere Zugänglichkeit zu haben, wurde sogar die Entstehung des Codes am Samstag den 21.02.2020 auf Twitch live gestreamt
  • Unsere Lösung beruht sehr stark auf Cloud Technologien wie AWS Transcribe, Google Dialog Flow, Twilio, um die Telefonie und Chatbot Kanäle zu ermöglichen und die Informationen strukturiert aus den Gesprächen und Chats herauszuziehen,

Wesentliche Elemente im Technologie-Stack

  • React
  • Netlify
  • AWS Lambda
  • NodeJS
  • AWS DynamoDB
  • AWS Transcribe
  • AWS Comprehend
  • Google Dialog Flow
  • Google Cloud Functions
  • Twilio
  • Voximplant
  • Amazon Connect

Unsere Zusammenarbeit

Wir haben als fünfköpfiges Team zusammengearbeitet und waren permanent über einen Discord-Server miteinander verbunden. So konnten Fragen schnell per Zuruf geklärt werden. Ein Teil des Teams hat sich auf die Telefon- und Datebankintegration fokussiert während der andere Teil seinen Schwerpunkt auf die Webseite legte.

Herausforderungen

Eine spezielle Herausforderung war das Thema Telefonie. Insbesondere, da keiner von uns zuvor Erfahrung damit hatte.Telefonie einzurichten ist nicht sehr einfach und vor allem bei kaum einem Anbieter sofort möglich. Bei vielen Anbietern gab es keine deutschen Rufnummern (war eine Bedingung für uns) oder nur nach manueller Genehmigung (am Wochenende keine Aussicht auf Erfolg). Letztlich haben wir Freitag Abend bis Samstag Abend getüftelt, um eine funktionierende Hotline zum Leben zu erwecken - zeitweise zu zweit und "doppelgleisig". Ironischerweise führte dies dazu, dass wir etwa zeitgleich tatsächlich sogar zwei funktionierende Lösungen statt einer aufgebaut hatten (einmal über Amazon Connect sowie einmal über voximplant und Google DialogFlow) Uns war es recht :)

Worauf sind wir stolz?

Insbesondere und zu allererst sind wir stolz darauf, Teil einer so großartigen Organisation gewesen zu sein. Wenn wir mit unserem Beitrag einen positiven Impuls setzen konnten, schätzen wir uns sehr glücklich! Auf der operativen Ebene macht uns stolz zum einen der nun doch sehr zufriedenstellende Umfang des Prototypen (drei funktionierende Eingangskanäle etc.) und dass wir uns als Team in der Remote Situation stets gut koordinieren und abstimmen konnten, so dass jeder seine Stärken optimal einbringen konnte beim Erschließen der neuen Technologien...

Was haben wir gelernt?

Neben den technischen Herausforderungen, denen wir uns alle durch neue Technologien und Services gestellt haben, sind wir wieder einmal beeindruckt was in so kurzer Zeit in einem Hackathon in den zahlreichen Teams entstehen kann und auch mit unserem Ergebnis sind wir zufrieden.

Wir haben uns als Team mit gleich zwei Cloud-Anbietern (AWS und Google Cloud) und jeweils etwa 3-5 Services zu größten Teilen neu vertraut gemacht und zugleich in den völlig neuen Bereich der Digitalen Telefonie und Chat-Bots eingearbeitet. Auch wenn unser Live-Beispiel noch recht schmal gehalten ist, haben wir gesehen, dass wir inzwischen wirkliches Sprachverständnis mit verhältnismäßig geringem Aufwand erreichen können.

Auch die Hilfsbereitschaft der Community war beeindruckend und hat uns extrem gefreut. Vielen Dank auch nochmal an Niels für das so kurzfristige Bereitstellen einer deutschen virtuellen Telefonnummer.

Was kommt als nächstes für Help-At-Home.org ?

Wir glauben, dass unsere Idee einen positiven Beitrag für die Bewältigung der Krise leisten kann und wären definitiv interessiert daran, die Idee weiterzuverfolgen und den Prototypen weiterzuentwickeln.

Inhaltlich würden wir uns vor allem genauer mit "DialogFlow", unserer Telefon KI beschäftigen - die nur noch eine etwas bessere Modellierung der Anwendungsfälle und dann ausreichend Trainingsdaten benötigt. Dazu würden wir wahrscheinlich auch versuchen Mitstreiter /Innen zu gewinnen, die keinen IT Hintergrund haben.

Daneben müssten wir noch einige kleinere Anpassungen vornehmen, um die Kosten der Plattform zu kontrollieren und sie langfristig betreiben zu können. Darüberhinaus haben Wir natürlich auch noch zahlreiche Ideen für weitere Features (z.B. rund um die sichere Erstattung der für einen Einkauf entstehenden Kosten oder einen noch stärkeren Gamification Ansatz).

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