Wir haben zwei Themen gemeinsam betrachtet und eine Lösung gefunden, wie durch ein System beide Themen interagieren können und einen möglichst großen Informationsgehalt erzeugen. Das erste Thema ist: "0008_Corona Tracking: Wie können Corona-infizierte/ getestete/ genesene Personen getrackt werden?" und das Zweite: "0011_Infektionsfall-Übermittlung: Wie können Infektionsfälle rasch und effizient übermittelt werden?"

Wir glauben nicht, dass eine große Anzahl von Systemen zielführend und notwendig sind. Es sollte vielmehr an einem System gearbeitet werden, welches eine End-to-End Lösung darstellt. Aspekte, welche wir als essenziell erachten sind:

  • Risikoanalyse von Personen abhängig von den Positionsdaten und Verbindungsdaten ermöglichen
  • Testprozess digitalisieren (Anmeldebogen)
  • Digitalisierung des Status/Ergebnisses jedes Corona Tests
  • Test Status für den jeweiligen Menschen und die Gesundheitsbehörde visualisieren
  • Benachrichtigungen für Personen, deren Risikoanalyse ein hohes Risiko erfasst hat
  • Leitfaden für den Fall, dass ein Infekt vor liegt
  • Informationen für Gesundheitsbehörde bereitstellen, damit Echtzeit Daten vorliegen
  • Standorte von den relevanten medizinischen Einrichtungen visualisieren + weitere Informationen
  • Symptome Tagebuch
  • Kommunikationsplattform mit den Behörden

Inspiration

Die COVID-19-Krise lässt befürchten, dass die Anzahl der Infizierten-Fälle weiterhin steigen wird. Dies führt zu einer zunehmenden Verunsicherung innerhalb der Bevölkerung, aber auch zu erhöhten Herausforderungen in der Bewältigung bei Testcentern, Krankenhäusern, Behörden, Ämtern und anderen Regierungsorganisationen. Insbesondere der Informationsweg von der Probe zum betroffenen Individuum sowie zu den auswertenden und verwaltenden Stellen stellt bislang noch eine erhebliche Herausforderung dar. Auch das Tracking der infizierten Person und der möglichen Kontaktpersonen sowie das Sterilisieren der Umgebungen, in denen sich die infizierte Person aufhielt einen enormen Kraftakt dar. Das Bereitstellen einer Plattform, die diesen Herausforderungen begegnet, wird als unabdingbar gesehen, um die aktuellen Kräfte zu entlasten und gegenüber künftigen Entwicklungen gewappnet zu sein.

What it does

Das Projekt verheiratet zwei Fragestellungen: Die Bürger:innen der BRD sollen in Echtzeit Informationen über das aktuelle und individuelle Risiko durch den aktuellen Corona-Virus sowie auch den Testprozess komplett digitalisiert erhalten, während der Datenschutz berücksichtigt wird. Dadurch wird der Ressourceneinsatz optimiert, viele Prozesse beschleunigt und sowohl die spezifischen Behörden wie auch die Bundesbürger über die Lage der Ausbreitung informiert.

WeTrace ist eine ganzheitliche Plattform, welche auf freiwilliger Basis genutzt werden kann. Die Nutzung kann z.B. vom RKI empfohlen werden, mit dem Hinweis, dass man sonst das Ansteckungsrisiko für sich und die restliche Bevölkerung erhöht. Über diese Plattform werden die Testergebnisse den Getesteten bekannt gegeben, wodurch diese in Echtzeit die für sie relevanten Informationen erhalten und es vermeiden können, weitere Personen anzustecken.

Datenerfassung

In WeTrace kann aktiviert werden, dass die Positionsdaten des jeweiligen Nutzers erfasst werden, wie auch die Erfassung der Geräte von anderen WeTrace-Nutzern (Verbindungsdaten). Dies wird durch Bluetooth erreicht, indem Geräte in der Reichweite gefunden werden und Frameworks genutzt werden, um Signale anderer APplikationen auch nutzen zu können. Alle Daten werden in der Cloud gespeichert und für die weitere Auswertung genutzt. Daten von Mobilfunkanbietern sind für ein solches Vorhaben im Vergleich viel zu ungenau.

Im Testing Center

Um dies zu ermöglichen, ist es erforderlich die Teströhrchen bzw. Proben den Nutzern der App zugeordnet werden. Hierfür wird mit der Applikation von einem Testcenter-Mitarbeiter, der QR-Code des Röhrchens und der QR-Code auf dem Smartphone des potentiell Infizierten gescannt werden. (Status der Probe ist „Offen“) Zum Datenabgleich wird sich die Person mit einem Ausweis/Krankenkassenkarte identifizieren und einen Meldebogen ausfüllen. Die Dateneingabe kann hierbei auch über die App erfolgen, sodass diese schneller erfolgt. Wenn die App nicht genutzt wird, entfällt die Funktion, dass die Daten frühzeitig bekannt werden und die Identifikation muss manuell erfolgen.

Der Aufwand erhöht sich kaum für die Testing Center und verringert sich wahrscheinlich sogar stark.

Im Labor

Nachdem die Probe entnommen wurde, wird diese an ein Labor geschickt. Das Labor führt die entsprechenden Tests durch (Status der Probe ist „Aktiv“) und gibt in das WeTrace-System ein, ob die Probe „Positiv“ oder „Negativ“ ist. (Status der Probe ist „Positiv“ oder „Negativ“) Im Falle eines Schnelltests, müssen auch Krankenhäuser in der Lage sein, in das WeTrace-System Testergebnisse einzupflegen, damit bekannt wird, ob eine Person infiziert ist oder nicht.

Wenn Infiziert

Sobald eine Person, durch den Test nachgewiesen infiziert ist, bekommt sie eine Push-Benachrichtigung mit Handlungsanweisungen und wird schnellstmöglich vom zuständigen Gesundheitsamt kontaktiert.

Riskoberechnung durch KI

Die Verbindungsdaten werden genutzt, um über die letzten 14 Tage die Kontaktpersonen zu bestimmen und deren Risiko anhand der Nähe, Zeit und anderen Faktoren automatisiert zu evaluieren (KI). Die Positionsdaten werden wiederum mit allen anderen Nutzern verglichen. Beispiel: Falls die Personen +/-10 Meter am selben Ort waren, wird auch berechnet, wie hoch deren Risiko ist. Falls das berechnete Risiko einer Person einen Schwellwert übersteigt, wird diese dazu aufgefordert, sich testen zu lassen. Orte, an welchen sich die betroffene Person aufgehalten hat, sollten/könnten dann für eine Desinfektion vorgemerkt werden, um so das Personal optimal einzusetzen. Nutzern der App werden auf diese Weise potentielle Schnittpunkte (und ausschließlich nur diese) mit bestätigten Infizierten angezeigt. Nutzer, welche keinen Kontakt mit Infizierten hatten, haben durch die App die erhöhte Gewissheit, dass sie wahrscheinlich nicht infiziert sind. Die jeweilige Risikogruppe erhält notwendige Informationen, welche auch helfen, die Call Center (116117) zu entlasten.

Gesundheitsämter

Gesundheitsämter profitieren von der Plattform, indem sie ein Tool erhalten, mit welchem zum einem ein Überblick in Echtzeit über Infizierte, potentiell Infizierte und die betroffenen Gebiete gegeben wird. Diese Daten werden durch KI-Algorithmen bewertet und Infektionsherde werden automatisiert bestimmt. Dies ermöglicht eine beschleunigte Reaktion auf mögliche Gefahrenherde.

Hierbei können die Daten je nach bedarf anonymisiert werden. Es ist nicht realistisch, dass alle Bundesbürger die App nutzen würden. Jeder Nutzer wird den Gesundheitsämtern jedoch helfen, die Verbreitung genauer nachzuvollziehen. Dadurch werden die Gesundheitsämter, das RKI und die Regierungen der Länder und des Bundes durch das Tool enorm unterstützt.

Hierbei sind ist die zurückgelegte Strecke des infizierten Einsehbar, sowie die Schnittpunkt mit anderen Personen. Diese können ab einer bestimmten Risiko Stufe per Push Benachrichtigt werden, mit der Bitte sich bei dem Gesundheitsamt zu melden. Somit wird der Datenschutz beachtet und keine Personenbezogene Daten von nicht getesteten gelangen so an Behörden.

How We built it

Zum Tragen kommen Azure Synapse und Microsoft Machine Learning Platform. Das Anwenden von Cloud-Computing-Technologien ist bei dieser Herausforderung unabdingbar, um die Bereitstellung für sämtliche Nutzer (Bürger:innen, Testcenter, Krankenhäuser, Ämter und Behörden und Regierungsorganisationen) zu gewährleisten.

Skalierbarkeit

Synergien mit anderen Projekten

Unsere Plattform könnte Daten in der Form erheben, wie es in z.B. https://devpost.com/software/mobile-corona-computing beschrieben wird. Dadurch könnten neben dem Kontakt auch der Gesundheitszustand von Infizierten, aufgenommen werden. Diese Daten können wiederum in Wahrscheinlichkeit einfließen, mit welcher der jeweilige Nutzer infiziert ist. Für den digitalisierten Meldebogen und die Verifizierung der Person, haben wir einen Ansatz, ähnlich wie https://devpost.com/software/coronatracking durch gesprochen.

What's next for WeTrace

Wir würden diese Lösung gerne gemeinsam mit offiziellen Stellen entwickeln. Wir verfügen über die Kapazität und das Know-How, um gemeinsam mit den Stakeholdern eine Plattform auf die Beine zu stellen, von der jede:r einzelne Bürger:in profitiert. Diese Plattform muss für andere Länder nutzbar sein und mit weiteren Systemen kooperieren können und dabei weiterhin den Datenschutz einhalten.

Nach der Krise

Nach der Krise soll dieses System natürlich weiter entwickelt und betreut werden. Eine weitere Nutzung des Systems ist im Alltag nicht vorgesehen. Sobald eine weitere Pandemie ausbricht, kann das selbe System wieder verwendet werden um eine sich bewährte und funktionierende Lösung einzusetzen. Komponenten des Systems wiederum können den Prozess der Laborauswertung beschleunigen.

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