Die Idee

Wir suchen den Unterricht der Zukunft - welche Hilfestellungen brauchen die Lehrer/innen dazu?

Das Konzept

Nahezu jede Lehrkraft in Deutschland, die sich stärker im Bereich digitaler Bildung engagieren möchte, fühlt sich als Einzelkämpfer, wenn sie digitale Elemente oder Sequenzen in ihren Unterricht integrieren möchte. Nicht nur die Einarbeitung in neue Programme wird zur Herausforderung und zum Zeitfresser, auch bei der sinnvollen methodischen und didaktischen Umsetzung digitaler Lösungen steht man vielfach alleine da. Dies ist neben der erforderlichen technischen Ausstattung die größte Hemmschwelle auf dem Weg in die Digitalisierung von Schule und Unterricht.

Die Idee der Projektgruppe ist es, das Konzept für eine digitale Plattform zu entwickeln, auf der sich Lehrer/innen in der Nutzung digitaler Tools aus-, fort- und weiterbilden können.

Dazu soll es Tutorials und Videos geben, die den Lehrkräfte orts- und zeitunabhängig sowie kostenfrei zur Verfügung stehen. Ergänzt werden soll dieses Angebot durch ein freiwilliges Angebot von Lehrer/innen, die den Kollegen/innen in regelmäßigen Abständen im Rahmen von offenen Sprechstunden oder Workshops mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Eine solche mediale und pädagogische Begleitung auf dem Weg zum digitalen Unterricht wäre für Tausende von Lehrkräften in Deutschland eine außerordentlich wichtige und zugleich wirksame Hilfestellung.

Das Angebot

Die Plattform bietet eine Vielzahl von Hilfestellungen:

  • Selbstverortung im Mediendschungel
  • Tools für digitalen Unterricht
  • Anregungen, Tipps und Tricks zum Unterrichtseinsatz – Webinare und Workshops von Kolleg/innen für Kolleg/innen
  • Anregungen und Materialien für digitale Gruppenarbeit und Ergebnissicherung, -speicherung und -veröffentlichung
  • Hilfestellungen für didaktische und methodische Konzeption von Lernszenarien auf Lernplattformen und Unterrichtsrealisierung
  • Begleitung bei der experimentellen Erprobung von Tools in der Unterrichtsvorbereitung
  • Förderung von und Begleitung bei Open Source-Lösungen
  • Unterstützung einer Vernetzung in Lern-, Arbeits- und Projektgruppen

Der Gedanke der Plattform ist, Lehrer/innen einen digitalen Ort zur Verfügung zu stellen, wo sie ihre methodischen und didaktischen Online-Kompetenzen praxisnah ausbauen und erweitern können.

Die Umsetzung

Angestrebt wird eine bundesweite Online-Plattform für Lehrer/innen mit:

  • Infos (z.B. PDFs, Video Tutorials etc. ) zu digitalen Tools für die Anwendung in verschiedenen Fächern
  • Buddy System, bei dem sich Lehrer/innen bereit erklären, Kollegen/innen im Rahmen offener Sprechstunden Best Practice-Tipps und Failure- Beispiele für den Schulalltag zu geben

Eine geeignete und noch erwerbbare URL der Plattform wäre "toolsundbuddieslehrer*innen.de". Technisch wäre die Umsetzung der Idee kein Problem. Auch der Finanzbedarf dürfte in Relation zur Problemlösung eher gering sein.

Erforderlich für die Umsetzung des Konzeptes ist daher alleine der politische Wille hierzu. Nach unserem Verständnis müsste die Bundesministerin für Bildung und Forschung in Kooperation mit der Digitalisierungsstaatsministerin eine diesbezügliche Vereinbarung mit den Schulministerien der Bundesländer treffen, die dann das Fortbildungskonzept in ihren Bundesländern implementieren müssten. Die von uns skizzierte Internetplattform wäre eine wirksame Hilfe für alle Kolleg/innen vor Ort und damit eine wesentliche Unterstützung für die Aus- und Fortbildung aller Lehrkräfte aller Schularten. Selbst die entsprechenden Studiengänge an den Hochschulen könnten davon profitieren.

"Tools & Buddies" könnte ohne große finanzielle und organisatorische Anstrengungen zum integralen Bestandteil aller Aus- und Fortbildungsgänge im deutschen Schulwesen werden.

Um einen Austausch von Erfahrung zu fördern und zu garantieren empfehlen wir eine Art "Belohnungssystem" anhand von Creditpoints. Wer Material oder Sprechstunden bereit stellt, der kann diese eintauschen, um sich Material downzuloaden.

Projektablauf

Alle Teilnehmer/innen unserer Hackathon-Projektgruppe sind seit Jahren in ihren jeweiligen Arbeitsbereich bemüht, die digitale Bildung in Deutschland voranzubringen. Dieses Grundverständnis und diese einheitliche Zielsetzung führte nach einem ersten Brainstorming relativ schnell zu einem klar strukturierten Vorgehen, wollte man doch aus der Ideal-Vorstellung eines weitgehend digitalisierten Unterrichts und den von der Kultusministerkonferenz gewünschten Kompetenzdimensionen die für Lehrkräfte erforderlichen oder hilfreichen Medienkompetenzen und didaktisch-methodischen Fähigkeiten folgern, um daraus dann ein Fortbildungskonzept abzuleiten.

Äußerst hilfreich für den raschen Fortschritt der Arbeiten war, dass sich die Gruppe im Anlaufchaos des Hackathon sehr schnell gefunden hat. Trotz eines "Hängers" nach zwei Tagen, als sich der Development-Prozess zu verfransen schien, waren es doch immer wieder die kreativen Anstöße und Inputs von einzelnen Teilnehmer/innen, die den gordischen Knoten bei Fortschrittsblockaden lösen konnten. Dabei kristallisierte sich ein Kernteam von fünf Personen heraus, die den kreativen Prozess mit ihren unterschiedlichen Stärken und Kompetenzen vorantrieben und letztlich finalisierten. Alle Teilnehmer/innen ergänzten sich hervorragend im Team. Während einer Onlinekonferenzen organisierte, erstellte ein anderer Padlets, formulierte Texte, fertige Zeichnungen an, programmierte in Html oder produzierte Videos. Unser Konzept ist unzweifelhaft eine Gemeinschaftsleistung, in die sich alle Beteiligten gleichberechtigt und gleichmäßig eingebracht haben.

Fünf Leute, die sich vorher nicht kannten, haben binnen vier Tagen aus einer bloßen Vision ein praktikables und direkt umsetzbares Aus- und Fortbildungskonzept entwickelt.

Diesen konsequenten und zielstrebigen Entwicklungsprozess konnten dann auch die vielen nachträglichen nominellen Gruppenbeitritte nicht stören, die sich mit einer Ausnahme aber auch überhaupt nicht am Entwicklungsprozess beteiligt haben.

Ausblick

Wir wollen unser Konzept bereits am 20.06.2020 auf dem Online-Barcamp #Schuleneudenken (#Digitalitaet20) einer breiteren Öffentlichkeit vorstellen, um unsere konkrete und praxisgerechte Idee in die bildungspolitische Diskussion hineinzutragen. Wir erhoffen uns dabei insbesondere Unterstützung von Dorothee Bär, der Beauftragten der Bundesregierung für Digitalisierung, die auch während des Hackathon wiederholt zu schnellen und kreativen Lösungen aufgerufen hat, um die Digitale Bildung in Deutschland voranzubringen. Mit ihrer Unterstützung könnte es gelingen, die Kultusministerien der Länder zu einer deutschlandweiten Implementierung unserer Internetplattform als Hilfe und Begleitung für die vielen Lehrkräfte vor Ort zu gewinnen. Zusätzlich könnte das Barcamp ein Format sein, um die Idee auch in Gewerkschaften, Arbeitsgeberverbänden, Elternverbänden und letztlich einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Auf den Punkt gebracht

Die Corona-Krise stellt unsere gesamte Gesellschaft vor ungeahnte Herausforderungen und zwingt zu sofortigen Lösungen. Wir fordern daher die Einrichtung, Implementierung und deutschlandweite Umsetzung unserer Internetplattform durch das Ministerium für Digitalisierung möglichst noch in den Sommerferien, spätestens aber bis Weihnachten. Man kann Deutschlands Lehrer/innen nicht mit der medialen und pädagogischen Bewältigung der neuen digitalen Herausforderungen alleine lassen.

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