Problembeschreibung

Warum habt ihr euch für diese Herausforderung entschieden?

Wie können wir die Schule des 21. Jahrhunderts von innen heraus...

Bei vergangenen Schulreformen hat man unserer Meinung nach gesehen, dass, egal wie gut die Intention war, Veränderungen nicht bei Schülern und Lehrern angekommen sind und einfache Erweiterungen des bestehenden Systems grundlegende Probleme nicht lösen konnten. Eine Transformation des Systems kann nur von innen heraus gelingen:

...systemorientiert...

Indem man den Schulen digitale Werkzeuge in die Hand gibt, um diese Transformation selbst zu gestalten.

...neu denken?

Wir denken, dass unser Bildungssystem eine grundlegende Veränderung braucht, bei der man sich von alten Vorstellungen und Denkmustern komplett lösen muss. Diese Challenge bietet die Möglichkeit, Bildung und Schule von Grund auf neu zu denken (Greenfield-Ansatz).

Was ist aus eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Bisher haben die, die etwas verändern wollen, nicht die Möglichkeiten dazu. Denjenigen, die es könnten, fehlt der Mut, etwas radikal zu verändern, weil es schwer fällt, sich von den alten Vorstellungen zu lösen und völlig neu zu denken.

Wer ist von dieser Problemstellung betroffen?

Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft, also Schüler, Eltern, Lehrer, Schulleiter, etc.

Lösungsbeschreibung

Was ist euer Lösungsansatz?

Das zentrale Element unserer Lösungsidee ist eine digitale Lernplattform. Sie bildet einen sogenannten skilltree ab, der einen Überblick über den Lernstand eines jeden Schülers gibt. Lernen ist dabei nicht das Aneignen von Wissen. Lernen heißt, handlungsorientierte Fähigkeiten zu erwerben, die wir wie folgt definieren:

  • skills: Fähigkeiten, die der Schüler im laufe seines Bildungweges erwerben kann/muss. Sie setzen sich teilweise gegenseitig voraus.
  • basic skills: skills, die jeder Schüler erwerben muss, um einen allgemeinen Bildungsabschluss zu erlangen. Durch die Festlegung dieser skills wird die Allgemeinbildung jedes Schülers sichergestellt.
  • masterskills: skills, die ein Schüler nach seinen persönlichen Interessen lernen kann. Dadurch kann sich der Schüler spezialisieren.
  • skilltree: die Darstellung aller skills inklusive der Visualisierung des individuellen Lernstands in einem Baumdiagramm mit Verknüpfungen der Elemente (ähnlich dem skilltree in einem Computerspiel).

Des weiteren stellt sie folgendes bereit:

  • challenges: Herausforderungen/Probleme, die sich der Schüler aussucht. Sie motivieren intrinsisch die dafür benötigten skills zu erlernen oder durch Wiederholung zu festigen.
  • content: Material, beispielsweise in Form von Videos, Informationsblättern, Übungen, Artikeln, Grafiken, Animationen, Links, Podcasts oder Präsentationen, zum erlernen/erwerben eines skills.
  • Kommunikationsmöglichkeiten: Ein Forum für Fragen, Anregungen, etc. Direktnachrichten und eine Videochatfunktion, die auch mit Gruppen funktioniert.

Parallel zur digitalen Plattform steht das heutige Schulgebäude Schülern als Angebot zur Verfügung. Diese "Schule" ist als Lebensraum zu verstehen (Campus). Heutige Klassenzimmer bieten dem Schüler die Möglichkeit, vor Ort zu lernen, teilweise werden sie aber auch zu Chill-Lounges umgewandelt. Hier können die Schüler entspannen, Musik hören oder sich austauschen. Die gesamte Raumgestaltung sollte mit Farben und Pflanzen eine angenehme Atmosphäre schaffen. In der Kernarbeitszeit von 9-16 Uhr steht den Schülern in der Schule folgendes Personal zur Verfügung:

  • coaches: bieten dem Schüler fachliche Unterstützung. Wenn Schüler mit gegenseitiger Hilfe nicht weiterkommen, können Sie einen coach hinzuziehen. Außerdem organisieren und begleiten sie praktische Projekte und bieten workshops zu bestimmten skills an.
  • Betreuer: bieten dem Schüler persönliche Unterstützung. Sie begleiten 7-10 Schüler möglichst über ihren gesamten Bildungsweg. Der Schüler kann durch den starken Kontakt eine vertrauensvolle Beziehung zu seinem Betreuer*in aufbauen. Dieser/diese ist für die Kommunikation mit den Eltern zuständig und ist der erste Ansprechpartner jedes Schülers. Gleichzeitig achtet der Betreuer auf den Lernfortschritt seiner Schüler und geht bei Bedarf pro-aktiv auf den Schüler zu, um ihn zu motivieren oder Hilfe anzubieten.
  • Psychologen: Sie verhalten sich wie Betreuer (laufen im Schulhaus umher, unterhalten mit coaches, Schülern und Betreuern und sind bei Projekten anwesend).

Wenn der Betreuer seinem Schüler das erforderliche Verantwortungsbewusstsein zutraut, bekommt er über seinen Transponder die Berechtigung, das Schulgebäude auch außerhalb der Kernarbeitszeiten zu nutzen. Auf dieser Vertrauensbasis entwickelt sich das Schulgebäude zum Treffpunkt einer echten Schulgemeinschaft.

Um die Schule verlassen zu können, muss ein Schüler alle basic skills beherrschen. Damit erwirbt er einen allgemeinbildenden Abschluss. Wirtschaft, Handwerk und Universitäten definieren für jeden Studiengang/Beruf spezifische masterskills als Anforderung. Um zum entsprechenden Studiengang oder mit der entsprechenden Ausbildung zu beginnen, muss der Schüler zusätzlich diese masterskills beherrschen. Der Schüler kann im Sinne des lebenslangen Lernens jederzeit weitere skills erwerben, und sich somit für weitere Studiengänge und Berufe qualifizieren.

Von welchen Annahmen geht ihr bei eurem Lösungsansatz aus?

  • Beim Eintritt in die Schule hat jeder Schüler grundlegende Fertigkeiten. Dazu gehören Dinge wie zuhören, grundmotorische Fähigkeiten, Sprachverständnis, sprechen an sich, etc. Dadurch hat jeder mit denselben Voraussetzungen (Chancengleichheit).
  • Kinder sind von Grund auf intrinsisch motiviert neue Dinge zu lernen. Challenges fördern diese Neugier, die jedes Kind mitbringt.

Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?

  • alle Schüler und Lehrer, da man mit Spaß an neuen Herausforderungen arbeiten und an ihnen wachsen kann. Durch die gegenseitige Hilfe entsteht ein Gefühl der Gemeinschaft.
  • Eltern, da sie sich weder um die Hausaufgaben ihres Kindes noch um die Versetzung Gedanken machen müssen.
  • Schulleiter, da sie die Freiheit haben, ihre Schulen zum Lebensraum zu gestalten.
  • Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern, da sie durch die Begleitung von persönlichen Betreuern besonders gefördert werden können und Eltern oder Nachhilfelehrer nicht mehr als Unterstützung für die Schule benötigt werden

Welchen Einfluss hat eure Lösung auf die aktuelle Situation?

Zunächst zeigt sie Schülern eine Perspektive auf, wie man anders lernen kann. Mittelfristig sorgt sie dafür, dass das jetzige System modifiziert wird und langfristig könnte sie das aktuelle System sogar ganz ablösen.

Was ist der langfristige Wert eurer Lösung?

  • Unsere Lösung stellt die deutsche Bildung auf eine neue Grundlage: mithilfe der intrinsischen Motivation lernen Schüler können sich Schüler individuell entwickeln. Außerdem schafft sie ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit. Durch das wegfallen von "Hausaufgaben", bessere Unterstützung in der Schule und flexiblere sowie individuellere Kommunikations- und Lernmöglichkeiten entlässt die Schule alle Schüler mit den gleichen Chancen.
  • Unser System unterstützt außerdem durch seine Vielfalt, dass Schüler ihre persönlichen Fähigkeiten, Begabungen und Interessen entdecken.
  • Durch das konkrete Definieren von Anforderungen an ein bestimmtes Berufsbild seitens der Ausbildungs-/Studien- und Arbeitswelt, können effektiver hochspezialisierte Arbeitskräfte angeworben werden.

  • Das neue System mit seinem skilltree bietet das große Potenzial, sich aufgrund der Realitätsnähe und Praktikabilität als ausreichende Lernstands-Überprüfung zu erweisen. Es müssten dann keine weiteren Leistungsmessungen erfolgen.

  • Dies könnte bei flächendeckender Umsetzung eine deutschlandweite Vergleichbarkeit herstellen!

Wie bewertet ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit eurer Lösung?

  • Umsetzbarkeit: Das neue System lässt sich in sehr kleinen Schritten umsetzen. Dabei steht die Implementierung der tragenden Plattform im Mittelpunkt, die Schulen unabhängig voneinander einbinden können. Wir glauben, dass in der Bildungslandschaft momentan eine große Bereitschaft zur Veränderung vorhanden ist, was grundlegend für unsere Lösung ist.
  • Skalierbarkeit: Die Plattform und auch die Nutzerzahl können nahezu beliebig angepasst werden. Eine flächendeckende bundesweite Umsetzung ist möglich.

Vorgehen und Fortschritt

Wie ist der Lösungsansatz entstanden?

Wir haben versucht, uns von allen Vorstellungen, was Schule ist, zu lösen und völlig neu zu denken. Dabei haben haben wir uns zunächst Ziele gesteckt und Wünsche formuliert. Besonders wichtig war uns dabei unter anderem, dass sich Schule deutlich näher am realen Leben orientiert und als Lebensraum wahrgenommen wird. Im Anschluss haben wir nach Möglichkeiten gesucht, dies zu erreichen.

Was waren die wichtigsten Meilensteine während des Hackathon?

  • Freies Brainstorming (ca. 4h, Montagnachmittag)
  • Entwickeln des Grundmodells – skilltree (Montagnacht)
  • Entwicklung eines vollständigen Systems aus dem Modell und Strukturierung in einer Mindmap (Mittwochmittag)
  • Fertigstellung und Visualisierung der Ideen (Freitagnachmittag)

Roadmap

1. Schritt (kleinste mögliche Umsetzung)

1.1. Interessen von Schülern verschiedener Altersgruppen ermitteln (später durch bearbeitete challenges [Algorithmus]) 1.2. Plattform entwickeln: - skilltree: visualisierung/modell ausarbeiten - challenge: vorausgesetzte skills, melden, kommentieren, bewerten (Auswirkung nur auf den persönlichen Challenge-Feed) - challenge-feed: Einflüsse: interessen, wiederholung, basic skills - content: skills(differenziert markiert), bewerten (wirkt sich nur normal auf eigenen und schwach auf globalen Content-Feed aus) - content-feed: Einflüsse: Präferierte Lernmethode, Bewertung, markierte skills - forum 2.1. challenges werden von coaches, Wirtschaft und Wissenschaft contributed 2.2 content wird von coaches, Schülern, Wissenschaft und Kommerziellen Lernplattformen (Rahmenverträge) contributed 2.3. Einzelne Lehrpersonen auf das System fortbilden

  1. Schüler dürfen im schulischen Rahmen erstmals challenges bearbeiten

2. Schritt

Freiwillige Umsetzung an einzelnen Schulen: - Schulleiter können auf freiwilliger Basis das Lernen mit challenges umsetzen (zunächst ohne Abschlussklassen zur Vorbereitung auf die Prüfungen) - Alle Lehrer einer solchen Schule werden fortgebildet - Alle Schüler einer solchen Schule werden medial Ausgestattet (Jeder bekommt ein eigenes Gerät zum Zugriff auf die Plattform bezuschusst/bereitgestellt) - Präsenzzeiten werden im Ermessen der Schulleitung unter Vorlage unserer Vision angepasst

3. Umsetzungsphase (nach und nach in den Schulen)

  • Schulgebäude wird als Lebensraum gestaltet
  • Personalstrukturen und deren Aufgaben passen sich an das neue System an (Lehrer, Schulsozialarbeiter => Betreuer, coaches, Psychologen)
  • Schüler gewöhnen sich an die neue Arbeitsweise, ein Zugehörigkeitsgefühl zu einer großen Gemeinschaft (members in einer community) entwickelt sich
  • Ausstattung der Schule passt sich dem neuen System an
  • Neues System gewinnt an Akzeptanz und Popularität => immer mehr Schulen schließen sich an

4. langfristige Vision

  • Nach intensiver Auseinandersetzung und Tests: Das neue System mit seinem skilltree erweist sich aufgrund der Realitätsnähe und Praktikabilität als ausreichende Lernstandsüberprüfung, es müssen keine weiteren Leistungsmessungen mehr erfolgen
  • Alle Schulen Bundesweit übernehmen das neue System und stellen so eine länderübergreifende Vergleichbarkeit her.
  • Die Plattform wird von der gesamten Schulgemeinde aller Schulen der Bundesrepublik genutzt und wird so zu einem Umschlagplatz für Wissen, Erfahrungen und Werte im Bildungsbereich.

Nächste Schritte

Wie testet ihr eure Annahmen?

  • Beim Eintritt in die Schule wird festgestell, ob der Schüler alle Grundfertigkeiten mitbringt, um mit dem Erlernen von skills zu beginnen
  • Testgruppen von Schüler dürfen, von ihrem Lehrer betreut, die challenges „testen“, die sie interessieren und das Lernverhalten wird ohne Bewertung beobachtet

Was ist aus eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?

Siehe >Roadmap<

Was benötigt ihr für den nächsten Schritt?

Finanzielle Mittel und Know-How, die in die Entwicklung und Bewerbung der Plattform sowie Ausgestaltung des Gesamtsystems fließen können. Diese Ressourcen sollten an einer Stelle gebündelt sein, die das Vorhaben planen und realisieren kann

Seid ihr selbst an der Umsetzung interessiert?

Wir sind als gesamtes Team sehr daran interessiert, auch weiterhin an der Entwicklung, Planung und Umsetzung unseres Konzeptes mitzuwirken.

Wer hat welche Rolle im Team?

Da wir ein eingespieltes Team sind, kamen wir ohne festgelegte Rollen aus. Diese Flexibilität konnten wir zu unserem Vorteil nutzen. Gleichzeitig weisen wir durch eine Lehrperson, mehrere Schüler mit Programmiererfahrung und ein insgesamt hohes Engagement mit unserem Team eine vielfältige Expertise auf.

Teammitglieder: Timon Martins, Florian Bahnmüller, Jan Keller, Nico Hemmerich, Marius Koch und weitere Unterstützer

Dateien:

skilltree-Schema

- Grundfertigkeiten (rot)
- basic skills (blau)
- master skills (grün)

mindmap

- gesamtes Konzept in Idealform dargestellt
- member = Schüler
- Das Bild ist so groß, dass man es zur leserlichen Ansicht herunterladen und hineinzoomen muss

roadmap

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