Problembeschreibung

  1. Warum haben wir uns für diese Herausforderung entschieden? Die Herausforderungen des Hackathon passten alle genau auf die Fragen, die wir uns im gesamten Kollegium der Oberschule Berenbostel bereits seit einiger Zeit stellen. Deshalb haben wir uns als Kollegium bereits vor einiger Zeit auf den Weg gemacht, Lösungsansätze zu entwickeln. Im ersten Schritt konkret für unsere Schule, aber langfristig auch mit dem Ziel im Netzwerk Schule im Aufbruch die gesamte Schullandschaft nachhaltig zu verändern. Die Entscheidung für Herausforderung 3: „Fächerübergreifende Projektideen für die hybride Schule“ fiel, da wir hier einen wichtigen Teilbereich unseres gesamten Konzepts sehen, bereits viel Arbeit investiert haben und die Chance nutzen wollen unsere Ideen mit anderen zu teilen und Feedback zu bekommen.

  2. Was ist das größte Problem, dass es zu lösen gibt? Das Leben ist prozessual. Nicht nur biologische sondern vor allem auch gesellschaftliche Prozesse unterliegen einem stetigen Wandel. Die Geschwindigkeit der Änderungen nimmt dabei gerade im Zuge der Digitalität weiter zu. Wenn die Gesellschaft im Wandel ist, kann Schule als Teilbereich da keine Ausnahme bilden. Zwar zeigen sich immer wieder Anpassungsprozesse im „System“ Schule (z. B. Digitalpakt), diese sind aber vornehmlich reaktiv und hinken dementsprechend massiv hinterher. Abstrakte Wissensanhäufung ist nicht zeitgemäß. Wissen muss sinnzusammenhängend sein und in Handlung sowie Haltung münden. Dementsprechend gibt es bereits eine Vielzahl an Transformationen im Bildungswesen, die durch die enorme Vielfalt aber nicht monokausal beantwortet werden können. Das eine „Super-Konzept“ für Bildungseinrichtungen gibt es dabei nicht, da schon die Voraussetzungen zu divergent sind. Schulen, Behörden und Kommunen müssen dabei jeweils die eigenen Bedingungen im Blick halten, können dabei aber gleichzeitig nicht auf eine Vernetzung verzichten. Der Lösungsansatz muss daher möglichst individuell gestaltet sein, unter der Beibehaltung gewisser Standards sowie Abläufe. Dabei sind Lern-Management-Systeme (LMS) nicht ausgenommen. Der aktuelle Stand zeigt jedoch, dass diese für die breite Masse der Schulen konzipiert sind. Dementsprechend ergeben sich aber durch die hohe Individualität der Schulen und deren Lösungsansätze Probleme und beschränken jene in der Ausführung. LMS müssten daher wie eine Art Baukasten sein, mit dem sich jede Schule ganz gezielt ihr LMS konzipiert. Gleichermaßen müssen sie kompatibel sein und sich untereinander vernetzen.

  3. Wer ist von dieser Problemstellung betroffen? Wie oben bereits beschrieben, gehört die Problemstellung für uns zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem, welches langfristig und großflächig zu bearbeiten ist. Die Veränderung des klassischen Unterrichts, mit stark gesteuerter mit Wissensvermittlung hin zu Projektorientierten Lernen ist für uns ein erster Schritt um diesem Problem in unserer Schule entgegenzutreten. Die im Folgenden beschriebenen Lösungsansätze sind für unsere Schule gedacht und gemeinsam mit dem Kollegium, den Schüler*innen und auch den Eltern entwickelt.

Lösungsbeschreibung

  1. Was ist unser Lösungsansatz? Unser Lösungsansatz für „Fächerübergreifende Projektideen für die hybride Schule“ ist Teil eines pädagogischen Konzepts. Wir wollen Unterricht neu denken, weg von den klassischen Fächern, hin zu Themenorientierten Unterricht (THEO). Der THEO bildet einen Kern des Konzepts. Der gesamte Unterricht wird auf einem Kernthema mit klar definierter Kernaufgabe aufgebaut. Die einzelnen Fächer ordnen sich dem jeweiligen Kernthema unter und bieten das Material (größtenteils auf einer digitalen Lernplattform) in verschiedenen Schwierigkeitsstufen an. Die Schüler*innen erfüllen Pflicht- und Wahlaufgaben und haben am Ende ein konkretes Ergebnis in der Hand.

Unseren Lösungsansatz nennen wir „THEO“ eine Abkürzung für Themenorientierten Unterricht. THEO ist anders als der herkömmliche Fachunterricht durchgängig als Projektunterricht und im weitesten Sinne auch problemlöseorientierten Projektunterricht zu verstehen. Unterrichtet wird in Doppeljahrgängen (5/6 und 7/8). Das Schuljahr unterteilt sich in vier Perspektiven (siehe Anhang 2): (1) Mensch und Gesellschaft (2) Zeit und Geschichte (3) Technik und Zukunft (4) Natur und Raum Jeder Perspektive werden jeweils zwei Themenfelder zugeordnet. Diese Perspektiven werden als rotierendes System durchlaufen. So dass pro Schuljahr ein Themenfeld pro Perspektive gemacht wird und im darauffolgenden Schuljahr dann das andere Themenfeld in der jeweiligen Perspektive bearbeitet wird. Für jedes Themenfeld wird eine konkrete Kernaufgabe formuliert (Bsp.: Plane einen Ausflug in den Wald.), welcher sich die einzelnen Fächer zuordnen (Bsp.: Deutsch/Erdkunde-Wegbeschreibung, Biologie-Wald, Werken-Holzbearbeitung, Englisch-wild animals) (Übersicht, siehe Anhang 3). Am Ende des Bearbeitungszeitraums haben die Schüler*innen ein konkretes Ergebnis. Die Themenbereiche wurden so gewählt, dass die geforderten basalen Kompetenzen des Kerncurriculums für Niedersachsen erfüllt werden können. Während des gesamten Lernprozesses werden die Schüler*innen bedarfsgerecht von den für sie zuständigen Lehrer*innen betreut. Um die höchstmögliche Individualisierung zu erreichen, werden alle Aufgaben von den jeweiligen Fächer über digitale Lernplattformen abgebildet. Über diese Plattformen (Iserv und Padlet (Schullizenz)) können die Schüler*innen ihre Aufgaben bearbeiten. Die Bearbeitung soll weitestgehend selbstständig erfolgen. Weiterhin wird es natürlich auch Input von Lehrer*innen geben, dieser findet aber nicht mehr in klassischen Unterrichtsstunden statt, sondern in Form von Barcamps, zu denen sich die Schüler*innen dann anmelden können. Diese Barcamps sollen aber nicht nur von Lehrer*innen angeboten werden, sondern bieten durch die zeitliche Flexibilität auch die Möglichkeit, dass Expert*innen von außen oder auch Schüler*innen diese anbieten, so dass alle voneinander lernen können und man in den Austausch geht. So wollen wir Schule öffnen. All dies erfordert natürlich auch eine weitere Öffnung von Schule im herkömmlichen Sinne. Wir wollen die klassische Stundentafel aufgeben und ebenso den klassischen Stundenplan. Die Schüler*innen werden keine Unterrichtsfächer auf ihren Plänen sehen, sondern Zeiträume, in denen sie an ihren Aufgaben arbeiten können, Zeiträume, in denen sie ihren Lernentwicklungs-Austausch haben, Zeiträume für Barcamps und natürlich Pausenzeiten.

  1. Von welchen Annahmen gehen wir aus? Die Gesellschaft ist einen stetigen Wandel unterworfen, Schule nicht. Schule heute ähnelt weiterhin sehr stark der Schule vor 50 Jahren. Wir möchten mit unserem pädagogischen Konzept die Schüler*innen auf ihrem Weg begleiten und sie mit einem Bildungsangebot motivieren, welches ihnen Raum zur Selbstgestaltung ihres Lernwegs gibt. Dieses Ziel können wir nicht allein durch eine Umstellung des Unterrichts erreichen. Wir glauben, dass Schule sich grundlegend verändern sollte, sich den Bedürfnissen ihres Klientel anpassen muss und nicht erwarten darf, dass sich die Kinder und Jugendlichen sich in ein altes starres Korsett pressen lassen. Bei all diesen Annahmen sollten vor allem die Menschen im Vordergrund stehen, die Schüler*innen, die Lehrerinnen, die Eltern und Erziehungsberechtigten und alle weiteren pädagogischen und nichtpädagogischen Mitarbeiter*innen. Schule soll zu einem Ort werden, an dem gelebt wird, ein Raum des miteinander Lebens und miteinander Lernens. Für uns ist wichtig Unterricht nicht isoliert zu betrachten, sondern als ein Teilaspekt im großen Mikrokosmos Schule. Hier findet sich das Pädagogische Konzept der Oberschule Berenbostel (Überblick siehe Anhang) wieder. Wichtig ist für uns, dass wir den THEO nicht isoliert planen möchten. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist für uns der Lern-Entwicklungs-Austausch (LEA). Die Schüler*innen führen regelmäßig Lern-Entwicklungsgespräche mit Lehrer*innen, die in einem analogen Logbuch protokolliert werden und die sicherstellen, dass ein regelmäßiger Rückbezug zum Lernen auf einer Meta-Ebene stattfindet.

THEO bildet hier gemeinsam mit den LEAs (Lern-Entwicklungs-Austausch) und dem FreiDay den Kern. Von hier aus gibt es einen ständigen Rückbezug zu zum Kerncurriculum. Ein weiterer wichtiger Teil unseres pädagogischen Konzepts ist die Berufsorientierung. Diese beginnt bereits ab Klasse 5 und ist stark mit sozialem Lernen verknüpft. Hier spielen Exkursionen eine große Rolle. Berufsorientierung steht grundsätzlich über allem, da unser vorrangiges Ziel ist, die Schüler*innen zu mündigen Bürger*innen zu machen, die sich in der Gesellschaft behaupten können und so ein selbstbestimmtes Leben führen. Die enge Verzahnung mit der Berufsorientierung verteilt die Verantwortung für dieses Ziel auf viele Schultern.

  1. Wer profitiert von dieser Lösung? Die beschriebenen Strukturen fordern von allen Teilnehmern sehr viel. Die Schüler*innen sind plötzlich angehalten ihr Lernen selbst zu organisieren und auch die Lehrer*innen müssen sich auf eine neue Lehrerrolle einstellen. Die damit einhergehende Wandlung von Schule ist für uns der größte Gewinn, von dem alle profitieren. In erster Linie die Schüler*innen, die so lernen selbst Verantwortung für ihren Lernfortschritt und die Schwerpunktsetzung innerhalb der Themen tragen und somit mehr Möglichkeiten haben ihren eigenen Interessen und Leidenschaften zu folgen (Herausforderung A: Wie können wir die natürliche Neugier und Begeisterung von Kindern beim Lernen bewahren und entfalten). Auch der Wandel der Lehrerrolle hin zum Lernbegleiter ist eine Herausforderung für die Lehrer*innen, sie geben ein Stück ihrer pädagogischen Freiheit auf, da die Umstellung zu einem offenem Themenorientierten Unterricht nur mit einem konsequenten parallelen Arbeiten funktioniert. Die Vorteile überwiegen für uns aber, da durch die Öffnung des Unterrichts auch die kollegiale Zusammenarbeit gefördert wird und jeder sich noch mehr mit seinen Stärken einbringen kann. Der ständige Rückbezug zum Kerncurriculum (siehe Beispiel für Deutsch im Anhang) für die einzelnen Themen im THEO ist aufwändig, gibt dem Kollegium aber die Chance den Wandel selbstbewusst voranzutreiben und dabei den Bildungsauftrag (hier konkret in den jeweiligen Kerncurricula aufgelistet) nicht aus den Augen zu verlieren (Herausforderung C: Wie können wir ganzheitliche Lernfelder im Lehrplan verankern?) Die Öffnung des Unterrichts erlaubt uns eine bessere Verzahnung mit externen Experten. Die Jahresplanung wird sehr transparent für jeden zugänglich sein, so dass Eltern sich jederzeit einbringen können, indem sie beispielsweise ein Barcamp anbieten (Herausforderung D: Wie können Eltern mit ihren Fähigkeiten und ihrem Fachwissen aktiv in die Schule eingebunden werden?) Durch die Entzerrung des Schuleigenen Lehrplans mit dem Projektunterricht wird es möglich sein mehr Exkursionen zu machen. Hier ist eine enge Verknüpfung mit der Berufsorientierung der Schule geplant. Die Exkursionen können über die Kartenfunktion von Padlet von den Schüler*innen hochgeladen werden, so dass im Laufe der Zeit eine große digitale Landkarte mit Beschreibungen, Bewertungen und Erfahrungen entsteht, auf die alle Mitglieder der Schulgemeinschaft zugreifen können (Herausforderung B: Wie können wir Exkursionen digital abbilden?).

  2. Welchen Einfluss hat eure Lösung auf die aktuelle Situation? Der vorgestellte Lösungsansatz ist konkret auf die Oberschule Berenbostel und das dazugehörige Personal und natürlich die Schüler*innen zugeschnitten. Wir gehen davon aus, dass mit der Umstellung ein Wandel stattfindet (Schule im Wandel). Der Unterricht wandelt sich mit der Themenorientierung und dem Projektlernen. Es soll mehr Individualisierung stattfinden und mit der weiteren Implementierung des FreiDays auch in den „Regel“-Unterricht soll das vernetzte Lernen weiter gefördert werden. Neben dem Unterricht wird sich auch die Lehrer*innenrolle verändern: Die Lehrer*innen agieren als Lernbegleiter, geben Feedback und arbeiten mit den Schüler*innen in Teams. Des Weiteren erhoffen wir uns eine breite Vernetzung mit anderen Schulen, um gemeinsam daran zu arbeiten, Schule mehr in der aktuellen Lebenswirklichkeit zu implementieren.

  3. Was ist der langfristige Wert unserer Lösung? Der langfristige Wert ergibt sich durch die bereits beschriebenen Transformationsprozesse. Die Entwicklung der klassischen Lehrerolle, hin zur Lernbegleitung, Arbeit in multiprofessionellen Teams und die Veränderung des Fokus, weg von der täglichen Unterrichtsplanung und hin zu einzelnen Schüler*innen, wird für ein entspannteres Miteinander sorgen, welches das Lernen begünstigt. Schule wird Lebensraum. Der Vorteil unserer THEOs ergibt sich aus der Vernetzung mit anderen Schulen. Die oben beschrieben Haltungsfrage und die Schülerklientel machen diese Lösung perfekt für die Oberschule Berenbostel. Nichtsdestotrotz gibt es Aspekte, die für andere Schulen auch funktionieren und genauso ist unser Konzept nicht abgeschlossen sondern muss stetig weiterentwickelt werden

  4. Umsetzbarkeit/Skalierbarkeit Die Einführung des oben beschriebenen Konzepts für das Schuljahr 2020/2021 angedacht. Ein Knackpunkt wird die Einführung der digitalen Lernplattform und des individuellen Lernens sein. Hier muss die Verzahnung mit den LEAs (Lern-EntwicklungsAustausch) und die Begleitung durch die Lehrer*innen eng laufen. Die Zusammenarbeit des gesamten Kollegiums bei der Materialerstellung ist ebenso wichtig, wie auch die Anpassung des Materials an die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Schüler*innen (Regel-, Förderschüler*innen). Wenn all diese Punkte berücksichtigt werden, steht einer Umsetzung nichts im Wege. Wichtig ist aber diese immer als Prozess zu verstehen und dabei immer wieder die Bedürfnisse der Lernenden in den Vordergrund zu stellen.

Vorgehen/Fortschritt

  1. Wie ist der Lösungsansatz entstanden? Wie in der Problembeschreibung bereits dargestellt, ist der Lösungsansatz zum THEmenOrientierten Unterricht schrittweise und kontinuierlich in einen fortschreitenden Prozess entstanden. Schule in Fächern zu denken widerspricht allen kognitiven, emotionalen und lernpsychologischen aber vor allem lebenspraktischen Aspekten - einfach gesagt: es widerspricht dem MenschSein. So wenig, wie der Mensch eine Insel ist (und das merken wir gerade jetzt in der Coronazeit), so wenig sollte Lernen in Schubladen (genannt: Fächer) stattfinden. Nur deshalb ist Schule zu einer Welt in der Welt degeneriert. Um Schule wieder in die real existierende Welt zurückzuholen (oder erstmals hineinzuholen) bedarf es des oben genannten Transformationsprozesses. Nur dann wird ein problemorientiertes, individuelles, kooperatives und authentisches Lernen in selbstgesteuerten Settings möglich. Mit kleinen Schritten, manchmal zu schnell, mit Umwegen und natürlich auch Sackgassen hat sich die Oberschule Berenbostel auf den Weg gemacht. Transformationen, besonders von stark tradierten Systemen wie dem der Schule, können nicht über Nacht und auch nicht als fertiges Paket entstehen und ausgeliefert werden. Es bedarf vor allem einer grundlegenden Haltungsänderung bei allen am System Schule Beteiligten.

  2. Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackerthonwoche? Vor dem Hackathon „wirfürschule“ ist (vor allem in der Coronazeit) das Kernstück des Transformationsprozesses entstanden: der THEO (THEMenOrientierter Unterricht) mit den implementierten LEAs (LernEntwicklungsAustausch). An diese angedockt sind verschiedene interne, aber auch externe, in die Schule hineinreichende Elemente (s. Schaubild). Einzelne dieser Elemente wurden während der Hackathonwoche weiterentwickelt bzw. konkretisiert: z.B. der Wunsch und die erste Planung eines BerufsOrientierungstrakts - „Go to BO!“ oder Exkursionen auf einer interaktiven Landkarte durch hinterlegte Texte und/oder Podcasts für alle sichtbar und somit nutzbar zu machen. Für all die Elemente einer „Schule im Aufbruch“ bedarf es einer geeigneten Lernplattform (wie bspw. die peerleader.org), die alle Elemente übersichtlich, interaktiv, miteinander vernetzt und dennoch verständlich darstellen kann. Im nächsten Schuljahr entsteht diese Lernplattform zunächst mit IServ und padlet. Mit der Zeit wird im THEO und allen angedockten Elementen deutlich werden, welche Lernplattform für die Oberschule Berenbostel geeignet ist, um ein selbstbestimmtes, individuelles, kooperatives und problemlösendes Lernen zu ermöglichen. Um eine solche Lernplattform dann immer schneller und möglichst individuell an die systemische Struktur und die örtlichen Gegebenheiten anpassen zu können, haben wir während des Hackathons die Idee einer Lernplattform als „Baukastensystem“ entwickelt. Hierzu gab es während dieser Woche einen konstruktiven Austausch mit Expert*Innen des Hackathons, sodass zugleich neue Netzwerke entstanden sind. Die angedachte Lernplattform soll ermöglichen, dass sowohl die eigene Schule die eigenen Bedarfe schnell anpassen kann, aber auch, im Sinne einer weltweiten Vernetzung, dass andere Schulen auf diese Baukastenlernplattform (learnconstructionkit) zurückzugreifen und an eigene Strukturen anpassen können.

Nächste Schritte

  1. Wie testen wir unsere Annahmen? Im nächsten Schuljahr starten für die Jahrgänge 5-8 die THEOs mit den LEAs und allen anderen verknüpften Bereichen und wir bereiten zeitgleich neue THEOs vor, sodass eine erste, zunächst nicht wissenschaftlich begleitete, Evaluation auf der Basis von „funktioniert gut/funktioniert (noch) nicht“ während der Startphase stattfinden wird. Da mit dem Start der THEOs ein gesamter Strukturwandel einhergeht, wird es auch hier, wie schon im Entstehungsprozess Umwege und Sackgassen geben.

  2. Was ist aus eurer Sicht der nächste Schritt (Ressourchen, Know-How, Budget) Die Annahme aller, die am Transformationsprozess der Oberschule Berenbostel beteiligt sind, dass ein Strukturwandel und Aufbruch der Schulen notwendig ist, damit die Schüler*Innen sich zu (selbst-)reflektierenden, und -organisierten, mündigen, hinterfragenden und sozial denkenden und fühlenden Menschen entwickeln können, benötigt vielfältige unterstützende Konzepte und Expert*innen an der OBS Berenbostel.

  3. Was benötigt ihr für den nächsten Schritt in Richtung Umsetzung? Das „Herzstück“ der Oberschule Berenbostel, die THEOs mit den LEAs, sind auf einer Lernplattform und in einem analogen Logbuch implementiert. Für die Bearbeitung der THEOs durch die Schüler*Innen wird zunächst einmal mit IServ und padlet gearbeitet. Langfristig soll eine eigene Lernplattform der Oberschule Berenbostel im Baukastenformat (learnconstructionkit) entstehen. Hierzu benötigen wir die Expertise von Fachleuten, aber auch zeitliche Ressourcen, sowie die finanziellen Mittel. Dies ist für uns der nächste Schritt, der nach dem Start der THEOs gegangen werden sollte: Die Entwicklung sowie ständige Weiterentwicklung der schuleigenen Lernplattform als Baukastensystem. Dies ermöglicht aber nicht nur unserer Schule schnelle Anpassungen der Lernplattform an individuelle Strukturen im System, sondern kann/darf/soll auch von anderen Schulen an eigene strukturelle Bedarfe angepasst werden können. Keine von uns recherchierte Lernplattform könnte den von der Oberschule Berenbostel geplanten Transformationsprozess so angepasst begleiten, wie ein „learningconstructionkit“ und gleichzeitig einen Beitrag zu einem internationalen Netzwerk beitragen, indem sich andere Schulen die skills aus dem Baukasten entnehmen, die für ihre Schule geeignet erscheinen.

Abschließend lässt sich sagen, dass wir die vorläufig gewählten Lernplattformen Iserv und Padlet (Schullizenz) für die ersten Erprobungsversuche sowohl finanziell als auch vom Aufwand (Schulung der Kolleg*innen, Umgang/Gewöhnung der Schüler*innen mit dem Medium) für sehr geeignet halten, gerade auch im Hinblick auf den nächsten Schritt, der Entwicklung der Lernplattform, der in unserer Planung immer weiter mitläuft. Nichtsdestotrotz liegt unser Fokus zum jetzigen Zeitpunkt auf der Implementierung der THEOs und des Lern-Entwicklungsaustausches. Die praktische Umsetzung dieser Punkte wird uns deutlich machen, welche konkreten Ansprüche wir hier haben. Als langfristiges Ziel möchten wir diese aber nicht aus den Augen verlieren. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir noch keine weiteren genauen Angaben machen, da unser Fokus auf den Schüler*innen liegt und wir zunächst gucken müssen, was wir benötigen. Aber wir verstehen das Konzept als Prozess und freuen uns auf die Umsetzung und Weiterentwicklung.

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