Problembeschreibung:

Warum habt Ihr Euch für diese Herausforderung entschieden?

Um die großen Themen des 21. Jahrhunderts angehen zu können, müssen die Beteiligten sich derer bewusst sein, sich damit auseinandersetzen und aktiv werden. Die Beteiligten sind aufgrund der Natur der Themen sämtliche Menschen, die im 21. Jahrhundert leben, doch die jungen Menschen werden weit mehr davon betroffen sein, und sollten daher ganz besonders in die aktive Gestaltung der Welt eingebunden werden.

Was ist aus Eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Eine gute Debattenkultur baut nicht nur auf Meinungen, sondern auf gut gestützten und belegten Argumenten auf. Die großen Themen des 21. Jahrhunderts sind jedoch naturgemäß komplex und erfordern die fortlaufende Verarbeitung einer gewaltigen Informationsflut. Das größte Problem ist somit nicht mehr, einen Mangel an Information zu beseitigen, sondern die wachsende Flut an Informationen zielführend zu bändigen. Eine wichtige Zukunftskompetenz wird somit nicht mehr das Erlernen und die möglichst fehlerfreie Wiedergabe von Faktenwissen sein, sondern die Kompetenz, relevante Informationen zu finden, unter Bedingungen der Unsicherheit kritisch zu hinterfragen und zu bewerten und in einen größeren Kontext einordnen zu können. Dabei spielt auch die Fähigkeit, sich in andere Standpunkte hineinversetzen zu können eine große Rolle - ohne dabei in lähmenden Relativismus oder Nihilismus zu verfallen.

Wer ist von dieser Problemstellung betroffen?

Da die großen Themen des 21. Jahrhunderts alle Menschen, die in diesem Jahrhundert leben betreffen, betrifft diese Problemstellung im Prinzip jeden - allerdings die jungen Menschen besonders, da sie am meisten davon betroffen sind, aber gleichzeitig noch gezielt entsprechende Kompetenzen aufbauen können.

Lösungsbeschreibung:

Was ist Euer Lösungsansatz?

Schüler*Innen sollen üben, ein Problem von mehreren Seiten zu betrachten, darüber zu debattieren, eigene Argumente mithilfe von Quellen zu belegen und Informationen kritisch betrachten zu können. Das soll in einem virtuellen Debattierklub geschehen. Die Debatte wird vom Lehrenden moderiert, jedoch von den Schüler*Innen selbst geführt, und bewertet, indem sie für Argumente anderer Schüler*Innen abstimmen können. Argumente können nur mit Quellen eingereicht werden, und auch die Quellen können von den Schüler*Innen als fragwürdig markiert werden, woraufhin der Lehrer die Quelle prüft.

Eine gesunde Debattierkultur soll dadurch entstehen, dass nur “Upvotes”, keine “Downvotes” möglich sind, und dass Schüler*Innen dazu angehalten werden, Argumente für beide Positionen der Debatte finden zu können. Das geschieht, indem die Schüler*Innen vor Debattenbeginn nur das Thema kennen, aber nicht die Position, die sie vertreten sollen. Bei Debattenbeginn bekommen sie eine Position zufällig zugeteilt. Sobald sie ihr Argument eingereicht haben, können sie zu weiteren Argumenten für eine wiederum zufällig bestimmte Position aufgerufen werden. Die Debattenkultur soll auch dadurch verbessert werden, dass bei Debattenende keine einzelnen Schüler*Innen und kein Team als Gewinner deklariert wird, sondern nur die Gesamtstimmen der beiden Positionen verglichen werden.

Von welchen Annahmen geht Ihr bei Eurem Lösungsansatz aus?

Schüler*Innen und Lehrer*Innen benötigen Geräte mit Internetzugang um an der Plattform teilnehmen zu können. Während die Plattform auch außerhalb einer Distanzlernsituation einsetzbar ist, ist sie vor diesem Hintergrund konzipiert worden. Die Schüler*Innen sollten mindestens die 5. Klasse besuchen.

Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?

Die direkten Nutzer der Plattform sind in unserem Konzept Lehrer*Innen und Schüler*Innen. Von jungen Menschen, die aktiv an den Debatten des 21. Jahrhunderts teilnehmen können, profitieren alle.

Welchen Einfluss hat Eure Lösung auf die aktuelle Situation?

Besonders in der aktuellen Situation, in der es von Fehlinformationen, Halbwahrheiten und Gerüchten nur so wimmelt, müssen Schüler*Innen dafür sensibilisiert werden, dass Informationen nicht fraglos aufgenommen werden sollten, aber auch ermutigt werden, an aktuellen Debatten teilzunehmen. Wir wollten eine Lösung schaffen, die den Schüler*Innen auch in einer Distanzlernsituation die Teilname an Debatten ermöglicht.

Was ist der langfristige Wert Eurer Lösung?

Die heutigen jungen Menschen werden in Zukunft die Gesellschaft entscheidend mitprägen. Wenn die junge Generation früh eine gesunde Debattenkultur lernt, werden zukünftig qualitativere Diskurse in der Gesellschaft möglich sein.

Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit Eurer Lösung?

Unsere Lösung ist leicht umsetzbar. Das technische Konzept ist nicht komplex, und die Plattform ist von der ersten Debatte an voll nutzbar. Auch Skalierbarkeit ist gegeben. Auf der technischen Ebene ist eine solche Plattform mit heutigen Mitteln (Cloud-Anbieter beispielsweise) einfach zu skalieren. Auf der inhaltlichen Ebene wäre denkbar, die Plattform aus dem Lehrkontext herauszuziehen und für alle zu öffnen. In dem Fall bliebe zu klären, wer die Moderatorenrolle übernähme. Freiwillige Moderator*Innen wären eine Option.

Vorgehen und Fortschritt:

Wie ist der Lösungsansatz entstanden?

Wir haben die Lösung mithilfe des Konzepts des Design Sprints entwickelt (https://youtu.be/Uu8jmVhwj_o). Dafür werden einige Übungen gemacht, um die Herausforderung zu definieren. In einigen Iterationsrunden wurden „How might we“s gesammelt, also konkretere Fragestellungen im Rahmen der Hauptherausforderung (beispielsweise „Wie können wir das Engagement der Kinder erhalten, während sie alleine arbeiten?“). Nachdem wir einen Lehrer und zwei Schülerinnen im Kontext des Zwischenstandes unserer Fragestellung („Wie können wir Kinder ab der 5. Klasse aufwärts dazu befähigen, vertrauenswürdige Informationen zu erkennen, um eine gesunde Debattenkultur zu erschaffen?“) befragt haben, und Bestätigungen für unsere Annahmen (Bereitschaft zum Debattieren ist bei den jungen Menschen vorhanden, Lehrende sind zu wenig als Moderatoren ausgebildet) gefunden hatten, haben wir die drei für uns wichtigsten Kernfragen festgehalten:

  • Können wir eine gesunde Debattenkultur erschaffen?
  • Können wir sicherstellen, dass das Onlinetool kein Forum für Hate Speech und „Trolls“ wird?
  • Können wir Schüler*Innen dazu motivieren, Quellen zu hinterfragen?

Daraufhin haben wir verschiedene Lösungskonzepte entwickelt, und diese zu einem Gesamtkonzept kombiniert. Für dieses Gesamtkonzept haben wir dann Skizzen erstellt und dann im Tool Framer als Prototyp umgesetzt.

Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackathon Woche?

Die wichtigsten Meilensteine waren die Findung der konkreten Fragestellung, die Festlegung auf das Lösungskonzept und die Umsetzung mit Framer.

Wenn Ihr auf einer bestehenden Lösung aufgebaut habt: bitte beschreibt den Status am Anfang des Hackathons, so dass wir den Fortschritt während der Woche angemessen beurteilen können.

Wir haben auf keiner bestehenden Lösung aufgebaut.

Prototyp:

Wenn vorhanden: Wo finden wir Euren ersten Prototypen (Link)?

Wenn vorhanden: Wo finden wir den Code zu Eurer ersten Lösung (Link)?

Alternativ: Wie könnte die kleinste nutzbare Version Eurer Lösung aussehen?

Nächste Schritte:

Wie testet ihr Eure Annahmen?

Der Prototype könnte verwendet werden um Usertesting durchzuführen.

Was ist aus Eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?

Usertesting mithilfe des Prototypen.

Was benötigt Ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-How, Budget)?

Für das Usertesting wäre im Wesentlichen nur eine Gruppe von Usern und die Entwicklung eines Fragebogens notwendig.

Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?

Ja, Ansprechpartner: Lukas Lindner Herrero

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