PROBLEMBESCHREIBUNG:

In einer sich rasant verändernden Welt stehen auch die Schulen in Deutschland vor den großen Herausforderungen dieser Zeit, insbesondere in Hinblick auf die Digitalisierung. Mit Ausbruch der Corona-Epidemie treten Schwächen, aber auch Entwicklungspotenziale, wie unter einem Vergrößerungsglas zu Tage. So zeigt sich, dass das Schulsystem in allen Ländern weder technisch noch inhaltlich darauf vorbereitet ist, einen Online‐gestützten Fernunterricht anzubieten.

Es müssen dringend genügend mobile Endgeräte zur Verfügung gestellt werden, um einen neuen pädagogisch wertvollen digitalen Unterricht an den Schulen Deutschlands zu etablieren.

Ein wichtiger Punkt ist dabei die soziale Gerechtigkeit. Um soziale Benachteiligung zu verhindern fordern wir das Recht auf ein mobiles Endgerät für alle Schüler*innen in Deutschland.

LÖSUNGSBESCHREIBUNG:

Wir wollen allen Schüler*innen ermöglichen mithilfe eines mobilen Endgerätes am Online-Unterricht teilzuhaben. Dafür haben wir ein Modell zur Finanzierung eines IPads erstellt.

Ein System zur Bereitstellung von digitalen Endgeräten sollte vor allem

• nachhaltig sein. Es macht keinen Sinn einmalig Geld in die Hand zu nehmen, mit viel Mühe Konzepte zu entwickeln und zu etablieren und am Ende wieder ohne Finanzmittel zur Fortführung dazustehen.

• geringe Kosten verursachen. Dabei ist sicher nicht immer das Billigste das Beste. Dieser Grundsatz gilt für Geräte, Wartungs- und Managementsysteme oder Versicherungen.

• handelbar sein. Schule ist mit vielen anderen Herausforderungen konfrontiert. Die Abwicklung oder Überprüfung von Zahlungen, die Verwaltung und das MDM gehört in die Hände von Profis.

• flexibel sein. Die Schule braucht eigenen Spielraum in der Vergabe von Geräten an finanzschwache Familien, beim Austausch defekter Geräte oder bei kurzfristige Bestellungen wenn innerhalb des Schuljahres neue Schüler*innen aufgenommen werden.

Profitieren werden dabei alle Schüler*innen, da sie nun die gleichen Voraussetzungen haben. Auch die Lehrer*innen haben nun die Möglichkeit mit diesen Voraussetzungen einen pädagogischen-digitalen Unterricht umzusetzen.

VORGEHEN UND FORTSCHRITT:

Ausgehend von der derzeitigen Situation in Deutschland waren wir uns schnell darüber einig, dass wir einen anderen Ansatz für die Bereitstellung von mobilen Endgeräten entwickeln möchten. Aus eigenen Erfahrungen heraus stand insbesondere die soziale Teilhabe im Mittelpunkt unserer Überlegungen.

Zugrunde lag uns das Projekt der Friedrich-Boysen-Realschule Altenstieg1 welches uns Klaus Ramsaier vorgestellt hatte. Hier gab es einen großen Sponsor, der geholfen hat Ipad Klassen umzusetzen. Uns fiel auf, dass wir gerne mehr Unterstützung vom Staat einfordern möchten. Deshalb haben wir eine Forderung für die KMK entwickelt, die mit unseren Umsetzungsideen verknüpft wurde.

PROTOTYP:

Die Möglichkeiten zum Zugang von mobilen Endgeräten:

• die Familien können zwischen einem Mietkauf oder der kostenfreien Leihe entscheiden. Anzustreben wäre z.B. ein Grundstock von ca 2/3 Mietkaufentscheidungen. Niemand aber muss aus finanziellen Gründen zurückstehen. Das Angebot sollte deshalb so attraktiv sein, dass sich die Familien gerne dafür entscheiden.

• der Mietkauf ist komplett zinsfrei. Er schließt das Tablet, die digitalen Schulbücher, eine Cloud, die nötigen Apps und das MDM mit ein.

• beim Mietkauf geht das Gerät nach x Schuljahren (in der Regel am Schulende) in den Besitz der Familie über. Alle Beschränkungen werden entfernt. Die Leihgeräte gehen zurück an die Schule.

Weitere Umsetzungsideen, die aufgrund des Test-Projektes entstanden sind:

Der Schulträger kauft die Geräte einmal im Jahr zentral ein. Die Leistung umfasst die Geräte selbst und die Aufnahme in ein MDM-System. Die Geräte werden dabei direkt den teilnehmenden Schüler*Innen und Klassen zugeordnet, Apps aufgespielt, Profile und Beschränkungen installiert. Der Schulträger wickelt die Käufe über eine eigene Kostenstelle ab. Über diese Kostenstelle laufen auch alle andere Ausgaben des Projekts. Der Träger nutzt diese Kostenstelle auch, um die Gebühren des Mietkaufs einzuziehen. Er geht dabei wie bei den Gebühren für eine städtische Musikschule vor und nutzt dabei Einzugsermächtigungen der Familien. Auch ein eventueller Anteil der Schule fließt einmal jährlich in diesen „Topf“ ein, ebenso Preisgelder und Sonderspenden.

Die Geräte sind alle versichert. Nach Auskunft der Württembergischen Gemeinde Versicherung, haben alle Städte und Gemeinden eine so genannte Elektrogeräteversicherung. Der Beitrag ist sehr gering. Er beträgt derzeit ca 1,30€ im Jahr pro Gerät.

Es profitieren letztendlich alle Akteure und wir können unser Bildungslandschaft nachhaltig verbessern. So bereiten wir alle Schüler*innen auf eine Zukunft der Digitalisierung vor.

NÄCHSTE SCHRITTE:

Wir stellen uns eine direkte Kommunikation und Zusammenarbeit mit der KMK vor. Ziel soll ein gemeinsamer Beschluss für alle Bundesländer sein, der das Recht auf ein mobiles Endgerät für Schüler*innen umfasst und ein Finanzierungsmodell vorstellt. Denn bevor jede Schule nun eigene Ideen zur Finanzierung entwickeln muss, sollte sie die Möglichkeit haben auf ein bestehendes und schon entwickeltes Modell zur Finanzierung von mobilen Endgeräten zurückzugreifen. Bei der Erstellung dieses Bundesmodells würden wir alle gerne mitarbeiten und unsere Erfahrungen und Ideen einbringen.

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