Mütterpositionspapier

Problembeschreibung:

An Schulen wird zu wenig wertschätzendes Feedback gegeben, sowohl für Lehrer als auch für Schüler. Leistungen im Sinne von Noten stehen leider im Vordergrund.

Warum dieses Thema:

Wir Eltern nehmen wahr, dass zu wenig stärkenorientiertes Feedback gegeben wird. Wir brauchen eine positive und gegenseitig wertschätzende Feedbackkultur vom Schüler zum Lehrer und zurück und auch der Eltern an Lehrer und der Lehrer an Eltern, letztlich auch der Eltern an ihre Kinder und der Kinder an ihre Eltern. Die größte Hürde sind die (nicht ganz unberechtigten) Ängste der Lehrer vor Feedback. Eltern und Schülern können sehr verletzend sein.

Kinder lernen durch Lob, verlieren durch reines Notenfeedback die Lust am Lernen. Lehrer benötigen entwicklungs-psychologische Studienveranstaltungen und Fortbildungen.

Betroffen ist die gesamte Konstellation aus Schülern - Lehrern - Eltern, alle Seiten müssen sich weiterentwickeln.

Lösungsansatz

Es müssen standardisierte Feedbackformate geschaffen bzw. genutzt werden, die positives und wertschätzendes Feedback auf Lerninhalte und Metakompetenzen in den Vordergrund stellen. Wir wünschen uns vierteljährliche Feedbackgespräche (Lehrer müssen die Zeit für Vor- und Nachbereitung sowie Durchführung im Stundenkontingent eingeplant bekommen). Diese müssen dokumentiert und über die Jahre in einem “Entwicklungs-Ordner” gesammelt werden.

Zur Vorbereitung sollten Schüler eine Selbsteinschätzung erstellen, welche mit dem Bild des Lehrers abgeglichen wird. Im Anschluss überlegt der Schüler sich Entwicklungsziele und formuliert diese mit Unterstützung des Lehrers.

Es sollen erreichbare Smart-Ziele vereinbart werden, passend zum Entwicklungsstand, zielgenau und überprüfbar sowohl für Lehrer als auch die Kids und Eltern. Sie müssen zugänglich für die Kinder und mindestens in der Grundschule für die Eltern sein. Smart Ziele = S spezifisch M messbar A attraktiv bzw. relevant R realistisch T terminiert

Verpflichtende Fortbildungen für Lehrer (analog zu Ärzten), auch sie kümmern sich um unser wichtigstes Gut: unsere Kinder. Nachdenken sollte man auch darüber, dass Lehrer einmal jährlich ein Feedbackgespräch mit Rektoren oder Konrektoren führen. Lehrern muss die Angst vor Feedback genommen werden, Schulcoaches hospitieren und geben wertschätzendes Feedback (was ist gut, was könnte noch besser sein).

Lehrer sollten zu Schulzeiten für Kinder und Eltern erreichbar sein, generell und verstärkt in besonderen Zeiten. Jeder Lehrer sollte eine dienstliche Mailadresse haben und innerhalb von 48h (Wochentagen) antworten. Lehrer und Schulleitung sollten Sprechstunden mit Voranmeldung anbieten, die von Schülern und / oder Eltern wahrgenommen werden können. Gegebenenfalls können Kollegen, Schulpsychologen oder Sozialarbeiter hinzugebeten werden.

Wer profitiert von der Lösung?

Am meisten unsere Kinder, weil sie in ihrer Entwicklung gefördert werden und durch Selbst- und Fremdwahrnehmung besseren Zugang zu ihren Talenten, Kompetenzen und Fähigkeiten erhalten. Sie werden besser auf ihren weiteren Lebensweg vorbereitet. Aber auch die Lehrer profitieren, weil die Schüler motivierter am Unterricht teilnehmen und den Stoff dadurch in kürzerer Zeit lernen. Lehrer können sich durch das erhaltene wertschätzende Feedback weiterentwickeln und ihre Methoden optimieren. Sie erhalten eine positive Verstärkung ihres Tuns, ihre Arbeit macht mehr Spaß. Alle Beteiligten entwickeln ihre Metakompetenzen weiter.

Einfluss auf aktuelle Situation

In hybriden Unterrichtszeiten ist Feedback noch essentieller als im Normalbetrieb. Kinder brauchen zum Lernen Nähe und Vertrauen. Wie kommen die Arbeitspakete an? Wie halte ich Kinder bei der Stange? Was haben die Kinder gelernt, welche Lücken tun sich auf? Wie kann auf individuelle Lernbedürfnisse eingegangen werden? Welche Kinder benötigen mehr Aufgaben, welche weniger? Wo müssen kreative Lösungen gefunden werden wenn z. B. technische Ausstattung nicht vorhanden ist, Eltern überhaupt nicht unterstützen können. Langfristiger Wert unserer Lösung

Kinder lernen eine Feedbackkultur, die ihnen auch im späteren beruflichen Alltag zu Gute kommen wird. Lehrer entwickeln ihre methodischen, didaktischen Kompetenzen weiter und werden stärker zur Selbstreflexion motiviert. Eltern lernen wertschätzender mit Lehrern umzugehen. Unterricht und Elterngespräche laufen durch wertschätzendes, gegenseitiges, emphatisches Verständnis entspannter ab. Das Team aus Schülern, Lehrern und Eltern gibt unseren Kindern die Möglichkeit ihre Metakompetenzen besser weiterzuentwickeln. Sie lernen besser und mit mehr Lust und werden breiter auf ihren weiteren Lebensweg vorbereitet.

Statt Leistungsbewertungen rücken Metakompetenzen in den Vordergrund.

Wie in der Wirtschaft sollten Hierarchien an Bedeutung verlieren und Schüler, Eltern und Lehrer sich als Partner in der Ausbildung verstehen, sich regelmäßig austauschen um gemeinsam eine positive Lernkultur zu schaffen und Kinder Ihre intrinsische Wissbegier behalten. Auf dem Boden einer solchen Kultur ist Raum für selbstständiges Lernen geschaffen und sie entlastet Lehrer, Eltern und auch die Kinder selbst.

Nächste Schritte:

Ministerien müssen den Wert von Feedback anerkennen, vorhandene Tools evaluieren, ggf. weiterentwickeln lassen und zur Nutzung freigeben. Die Schulen müssen befähigt, ermuntert und unterstützt werden, eine Feedbackkultur einzurichten.

Wir brauchen mehr Miteinander und Vertrauen ineinander!

Autorinnen: Victoria Naumann, Christina Bracht, Sabine Klumpe, Swantje Recktenwald, Marion Schifter

Inspiration: Positive Beispiele hochmotivierter Lehrer, die für ihr Fach brennen und dies an die Kinder weitergeben können. Unsere Kinder, die Neues aufsaugen wie Schwämme.

What it does: Durch stärkenorientiertes Feedback werden unsere Kinder zu starken Persönlichkeiten. Eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Lehrern, Kindern und Eltern.

Challenges: Abbau von Vorurteilen, Lehrer benötigen Zeitkontingent für Feedback, mangelndes Knowhow über gut formuliertes Feedback bei allen Beteiligten

Accomplishments that I'm proud of: Auf unsere großartigen Kinder und dass wir trotz reichlich anderer Projekte uns Zeit nehmen, uns am Hackathon zu beteiligen und auf die in der ersten Welle überstandene Coronazeit.

What I learned: Wir lernen neue digitale Tools kennen und streben in großer Gemeinschaft Verbesserungen an. Wie wichtig Lob und Verstärkung für alle ist!!!

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