Wir wollen das deutsche Drogenberatungsstellenssytem digitalisieren

Die deutschen Drogenberatungsstellen der Zukunft sind zentralisierter, zugänglicher und zielgruppengerechter. Sie ergänzen ihre Kompetenzen untereinander, die Träger sind miteinander vernetzt und verzahnt und bieten neue überregionale Behandlungsangebote deutschlandweit an.

Unsere Herausforderung ist Suchthilfe so zu gestalten, dass sie von einer jungen Zielgruppe auch wahrgenommen und genutzt wird. Videos, Stories, Tipps und Quizzes (statt langen Texten) in der Prävention. Unkomplizierte Chats (statt Telefonate) in den üblichen Messengern (wie WhatsApp oder Telegram) für die Beratung. Moderne Behandlungsansätze - klassisch "vor Ort" aber auch am Smartphone - für eine bessere Wirksamkeit: Selbsthilfe, Communities, Mentoren - denn Therapie ist mehr als ein Gespräch.

Wohnortsunabhängige, niedrigschwellige und zeitgemäße Prävention, Beratung und Behandlung. Integration von Videosprechstunden, Krisenchats und digitalen Behandlungsangeboten. Alles online und mobil für Digital Natives.

Unsere Herausforderung ist die Digitalisierung der kommunalen Drogenberatungsstellen - zusammen mit der Wohlfahrt, der Kinder- und Jugendhilfe, sowie der Notfallhilfe - für eine junge Zielgruppe.

Unsere Zielgruppe definiert sich durch:

  • Alter zwischen Pubertät und ca. 30 Lebensjahren;
  • hohe Medien- und Internetaffinität;
  • interessiert am Drogenkonsum bzw. konsumieren regelmäßig;
  • Suchtmittelkonsum im privaten, sozialen und beruflichen Milieu;
  • haben keine Abhängigkeitsdiagnose (F.10-F.19) ODER erstmalige Diagnose;
  • haben noch keinen ODER erstmaligen Aufenthalt in einer Psychiatrie, Suchtklinik o.ä. stationären Einrichtung;

Unser Ansatz folgt den Empfehlungen der Delphi-Studie Digitale Suchtberatung von Januar 2021. Im Rahmen der 48h-Sprint-Veranstaltung von UpdateDeutschland unterteilen wir uns derzeit in drei Projekte und Lösungen:

1. Die Zentrale-Online-Sucht-Beratung (ZOSB)

Eine zentrale mobile Website als erste Anlaufstelle.

2. Das Pilotprojekt Schwanger trotz Konsum

Ein Forschungsprojekt für niedrigschwellige Interventionsangebote.

3. Die Digitale GesundheitsAnwendung Leaf

Eine App um Cannnabiskonsum zu reduzieren oder aufzugeben.

Projektübersicht

1. Die Zentrale-Online-Sucht-Beratung (ZOSB)

In Deutschland gibt es etwa 1400 ambulante Drogenberatungsstellen und 800 stationäre Behandlungskliniken - sowie unzählige weitere spezialisierte Behandlungseinrichtungen. Wow. Das finden wir super!

Welchen dieser Anbieter nutze ich, wenn ich Infos suche oder einen Termin vereinbaren will?

Warum nicht eine zentrale Anlaufstelle - optimiert fürs Smartphone und für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene?

Kommunale Beratungsstellen, Kliniken und Einrichtungen zentral miteinander vernetzen um Termin- und Sprechstunden-Management gemeinsam zu digitalisieren: In drei Klicks auf der ZOSB zum Online- oder Vor-Ort-Termin; jetzt direkt zu einer Online-Videosprechstunde; oder im Notfall zum 24/7-Krisenchat.

Dazu seriöses Informationen und medizinische Fragebögen zur interaktiven Selbstauswertung.

Zum Aufbau einer Zentralen-Online-Sucht-Beratung führen wir Gespräche mit möglichen kommunalen/regionalen Kooperationspartnern. Dadurch kann die Umsetzung lokal erprobt und bei Erfolg auf überregionale Ebenen sowie die Bundesebene skaliert werden.

So eine ZOSB könnte (z.B. in etwa) so aussehen: Homepage, (1)Content, (2)Fragebögen, (3)Terminsuche, (4)Online-Sprechstunde, (5)Online-Krisendienst, (6)Online-Gruppen, (7)Apps.

Hier kommt demnächst eine aktuelle Demo-Testseite.

Hier ist eine Beispielseite bzw. Beispielapp aus der Delphi-Studie.

Du hast Fragen oder Feedback zur ZOSB? Bitte gerne hier!

2. Das Pilotprojekt Schwanger trotz Konsum

Der Hintergrund: Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung und das Gesundheitsministerium setzen einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Suchterkrankungen innerhalb von Schwangerschaften. Laut aktuellstem Kurzbericht der deutschen Suchthilfestatistik gab es 747 ambulante Behandlungen in diesem Spezialbereich im Datenjahr 2018. Die Dunkelziffer der schwangeren Suchterkrankten liegt wohl signifikant höher. Wie können schwangere Suchterkrankte noch besser erreicht und wie kann Ihnen noch gezielter geholfen werden?

Projekte wie IRIS bieten stigmatisierungsfreie Onlinebehandlungen für schwangere Alkohol- und Tabakkonsumentinnen. Jedoch fehlen bisweilen ähnliche Angebote für andere Suchterkrankungen sowie breitere barrierefreie Interaktionsangebote, beispielsweise im Bereich der Online-Selbsthilfe oder der Online-Gruppentherapie.

Unsere Hypothese lautet, dass Online-First maßgeblich dazu beitragen kann, schwangere Suchterkrankte zu unterstützen.

Wir haben ein Konzept für ein ortsunabhängiges Angebot für Schwangere mit Substanzkonsum erarbeitet. Dazu suchen wir eine Einrichtung, die bei dessen Umsetzung die Führung übernimmt. Dabei stehen wir gerne beratend zur Verfügung.

Schwanger trotz Konsum

Das sind wir: Ein überregionales, integratives, gemeindepsychologisches Angebot, das konsumierenden Frauen um die Schwangerschaft, ihren Angehörigen und Fachkräften einen wertfreien und örtlich unabhängigen Raum zum Erfahrungsaustausch bietet.

Wie können schwangere Konsumierende, ihre Angehörigen und entsprechende Fachkräfte noch besser erreicht werden um sich gegenseitig und überregional zu unterstützen?

Über medizinische Onlineangebote heißt es, sie seien anonym, distanziert und nie so intim wie echte Begegnungen: Dies könnte allerdings helfen, Menschen zu erreichen, die in ländlichen Regionen leben oder sich wegen ihrer Problematik schämen oder schuldig fühlen.

Unsere Lösung: Zu Beginn entwerfen wir eine simple Webseite auf denen wir neben psychoedukativen Materialien zu zwei wöchentlichen Zoom-Call einladen.

Der erste Call ist ein Safe Space, nur für konsumierende Frauen um die Schwangerschaft, die sich untereinander, mit Begleitung eines Experten ehrlich und wertfrei austauschen können und Scham, Schuld und Angst abzubauen.

Der zweite Call ist ein Open Space, für Schwangere, ihre Partner*in, Angehörige und eventuell Fachpersonal (Hebammen, Sozialarbeiter, Therapeuten, etc). Hier geht es um integrativem Austausch von Erfahrungswissen, ohne von oben herab zu schauen.

Hier ist eine erster Entwurf dieses möglichen Pilotprojektes, welches wir in Zukunft, z.B über die (dann fertige) ZOSB anlaufen lassen könnten.

Du hast Fragen oder Feedback zu Schwanger trotz Konsum? Bitte gerne hier!

3. Die Digitale GesundheitsAnwendung Leaf

Reduziere deinen Cannabiskonsum mit Leaf: Eine integrative digitale GesundheitsAnwendung (DiGA) - mit freien Modulen und auf Rezept

Ziel ist die Leaf-App als CE-zertifizierte DiGA für Cannabiskonsumierende mit dem Wunsch den Suchtmittelgebrauch zu reduzieren oder einzustellen.

Geplant sind vier smarte Hauptmodule - als eine Ergänzung zu bestehenden Therapien sowie als eigenständige Suchttherapie:

(1) Interaktive Therapie (mit kognitiver Verhaltenstherapie, Motivationsförderungstherapie und Psychoedukation)

(2) Analytische Metriken (mit Tagebuch und Bildschirm-, Schlaf- und Schrittzählerdaten)

(3) Akute Krisenunterstützung (mit Notfallinterventionen über Chats und Anrufe)

(4) Videositzungen (mit Ihrer:m Therapeut:in und mit anderen User:innen)

LEAF PITCHVIDEO IN ENGLISH

Hier kommt demnächst eine aktuelle Vorschau der App.

Was ist eigentlich eine DiGA? Es gibt Apps auf Rezept seit Oktober 2020: Hier findest Du mehr Infos.

Du hast Fragen oder Feedback zu Leaf? Bitte gerne hier!

Für eine Verwirklichung nah an der Zielgruppe arbeiten wir an einem Prototypen, der begleitend zu einem Suchthilfeprogramm den Nutzer:innen bei der Selbstreflektion hilft. Außerdem testen wir die Rückfallprävention durch automatisierte Programmabläufe wie Chatbots. Zu diesem Projekt suchen wir noch Kooperationspartner:innen aus dem Therapie- und Selbsthilfebereich.

UpdateDeutschland hat uns geholfen

Input, Feedback und Kritik von Expert:innen und Stakeholder:innen bekommen zu haben, hat uns geholfen und motiviert: Vielen Dank dafür!

  1. Wir haben unser Konzept hinterfragt und unseren Ansatz besser geklärt.

  2. Erste Umsetzungspläne mit möglichen Partnern avisiert.

  3. Uns mit Partner:innen vernetzt und zu verzahnt.

Hier ist eine Liste von aktuellen To-Do's.

Hier ist unser Slack-Channel.

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