Motivation
Social Distancing – die Hauptaufgabe eines jeden einzelnen während der Corona-Krise birgt die Gefahr Sozialer Isolation. Gerade Senior:innen als Risikogruppe sind an Haus oder Heim gefesselt. Bereits ohne Corona-Krise ist Alterseinsamkeit ein großes Problem. Als Risikogruppe sollen Senior:innen nun weiter soziale Kontakte einschränken und Seniorenheime werden systematische abgeriegelt. Um der Vereinsamung entgegenzutreten, möchten wir die Technik zum Menschen bringen, damit Menschen mit Menschen zusammen kommen können.
Das Produkt
Wir haben eine WebApp entwickelt, die es den Nutzer:innen auf Basis der jitsi-API (https://meet.jit.si/) auf möglichst einfache und intuitive Art und Weise ermöglicht, mit Gesprächspartnern:innen (z.B. Kinder, Enkel:innen, die besten Freunde:innen) per Video-Telefonie in Kontakt zu treten. Auch regelmäßig stattfindende Gesprächsgruppen (z.B. Häkelkreis in der Kirchengemeinde, der Männerverein) können in Form von Videokonferenzen ermöglicht werden. Natürlich gibt es für entsprechende Funktionen auch bereits andere Programme wie Skype oder FaceTime. Für weniger Technikaffine, sind die bestehenden Angebote jedoch meist recht kompliziert. Dass führt zu Frust und schließlich werden entsprechende Programme nicht verwendet. SilberTablet bietet ein vereinfachtes und intuitives Design, sodass es jeder Seniorin und jedem Senior möglich ist schnell mit den Liebsten in Kontakt zu kommen. Bei SilberTablet muss man sich nicht umständlich ein Konto erstellen und die Anmeldedaten merken, noch muss man irgendeine Software herunterladen. Stattdessen kann man ganz unbeschwert direkt drauf los quatschen.
Damit Senior:innen diese Technik auch nutzen können, möchten wir aktuell ungenutzte Ressourcen aktivieren, denn fast jeder von uns hat schließlich irgendwo Zuhause ein verstaubtes WLAN fähiges Gerät herumliegen. Wir möchten eine Community von Pat:innen aufbauen, welche wir mit Anleitungen und Tipps versorgen, wie sie ihr WLAN fähiges Gerät fit für Senior:innen bekommen. Ziel ist, dass die Geräte am Ende möglichst so konfiguriert sind, dass Handys und Tablets zu Ein-Programm-Geräten werden, bei welchen nach dem einschalten und entsperren direkt die Browserseite von silbertablet.org/app geöffnet wird. So können auch technik unerfahrene Nutzer schnell und einfach auf die Angebote von SilberTablet zugreifen. Wenn das Gerät dann für den Gebrauch von weniger technikaffinen Personen konfiguriert ist, können diese Geräte unter bestmöglicher Einhaltung der Hygieneregeln, die vom Robert-Koch-Institut und der Bundeszentrale für Risikobewertung an die Personen weiter gegegeben werden, die das Gerät letztlich nutzen sollen. Langfristig ist der Plan, dass auch Gerätebesitzer:innen, die keine Pat:innen werden wollen mit motivierten Pat:innen zusammen gebracht werden. Diese können dann vor Ort schnell und unkompliziert in Kontakt treten und handeln. Ziel ist es, mit einer Community aus Patinnen und Paten so vielen Personen wie möglich den Zugang zur einfacher Videotelefonie zu verschaffen und damit aus ihrer sozialen Isolation zu helfen.
Der Entstehungsprozess
Die Projekt-Planung erfolgte über diverse Google-Docs. Projekt-Abstimmungen wurden im Gesamt-Team über die Slack-Funktionalität durchgeführt und in den Einzelteams wurde jitsi intensiver ausprobiert (Hinweis: jitsi verträgt sich sehr gut mit Chrome). Die begleitende Homepage www.silbertablet.org wurde über Wordpress gestaltet. Die Applikation selbst ist als eine Node.js Webapp implementiert und mit HTML5 und CSS designed worden. Um das Design schneller und effektiver umsetzen zu können wurde außerdem das Framework Bootstrap (Twitter) verwendet. Das Prototyping wurde mit Adobe XD durchgeführt, was als Anlehnung für die Umsetzung diente. Auch mögliche Erweiterungen und utopische Weiterentwicklungen wurden gelayoutet. Als Grundlage für die Videokommunikation wurde das Open Source Projekt jitsi-meet herangezogen. Dieses ermöglicht über eine API die Einbettung der Videofunktionalität. Um für unsere App überflüssige Buttons o.ä. auszublenden, wurde jitsi außerdem auf einem Webserver in einem Docker Container gehostet und konnte so von uns angepasst werden. Dies erhöht außerdem den Sicherheitsaspekt, da das Hosting somit komplett auf unserem eigenen Server stattfindet.
Ein kreatives Video zur Entstehung und einen Teaser zum Prototypen kann man außerdem hier sehen:
Herausforderungen, denen wir begegneten
Vermutlich so das typische: Abstürzende Macs. Zickende Internetverbindungen und Überforderungen im Umgang mit devpost. Manchmal war der Kaffee auch leer. :( Ansonsten könnte für das Projekt langfristig auch das recht schlecht ausgebaute Internet in Deutschland ein Problem werden. Könnte schwierig werden, wenn die Nutzer:innen mit ihrem eigentlich WLAN fähigen Gerät dann keine Internetverbindung herstellen können.
Errungenschaften - was wir gelernt und erreicht haben
Nette neue Leute kennen gelernt. Neue Tools und wunderbare Möglichkeiten, vor allem was Open Source Anwendungen angeht.
Was steht noch an für SilberTablet
Mit der WebApp ist das Ziel langfristig Nutzer:innen das individualisierte Einrichten ihres SilberTablets zu ermöglichen. So können Nutzer:innen Kontakte speichern und direkt mit einem Klick auf deren Foto ihre Liebsten erreichen. Deshalb haben wir bereits einige Entwürfe für die Erweiterung der WebApp vorgesehen, mit der man sein eigenes Profil anlegen oder Kontakte speichern kann. Diese sind in den folgenden Videos zu sehen.
Außerdem wäre es sinnvoll in Zukunft eine Help-Funktion einzurichten, damit Nutzer:innen Unterstützung bei der Anwendung bekommen und so schnell und einfach neue Kontakte speichern können. Beispielsweise könnte es einen Service geben, der Kontakte für die Senior:innen anlegt, wenn diese damit Schwierigkeiten haben. Dazu gibt es hier ebenfalls einen Entwurf in Videoform:
Trotz allem darf die WebApp nicht zu kompliziert werden. Durch minimalistische Bedienoberflächen soll weiterhin gewährleistet bleiben, dass die Nutzer:innen nicht unbeabsichtigt in ein Menü gelangen und von dort nicht mehr zurück zur Hauptapplikation gelangen.
Pilotierung: Wir haben Kontakt zu Pflegeeinrichtungen, welche möglicherweise bei dem Aufruf nach Pat:innen unterstützen könnten und ihre BewohnerInnen gerne mit WLAN fähigen Geräten ausstatten würden. Zielgruppe sind aber natürlich nicht nur Heimbewohner, sondern genauso Einzelpersonen. Über Social Media Kanäle und die Presse hoffen wir möglichst viele Individuen zu erreichen und so viele Patinnen und Paten zu mobilisieren.
Eine große Herausforderung, die mit dem Vorhaben verbunden ist, ist natürlich die Verfügbarkeit des Internetzugangs auszubauen. Da gibt es große Unterschiede zwischen Privathaushalten als auch zwischen Seniorenheimen. Möglichkeiten wären z.B. das Freifunk-Netz voranzutreiben, sowie im Sinne von Nachbarschafts-Solidarität, Aufrufe zum Teilen von Internetzugängen zu starten. Auch könnten wir uns vorstellen langfristig mit den großen Telekommunikationsanbietern zusammen zu arbeiten.
Vor allem Seniorenheime bzw. -wohngruppen können von unserem Angebot profitieren. Deshalb wäre es spannend langfristig in Zusammenarbeit mit den Einrichtungen die sonst regelmäßigen angebotenen Veranstaltungen digital zu realisieren.
In Zukunft wäre es denkbar, nicht nur die Spender:innen der Geräte mit den potentiellen Empfängern zu verdrahten (und dies über Webformulare und eine Datenbank zu realisieren), sondern ebenso eine Art Community-Plattform ins Leben zu rufen.










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