Problembeschreibung: Wir (Leonas, 7 und Veronika, 36) haben uns für diese Herausforderung entschieden, weil ich (Leonas) gerne in die Schule gehen würde, es mir dort aber zu langweilig ist. Leonas würde gerne wirklich etwas lernen in der Schule, was ihm dort aber bisher nicht möglich gemacht wird.

Das größte zu Grunde liegende Problem ist aus unserer Sicht, dass viele SchülerInnen von der/den Schule/LehrerInnen nicht ernst genommen werden.

Von dieser Problemstellung sind viele SchülerInnen betroffen.

Lösungsbeschreibung: Die Lösung setzt auf verschiedenen Ebenen an, damit SchülerInnen sich ernst genommen fühlen.

  • Jedes Kind soll Zugang zu Aufgaben bekommen, die zu ihm und seinem jeweiligem Niveau passen (nach dem Lernzonenmodell Aufgaben aus der jeweiligen „Lernzone“, nicht nur aus der „Komfortzone“ und auch nicht aus der „Panikzone“), damit eine Weiterentwicklung möglich ist. „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist“ (Henry Ford).

  • Jedes Kind soll auch eine echte Lernbegleitung haben; d. h. nicht nur passende Aufgaben bekommen, sondern beim Bearbeiten dieser auch die Möglichkeit einer Begleitung bei der Bearbeitung. Als Idealfall würden wir es ansehen, wenn jede/r SchülerIn sich die Lernbegleitung selbst aussuchen dürfte (dauerhaft; also nicht zugewiesen als Klassenleitung wie hier an der Schule).

  • Zusätzlich soll es individuelles Feedback geben (welches auch asynchron digital möglich wäre; wo dies noch nicht über eine digitale Plattform möglich ist, sind dafür auch Mails/Telefonate/Videocalls möglich).

  • Es sollen auch Projekte angeboten werden, die mit anderen Kindern bearbeitet werden können. Hier nicht unbedingt nach Klassen, sondern nach Interesse (so könnten auch Projekte mit Kindern aus unterschiedlichen Klassenstufen entstehen). Diese Projekte könnten auch von Externen wie jeweiligen Experten oder auch Eltern, betreut werden.

  • Das Lernen sollte dabei nicht nur an die Schule gebunden sein, es sollte auch die Möglichkeit geben, von zu Hause oder anderen Lernstätten aus (z. B. bei Projekten bei externen Experten) arbeiten zu dürfen.

Möglich würde das alles eine andere Einstellung der Schule/LehrerInnen den Kindern gegenüber machen sowie die Einführung einer Bildungspflicht statt einer Schulanwesenheitspflicht. Eine Bildungspflicht würde den jeweiligen Status der LehrerInnen und SchülerInnen verändern. Derzeit gründet die Beziehung auf Zwang und es besteht damit ein Machtgefälle (die SchülerInnen müssen in die Schule, egal, ob sie dort ernst genommen werden und auch dann, wenn ihnen dort nicht möglich gemacht wird, wirklich etwas zu lernen). Da es sich dann nicht mehr um ein Verhältnis beruhend auf Zwang handeln würde, könnte die Beziehung zueinander partnerschaftlicher werden. Durch die Bildungspflicht besteht also die Chance, dass sich die SchülerInnen-LehrerInnen-Beziehung auch qualitativ positiv ändert.

Profitieren würden von der Lösung: viele SchülerInnen, aber auch Schulen/LehrerInnen durch einen bessere Beziehung zu ihren SchülerInnen und auch die Gesamtgesellschaft, weil viele Talente so gefördert und nicht begraben würden in der Schule. Die zukünftigen SchulabgängerInnen wären ggf. sowohl psychisch stabiler, selbständiger als auch leistungsfähiger für die Gesellschaft.

Auf die aktuelle Situation hätte das folgenden Einfluss: wenn Kinder, die von zu Hause lernen möchten und können, dies tun, bleiben in den Schulen mehr zeitliche und räumliche Ressourcen, die für diejenigen Kinder genutzt werden können, die mehr Unterstützung von der/den Schule/LehrerInnen benötigen. Somit könnten auch diese adäquater gefördert werden.

Die Umsetzung wäre einerseits recht einfach (gesetzliche Grundlagen für Bildungspflicht schaffen), zum anderen könnte es schwierig sein, dass sich die Einstellung von den Schulen/LehrerInnen ändert.

Vorgehen und Fortschritt: Wir unterhalten uns seit der ersten Klasse und damit seit zwei Jahren über die Situation in der Schule. Durch die Corona-bedingte Schulschließung haben wir erfahren, dass Lernen von zu Hause für Leonas viele Vorteile mit sich bringt. Er kann hier konzentriert an individuellen Projekten und Aufgaben arbeiten und sich so weiterentwickeln. Diese Woche haben wir dazu genutzt, die Ideen, die vor allem Leonas für eine bessere Situation in der Schule hat, zu sammeln und zu konkretisieren. Die Ideen hatte Leonas selbst; er hat sich dann sehr gefreut, zu sehen, dass es mit der Alemannenschule in Wutöschingen eine Schule gibt, in der die meisten Ideen auch schon umgesetzt sind und daher die Hoffnung, dass dies auch an anderen Schulen möglich sein könnte.

Nächste Schritte: Der nächste Schritt wäre eine Gesetzesänderung von der Schulanwesenheitspflicht zu einer Bildungspflicht. Wir haben das rechtliche Know-How dazu leider nicht, würden ein entsprechendes Expertenteam aber ggf. unterstützen (Leonas aus Sicht eines Schülers, Veronika aus Sicher eines Elternteils und mit wissenschaftlichem Background der Soziologie und Psychologie sowie mit Grafikdesign). Auch sind wir interessiert an einer Vernetzung mit anderen, die die gleichen Wünsche haben, so dass unser Anliegen gebündelt werden kann.

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