Unsere Vision ist, Klimabildung in den Schulen zu verankern, da sie die Aufgabe haben, auf die Zukunft vorzubereiten – die Klimakrise betrifft uns alle und gehört daher in jeden Lehrplan!
Um der nächsten Generation eine lebenswerte Zukunft zu bieten, braucht es einen Wandel – und Wandel beginnt mit Bildung! Dazu ist Zusammenarbeit aller an neuen, schul- & fächerübergreifenden Lernmethoden wichtig.
Deshalb vermitteln bringen wir über hybriden Live-Unterricht Expert:innen in den Klasse und vermitteln damit den Schüler:innen interaktiv und auf Augenhöhe qualitativ hochwertiges Wissen über die Klimakrise.
Wie lautet der Name eures Projekts?: Public Climate School - Schulprogramm
Wie heißt euer Team Slack Channel?: #umsetzung_team_schulprogramm
Wie groß ist euer Team (als Zahl)?: 30
Welches Aktionsfeld adressiert ihr?: Alle Aktionsfelder werden von uns angeschnitten. Wir haben uns aber zum Aktionsfeld 5 "Kooperation zwischen Schule und Umfeld" zugeordnet.
Welche Herausforderung adressiert ihr?: Herausforderung 5.3 (Uns beschäftigen aber die Themen Schulentwicklung (schulübergreifendes Lernen), Befähigung (Lehrende an digitale Medien heranführen), Rahmenbedingungen (hybrider Unterricht) und Lernkultur (Klimakrise interdisziplinär lehren))
Was ist das Problem, das ihr mit eurer Lösung für die Schule von Morgen lösen/verbessern wollt?: Die Gespräche über die Klimakrise haben sich in den letzten Jahren wie auch die Bereitschaft zu mehr Klimaschutz maßgeblich durch den Einfluss von Fridays For Future vermehrt. Allerdings sind die Anstrengungen zu gering, um die vereinbarte 1,5 Grad Grenze der Erderwärmung im Pariser Klimaabkommen nicht zu überschreiten. Die daraus resultierenden Folgen werden zu einem großen Problem für die gesamte Menschheit, welches jetzt und in der Schule von Morgen gelöst werden muss. Dafür ist es besonders wichtig, das Bewusstsein für die Klimakrise zu schaffen und Handlungsoptionen zu lehren sowie Lösungen zu erarbeiten. Hierzu ist aber noch zu beachten, dass ein guter und stetiger Wissensaustausch zwischen der Wissenschaft und der Gesellschaft vorliegen muss, um die neuesten Erkenntnisse zu verbreiten und faktenbasierte Diskussionen zu ermöglichen. Und um diesen Wissensaustausch überall möglich zu machen, braucht es vernetzte Bürger:innen. Dieser Lösungsansatz, um den Klimaschutz voranzutreiben, wird nun aber selbst zum Problem. Wir beschränken uns im Folgenden auf die Schulen und können als erstes Problem identifizieren, dass das Thema Klima und die Auswirkungen dessen Veränderung auf unser Leben und das gesellschaftliche Miteinander in der Schule nur wenig bis gar nicht behandelt wird. Es taucht in Lehrplänen auch mit der Förderung von BNE(Bildung für nachhaltige Entwicklung)-Projekten nicht auf. Aus diesem Grund werden auch noch zu wenige Fortbildungen angeboten, welche den Lehrer:innen regelmäßig die neuesten Erkenntnisse der Klimawissenschaftler:innen vorstellen, und auch Schulbücher sind nicht auf dem neuesten Stand. Der Austausch zwischen der Wissenschaft und den Schüler:innen (bzw. den Lehrpersonen) ist somit nur in geringem Umfang vorhanden. Ebenfalls nur geringfügig vorhanden sind auch technische Geräte, Netzanschlüsse oder das Geld dafür in Schulen. Die einfachste Art, an Informationen heranzukommen ist deshalb nicht in allen Schulen nutzbar, wobei gerade dort wichtig ist, das Wissen von heute zu bekommen.
Wer ist von dieser Problematik betroffen, und auf welche Weise? Wieso ist das ein kritisches Problem?: Von den Folgen der Klimakrise wie vermehrte Ungerechtigkeiten (Stichwort: "Most Affected People and Areas" oder einfacher: "Dachgeschosswohnung"), Hitzewellen (wie diese Woche), Artensterben, Meeresspiegelanstieg und vielen mehr, ist die ganze Welt betroffen. Mittlerweile haben wir das sechste große Massensterben erreicht, Korallen sterben, weil sich die Ozeane erwärmen und versauern, der Permafrostboden taut, Lebensräume von Tieren verändern sich dramatisch und nicht einmal die Menschheit kann sich mit den neuesten Technologien schützen. Wir stehen also vor einem gesamtgesellschaftlichen Problem, welches von manchen noch nicht als solches erkannt oder sogar geleugnet wird und vor allem die Strukturen betrifft. Der Wandel wird von der Wirtschaft durch Lobbyismus gebremst, um weiterhin Gewinne mit klimaschädlichen Produkten zu erwirtschaften und für viele Mitglieder der Gesellschaft ist klimaneutral zu leben finanziell nicht machbar, da klimaneutral und umweltfreundlich zu produzieren (zu bauen, sich fortzubewegen, ...) nur geringfügig vorangebracht wird. Vor allem betroffen von der Problematik sind aber die jungen Generationen und damit die Schüler:innen (Kindergarten- und Kleinkinder natürlich auch), denn sie beginnen gerade zu leben und werden Morgen die Probleme der Klimakrise in wesentlich größerem Ausmaß Erleben und Bewältigen müssen, weil Heute zu wenig gehandelt wird. Die Schule von Morgen kann das Thema Klimakrise somit gar nicht umgehen. Die Schule von Heute kann dieses aber noch nicht so gut angehen, weil sie das Problem haben, nicht auf dem neuesten Stand des Wissens und der Technik zu sein. Dies wird im Zusammenspiel mit wenig BNE in den Lehrplänen kritisch, wenn die Schüler:innen später vor Herausforderungen gestellt werden, auf welche sie nicht in der Schule vorbereitet wurden und sich durch zu wenig Faktenwissen oder andersherum vielleicht sogar Klimadepression aufgrund des Wissens um das Problem nicht in der Lage fühlen zu handeln.
Was ist euer Lösungsansatz?: Wie die Klimabewegung hat auch das Team der Public Climate School die Herausforderung, die 1,5 Grad Grenze nicht zu überschreiten angenommen und einen Lösungsansatz entwickelt. Dieser ist einfach, denn er heißt: "Klimabildung für alle". Durch frei zugängliche Veranstaltungen wie Workshops, Podiumsdiskussionen, Nachrichtensendungen, Primetime Events und auch das Schulprogramm (mit enthaltenem Grundschulprogramm) soll die Gesellschaft über die Klimakrise in Zahlen, Daten, Fakten (natürlich anschaulich verpackt) und vor allem Lösungen aufgeklärt werden. Dabei ist aber nicht zu vergessen, dass Klimabildung in den Bildungseinrichtungen vorangebracht und zum Beispiel in den Lehrplänen verankert werden muss und die PCS eine Ergänzung bietet. Die Coronapandemie hat diese neue (Art der) Schule vor weitere Herausforderungen gestellt, weil niemand vor Ort die Klimakrise lehren konnte und so läuft das Programm im YouTube-Livestream und über Zoom. Gerade für das Schulprogramm musste deshalb Schule neu gedacht und ein neues Unterrichtsformat geschaffen werden: Die Unterrichtseinheiten im Livestream werden vom Team "Hybrider Live-Unterricht" genannt und sind ein wesentlicher Bestandteil des Schulprogramms. Zur Erklärung bietet es sich an, den Begriff in seine drei Bestandteile zu zerlegen und von hinten nach vorne vorzugehen. Unterricht: Im Gegensatz zu den Vorträgen im Livestream der Public Climate School sollen Schüler:innen beim Schulprogramm nicht nur passiv zuhören, sondern sich aktiv am Unterricht beteiligen. Um das zu ermöglichen, orientiert sich das Konzept an den Phasen der Unterrichtsgestaltung, sodass die Stunden in Einleitung, Erarbeitung und Raum für Austausch und Ergebnissicherung eingeteilt sind. Hinzu kommt, dass die Themen einen echten Lebensweltbezug für Schüler:innen haben sollten. Anders als in Schulbüchern sind die Expert:innen aus Wissenschaft und Gesellschaft nicht abgedruckt, sondern in der Stunde zu Gast. Die einzelnen Elemente einer Stunde sind nach dem Bausteinprinzip aufgebaut, wodurch auch nur Teile der insgesamt 45-minütigen Unterrichtseinheiten genutzt werden können. Konkrete behandelte Fächer umfassen u.a. Klimakommunikation, Klima und Religion, Klima-Basics, das Pariser Klimaabkommen, Klima und Kunst, sowie 24 weitere aus bisher zwei Schulprogrammen. Beispiele für Referierende, mit welchen eine Zusammenarbeit stattgefunden hat, sind u.a. Prof. Gregor Hagedorn, Dr. Cecilia Scorza-Lesch, Prof. Dr. Felix Ekardt, Klasse Klima, Greenpeace, Dr. Eckart von Hirschhausen, Luisa Neubauer und Sara Schurmann. Live: Im Rahmen des Schulprogramms der Public Climate School werden die Stunden live auf der Videoplattform YouTube gestreamt, damit möglichst viele Schulen gleichzeitig an einer Stunde teilnehmen können. Dadurch werden nicht nur Inhalte in die Breite getragen, sondern es lassen sich auch hochqualifizierte (und teils internationale) Expert:innen, wie Hochschulprofessor:innen und Forscher:innen namhafter Institute gewinnen, die vermutlich nicht die Zeit hätten in einzelne Klassen zu gehen. Durch live-geschaltete Umfrage-Tools können die Schüler:innen sehen, dass sie nicht die einzige Klasse sind, die an dem Programm teilnimmt. Außerdem ist eine Interaktion zwischen den Referierenden und den Schulklassen möglich, indem von beiden Seiten aus Fragen gestellt und direkt beantwortet werden. Dadurch, dass der räumlich gemeinsame face-to-face-Kontakt fehlt, können sie zwar nicht unmittelbar aufeinander reagieren, dennoch zeichnen die Ergebnisse der Umfragen schnell ein Bild der teilnehmenden Schüler:innen ab. Ferner bekommen die Schüler:innen dadurch das Gefühl wahrgenommen zu werden. Trotz dieser Vorzüge ist wichtig anzumerken, dass auf den „Live“-Aspekt am ehesten verzichtet werden kann, was auch beabsichtigt ist. Alle Stunden stehen auch nach ihrer Ausstrahlung im Livestream zur Verfügung, was eine nachträgliche Durchführung der Stunde bis auf wenige Einschränkungen genauso gut möglich macht, wie eine Live-Teilnahme. Hybrid: Hybrid bzw. dual ist das Schulprogramm anhand mehrerer Dimensionen. Eine wesentliche ist das Team, welches die digital zugeschalteten Referierenden mit den vor Ort anwesenden Lehrpersonen bilden. Die Lehrpersonen, die sich im direkten Kontakt mit den Schüler:innen befinden und diese gut kennen, schauen sich mit ihnen den Livestream an, während die Referierenden einen Großteil der eigentlichen Wissensvermittlung übernehmen. Dadurch, dass Unterrichtsverlaufspläne und Arbeitsmaterialien zuvor schon hochgeladen und auch Fragestunden angeboten werden, können sich die Lehrpersonen auf diese besondere Schulstunde vorbereiten, was auch fachfremdes Unterrichten möglich macht. In der tatsächlichen Unterrichtssituation kümmern sich die Lehrpersonen einerseits um die technische Bereitstellung des Livestreams und sie agieren andererseits als die „Hände“ der digital anwesenden Expert:innen, indem sie die Arbeitsblätter austeilen und vereinzelt Hilfestellung leisten. Die Rolle der Lehrperson als Brücke zwischen dem Livestream und dem Klassenzimmer ist für einen gemeinsamen Unterricht unumgänglich. Der duale/hybride Gedanke lässt sich darüber hinaus an einigen weiteren Stellen des Gesamtkonzepts wiederfinden, als nur in Lehrpersonen, die von „digitalen Kolleg:innen/ Expert:innen“ unterstützt werden und mit ihnen gemeinsam unterrichten. Wie bereits erwähnt können dabei ganze Stunden oder nur Bausteine genutzt werden. Das wiederum sowohl im Livestream als auch im Nachhinein on-Demand. Das Angebot kann sowohl in Präsenz als auch im Online-Unterricht jeweils ohne Abstriche durchgeführt werden. Teilnahme ist im Klassenverbund geplant, aber für Schüler:innen genauso gut einzeln möglich. Zusammengefasst ist es dieser hybride Live-Unterricht, der alle der aufgezeigten Probleme angeht. Durch den Inhalt der Unterrichtsstunden wird Klimabildung in die Schulen gebracht und damit über die Klimakrise aufgeklärt, die Zuschauenden zum eigenen Handeln und das Schaffen von Lösungen befähigt. Durch die Vorbereitung der Unterrichtsverlaufspläne und weiteren Materialien nur wenige Wochen vor den Stunden und der Zusammenarbeit mit Expert:innen in den Stunden, kann der neueste Stand des Wissens weitergegeben werden. Und durch das Streamen über die auf allen mobilen Endgeräten nutzbare Plattform YouTube, sowie das Nutzen von frei zugänglicher Umfragesoftware ist es möglich, im Unterricht digital zu arbeiten, da heute viele Handys besitzen und häufig Schüler:innen diese auch in der Schule mit dabei haben. Unser Ziel war es auch, die Lehrpersonen zu erreichen, welche noch nicht so technikaffin oder auch nicht vertraut mit dem Thema Klimakrisesind, dass Sie das Thema auf diese Weise unterrichten würden. Deshalb sind alle Unterrichtsverlaufspläne mit einer Angabe, was im Livestream passiert und was gleichzeitig im Klassenzimmer oder Videokonferenzraum passieren soll, versehen und die Arbeitsmaterialien im Voraus kostenlos downloadbar. So kann dieses inter- und transdisziplinäre Angebot von allen Lehrpersonen in allen Fächern mit den Schüler:innen wahrgenommen werden.
Von welchen Annahmen geht Ihr bei eurem Lösungsansatz aus?: Wir gehen davon aus, dass Bildung der Schlüssel für einen Wandel und mehr Handeln ist. Daraus ergeben sich dann weitere Annahmen, die vor allem die Zeit nach einer Public Climate School-Woche und die Zukunft betreffen: Wir sind zunächst davon überzeugt, dass interaktives, digitales Lernen neue Kompetenzen fördert und die Schüler:innen wie auch die Klimabildung weiterbringt. Wir gehen davon aus, dass interdisziplinäres Lernen zu einem Themengebiet eher zu Spaß am Wissenserwerb beiträgt und, dass das Wissen auch nicht so schnell wieder vergessen wird. Deshalb behandeln wir die Klimakrise auch auf eben diese Art in unserem Hybriden-Live-Unterricht. Nachdem, wie der Unterricht gestaltet wird, hoffen wir, dass unsere Annahme, die Schüler:innen nehmen die Informationen und Kompetenzen, die wir vermitteln wollen, mit und fangen an, selber zu handeln, stimmt. Denn das ist eines unserer Ziele: Klimabildung in den Unterricht bringen und darüber Lehrpersonen, Schüler:innen und durch sie auch die Eltern ins Handeln zu bringen. Vielleicht ist das Schulprogramm ja der Anstoß für Klimaschutzprojekte an der Schule oder eine eigene Projektwoche zur Klimabildung. Beim Thema Bildung nehmen wir an, dass BNE nicht nur politischer Wille bleibt, sondern auch immer mehr konkret umgesetzt wird. Deshalb versuchen wir unsere Zusammenarbeit mit den Kultusministerien zu verbessern und gemeinsam Klimabildung in die Lehrpläne zu schreiben und die Schule jetzt zu wandeln, um mit motivierten Schüler:innen, die Spaß am Lernen und dem Kompetenzerwerb haben, zu arbeiten. Zuletzt nehmen wir an, dass wir durch das Schulprogramm und die Klimabildung eine Gesellschaftliche Transformation mit voranbringen können hin zu einer Gesellschaft, die das Morgen gestaltet.
Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?: Die Frage dazu, wer die Lösung nutzt ist erfreulicherweise mit unserer Zielgruppe zu beantworten: Unser Schulprogramm richtet sich vor allem an Schüler:innen und Lehrpersonen, die im Unterricht über die Klimakrise lernen und so faktenbasierte Diskussionen führen und selbst Klimaschutz betreiben, sowie politisch aktiv werden können. Während des Live-Unterrichtes hatten wir bis über 900 gleichzeitige Zuschauende, von denen (aus Umfragen während der Stunden und dem YouTube-Chat entnommen) viele Schüler:innen und auch ganze Klassen waren. Die Frage, wer von dieser Lösung profitiert ist noch mit weiteren Gruppen der Gesellschaft zu beantworten: Zunächst sind es allen voran die Schüler:innen. Diese werden über ihre Zukunft aufgeklärt und wissen durch die Teilnahme am Schulprogramm schon einmal, was bei welchen Handlungen auf sie zu kommt und darüber hinaus lernen sie auch, kritisch die jetzigen Klimaschutzmaßnahmen zu hinterfragen und Ursachen für den geringen Umfang dieser zu ergründen. Darüber hinaus hoffen wir, dass die Schüler:innen auch unsere Handlungsoptionen mitnehmen und nach dem Unterricht beginnen, sich zu engagieren und/oder zuhause Maßnahmen, wie häufiger fleischlose Gerichte zu kochen, umsetzen. Neben den Schüler:innen sind es die Lehrpersonen, die sich über unser Angebot in vielerlei Hinsicht weiterbilden können. Wir bieten vor der Aktionswoche Fortbildungen an, bei der die Struktur und der Ablauf der Stunden erklärt wird und die Lehrpersonen auch an die einzelnen Online-Tools (Mentimeter, Moodle) herangeführt werden. Während der Woche kann das Gelernte dann angewendet und auch eine neue Art des Unterrichtens kennengelernt werden. Manchen Lehrkräften gefallen nicht alle unserer Angebote, Stundenreihenfolgen oder Arbeitsblätter, aber wir schreiben keinen Unterrichtsablauf vor und versuchen die Stunden individuell gestaltbar zu machen (siehe Erklärung des Hybriden-Live-Unterrichtes). Ein Vorteil für Lehrpersonen ist natürlich auch, dass sie den Unterricht nicht so ausführlich vorbereiten müssen, wie wenn sie diesen alleine machen und dies senkt die Schwelle, die von uns gebotene Klimabildung in den Unterricht zu integrieren. Des Weiteren bekommen wir häufig von den Referierenden die Rückmeldung, dass sie sich sehr gefreut haben, dabeigewesen sein zu dürfen und diese Erfahrung des Unterrichtens sehr spannend für sie ist. Vor allem aber bekommen sie die Möglichkeit, Schüler:innen zu erreichen, was meist nicht Bestandteil ihrer normalen Arbeit ist. Auch wir profitieren von der Lösung. Nicht, weil wir bezahlt werden, alle Arbeit ist ehrenamtlich und alle Materialien kostenlos, frei verfügbar. Aber weil wir im Team Erfahrungen sammeln: In der Organisation von Events, mit der Technik, mit der Teamarbeit, mit dem Unterrichten und vielem mehr. Letztendlich profitiert auch die Gesellschaft von dieser Lösung, wenn nämlich die Schüler:innen vom Wissen ins Handeln kommen und eine langfristige Bekämpfung der Klimakrise stattfindet.
Welche Wirkung soll eure Lösung erzielen? Wie soll eure Lösung die Situation verändern? Was ist der langfristige Wert eurer Lösung?: Die Antwort auf die Frage, welche Wirkung das Schulprogramm erzielen soll, kann in vier Abschnitte geteilt werden: Unterricht: Zuallererst wollen wir Klimabildung in die Schulen bringen und dies langfristig im Lehrplan verankern. Dabei geht es uns darum, kein extra Fach einzurichten, sondern interdisziplinär zu unterrichten und den Unterricht an den Zielen für nachhaltige Entwicklung zu orientieren, um dem auf die Zukunft der Schüler:innen und damit auch auf die Gesellschaft gerichteten Gedanken von Schule gerecht zu werden. Zusätzlich geht es uns darum, Digitalisierung und Vernetzung erfahrbar zu machen und mit den Tools zu arbeiten, die von den Schüler:innen auch privat verwendet werden. Zusammenarbeit: Wir arbeiten darauf hin, Wissenschaft und Forschung mehr in die Schulen zu bringen und den Schüler:innen die Möglichkeit zu bieten, direkt mit Expert:innen oder mit den Menschen zu sprechen, über die viel im Unterricht gesprochen wird, wie Religionsvertreter:innen, Betroffene von Katastrophen oder Politiker:innen. Lehramtsausbildung: Wir bieten mit dem Schulprogramm schon jetzt Unterrichtsplanung, die wirklich in den Schulen umgesetzt wird. So wurde zum Beispiel die Stunde Klima und Religion von einem Lehramtsseminar in Mainz gestaltet. Langfristig gesehen, können Lehramtsstudierende mit uns neue Unterrichtsmodelle ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Gesellschaft: Die wichtigsten Wirkungen, die wir erzielen wollen, ist die Verankerung eines "Klimabewusstseins" innerhalb der Gesellschaft und die Befähigung der Generation von Morgen die Probleme von Morgen anzugehen. Auf die Zukunft bezogen sind diese Wirkungen von großer Bedeutung, weil gerade die Klimakrise deutlich macht, wie das Handeln jetzt unsere Zukunft (negativ) beeinflussen kann. Dies alles wollen wir angehen und durch die Weitergabe unserer Erfahrungen und dem Vorleben durch das Schulprogramm der Public Climate School erreichen.
Welche Voraussetzungen oder Rahmenbedingungen braucht es für die Umsetzung eurer Lösung? Sind diese bereits gegeben?: Voraussetzung für die Umsetzung des Schulprogramms an den Schulen ist, dass eine digitale Infrastruktur mindestens so vorhanden ist, dass der Livestream oder im Nachhinein das YouTube-Video mit einem mobilen Endgerät wie zum Beispiel den Smartphones der Schüler:innen angesehen werden kann. Wünschenswert wäre natürlich eine technisch voll ausgestattete Schule. Darüber braucht es dann einerseits engagierte Schüler:innen, Studierende, Lehrpersonen und andere, welche das Schulprogramm vorbereiten und kreative Unterrichtseinheiten gestalten. Andererseits braucht es auch engagierte Lehrpersonen, welche um die Dringlichkeit der Bekämpfung der Klimakrise wissen und uns für die Stunden einen Vertrauensvorschuss geben. Wir freuen uns über alle Lehrpersonen, die das Thema angehen wollen und versuchen diese auch so gut es uns möglich ist, auf die Unterrichtseinheiten vorzubereiten. Schlussendlich braucht es auch Kooperationen mit den Ministerien, Schulnetzwerken und außerschulischen Bildungseinrichtungen sowie Wissenschaftler:innen, um sowohl das Schulprogramm zu verbreiten und die Umsetzung unserer Ziele anzugehen, als auch die Expert:innen für unsere Unterrichtsstunden zu bekommen.
Wie habt ihr die Lösung entwickelt? Welche Aspekte habt ihr dabei berücksichtigt?: Zunächst ging es mit der Public Climate School (PCS) los, bei der Studierende an den Hochschulen Vorträge und ein Nachmittagsprogramm rund um das Thema Klimakrise organisiert haben. Als dann die Coronapandemie begann, mussten andere Lösungen gefunden werden, den Studierenden die Bedeutung der Klimakrise und was für ihre Bekämpfung getan werden kann näherzubringen. Naheliegend war eine Online-Lösung und so wurde der YouTube-Livestream ausgewählt, um möglichst viele erreichen zu können. Im September 2020 wollten dann ein paar Lehramststudierende aus dem PCS-Team das Konzept auch in die Schulen bringen, aber nicht als klassischen Frontalunterricht, sondern interaktiv. Die Idee zum Hybriden-Live-Unterricht hatte die Hauptinitiatorin des Schulprogramms Inga Thao My Bui während sie mit einer kleinen Gruppe einen Workshop gemacht hat, bei welchem die Workshopleiterin per Zoom dazugeschaltet war und die Kommunikation stockte. Eine zweite Leiterin vor Ort, die zumindest den Rahmen des Workshops und dessen Ablauf gekannt hätte, wäre in diesem Fall hilfreich gewesen. Diese Idee wurde dann für das Schulprogramm übertragen. Nur wurde anstatt eines Zoommeetings der ebenfalls für die PCS geplante Live-Stream angedacht, die Lehrpersonen als Leiter:innen des Unterrichtes vor Ort und die Umfragesoftware Mentimeter für die Interaktion der Schüler:innen mit dem Team und den Referierenden. Vorgaben, die wir uns bei der Erarbeitung der Unterrichtsstunden gemacht haben, waren folgende: Die Unterrichtsstunden sollen Beutelsbacher-Konsens-konform und wissenschaftlich basiert sein. Wir erreichen dies durch den Austausch mit Expert:innen und die Begleitung der Arbeitsmaterialentwicklung durch Lehrpersonen und Lehramtsstudierende. Außerdem wollen wir interessanten und relevante Themen behandeln, die mit Freude von den Schüler:innen behandelt werden sollen. Darüber hinaus wollen wir das Schulprogramm leicht zugänglich machen, indem wir Unterrichtsverlaufspläne erstellen, Fortbildungen anbieten, alles kostenlos machen und eine Binnendifferenzierung durch verschiedene Arbeitsblätter oder Auswahlmöglichkeiten ermöglichen.
Habt ihr bei Null angefangen oder hattet ihr bereits einen vorher bestehenden Ansatz? Was war euer Fortschritt in der Hackathon Woche?: Wir hatten im Mai 2021 bereits das zweite Mal unser Schulprogramm im Rahmen der Public Climate School urchgeführt. Zu Beginn der Hackathon-Woche befanden wir uns mitten in der Nachbereitungsphase. Entsprechend haben wir die Zeit genutzt, alles, was wir in den Wochen und Monaten zuvor an Material erstellt haben, zu sammeln, zu sortieren und unsere Ordnerstruktur für die nächste Public Climate School im November bereitzumachen. Auch haben wir die Zeit genutzt, einige unserer Visionen und Ideen in die Tat umzusetzen. In der Woche konnten wir das Arbeitsheft mit all unseren Arbeitsmaterialien fertigstellen und zur Veröffentlichung bereitmachen. Auch konnten wir einen Überblick über all unsere weiteren Ideen gewinnen, diese Clustern, priorisieren und für einzelne Ideen bereits Meilensteine und grobe Zeitpläne erstellen.
Auf welchen zeitlichen Rahmen ist die Umsetzung der Lösung angesetzt? Was wären die nächsten Schritte?: Zur Umsetzung der Lösung sind regelmäßig stattfindende Projektwochen (Mai und November) geplant. Die nächste Projektwoche findet vom 22. bis zum 26. November statt, für welche der nächste Schritt folglich die Planung der Schulprogramms 3.0 ist. Dazu gehören beispielsweise das Aussuchen der Inhalte und einladen von Referierenden, sowie Anfragen von Kooperation, weiterverknüpfen des Netzwerkes und last but not least Bewusstsein für das Projekt schaffen und damit auf dieses Aufmerksam machen.
Was benötigt ihr an Ressourcen (Wissen, Wo/Men-Power, Budget etc.) für eine erfolgreiche Umsetzung?: Die Hauptressourcen, die wir benötigen, sind engagierte und motivierte Leute, die Lust haben, Klimabildung voranzubringen. Darüberhinaus fehlte uns bei den beiden Durchgängen bis jetzt ein repräsentatives Feedback, sodass wir unser Konzept auch mit den Lehrpersonen und Schüler:innen weiterentwickeln können. Auch würden wir sehr gerne mehr Menschen erreichen und müssen deshalb weiter an unserer Öffentlichkeitsarbeit arbeiten. Zuletzt würden wir uns sehr über Kooperationen freuen, die mit uns an neuen thematischen Schwerpunkten der Klimabildung, der Professionalisierung in der Durchführung und Evaluierung, Fortbildungen für Lehrpersonen und außerschulischen Lernorten in den Städten, die während der PCS vor Ort Klimbildung anbieten, arbeiten.
Wer sind die relevanten Stakeholder in der Umsetzung und müsste mit „ins Boot“ geholt werden?: Das Schulprogramm kann nur funktionieren, wenn es von den Schulen wahr- und angenommen wird. Dazu bedarf es engagierter Lehrpersonen, die das Schulprogramm an ihrer Schule und mit ihren Klassen durchführen. Um weiträumig Schulen und Lehrpersonen zu erreichen, stellen die BNE-Beauftragten und Kultusministerien der Länder die wichtigsten Multipilitator:innen für das Schulprogramm dar. Die Unterstützung dieser würde unsere Arbeit zum einen unter den Lehrpersonen bekannt machen und zum anderen die gesamten Inhalte legitimieren. So könnte viel Überzeugungsarbeit, die aktuell noch geleistet werden muss, erspart werden. Bezüglich unserer Inhalte ist es weiterhin wichtig, dass sich Expert:innen für unser Programm interessieren und es mit ihren Beiträben bereichern. Der fachliche Input ist für die allermeisten unserer Inhalte unabdingbar. Neben den Wegen über Bildungsministerien kann parallel der Weg über die Schüler:innen selbst gegangen werden. Diese können das Programm leichter und mit höherer Umsetzungswahrscheinlichkeit den eigenen Lehrpersonen vorstellen. Die Handlungsmöglichkeiten in diesem Bereich sind jedoch relativ begrenzt. Die Breite Öffentlichkeit soll auch stets mit den Inhalten des Schulprogramms angesprochen werden. Gesellschaftliche Meinungen und Presse können einen langfristigen Wandel des Bildungssystems vorantreiben und damit unsere Vorhaben unterstützen.
Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit eurer Lösung?: Die bereits zweimaligen erfolgreichen Umsetzungen des Schulprogramms (bis zu 900 gleichzeitig Zuschauende und über 200 Teilnehmende bei den Umfragen), sowie die niedrige Schwelle zur Teilnahme sprechen für eine gute Umsetzbarkeit. Niedrige Schwelle deshalb, da jede:r teilnehmen kann, unabhängig von Alter (nach oben offen, nach unten mit Altersempfehlungen), Schulform oder Herkunft (bundesweit). Dennoch gibt es einige Herausforderungen zu überwinden. So wurden bis jetzt größtenteils bereits Engagierte angesprochen. Wir arbeiten darauf hin, auch noch nicht Engagierte im Bereich BNE anzusprechen. Auch uneinheitliche Stundenzeiten und Probleme mit dem Internet stellen eine Herausforderung dar. Wobei wir versucht haben die Probleme durch uneinheitliche Schulstunden durch eine kürzere Zeit (45min) und eine Abfrage der verschiedenen Stundenpläne unserer Teammitglieder und daraus gewonnene Mittelung zu verringern. Bis jetzt werden vor allem Weiterführende Schulen mit dem Programm angesprochen, dies soll auf alle Schultypen, also auch Grundschulen und Berufsbildende Schulen ausgeweitet werden. Auch bei der Planung lässt sich das Programm von einzelnen Stunden auf ganze Themenreihen und die Thematik von Klimabildung auf generell Ziele für nachhaltige Entwicklung erweitern.
Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?: Das Schulprogramm der Public Climate School (PCS) wurde mit dem Ziel geplant, dieses auch umzusetzen. Als Beispiel, wie wichtig uns die Umsetzung ist, kann genannt werden, dass das erste Schulprogramm in den fünf Wochen vor der PCS erdacht und vorbereitet und bei diesem Mal noch ein Grundschulprogramm auf diese Aktionswoche hingearbeitet hat. Unser Team besteht mittlerweile aus 30 Personen, die nach Ihren Kapazitäten das Schulprogramm ehrenamtlich voranbringen. Wir sind ein interdisziplinäres unter anderem aus Lehrpersonen, Studierenden, Schüler:innen und Expert:innen bestehendes Team. Dass in unserem Team Mitglieder unserer Zielgruppen dabei sind, ist uns sehr wichtig, um direkte Erfahrungen aus dem heutigen Schulalltag in die Konzeptentwicklung und Umsetzung fließen zu lassen. Dabei freuen wir uns über alle, die mit uns das Schulprogramm gestalten. In unserem Team gibt es 4 Arbeitsgruppen, welche aber nicht voneinander getrennt sind, sondern für alle Mitglieder des Teams jederzeit offen. Diese Arbeitsgruppen sind: Organisation (Orga), Konzept und Inhalte, Öffentlichkeitsarbeit und Technik. Das Orga-Team kümmert sich um die Vor- und Nachbereitung unserer Mittwochstreffen, erstellt dazu meist ein Miro-Board, auf welchem wir arbeiten, clustert dieses im Anschluss und leitet neue Aufgaben daraus ab, welche dann in "Follow-up"-Nachrichten in unserem Slack-Workspace erklärt werden. Das Konzept und Inhalte Team waren wir zu Beginn alle gemeinsam, denn der erste Schritt für die Planung des Schulprogramms war die Erstellung eines Konzeptes, welches wir während des Hackathons auch für das Schulprogramm 3.0 begonnen haben. Das Inhalte-Team wurde dann mit dem Konkreter-Werden des Konzeptes weiter in Arbeitsgruppen von etwa 4 Leuten jeweils für die 15 Unterrichtsstunden zu unseren Tagesthemen (Status Quo, Unsere Zukunft, Klimakommunikation, Klimagerechtigkeit und Politisches Handeln) aufgeteilt, sodass konzentriert und gebündelt an einer Stunde gearbeitet werden konnte. Das Team Öffentlichkeitsarbeit hat sich um die Verbreitung des Schulprogrammes gekümmert und so Kontakt zu den Bildungsministerien der Länder, Landesschüler:innenvertretungen, direkt zu Schulen, Influencer:innen, Kooperationspartner:innen und Medienhäusern hergestellt hat und immernoch pflegt. Zuletzt hat sich das Technik-Team darum gekümmert, dass alles läuft und wir als Team, welches in ganz Deutschland verteilt lebt, zusammen arbeiten konnten/können. Dabei wurden zum Beispiel die Zoommeetings eingerichtet, der Slack-Workspace erstellt, die Website bearbeitet, die Mentimeter-Umfragen erstellt sowie natürlich der Live-Stream betreut. Wir arbeiten in einer lockeren, freundschaftlichen Atmosphäre ohne Hirarchien und freuen uns sehr, dass wir uns gegenseitig motivieren können und genug Aufgaben(bereiche) haben, sodass es allen Möglich ist, daran zu arbeiten, was den Einzelnen Spaß bringt und wo die Kompetenzen liegen. Zum Thema Kompetenzen ist abschließend zu sagen, dass wir uns gegenseitig durch die unterschiedlichen Erfahrungen und Prägungen weiterbilden oder auch Expert:innen einladen, um auf dem neuesten Stand zu bleiben und weiterzulernen.
Wir würden uns sehr über ein Video (max. 2-3 Minuten) freuen, in dem ihr eure Idee und euer Team vorstellt!: https://www.youtube.com/watch?v=XYveiPTQ_lU
Hier könnt ihr weitere Links/Demos/Dokumente mit uns teilen, die uns zusätzliche EInblicke in eure Lösung geben: https://publicclimateschool.de/schulprogramm/
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