Hallo liebe Jury,

uns als Firma treibt der Wunsch nach sinnvoller und zielgenauer Digitalisierung an. Wir sind eine junge Softwareschmiede mit aktuell 18 Mitarbeitenden, die sich in verschiedenen Aspekten mit damit verbundenen Themen beschäftigt. Dafür führen wir auch im Rahmen von einem Podcast Interviews zum Thema Digitalisierung ("Wege der Digitalisierung").

Außerdem sind wir nah an Bildungsthemen dran. Zum einen, weil viele unserer Mitarbeiter selber Kinder im schulpflichtigen Alter haben, zum anderen, weil wir uns bei Organisationen wie dem Nachwuchscampus (Projektleitung) der TU Hamburg oder der Hackerschool (Inspirer) beteiligen und einbringen. U.a. sind als familienfreundliches Unternehmen zertifiziert.

Als die Schulschließungen losgingen, und auch wir als Eltern von schlecht laufenden Prozessen betroffen waren, haben wir eine Umfrage gestartet, um über die Probleme im Alltag zu lernen und um Lösungen zu finden.

Problembeschreibung

Diese Umfrage haben wir jetzt im Rahmen des Hackathons ausgewertet und haben als eines der Hauptprobleme die technisch komplizierte Kommunikation zwischen LehrerInnen und SchülerInnen identifiziert, gerade beim Austausch von (physischem) Material.

Aktuell hat jede Schule und jede*r LehrerIn einen eigenen, mehr oder weniger schlecht funktionierenden Prozess, wie mit den SchülerInnen und Eltern kommuniziert wird und wie Unterrichtsmaterialien von A nach B kommen. Dabei scheitert es oft an fehlenden Druckern, überlasteten E-Mail-Servern und Cloud-Lösungen, die unter Datenschutz-Gesichtspunkten kritisch zu sehen sind.

Existierende Plattformen sind oft nicht gut benutzbar, werden daher nicht akzeptiert und am Ende wird eine WhatsApp Gruppe eingerichtet und Material über Dropboxen verteilt. Das kann und sollte langfristig nicht die Lösung sein.

Lösungsbeschreibung

Die Lösung, die wir uns vorstellen, ist eine Plattform, die sowohl per Browser als auch aus Apps für Handys und Tablets erreichbar ist. Über diese können Videos, Bilder und Arbeitsblätter gezielt mit Schulklassen und einzelnen SchülerInnen geteilt werden. Dabei wollen wir die Plattform so offen gestalten, dass die unglaublich vielen existierenden guten Lösungen einfach eingebunden werden können. Offene Plattformen und Open Source sind unserer Meinung nach heute der einzige Weg, um nachhaltig gute Lösungen zu schaffen.

Für Situationen, in denen sich ein Medienbruch (ausdrucken, bearbeiten, scannen) nicht vermeiden lässt, kann man direkt aus der App heraus mit der Kamera des Tablets/Handys scannen, um dann die Datei direkt in der Plattform auszutauschen. Ein manueller Datei Upload oder Download sollte nicht mehr nötig sein.

Auch Elternbriefe könnten über diese Plattform verschickt werden, inklusive Rückkanal für „gelesen“-Markierungen.

Für die Szenarien, in denen das Verteilen von Papier unumgänglich ist, stellen wir uns eine Anbindung an Druckcenter vor, die gesammelte Materialien von allen LehrerInnen gebündelt an die SchülerInnen schicken, was Ressourcen und Geld spart. Dieser Prozess wird z.B. seit langer Zeit von der Fernuniversität Hagen und vergleichbaren Institutionen verwendet. Keine einzelne Schülerin oder kein einzelner Schüler sollte Material auf unterschiedlichen Wegen bekommen und dann selber ausdrucken müssen.

Wenn wieder vermehrt Präsenzunterricht stattfindet, kann diese Integration auf schulinternen Druckprozesse wie z.B. In "Kopierräumen" erfolgen, wodurch Coroona-Hotspots am Kopierer/Drucker vermieden werden. So begeben wir uns auf einen Weg, der ermöglicht, digital zu arbeiten, ohne komplett von einen Tag auf den anderen althergebrachte und etablierte Methoden zu verwerfen.

Ganz explizit ist dabei zu beachten, dass existierendes Unterrichtsmaterial weiterverwendet werden kann. Bei allen guten und wichtigen Möglichkeiten digitaler Unterrichtsmaterialien, darf nicht der Zwang entstehen, nur noch neue und digitale Inhalte verwenden zu können. Genau diesen Übergang wollen wir so leicht wie möglich gestalten.

Wir wollen also explizit keine Gesamtlösung für die ganze Schul-IT, da es oft schon sehr gute Teillösungen gibt, die von Schulen nicht über Bord geworfen werden sollen. Eine Veränderung wird bei der Einführung neuer Lösungen nur dann akzeptiert, wenn sie echte Probleme löst und keine unnötigen Widerstände erzeugt.

Vorgehen und Fortschritt

Wir haben die oben bereits erwähnte Umfrage in dieser Woche detailliert ausgewertet, Antworten verglichen und zu Problem-/ und Lösungsbereichen zusammengefasst. Dabei stellte sich heraus, das es für viele Dinge schon Komplettlösungen gibt, die aber an vielen Schulen (noch) nicht genutzt werden.

Es gibt also unserer Erkenntnis nach eine Lücke zwischen den gigantischen (und teilweise sehr guten) Gesamtlösungen und den Schulen, wo jede:r LehrerIn eine eigene Notlösung finden muss.

Das haben wir ausführlich diskutiert, und zusammen mit bekannten LehrerInnen und eigenen Schulkindern über Lösungen nachgedacht. Insbesondere die Tochter eines Kollegen hat sich toll eingebracht, Beispiele aus ihrem Schulalltag und bereits genutzten Apps (gebracht) und auch Teile der Zeichnungen für das Video erstellt.

Zu beginn der Woche hatten wir also die noch nicht gesichteten Rohdaten der Umfrage, jetzt haben wir eine Idee für eine Plattform, die wir richtig gut finden, und wo es uns als SoftwareentwicklerInnen in den Fingern brennt, das umzusetzen. Unser Ansatz löst existierende Probleme, knüpft an existierende Lösungen an und würde gerade die Schnittstellenprobleme lösen, von denen am Häufigsten aus der Praxis berichtet wurde.

Prototyp

Einen Prototypen, der über Zeichnungen hinausgeht, haben wir noch nicht erstellt. Auf den Zeichnungen haben wir Architektur dokumentiert und die Prozesse beschrieben, wie sie früher, heute und hoffentlich in Zukunft aussehen werden.

Nächste Schritte

Wir werden uns Feedback einholen, unsere Idee weiter diskutieren, hoffen auf gutes Feedback durch den Hackathon und werden daran kritisch prüfen, ob die Welt, beziehungsweise das deutsche Bildungswesen, unsere Lösung braucht.

Ca. 30% der Teilnehmer*innen unserer Umfrage haben ihre Kontaktdaten hinterlassen und sind bereit, später auf potentielle Ansätze ihr Feedback zu geben. Zudem haben wir über den Nachwuchscampus und die Hacker School gute Netzwerke zur Verfügung um ehrliches Feedback zu bekommen.

Sollten die vertiefenden Gespräche ergeben, dass unsere Idee das Problem wirklich löst, dann hätten wir ein motiviertes Team mit den passenden Kompetenzen bereit um die Plattform zu bauen und auch zu betreiben. Wir würden zunächst einen Projektplan inkl. Budgetplanung erstellen und im Anschluss nach Finanzierungsmöglichkeiten suchen. Möglicherweise ergibt sich da ja etwas aus dem Hackathon heraus?

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