Problembeschreibung:

(Warum habt Ihr Euch für diese Herausforderung entschieden?) Kinder und Jugendliche lernen in der Schule nur selten echte Digitalkompetenzen. Dabei ist diese Fähigkeit entscheidend nicht nur für die Arbeitswelt von morgen, sondern für die Zukunft unserer Gesellschaft. Die Digitalisierung in Deutschland kann nur gelingen, wenn junge Menschen wissen, wie man Computer und andere digitale Medien „beherrscht“. Das betrifft nicht nur „Nerds“, sondern jeden einzelnen Menschen. Mündige Bürger können im 21. Jahrhundert nur digital mündige Menschen sein. Deshalb muss die Ausbildung von IT-Kompetenzen – die digitale Grundbildung – bereits in der Schule stattfinden. Am besten schon ab der ersten Klasse! Unser Ansatz geht dabei weit über die teilweise schon vermittelte fächerübergreifende Medienkompetenz hinaus. Unser Projektteam wurde von zwei Geschwistern ins Leben gerufen, die kürzlich auf die weiterführende Schule gewechselt sind. Was sie dort vermissen, ist Informatikunterricht. Ihrer Ansicht nach sollte IT ein Hauptfach werden – gleichberechtigt neben Mathematik, Deutsch und Englisch.

(Was ist aus Eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?) Das größte Problem in Deutschland: eine Bildungslandschaft, die aussieht wie ein Flickenteppich, und eine Kultusministerkonferenz, in der sich 16 Bundesländer einigen müssen, um Standards für alle deutschen Schulen zu setzen.

(Wer ist von dieser Problemstellung betroffen?) Die Verantwortlichen in den Bildungs- und Kultusministerien sollten die digitale Bildung in den Schulen ganz oben auf ihre Agenda setzen und für die Idee „IT als Hauptfach“ kreative Wege beschreiten. Bundesweit sind für die Umsetzung tausende Schulen und zigtausende Lehrpersonen gefragt.

Lösungsbeschreibung:

(Was ist Euer Lösungsansatz?) Unser Team hat einen Lehrplan für das neue Hauptfach Informatik skizziert. Eine Kernkompetenz darin: das Programmieren. Der von uns entwickelte Lehrplan geht weit darüber hinaus, was heutzutage an vielen Schulen als Medienkompetenz vermittelt wird und oft nicht über die Kenntnis von Microsoft-Produkten hinausgeht.

Das WAS – Kernelemente des Lehrplans für IT an Schulen:

  • Grundlagen (Hardware/Software)
  • Unterschied Open-Source-Software versus proprietäre Produkte von Großkonzernen (Open Source ist durch eigenes Coding veränderbar!)
  • "Welche Open-Source-Alternativen gibt es zu den großen Konzernen und Produkten Zoom (Alternative: Jitsi), WhatsApp (Alternative: Matrix mit Riot), usw.?"
  • unterschiedliche Betriebssysteme, vor allem auch Linux
  • unterschiedliche Software, beispielsweise auch Open-Source-Software wie LibreOffice
  • Unterschied Cloud und lokale Datenspeicherung
  • "Wie funktioniert das Internet?", "Wie funktioniert E-Mail?"
  • Datensicherheit (Sicherheitslücken ...)
  • Datenschutz, Identität, Persönlichkeitsrechte: Erziehung zur „Datensparsamkeit“
  • Soziale Medien
  • (Für die Schulen verpflichtend anzubietende) Arbeitsgemeinschaft (AG), um alte Rechner mit Linux wieder "fit" zu machen und zu schrauben

Das WIE – Informatikunterricht ohne Informatiklehrkräfte?

Da Lehrkräfte für Informatik fehlen, müssen externe IT-Fachkräfte wie Software-Entwickler an die Schulen geholt werden, um den umfassenden IT-Hauptfachunterricht stemmen zu können. Hier müssen die Bildungsträger zumindest für einen Zeitraum von zehn Jahren neue Wege beschreiten und innovative Kooperationskonzepte mutig angehen. Den kritischen Punkt beim Einsatz von Externen sollte der Lehrplan von vorneherein ausschalten: Der drohende Einfluss von Firmen durch Großkonzerne wie Apple, Google oder Microsoft muss im Keim erstickt werden, indem der Schwerpunkt auf Open-Source-Software gelegt wird und ein Werbungsverbot (auch durch Gratis-Angebote) ausgesprochen wird.

(Von welchen Annahmen geht Ihr bei Eurem Lösungsansatz aus?) Bei unserem bewusst groß gedachten Lösungsansatz gehen wir davon aus, dass alle Bildungsverantwortlichen bundesweit reif und bereit sind für eine grundlegende Reformation unseres Bildungssystems. Eine moderne Bildungspolitik sollte Digitalkompetenzen in den Mittelpunkt ihrer Zielsetzung rücken.

(Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?) Wenn Informatik ein Hauptfach wird und Digitalkompetenzen systematisch schon von der ersten Klasse an gelehrt werden, profitieren davon alle jungen Menschen, die schon heute in einer digitalisierten Welt leben und sie aber auch umfassend verstehen und gestalten müssen. Davon profitiert letztlich die ganze Gesellschaft: Die Privatwirtschaft findet so die dringend benötigten IT-Fachkräfte, die Schulen erhalten mittelfristig Informatiklehrer und der Anschluss Deutschlands an die „digitale Weltspitze“ kann gelingen.

(Welchen Einfluss hat Eure Lösung auf die aktuelle Situation?) Alle müssen radikal umdenken: die Verantwortlichen für Bildungspolitik und die Schulen samt Lehrpersonal.

(Was ist der langfristige Wert Eurer Lösung?) Langfristig können mit einem Hauptfach Informatik die für die Zukunft notwendigen Digitalkompetenzen tief in der Gesellschaft verankert werden.

(Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit Eurer Lösung?) Das Konzept ist nur umsetzbar, wenn die Schulen, Lehrkräfte und Kids mit neuer Technik ausgestattet sind. Durch den verabschiedeten "Digitalpakt" der Bundesregierung sollte das möglich sein. Außerdem braucht es einen umfassenden IT-Support, am besten durch eine Firma, die mehrere Schulen betreut. Die Umsetzung erfordert weiterhin Druck seitens einer breiten Öffentlichkeit, getragen von Eltern, Kindern und Jugendlichen, Lehrkräften und der Privatwirtschaft. Motto: IT for Future. Da das deutsche Bildungssystem ein Tanker ist, der sich nur langsam bewegt, braucht es einen „Aufschrei der Gesellschaft“. Skalierbar, also anwendbar für alle Schulen, ist unsere Lösung „Informatik als Hauptfach“ nur, wenn die Reform von oben, also den Bildungs- und Kultusministerien, kommt. Sonst wird es weiterhin nur Insellösungen geben: Vereinzelte Schulen, die echte IT-Bildung verfolgen, sind einsame Leuchttürme und die meisten Kinder und Jugendlichen bleiben digital auf der Strecke.

Vorgehen und Fortschritt:

(Wie ist der Lösungsansatz entstanden?) Zwei Geschwister aus NRW, die kürzlich auf die weiterführende Schule gewechselt sind, hatten die Idee „IT als Hauptfach“ gemeinsam mit ihrem Vater (IT-Experte) bei diesem Hackathon einzureichen. Ihrem Team angeschlossen haben sich eine Oberstufenschülerin und eine Lehrerin aus Baden-Württemberg, ein Professor für IT-Sicherheit, ein IT-Experte aus der freien Wirtschaft und eine freie Texterin.

(Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackathon Woche) Dank der konkreten Idee des Geschwisterpaares konnten die anderen schnell andocken und ihre Kompetenzen einbringen. Das Ziel für die Hackathon-Woche definierten wir am Montagabend: einen überzeugenden Lehrplan zu skizzieren. Ein weiterer Meilenstein war die sehr schnelle und effiziente Team-Bildung durch zwei Jitsi-Videokonferenzen. Ein sogenanntes Pad, ebenfalls ein Open-Source Produkt, ermöglichte uns das gleichzeitige Editieren unserer Projektdokumentation sowie des Lehrplans im modernen Markdown Format. Dank unserem vielseitigen Team konnten wir alle Aufgaben kompetent erledigen. Das für diesen Hackathon geforderte Video, wurde von unseren drei Schülern in Eigenregie erstellt, vertont und geschnitten.

Prototyp:

(Wenn vorhanden: Wo finden wir Euren ersten Prototypen (Link)?)

https://www.gilgenast.de/neuland-fuer-die-schule/Lehrplan.pdf

Unser Prototyp ist die Skizze eines Lehrplans für „Informatik als Hauptfach“, der von der Kultusministerkonferenz rasch bis ins Detail ausgearbeitet werden sollte. Viele Bundesländer haben bereits erste gute Ansätze für eine solche digitale Grundbildung. Wenn alle Ideen in diesen Topf geworfen werden und alle politisch Verantwortlichen an einem Strang ziehen, kann die Umsetzung an den Schulen auch gelingen.

Alternativ: Wie könnte die kleinste nutzbare Version Eurer Lösung aussehen? Wenn wir die Privatwirtschaft mit ins Boot holen – und die meisten Firmen suchen ja händeringend IT-Nachwuchs – könnten wir bundesweite Projektwochen an den Schulen organisieren. Durch Coaches aus dem IT-Bereich könnten Kinder und Jugendlichen „digitale Luft“ schnuppern; für die Lehrkräfte wäre das eine Inspiration, die Lust auf Zukunft macht.

Nächste Schritte:

(Wie testet ihr Eure Annahmen?) Unsere Annahme – alle Bildungsverantwortlichen bundesweit sind reif, um Informatik als Hauptfach für eine digitale Grundbildung zu etablieren – könnten wir testen, indem unser Team die Kultusministerkonferenz besucht, um mit den Ministerinnen und Ministern zu diskutieren.

(Was ist aus Eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?) Eine breit angelegte Kampagne mit Petitionen an die Parlamente aller 16 Bundesländer, darüber abzustimmen, IT als Hauptfach an Schulen zu etablieren.

(Was benötigt Ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-how, Budget)?) Wir brauchen weitere Mitstreiter, um unsere Informations- und Werbekampagne umzusetzen: Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Eltern, Kommunikationsexperten, IT-Experten. Alle zusammen bringen das nötige Know-how mit, um die Projektidee weiter auszufeilen. Aus dem benötigten Budget von 5.000 Euro, das wir beim Hackathon hoffentlich gewinnen, finanzieren wir den für die Kampagne nötigen Aufbau einer Website und die Bespielung der Social-Media-Kanäle.

(Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?) Unser Projektteam bräuchte noch viele andere Mitstreiter aus anderen „Disziplinen“, um der Kampagne „IT als Hauptfach“ das nötige Gehör zu verschaffen. Kinder und Jugendliche – beispielsweise unser initiierendes Geschwisterpaar – könnten als Botschafterinnen und Botschafter fungieren.

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