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Potenziell infizierte Personen sollen das Haus nicht verlassen, idealerweise nicht einmal für einen Arztbesuch. Gleichzeitig müssen Ärzte als kostbare Ressource vor einer Ansteckung geschützt werden. Bei DrinnenGeblieben führen Medizinstudenten eine medizinische Ersteinschätzung der Verdachtsfälle zuhause durch. Patienten bleiben drinnen, Ärzte werden von der Front genommen, das Gesundheitssystem wird entlastet.

Und so funktioniert's:

Patienten mit Atemwegsymptomen melden sich online bei DrinnenGeblieben. Falls die Fernanamnese per Chatbot eine körperliche Ersteinschätzung (Abhören, Abstrich, etc.) empfiehlt, kommt ein Medizinstudent vorbei, um diese durchzuführen. Anschließend bespricht der Patient mit dem Arzt telefonisch den Therapieansatz.

Ärzte halten riskante Patienten aus ihrer Praxis fern und schützen somit sich, ihre Mitarbeiter und andere Patienten. Auf Basis der digital-vorliegenden Ergebnisse der von den Medizinstudenten durchgeführten Ersteinschätzung entscheiden sie über weitere Maßnahmen.

Medizinstudenten mit ausreichender klinischer Erfahrung registrieren sich auf der Plattform. Sie erhalten nun Aufträge zur Ersteinschätzung, nehmen das dafür notwendige Material an einem der zentralen Depots auf und fahren zum Patienten. Anschließend übermitteln sie die Ergebnisse online an den zuständigen Arzt. Das alles ggf. gegen eine Aufwandsentschädigung.




PROJEKTDETAILS

Problem: Infizierte Patienten sollen nicht in Arztpraxis kommen

Mehrere Interviews mit Allgemeinmedizinern haben ergeben, dass Hausbesuche aktuell wenn irgend möglich von den Ärzten vermieden werden, einerseits aus Kapazitätsgründen und andererseits aus Angst vor Selbstansteckung. Dementgegen steht die Tatsache, dass Menschen mit Atemwegssymptomen ihr Haus zum Schutz der Allgemeinheit nicht verlassen sollen, idealerweise nicht einmal für einen Arztbesuch.

Kernprobleme:

  • Patienten mit Coronaverdacht können weitere Menschen auf dem Weg zur oder in der Arztpraxis infizieren.
  • Allgemeinärzte sind eine kostbare Ressource, die entlastet werden muss und nicht durch Ansteckung gefährdet werden darf.

Dieses Problem betrifft rund 38.000 allgemeinärztliche und internistische Arztpraxen in Deutschland. ¹

Lösung: Ersteinschätzung zuhause durch Medizinstudenten

Eine Plattform zur Vermittlung von ehrenamtlichem medizinischem Fachpersonal (z.B. Medizinstudenten) zur Durchführung von Ersteinschätzungen bei den Patienten zuhause.

Einerseits registrieren sich medizinische Fachkräfte auf der Plattform und melden sich verfügbar in ihrer Wohngegend. Andererseits können sich Patienten mit Atemwegssymptomen über die Website, per WhatsApp oder telefonisch melden. Auf Basis einer kurzen Fernanamnese per ChatBot oder telefonischem Arztgespräch wird entschieden, ob eine Ersteinschätzung (Grundlegende Anamnese und Aufklärung, Beurteilung des Allgemeinzustandes und grundlegende Vitalparameter inkl. COVID-19 Abstrich) erforderlich ist. Falls ja, wird eine medizinische Fachkraft mit der Untersuchung beauftragt. Gestützt auf die Ersteinschätzung samt Messwerte kann der Arzt anschließend eine angemessene Therapie einleiten.

Patienten Mitbürger mit Atemwegsbeschwerden dürfen nicht unangekündigt in Arztpraxen erscheinen, sondern sollen das Haus nach Möglichkeit gar nicht verlassen. Auch eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme mit einem Allgemeinmediziner wird zur Geduldprobe in diese Zeiten. Patienten mit entsprechenden Symptomen können sich unkompliziert über diverse Kanäle (Website, WhatsApp, Telefon) an unsere Plattform wenden. Eine kurze Fernanamnese stellt die Notwendigkeit einer körperlichen Ersteinschätzung fest. Ist diese erforderlich, so wird der Patient von einer medizinischen Fachkraft zuhause besucht. Basierend auf den Ergebnissen bespricht der Arzt anschließend telefonisch mit dem Patienten den Therapieansatz. Während des gesamten Prozesses muss der Patient die Wohnung nicht verlassen.

Ärzte Allgemeinmediziner und Internisten sehen sich momentan mit der großen Herausforderung konfrontiert, zum einen den großen Ansturm an Patienten zu bewältigen und zum anderen sich, ihre Praxismitarbeiter und andere Patienten wirksam vor einer Infektion zu schützen. Aus beiden Gründen kommen Hausbesuche bei Verdachtsfällen oder Corona-Erkrankten nur im äußersten Notfall in Frage. In unserem Szenario erhält der Arzt eine Voranamnese zusammen mit den Ergebnissen der körperlichen Ersteinschätzung in digitaler Form und kann somit risikofrei in einem Telefonat mit dem Patienten den Therapieansatz besprechen.

Medizinische Fachkräfte Unser Konzept sieht vor, dass sich medizinische Fachkräfte und insbesondere Medizinstudenten freiwillig auf unserer Plattform registrieren. Bei der Anmeldung werden gesammelte klinische Erfahrungen und Studienfortschritt abgefragt, wie beispielsweise Physikum, Pflegepraktikum und Famulaturen. Des Weiteren sind (ehemalige) Rettungsdienstmitarbeiter und Pflegekräfte sehr willkommen. Bei einer Eignung und nach einer Einweisung können sie nun Untersuchungsaufträge entgegennehmen. Gestartet wird von zentralen Depots (z.B. Krankenhäuser), die Schutzkleidung und Material zur Verfügung stellen. Gegebenenfalls kann für die Fahrten auf Autos vom ADAC oder Taxen zurückgegriffen werden.

Letztes Jahr gab es gut 96.000 Medizinstudenten in Deutschland ², eine riesige Gruppe an Fachkräften, die wir im Kampf gegen die Corona-Pandemie unbedingt mobilisieren müssen.

Gesellschaftlicher Nutzen: Minimierung von Patientenkontakten und Schutz der Ärzte

Ein direkter Kontakt des (potenziell) Infizierten mit anderen Menschen (beispielsweise auf der Straße, im öffentlichen Personennahverkehr, oder im Wartezimmer der Arztpraxis) wird vermieden. Zudem findet kein direkter Kontakt zwischen Patient und Arzt statt. Durch die konsequente Isolation von Verdachtsfällen und den Schutz der Ärzte kann unser Gesundheitssystem in Krisenzeiten entlastet werden.

Realisierungsstrategie: Zunächst in Uni-Städten und in Kooperation mit Branchenverbänden

Sowohl das Plattformgeschäftsmodell als auch die Softwareinfrastruktur sind prinzipiell ohne Einschränkung deutschlandweit skalierbar. Aufgrund des Zeitdrucks zur Etablierung wirksamer Gegenmaßnahmen zur Pandemie, ergeben sich folgende nächste Realisierungsschritte im Falle einer Weiterförderung des Projektes im Anschluss an den Hackathon:

  • MVP-Entwicklung: In einer Teststadt und in enger Zusammenarbeit mit einer kleinen Gruppe von Ärzten und Medizinstudenten
  • Produktentwicklung: Entwicklung einer voll funktionsfähigen und belastbaren Plattform mit Hilfe einer starken Softwareagentur
  • Onboarding von Ärzten: Kooperation mit Landesärztekammern und kassenärztlichen Vereinigungen
  • Onboarding von Medizinstudenten: Kooperation mit der bereits aufgeschlossenen Bundesvertretung der Medizinstudierenden in Deutschland ³ sowie ausgewählten Hochschulen
  • Aufbau der Infrastruktur zur Materialversorgung und ggf. Transportlösung: Je nach Stadt individuell
  • Bekanntmachung in der Bevölkerung: Hier sind wir auf staatliche Stellen (bspw. Gesundheitsämter) sowie Nachrichtenanbieter angewiesen. Auch eine Social Media Kampagne kann helfen.

Regional ergibt es Sinn, zunächst Städte mit medizinischen Hochschulen zu erschließen (kurze Wege, ausreichende Verfügbarkeit von Medizinstudenten) und anschließend eine Skalierbarkeit auf andere Städte und ländliche Regionen zu prüfen.

Technische Umsetzung

Eingesetzte Technologien: node.js, Typescript, telegraf.js, now.sh, MongoDB

Telegram - Chatbot

Der Chatbot ist verfügbar in Telegram unter https://t.me/drinnengeblieben_bot. Der Einstieg erfolgt je nach Bedarf mit /ichbinpatient oder /ichbinarzt.

/ichbinpatient

  • Der Patient wird durch die Corona Anamnese durchgeführt.
  • Anhand des Gesundheitszustands werden dem Patient Empfehlungen angezeigt.
  • Bei schweren Symptomen erfolgt Aufnahme in die Liste der akuten Patienten.
  • Der Patienten kann nun seinen aktuellen Standort mitteilen.

/ichbinfachkraft

  • Als Arzt oder Hilfskraft wird man in die Liste der Helfer aufgenommen.
  • Die Standorte der akuten Patienten werden dem Arzt übermittelt.
  • Per Algorithmus erfolgt die Disposition zum Nächstliegenden Patienten.

Website www.drinnengeblieben.care

Hilfskräfte können sich per Formular im Pool registrieren. Momentan ist in Entwicklung:

  • Anmeldeformulare für Ärzte und Patienten
  • Login-Bereich für alle Gruppen

Der Code steht open source zur Verfügung unter mobiles-arztzimmer.


Quellen
¹ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/281526/umfrage/anzahl-der-arztpraxen-in-deutschland-nach-facharztbezeichnung/
² https://de.statista.com/statistik/daten/studie/6706/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-medizinstudenten/
³ https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/111091/Corona-Pandemie-Krankenhausgesellschaft-will-MDK-Aerzte-in-der-Versorgung-einsetzen

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