Problembeschreibung

Warum habt ihr euch für diese Herausforderung entschieden? Was ist aus eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Viele Lehrkräfte wissen nicht, wie sie ihren Schüler*innen einen kompetenten Umgang mit den neuen Medien vermitteln können und im schulischen Kontext auch deren Eltern für die Thematik sensibilisieren. Zudem ist die Nutzung digitaler Medien bei vielen Schüler*innen und deren Eltern sehr rezeptiv-konsumierend.

Trotz bereits bestehender zahlreicher Angebote (klicksafe etc.) ist dies nach wie vor nicht in der Schulrealität angekommen. Es gibt eine Fülle an Material, so dass das Angebot insgesamt recht unübersichtlich ist. Hinzu kommt, dass bisherige Materialien wie - um ein Beispiel zu nennen - das Dokument zur Gestaltung von Elternabenden bei klicksafe mit ganzen 130 Seiten Umfang zu wenig kondensiert und praxisorientiert gestaltet ist. Es fehlen folglich schlüsselfertige, digitale Unterrichtskonzepte, die sofort anwendbar sind zur Verwendung durch die Lehrkräfte. In allen Bundesländern sind Schulen zudem aufgefordert, Medienkonzepte zu erstellen. Allerdings sind die Vorgaben in den einzelnen Bundesländern hierzu unterschiedlich.

Die Erfahrung vieler Lehrkräfte hat in der Vergangenheit eines gezeigt: Der “digital native” ist häufig auch digital naiv. Sehr häufig wissen weder Eltern noch Schüler*innen um Gefahren, die die digitale Welt, in der sie sich bewegen birgt. Auch ein wirklich kritischer, konstruktiver und kompetenter Umgang mit gängigen Apps fehlt bei den meisten. Die Ausbildung dieser Kompetenzen ist (auch) Aufgabe der Schule. Neben der Sensibilisierung für den verantwortungsvollen Konsum digitaler Medien gehört es ebenso dazu, die kreative und konstruktive Nutzung digitaler Medien als Chance zu begreifen, zu fördern und dadurch entsprechende Zukunftskompetenzen bei den Schüler*innen auszubilden. Bei der Vermittlung dieser beiden Seiten der Medienkompetenz (Chancen & Risiken) hat die deutsche Schullandschaft enormen Aufholbedarf.

Wer ist von dieser Problemstellung betroffen? Alle Pädagog*innen: Lehrkräfte, Erzieher*innen, Sozialpädagog*innen

Lösungsbeschreibung

Was ist euer Lösungsansatz? Es braucht ein zentrales, offizielles Portal für Materialien, Webinare, Videos, Podcasts, App-Empfehlungen und PDFs für den Unterricht, Projekte und Elterninformationen. Auf diesem Portal finden Pädagog*innen nützliches Material, ohne selbst lange recherchieren oder es selbst erstellen zu müssen. Unser Portal würde auf unkomplizierte Art und Weise Pädagog*innen Informationen und direkt anwendbare Konzepte (Präsentationsfolien, Unterrichtsverläufe, Arbeitsblätter etc.) zur Schulung oben beschriebener Medienkompetenz bieten. Durch die zentrale Fundgrube an Schulungsmaterial bzw. -anbietern könnte die gesamte Schulfamilie gewinnbringende Informationen bezüglich der digitalen Medien und Inhalte erhalten. Lehrkräfte würden sich kompetenter fühlen, um ihren Schüler*innen einen sicheren Umgang mit den digitale Medien und Inhalten zu ermöglichen. Das Portal soll auch einen zentralen, unterstützenden Beitrag bei der Erstellung der Medienkonzepte der Schulen leisten und ein Ort für länderübergreifenden Austausch und Vernetzung sein.

Von welchen Annahmen geht ihr bei eurem Lösungsansatz aus? Schulungen zum Thema Medienkompetenz werden in der Praxis nur dann zum Einsatz kommen, wenn es praxisorientierte, maßgeschneiderte und vor allem fertig anwendbare Materialien zentral auf einen Blick gibt.

Externe Anbieter werden dann an Schulen eingeladen, wenn sie ortsnah und kostengünstig sind.

Eine im Zuge der #wirfürschule-Dynamik entstandene Plattform, die z. B. von der Kultusministerkonferenz gefördert wird, würde zudem das notwendige offizielle “Qualitätssiegel” aufweisen.

Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung? Von dieser Lösung profitieren sowohl medienkompetente als auch noch nicht digitalaffine Pädagog*innen, die ihren Schüler*innen einen sicheren Umgang mit digitalen Medien und Inhalten ermöglichen wollen und hierfür maßgeschneiderte Materialien benötigen.

Welchen Einfluss hat eure Lösung auf die aktuelle Situation? Durch die Corona-Krise hat das Thema Digitalisierung im Bildungskontext Rückenwind bekommen. Wenn nun hoffentlich aus der Krise Chancen genutzt und Versäumnisse aufgeholt werden, müssen diese von Anfang an durch die Vermittlung von Medienkompetenz begleitet werden (von Klassenchat über PowerPoint bis Video-Call). Unser Lösungsvorschlag strukturiert die Informationsflut, nimmt Lehrkräften die (zeitliche) Einstiegshürde und befähigt sie zu einem kompetenten und effizienten Umgang mit den Folgen der Digitalisierung.

Wie ist der langfristige Wert eurer Lösung? Der langfristige Wert ist unschätzbar. Aufklärungsarbeit über neue Medien hat mehr Wert als ursprünglich gedacht: Nachweislich wird neben Bildungsqualität, Lernkultur und Teilhabemöglichkeiten, Persönlichkeitsentwicklung auch die Ausbildung von Werten gefördert. Zudem stärkt es Prävention und Risikomanagement. Das mittelbare Ergebnis unseres Portals, also die erfolgreiche Vermittlung von Medienkompetenzen, leistet einen entscheidenden Beitrag zu einem zeitgemäßen Bildungsauftrag der Institution Schule. Auch das Verhältnis in Familien und Schulen kann sich verbessern, Kinder können vor kriminellen Gefahren besser geschützt werden, Kinder werden sich zu mündigen Mediennutzern entwickeln und die Botschaften von Konzernen, Politik & Co. besser verstehen und einordnen (“media and information literacy”). Nicht zuletzt sind Medienkompetenzen die Hard- und Softskills unserer Zeit und der Zukunft, sodass deren Vermittlung in der Schule unabdingbar für die (professionelle und persönliche) Zukunftsfähigkeit der Schüler*innen hat. Die Tatsache, dass mindestens zwei weitere Teams im Hackathon ähnlich gelagerte Lösungsansätze erarbeiten (Teams "WOndertag/Bundesweite Plattform innovativer außerschulischer Lernorte", “ExPatch” und “Zukunftskompetenz Schulmobil”), bestärkt uns in der Annahme, dass wir einen echten “Schmerz” identifziert haben und angehen.

Wie bewertet ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit eurer Lösung? Die mediale Aufmerksamkeit rund um den Hackathon, die hochrangigen Schirmherr*innen sowie die Initiator-Organisationen bieten das ideale Netzwerk für die Umsetzung. Unsere Lösung zahlt auf die Interessen aller Involvierten ein. Mit lehrermarktplatz.de gibt es es Kompetenzen rund um Aufbau & Betrieb eines Portals. Dazu kommt, dass ein Großteil des potenziellen Portal-Inhalts bereits verfügbar ist (Webseiten, Materialien), welche “lediglich” auf unserem Portal gebündelt und unter der offiziellen Portalmarke dargestellt, verlinkt und um Downloadables ergänzt angeboten würden. Das Thema Skalierbarkeit entfällt aufgrund der Tatsache, dass wir von einem einzigen, zentralen Portal sprechen. Wir bewerten die Umsetzbarkeit als unbedingt überfällig, notwendig und machbar. Hierbei setzen wir auf staatliche Unterstützung durch die Ministerien und Länder.

Vorgehen und Fortschritt

Wie ist der Lösungsansatz entstanden? Die Entstehung eines Teams, in dem zum einen Lehrer*innen von ganz unterschiedlich digital ausgestatteten Schulen, digitale Coaches für Schulen, eine Projektleiterin eines Anbieters von digitaler Bildung für Kinder, von denen einige auch noch selbst Eltern sind, ließ schnell deutlich werden, dass das Bedürfnis nach einer fundierten Ausbildung des digitalen Nachwuches groß ist. Die Bündelung unserer eigenen Kompetenzen und Erfahrungen erschien hier vielversprechend. Im Laufe des Hackathons stellte sich dann in Team Calls heraus, dass wir alle letztlich ein gemeinsames Ziel verfolgen - die Kinder und Jugendlichen kompetent und mündig im Umgang mit von ihnen doch sehr konsumierend und naiv genutzten Medien zu machen. Lehrkräften hier Material zur Verfügung zu stellen, um dies auch nachhaltig in den Schulen zu verankern und auch bei den Eltern ein Bewusstsein für ihre Verantwortung in diesem Bereich zu schaffen, ist uns allen eine Herzensangelegenheit, die uns im Hackathon vereint hat.

Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackathon Woche? Tag 1:

  • Die technischen Startschwierigkeiten sind am späten Nachmittag überwunden: Der Slack- Zugang ist endlich da und die Teamfindung kann beginnen!
  • Vergleichsweise schnell findet sich unser Team nun im Themenfeldchannel: unser gemeinsames Interesse
  • Medienkompetenz und Chancen/Risiken digitaler Medien bringt uns zusammen

Tag 2:

  • Das Team wächst und ist nun ein interdisziplinärer Mix aus Lehrer*innen (von digitaler Modellschule bis Windows-98-Old-School), Medienpädagog*innen, Eltern und digitalem Bildungsanbieter für Kinder. Für uns alle ist der erste Hackathon und wir bauen nicht auf einer bereits vorhandenen Idee auf!
  • Erster Team-Call: Der Austausch über Problem- und Ausgangslage offenbart uns unseren Lösungsansatz
  • Es gibt gemeinsame Arbeitsdokumente auf GoogleDrive
  • Eine Recherche zu bestehenden Angeboten bestätigt unser zuvor festgestelltes Problem

Tag 3:

  • Wir haben weitere Teams im Themenfeld 5 identifiziert, die ähnliche Themengebiete bearbeiten (Teams "Bundesweite Plattform innovativer außerschulischer Lernorte", “ExPatch” und “Zukunftskompetenz Schulmobil”) und tauschen uns in Calls aus! Ein weitere bestärkender Faktor, dass es auf diesem Gebiet offenbar einen großen Bedarf gibt.
  • Zweiter Team-Call: Wir schärfen unseren Lösungsansatz noch einmal.
  • Es liegt nun eine MindMap mit denjenigen Themenbereiche vor, die das Portal abbilden/bedienen soll (s. Anhang)
  • Wir vernetzen uns mit einer passenden Expertin für unser Thema “Medienkompetenz”

Tag 4:

  • Es gibt ein erstes Mock-Up für das Ergebnisvideo
  • Dritter Team-Call: Das Team finalisiert gemeinsam mit der Expertin die Projektbeschreibung
  • Eine überarbeitete Fassung des Ergebnisvideos wird zur Abstimmung gestellt
  • Die Projektbeschreibung wird ins Hackathon-CI gegossen

Tag 5:

  • Das Ergebnisvideo ist final
  • Die DevPost Maske wird final befüllt
  • Unser Projekt ist eingereicht!

Nächste Schritte

Wie testet ihr eure Annahmen? Man kann sich auf unterschiedliche Studien (BITKOM, DigiBitS) berufen.

Was ist eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung? Was benötigt ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-How, Budget)?

  • Kooperationspartner finden
  • Experten zur Erstellung des Portals festlegen
  • Personen, die die Recherche betreiben: multidisziplinäre Redaktion bestimmen (Lehrer*Innen, Wissenschaftler*innen, Schulverwaltung, Kultusministerien, Mediencoaches)
  • Sparringspartner aus der Politik, die das Projekt fördern; Budget

Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in eurem Team?

  • Leonie Lutz: Redakteurin u. Mediencoach --> für Materialentwicklung
  • Anika Osthoff: Lehrerin (Gymnasium, digitale Modellschule) --> für Materialentwicklung
  • Kerstin Butenhoff: Redakteurin u. Eltern-Medien-Beraterin --> als Redakteurin & Digital Coach
  • Janina Oest: Projektleiterin HABA Digitalwerkstatt --> Input zu externen Bildungsanbietern
  • Carolin Reining: Lehrerin (Realschule) --> für Materialentwicklung
  • Tong-Jin Smith: Journalistin/ Center for Media and Information Literacy FU Berlin --> für Materialentwicklung / Redaktionsleitung
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