In einer post-migrantischen Gesellschaft, die wiederum stark von neu hinzugezogenen Mitbürger*innen geprägt ist stellt sich die Frage, welche Rolle die Kultur in dem Prozess einer sich aufeinander zu bewegenden Gesellschaft spielen kann. Integration, das Recht auf gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe sowie das Menschenrecht auf ein würdevolles Leben ohne Diskriminierung stehen hier im Vordergrund. Das Defizit dieser Prinzipien steht in direktem Zusammenhang mit der Angst vor dem „Fremden“, dem Othering der Menschen mit anderem kulturellem Hintergrund sowie dem Nicht-Kennen der Menschen, die diesen Verhaltensweisen zum Opfer fallen. Resultat daraus sind Abspaltungen sowie Kategorisierungen der Bevölkerung in Gruppen, oft basierend auf nationalem oder religiösem Hintergrund. In einer Gesellschaft in der wir uns nicht begegnen, uns nicht austauschen oder die Bedürfnisse und Hintergründe einander nicht kennen, können diese Abgrenzungs- und Diskriminierungsprinzipien nur weiter wachsen und sich verfestigen, was wiederum einen erheblichen negativen Einfluss auf Chancengleichheit, Menschenwürde und gesellschaftliche Teilhabe hat.

Vision/Lösung

Produktion einer CD und Planung einer Konzerttournee mit Musiker*innen mit Migrations- und Fluchterfahrung Begegnung durch Musik und transkulturelle Verständigung durch kooperative Musikprojekte mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Kultur. Die Verbundenheit, die im gemeinsamen Musik Spielen entsteht, lässt uns einander besser sehen und verstehen. Musik ist ein kulturelles und politisches Produkt und beinhaltet neben dem internen Prozess das Potential diese Verständigung sichtbar zu machen und in die Öffentlichkeit zu bringen um als Beispiel für gegenseitigen Respekt und den Austausch auf Augenhöhe zu stehen. Darüber hinaus werden landes- oder bundesweit Musikvermittlungsprojekte mit den mitwirkenden Musiker*innen initiiert. Hierdurch wird die musikalische Vermittlungslandschaft diversifiziert und unser diverses Musiker*innen Team wird einer Vielzahl an vor allem jungen Zielgruppen sichtbar und erfahrbar gemacht. Es geht uns hierbei nicht darum ein abgeschlossenes Projekt durchzuführen, sonder auf Dauer die musikalische Landschaft zu diversifizieren und einen deutlichen Impuls zu setzten, der Menschen inspirieren soll durch die kulturelle Praxis, sei es nun Musik, Tanz, Theater etc., in diesen bewussten Prozess des Austauschs zu treten und somit die Verständigung in der Gesellschaft zu erhöhen und die eingangs benannten Prinzipien zu entkräftigen und diese Grenzen ab zu bauen. Wir wollen Weltoffenheit, Diversität und Antirassismus leben und zeigen und somit durch die Konzerte und die Öffentlichkeitswirkung die Gesellschaft beeinflussen. Diese Projekte sollen u.a. in Kooperationen mit anderen Initiativen stattfinden. Dazu haben wir uns im 48h Sprint mit Acts for Humanity e.V. verbunden um das gemeinsame Netzwerk zu verbinden und Unterstützung zu erhalten. Der Mehrgenerationen Treffpunkt Die Plantage in Wolfsburg ist an unserer Arbeit ebenfalls interessiert, hier können auch die Vermittlungsprojekte stattfinden. Durch den Austausch mit dem Europäischen Sufi Zentrum e.V. haben wir Kontakte zu Musiker*innen mit Migrations- und Fluchterfahrung erhalten. Im Weiteren möchten wir an unserer Außenwirkung arbeiten (Webdesign, Promotion, Social Media, etc.) und uns in transkultureller Kompetenz schulen. Das halten wir bei unserem Vorhaben für essentiell und erarbeiten derzeit ein Netzwerk an Expert*innen um uns zu dem Thema zu Coachen. In den Zoom Meetings des 48h Stunden Sprint konnten wir bereits interessante Akteur*innen kennenlernen.

Grundsätzlich sind wir an weiteren Kooperationsinitiativen interessiert, sowie Unterstützung im Design und Finanzierungsmöglichkeiten.

Kompetenzen

Wir sind als Band seit 9 Jahren aktiv und spielen viele Konzerte und Festivals in verschiedenen Ländern. In Kooperationsprojekten haben wir unsere musikalische transkulturelle Kompetenz ausgebaut und möchten diese stetig vertiefen. Neben der musikalischen Praxis sind wir als Musikpädagogen und Kulturmanager im transkulturellen Bereich tätig. Dazu zählen eine Vielzahl an durch das BMBF geförderte Musikvermittlungsprojekte, vornehmlich mit Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung, das „Integra“ Projekt, Vorbereitung auf ein Musik Studium für Musiker*innen mit Fluchterfahrung sowie Kooperationen mit dem „Welcome Board“ des Musikland Niedersachsens. Einbindung der Kursteilnehmer*innen in Konzerte und öffentliche Auftritte sowie die Besetzung von Musiker*innen mit Fluchterfahrung als Kursleitung in Vermittlungsprojekten schließen an das Kooperationsprinzip an.

Hintergrund

Seit Jahren leben wir die Diversität der globalen Musik in unserer Bandpraxis. Unsere Leidenschaft für die Musik dieser Welt hat uns die Türen zu vielem geöffnet was über den kulturellen Tellerrand hinausgeht. Im Fokus der musikalischen Arbeit ging es zu jeder Zeit darum die musikalischen Einflüsse die uns als Individuen begeistern in einem neuen Mix und energiegeladenen Live Sound zu verbinden. Was die Menschen bewegt, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Tanzen bewegt und wie sich diese Art von Musik auf so unterschiedliche Weise darstellt. Tanzmusik im weitesten Sinne, die Momente für ausgelassene Begegnung und Gemeinschaftsgefühl, für Freude und Ekstase zwischen Musik machenden und zuhörenden/tanzenden Menschen hat nie aufgehört uns zu begeistern. In den letzten Jahren wurde es uns immer deutlicher, dass dies unser Blick auf die Musik der Welt ist und dass die Grenze zwischen transkultureller Kommunikation durch Musik und kultureller Aneignung sehr dünn sein kann. Als junge, „weiße" Band im Bereich World Music und Global Music bewegen wir uns häufig im Spannungsfeld der kulturellen Aneignung, weshalb es für uns essentiell ist, uns mit den Auswirkungen und Mechanismen von kultureller Aneignung zu beschäftigen. In einer Post Imperialistischen und Post Migrantischen Gesellschaft ist die konkrete Auseinandersetzung mit den eigenen Mechanismen und Privilegierungen sowie die ehrliche Reflexion bezogen auf dieses Thema von grundlegender Bedeutung. Wir möchten in ehrlichen und echten Austausch treten und durch unsere diversen Erfahrungswelten einander bereichern und in einen Zustand gelangen in denen genau diese Begrifflichkeiten sich letztlich auflösen können. In unseren Kompositionsprozessen setzten wir uns damit stark auseinander und hatten bei unseren Tourneen das Glück immer wieder in direkte Kooperationen vor Ort zu treten. Wir sind privilegiert und haben alle das Glück gehabt den freien Zugang zur Bildung zu haben. Das wollen wir nutzen. Wir wollen das nutzen indem wir durch unseren offenen, transkulturellen musikalischen Ansatz mit Menschen in den direkten Kontakt treten. In unserer Bandgeschichte haben wir dies bereits praktiziert und möchten das in Zukunft weiter und konkreter ausbauen. Dazu ist die Kooperation mit der aus Malawi stammenden „Patience Namadingo Band“ 2018 zu erwähnen. Nach gemeinsamer Probenphase und Konzerten in Deutschland spielten wir mit ihnen, entsandt von der Stadt Hannover zum Jubiläum der Städtepartnerschaft, beim Lake of Stars Festival in Malawi im Oktober 2018. Weitere Kooperatinen waren z.B. mit der Chaban Familie aus Syrien mit der wir bereits kurz nach ihrer Flucht aus Syrien Konzerte beim Festival Theaterformen in Hannover oder bei der Niedersächsischen Landesvertretung in Berlin gespielt haben. Mit Abass Annour haben wir Konzerte gespielt mit den Liedern, die er in seinem Heimatland Sudan nicht spielen durfte. Wegen seiner Kritik an den gesellschaftlichen Missständen in seinen Texten musste er zur eigenen Sicherheit dieses Land verlassen. Unsere Band war auch vertreten bei dem Projekt „Welcome Board Ensemble“ des Musikland Niedersachsens, ein Ensemble aus 15 geflüchteten Musiker*innen unterschiedlichster Herkunft. Durch all diese Kooperationen wurde uns klar wie stark dies nicht nur für die musikalische Entwicklung ist sondern auch wie viel Raum es bietet für wichtigen kulturellen und menschlichen Austausch. Dies hat uns vor allem im menschlichen bereichert und uns gezeigt wie nah das gemeinsame Musik machen die Menschen bringen kann. Denn in Probeprozessen und Konzerten geht der Austausch weit über das Musikalische hinaus. Es entstehen, bei entsprechender Haltung der Mitwirkenden einander gegenüber, freundschaftliche und familiäre Bindungen, die für uns bis heute bestehen und in denen die Erfahrungswelten, die Hintergründe und Bedürfnisse sowie Wünsche der Menschen deutlich und verstanden werden. In der Musik muss eine Harmonie entstehen, ein gemeinsamer Rhythmus und ein gegenseitiges Verständnis. Das alles überträgt sich auf wunderbare Weise auf das Zwischenmenschliche. Dies hat uns menschlich sowie musikalisch so geprägt, dass wir diese Arbeit als Band ausbauen möchten.

Kurzportrait

Zu den wunderbaren Eigenschaften von Musik zählen unbeschränkte Möglichkeiten. Makatumbe ist eine Formation, die verschiedene musikalische Backgrounds in einem eigenen Groove vereint. Dabei erschaffen die vier jungen Musiker aus Hannover eine einzigartige Mischung aus World und Future Pop. Es entstehteine abwechslungsreiche und energiegeladene Mischung aus internationaler Volks-, Tanz- und Popmusik und allem was sonst noch Spaß macht. Deswegen ist auch die Besetzung von Makatumbe in ihrem Klang und ihrer lebhaften Bühnenpräsenz ebenso breit gefächert wie ihre Musik: Vokalakrobatik und Klarinette breiten sich mit Beatbox, Raggamuffin, Stimmimmitation und Obertongesang auf einer melodischen Akkordeon-Klangwelle aus, die auf einem massiven Groovegerüst aus Bass und Schlagzeug rollt. Die Melodien fliegen, der Bass drückt und die Musik, das Publikum, die Band, einfach alles wird eins. Das ist Makatumbe. Kennengelernt haben sich zunächst drei der vier Musiker beim Studium in Hildesheim. Nach einer längeren Phase des experimentierens und teilweise reinen Improvisationskonzerten im tanzbaren Musikstil hat sich in 2017 die Band komplettiert und fokussiert sich dabei auf die konkrete Ausarbeitung tanzbarer World Music mit ganz eigenem Geschmack. Der Geist der Spontaneität lebt in Stücken jedoch weiter und kreiert laufend spontane und mit dem Publikum einbezogene Momente. Man kann ihre Freude am Musik spielen nicht nur hören sondern ganz deutlich sehen. Die vier bringen unterschiedlichste Einflüsse ihrer eigenen musikalischen Sozialisation zusammen sowie Reggae, Drum'n'Bass, Reggaeton, Balkan Styles, Latin, Cumbia, Pop, Jazz und Volksmusik.

PRESSE

Jury beim Finale des Creole Global Music Contest 2017 (Preis für herausragende musikalische Vielfalt & Publikumspreis) „Mit lustvollen Grenzüberschreitungen, einem bunten Sprachenmix und einer gleichzeitig unterhaltsamen wie ebenso lebhaften Bühnenpräsenz entwickelt Makatumbe eine eigene spannend abwechslungsreiche Musik, die das Publikum mitzureißen vermag und zum Tanzen bringt.“

Folker Magazin 2019 „Die vier bedienen sich mit atemberaubender Stilsicherheit und Kenntnis aus dem globalen Topf traditioneller Musikstile und mischen daraus ihre ureigene Sicht auf die Musik dieses Planeten. Wohl nur wenige Bands liefern ein solch perfektes Debüt ab. Makatumbe gehört dazu. Einfach hinreißend.“

Hannover Allgemeine Zeitung 2018 „'Wir verwandeln jetzt diesen Saal in eine globale Welt', verspricht die hannoversche Band Makatumbe am Anfang des Abends. Der Gewinner des creole Wettbewerbs 2017 löst dieses Versprechen umgehend mit einer Achterbahnfahrt durch allerlei musikalische Stile ein. Von Jamaika geht’s nach Bulgarien. Von dort zurück nach Kolumbien; dann wieder nach London. Reggae, Hip-Hop, Drum’n’Bass, Techno, Klezmer, Obertongesang, Orientalisches: In der Musik Makatumbes ist vieles möglich, eines aber bleibt sie immer - tanzbar.”

VITA

Dezember 2012 Gründung MAKATUMBE

April 2015 Minitour Istanbul

November 2017 Publikumspreis und Preis für herausragende musikalische Vielfalt beim Creole Weltmusik Preis in Hannover

Juni 2018 Release des ersten Albums „Makatumbe“

September/Oktober 2018 Tour in Malawi (Afrika)

November 2018 Release Musikvideo „Cumbia Sobre el Mar“

September 2019 Osteuropa Tour + Festival Videodreh

Oktober 2019 Release von 2 Livevideos

April 2020 Release Musikvideo „Azwaw“ (gedreht auf dem Goulash Disko Festival)

Mai 2020 Release Musikvideo „Vanilla Funk“

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