Inspiration
Wir wurden inspiriert von vielen erfolgreichen Ansätzen von Lernen im Freien, z. B. in Dänemark, Schottland, Neuseeland und immer häufiger auch in Deutschland. Inspiriert hat uns auch die rasant wachsende Zahl von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Lehrpersonen, die den alleinigen Fokus auf Unterricht im Innenraum als nicht mehr zeitgemäß erachten. Bestärkt wurden wir auch durch die offiziellen Dokumente zur Agenda 2030 von 193 Unterzeichnerstaaten (SDGs), in denen an vielen Stellen angemerkt wird: Bildung für nachhaltige Entwicklung und der Grundstein zur Lösung der globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts kann nicht ausschließlich im Klassenzimmer erfolgen. Die Bedingungen der CORONA-Pandemie haben diese Notwendigkeit noch sichtbarer und drängender gemacht.
Wie lautet der Name eures Projekts?: Lernen im Freien (LiF) - Wir machen Bildung draußen
Wie heißt euer Team Slack Channel?: #Umsetzung_lernen-im-freien
Wie groß ist euer Team (als Zahl)?: 108
Welches Aktionsfeld adressiert ihr?: 4. Zukunftskompetenz und Lernkultur #50 #51 #53 #56 #63 #68 #73 #74 #75 #76 #77 #78 #79 #80
Welche Herausforderung adressiert ihr?: 4.3. Neue kompetenz- und zukunftsorientierte Lernkultur etablieren 4.4. Exemplarisch und heuristisch Lernen, bereits in der Ausbildung der Lehrer*innen Lebensweltbezüge, 21st Century Skills, Bewegung & Gesundheit, BNE, Lernen durch Engagement
Was ist das Problem, das ihr mit eurer Lösung für die Schule von Morgen lösen/verbessern wollt?: Mangel an Selbstbewusstsein, Selbstwirksamkeitserfahrungen und Gelegenheiten für Engagement für Lernende und Lehrenden, Mangel an Lernmotivation, fehlende Lebensweltbezüge in der Bildung, Mangel an Bewegung, fehlende Natur- & Kultur-Nähe, bisher kaum vernetztes Denken (Details siehe Manifest und ergänzendes Padlet)
Wer ist von dieser Problematik betroffen, und auf welche Weise? Wieso ist das ein kritisches Problem?: Die oben genannten Problematiken betreffen einen Großteil der Schüler*innen und KiTa-Kinder, der Lehrer*innen, der Erzieher*innen und Eltern, starke Zunahme (Prävalenzen) von physischen und psychischen Erkrankungen bei Kindern- und Jugendlichen.
Was ist euer Lösungsansatz?: Wir wollen, dass Lernen regelmäßig außerhalb der geschlossenen Räume von KiTa und Schule in vielfältigen Lernumgebungen in viel größerem Umfang etabliert wird.
Von welchen Annahmen geht Ihr bei eurem Lösungsansatz aus?: Lernen im Freien kann auf verschiedenen Ebenen zu positiven Effekten für Kinder, Schüler*innen, Lehrer*innen und Erzieher*innen führen: Steigerung der Lernmotivation, Erhöhung der körperliche Aktivität/Reduktion des sedentären/ bewegungsarmen Verhaltens, dadurch erhöhte physische und psychische Gesundheit, verbesserte soziale Beziehungen und erhöhte Naturverbundenheit.
Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?: Alle Akteure in Kita und Schule: ein Großteil der Schüler*innen und KiTa-Kinder, der Lehrer*innen, der Erzieher*innen und Eltern
Welche Wirkung soll eure Lösung erzielen? Wie soll eure Lösung die Situation verändern? Was ist der langfristige Wert eurer Lösung?: Die Aufhebung der Entfremdung des Lernens von der realen Welt und den aktuellen Anforderungen des konkreten Lebens und der jetzt noch unbekannten Zukunft. (Mehr Informationen im Manifest und mit Beispielen aus der Praxis, im angehängten Padlet)
Welche Voraussetzungen oder Rahmenbedingungen braucht es für die Umsetzung eurer Lösung? Sind diese bereits gegeben?: Vorausetzungen sind engagierte und gut informierte Lehrer*innen. Weitere Bedingungen sind größtenteils gegeben, werden aber meistens nicht genutzt. Erkenntnismangel über Nutzen, Ängste und Vorbehalte im scheinbar Ungewissen zu arbeiten, müssen oft noch abgebaut werden. Nötig sind größere Verbreitung der Konzepte des Lernen im Freien; Abbau von bürokratischen Hürden beim Verlassen des Schulgeländes bzw. des KiTa-Geländes (rechtliche Rahmenbedingungen von Unterrichtsgängen); Verankerung des Lernen im Freien und der zugrundeliegenden pädagogisch-didaktischen Konzepte in der universitären Ausbildung von Lehramtstudierenden
Wie habt ihr die Lösung entwickelt? Welche Aspekte habt ihr dabei berücksichtigt?: Unsere Lösung ist das sehr umfangreiche Konzept der Outdoor Education. Wir haben über Jahrzehnte bewährte Vorbilder in Skandinavien, Österreich, Deutschland, der Schweiz und englischsprachigen Ländern. In Deutschland ist Lernen im Freien noch relativ wenig vertreten. Wir möchten die Umsetzung von Outdoor Education - das Lernen im Freien - auf den Weg bringen, die Akteure vernetzen, unterstützen und vor allem Mut zu den ersten Schritten nach Draußen machen. Praxis: Wir sind in der Praxis unterwegs und gehen selbst mit Kindern und Jugendlichen zum Lernen nach Draußen und begleiten Pädagogen beim Lernen im Freien. Hochschule & Erwachsenenbildung: Wir unterrichten Outdoor Education in Ausbildungen und Fortbildungen, in Fachhochschule und Hochschule Coaching & Beratung: Wir coachen und beraten in Zusammenarbeit mit den staatlichen Lehrerbildungs-Instituten und Fachhochschulen die Schulen. Forschung: Wir forschen zu verschiedenen Aspekten des Lernens im Freien und stehen im internationalen Austausch mit Kollegen. Veröffentlichungen: Wir veröffentlichen in Fachliteratur und Allgemein-Literatur über unsere Erfahrungen, Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Forschung sowie über praktische Beispiele Vernetzung: Wir vernetzen Akteure aus der Praxis, mit Akteuren und Interessierten aus Elternschaft, Schulleitung, Ministerien, aus Kultur, Kunst, Wirtschaft und anderen Bereichen wie u.a. dem Umweltschutz sowie der Bildung für Nachhaltige Entwicklung. Bildungspolitisches Engagement: Wir machen Lernen im Freien publik über Presse, Podcasts und im Netz u.a. über soziale Medien.
Habt ihr bei Null angefangen oder hattet ihr bereits einen vorher bestehenden Ansatz? Was war euer Fortschritt in der Hackathon Woche?: In Skandinavien, Österreich, Deutschland, der Schweiz und englischsprachigen Ländern entwickeln sich seit mehr als 30 Jahren die Ansätze der Outdoor Education, Udeskole und Teaching Outside the Classroom, von Waldkindergarten bis zur Draußen-Schule, zusammengefasst als Lernen im Freien. Dr. Johanna Pareigis hat im Januar 2018 Die Bewegung Lernen im Freien gegründet. Wir vernetzen uns seitdem als Graswurzelbewegung über eine Vielzahl persönlicher Kontakte und Kollaborationen. Wir, die wir nun im Hackathon 2021 dieses Manifest formuliert haben, kannten uns in dieser Zusammensetzung vorher nur teilweise. Der Fortschritt des Hackathon liegt im konzentrierten und sehr motivierten Zusammenarbeiten von Akteuren unterschiedlichster Bereiche, die sich anders nicht getroffen hätten. Die digitale Kommunikation erlaubt trotz weiterlaufenden Arbeitsalltages das Zusammenwirken der Akteure: Eltern, Studierende, Hochschullehrer, Forscher, Lehrer, Fortbildner und Bildungs-Aktivisten aus Wirtschaft, Erlebnispädagogik, Kunst und anderen Bereichen. Das Ergebnis unseres Fortschrittes ist es, unsere Absicht zum Lernen im Freien in unserem Manifest zu erklären und so bildungspolitisch sichtbar zu machen, sowie die Bereitstellung einer - vorher schon zusammengestellten- Materialsammlung zum Lernen im Freien.
Auf welchen zeitlichen Rahmen ist die Umsetzung der Lösung angesetzt? Was wären die nächsten Schritte?: Wir wollen unser Netzwerk und die oben beschriebenen Aktivitäten ausbauen. Einige der Akteure des Team gründen gerade ein bundesdeutsches Draußen-Lernen Netzwerk. Geplant sind weiterhin für 2022 regionale Draußen-Lernen Kongresse für Lehrpersonen. Weitere Schritte sollen z.B. sein: Versorgung mit Informationen und Praxis-Beispielen, Erweiterung Lehreraus- und Fortbildung, Arbeit an der Haltung der Lehrenden und staatlichen Institutionen wie Ministerien.
Was benötigt ihr an Ressourcen (Wissen, Wo/Men-Power, Budget etc.) für eine erfolgreiche Umsetzung?: Als Ressourcen brauchen wir Finanzen und gesellschaftliche, bildungspolitische Anerkennung. Wir haben ein Netzwerk an Praktiker*innen, Berater*innen und Forschenden. Hierüber können wir Impulse setzen, in dem wir über die sozialen Medien, über Lehre und Veröffentlichungen, für Fortbildungen, Beratungen und andere praktische Veranstaltungen sowie durch den direkten Kontakt mit Ministerien, Kindergärten und Schulen das Konzept vermitteln. Partnerschaften und Kultur- & Naturprojekte vor Ort bieten konkrete Hilfestellungen und bedürfen der Anerkennung als “ernstzunehmende Bildung”. Auch wenn die gesamte Gesellschaft an guter Bildung beteiligt werden muss sollte ehrenamtliche Arbeit nur ergänzend unterstützen und die Ausnahme bleiben. Gute Bildungsarbeit muss der Gesellschaft auch viel wert (Finanzen) sein. Intern sind wir als Netzwerk gut aufgestellt und können zielorientiert einige Ressourcen freisetzen. Neben der Liebe zu Kindern und Jugendlichen und zum Lernen im Freien, sind unsere wichtigsten Ressourcen - unser Wissen und unsere Motivation. Sie werden stetig weiterentwickelt durch die Arbeit im Netzwerk und durch regelmäßige Reflexionen innerhalb und außerhalb der Gruppe.
Wer sind die relevanten Stakeholder in der Umsetzung und müsste mit „ins Boot“ geholt werden?: Unsere Haupt-Interessensgruppe sind Schüler*innen und Lehrer*innen sowie Kindergartenkinder und Erzieher*innen. Auch wenn die Kinder in erster Linie nicht über eine “Lernmöglichkeit im Freien” entscheiden können, so steht ihr Lernerfolg im Vordergrund. Wir arbeiten eng mit Lehrer*innen und Erzieher*innen zusammen. Beide brauchen MutI und Informationen für das Verständnis und die Befähigung zu dieser offeneren Form von Bildung. Die Leitungen von KiTa und Schule sind eine sehr wichtige Interessensgruppe, die das Lernen im Freien ermöglichen muss und gut unterstützen kann. Weitere Stakeholder finden sich dort, wo die Haltungen zum Lernen und Lehren entwickelt und verbreitet werden. Lernen im Freien muss als “echte Bildung” durch Politik und Gesellschaft anerkannt werden.
Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit eurer Lösung?: Die Umsetzbarkeit der Lösung hat sich schon lange als realistisch und relativ einfach bewiesen, wenn die Leitungen von KiTa Und Schule die Möglichkeiten geben und die Lehrpersonen hierzu “befähigt” werden. Häufig verwechseln die Lehrer*innen und Erzieher*innen das Lernen im Freien mit Ausflügen oder outgesourctem außerschulischem Lernen. Da es nicht um “wir machen einen Ausflug ins Tiergehege” geht, muss das Konzept vorab näher gebracht werden. Fortbildungen und Hospitationen sind hier genauso notwendig wie sonst bei guter Bildung. Die Skalierbarkeit des Erfolgs kann durch klare Zielsetzungen (SMART-Methode) und vorgefertigte Feedback-Bögen (Lehrer*innen, Schüler*innen, Erzieher*innen und Eltern) angestrebt werden. Es liegen schon länger internationale Forschungen zu Outdoor Education vor. Aktuelle Forschungen arbeiten an der weiteren Evaluierung der Wirkungen vom Lernen im Freien und dem Kartieren der verschiedenen Ausformungen der Outdoor Education. (Einige Studien finden sind im Padlet).
Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?: Ja, wir sind selbst - alle auf verschiedenen Weisen - an der Umsetzung interessiert. Das Team hat sich in dieser Zusammensetzung erst im Hackathon gefunden. Rollenzuteiligungen existierten nicht wirklich. Wir haben als Expertenteam mit unterschiedlichen Expertisen zusammengearbeitet. Unsere Arbeitsaufteilung wurde nach Zeitkontingent und Expertise zur Verfügung gestellt und von JoHanna Pareigis koordiniert und geleitet. Mit dabei waren Dr. JoHanna Pareigis (Kiel) (Founderin von Die Bewegung Lernen im Freien, Koordinatorin von Channel #Umsetzung_Lernen-im-Freien, Biologin, Autorin, Netzwerkerin, Coach, Bildungsreferentin mit den Schwerpunkten Draußen-Lernen, Bildung für Nachhaltige Entwicklung, Naturwissenschaft, Begabungsförderung, Sachunterricht; Kulturvermittlerin, Tanzpädagogin) www.JohannaPareigis.de www.Lernen-im-Freien.de Martina Wotsch (Nürnberg, Bilanzbuchhalterin; engagierte Mutter) Christian Staubach (Karlsruhe, Ausbilder Erlebnispädagogik, Scrum Master, Sportmental Coach) Dr. Cliff Rehr (Hamburg, Director of Human Resources bei STEINWAY & Sons; Coach) Mathis Brandt (Kiel, Student der Soziologie und Politikwissenschaften, Fußballtrainer und Fußballtrainer-Obmann Dr. Christoph Mall (München, TU München; Sportwissenschaftler) Dr. Jakob von Au (Heidelberg, PH Heidelberg, Gymnasiallehrer) Carmen Becker (Tübingen, Lehrerin an Beruflicher Schule; Yogalehrerin) Tanja Kohn (Bayern, Projektmanagerin & Beraterin, ist interessiert Agilität in die Schule zu bringen) Antje Smorra (Flensburg, Grundschullehrerin, Künstlerin, Kreisfachberaterin für Kulturelle Bildung) Rebecca Jung (München, möchte als Mutter die gute Bildung aus dem Waldkindergarten in Schule weitergeführt sehen) Julia Mirle Sültz (Hamburg, Lehrerin, hat Outdoor Education in Schweden studiert, Lehrerbildung am LI in Hamburg u.a. Sachunterricht und Draußen-Lernen) Isabelle Schuhladen Le Bourhis (Lehrerin, Lernen durch Lehren (LdL), Neue Menschenrechte (NMR), Visualisierung von Lernen im Freien (Grafik)
Wir würden uns sehr über ein Video (max. 2-3 Minuten) freuen, in dem ihr eure Idee und euer Team vorstellt!: https://www.youtube.com/watch?v=LCG40j0hncM&t=7s
Hier könnt ihr weitere Links/Demos/Dokumente mit uns teilen, die uns zusätzliche EInblicke in eure Lösung geben: https://lernenimfreien.padlet.org/johannapareigis/x1nbzxs7em07xmy8
Built With
- google-docs
- miro
- padlet
- slack




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