Projekttitel: Lebenskompass - ein modulares Konzept zur Förderung von Zukunftskompetenzen

Projektteam: LBKfürSchule

Projektteilnehmer*innen: Laura Finzel (Schülerin), Linda Freier (Lehrerin), Jessica Jansson (Lehrerin), Andrea Krollmann (Lehrerin)

PROBLEMBESCHREIBUNG „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“ Diese Vorstellung, dass junge Menschen frech, wild und wunderbar sind, sind Kompetenzen, die wir im Schulalltag nicht immer zulassen, der Blick der Lehrenden ist häufig auf Vorschriften im Allgemeinen und auf das Defizit im Besonderen gerichtet. Der Fokus liegt meist weder auf der Kreativität noch auf (gewaltfreier) Kommunikation, Kollaboration oder Spontaneität. Erwartet wird hingegen die Anpassung an den Lehrplan, das Unterrichten nach Standards, das Auswendiglernen trägen Wissens. Im Rahmen der Digitalisierung geraten aber andere Zukunftskompetenzen in den Blickpunkt. In einer Welt, in der Wissen ständig verfügbar ist, scheint pure Wissensvermittlung nicht mehr zeitgemäß zu sein. Viel wichtiger erscheint es uns hier, Schüler*innen den Umgang mit und das Miteinander in einer digitalisierten Welt näher zu bringen. Kritisches Hinterfragen ist in Zeiten ständigen Wandels und der Fake News wohl ebenso wichtig wie Entspannung und Entwicklung einer Work-Life-Balance aufgrund von ständiger Reizüberflutung und Erreichbarkeit. Ebenso braucht auch die Vorbereitung auf die Arbeitswelt der Schüler*innen eine Generalüberholung. Viele altgediente, klassische Ausbildungsberufe fallen in den nächsten Jahren weg, neue Berufsbilder entstehen - gerade im Bereich der Digitalisierung. Auf die gilt es unsere Schüler*innen vorzubereiten. In unserer Vorstellung sehen wir eine Schule der Zukunft, die wieder die Schüler*innen als Menschen in den Mittelpunkt stellen und nicht Standards und klassische Leistungsüberprüfung. Unsere leitende Fragestellung lautete also: Wie können wir zeitnah diese „Zukunftskompetenzen“ schon an unsere Schüler*innen weitergeben, ohne dass eine Revolution des Schulsystems vonnöten ist?

LÖSUNGSBESCHREIBUNG Leitendes Zitat während des Hackathons war ein Zitat von Aristoteles: „Von Natur aus strebt jedes Wesen nach einem ihm eigentümlichen Gut, indem es seine Vollendung findet.“ Mit dieser Aussage stellt er das Sein des Menschen in den Mittelpunkt und ermutigt uns zur Selbstfindung und zur Selbstentwicklung. Eine Schule der Zukunft soll eben genau dies tun; Den jungen Lernenden genügend Raum geben, ihnen bei ihrer Selbstfindung und Selbstentwicklung zu helfen und sie somit auf die unterschiedlichen Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Die Entscheidung fiel deshalb auch auf ein modulares Konzept, welches unterschiedliche Zukunftskompetenzen der Schüler*innen fördert, weil uns das Fächer- und Stundenprinzip zunächst nicht auflösbar erscheint. Die 12 Module (die ggf. auch erweitert werden können) bauen nicht aufeinander auf, sondern können – je nach Bedürfnis und Interessenlage teilweise oder vollständig und in beliebiger Reihenfolge von den Schüler*innen durchlaufen werden. Die Belegung der Module ist über den gesamten Zeitraum des Schulbesuchs (am Berufskolleg ca. 1-3 Jahre, je nach Bildungsgang) möglich. Im Fokus des Konzepts steht Persönlichkeitsentwicklung und das Erlernen von Lebensstrategien als wichtiges Element der schulischen Laufbahn. Ziel ist es, jungen Menschen Fähigkeiten und Fertigkeiten, Instrumente, Methoden und Techniken - auch die der Reflexion - erfahrbar zu machen, mit denen sie Unterstützungen für ihren persönlichen und beruflichen Werdegang erhalten. Dabei steht nicht das Aufzeigen scheinbar „richtiger“ Wege steht im Vordergrund, sondern es sollen vielmehr Strategien aufgezeigt werden, wie sie ihre selbst definierten Ziele eigenständig erreichen, wie sie ihre Persönlichkeit erkennen, ihre Stärken identifizieren und weiterentwickeln können. Der Erfolg des Konzeptes liegt im „Bedienen“ des Lebenskompasses: Er ist dann ersichtlich, wenn die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, ihren persönlichen und beruflichen Werdegang selbstständig, nachhaltig und reflektiert zu bestimmen – und jederzeit bei Bedarf neu auszurichten. Der Lebenskompass ist durch seinen modularisierten Aufbau und Flexibilität unkompliziert und unabhängig von bestehenden Stundenplänen und Bildungsgängen im System Schule umsetzbar. So besteht z.B. die Möglichkeit der Implementierung der Module in den Differenzierungsbereich oder im Rahmen von Projektwochen. Da wir an einer berufsbildenden Schule tätig sind, bietet es sich an, Synergieeffekte zu nutzen und statt externer Kooperationspartner Auszubildende aus verschiedenen Abteilungen als Experten heranzuziehen. Kollaboration, Kommunikation und Kreativität sind also auch dabei wichtige Pfeiler des Konzepts. Am Ende wird den Lernenden ein Zertifikat über die Module ausgestellt. Die Zukunftskompetenzen, die durch den Lebenskompass vermittelt werden, haben einen langfristigen Wert, weil sie nicht nur die Schüler*innen zu starken Persönlichkeiten werden lassen, sondern auch dem Arbeitsmarkt selbstbewusste, kreative und kommunikative Arbeitnehmer*innen liefern. Der Lebenskompass und seine Module können ebenfalls immer wieder den modernen Herausforderungen der Arbeits- und Berufswelt angepasst werden. Wir sehen deshalb einen nachhaltigen Wert in unserem Konzept des Lebenskompass.

VORGEHEN UND FORTSCHRITT Die Grundidee des Lebenskompass entwickelte unser Teammitglied Andrea Krollmann schon vor längerer Zeit. Allerdings blieb es auch zunächst bei einer Idee für eventuelle Module. Durch die Teilnahme am Hackathon ergab sich dann für uns die Möglichkeit, aus der Idee ein Konzept (Meilenstein) werden zu lassen. Die schon existieren Ideen für Module (im Konzept blau) wurden durch zentrale Ziele und die Einbindung von Experten ergänzt, zudem wurden die Module für die Zukunftskompetenzen (im Konzept grün) Kollaboration, Kommunikation und Kreativität ergänzt. Durch die Teilnahme der Schülersprecherin unserer Schule konnten wir zudem den Lebenskompass auch aus Schülerperspektive optimieren. Im Rahmen des Hackathons entstand zudem das Logo des Lebenskompass sowie das zweiminütige Video, welches wir weiterhin als Grundlage für einen Imagefilm nutzen werden.

PROTOTYP Ein vorläufiges Konzept zum Lebenskompass ist unter dem folgenden Link zu finden:

https://wke.lt/w/s/9_ugC6

Nächste Schritte Die nächsten Schritte bei der Umsetzung sind zum einen die genaue Ausgestaltung der Module, sodass sie flexibel umsetzbar sind (Materialien, Räumlichkeiten, Methoden…). Zum anderen müssen die dazu benötigten Experten und Kooperationspartner akquiriert und ein Budgetrahmen zur Finanzierung festgelegt werden. Dazu wird in nächster Zukunft eine Broschüre erstellt, um den Lebenskompass auch einer breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein erster Testdurchlauf mit ausgewählten Modulen soll bereits im Schuljahr 2020/2021 an unserer Schule durchgeführt werden. Aus der Evaluation dieses Durchgangs werden wir das Konzept weiter optimieren.

Built With

  • animater
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