Welcher Herausforderung wir uns gestellt haben

Besonders hart trifft die Corona-Krise diejenigen, die ohnehin schon schutzbedürftig sind. Dazu zählen vor allem Geflüchtete an Europas Außengrenzen. Alleine im Camp Moria auf der griechischen Insel Lesbos leben derzeit über 20.000 Menschen, obwohl nur Platz für 3.000 ist. Geflüchtete leben dort auf kleinstem Raum unter unmenschlichen Bedingungen zusammen und es fehlt an medizinischer Versorgung als auch an Zugang zu Wasser.

Wenn das Corona-Virus eines der Geflüchtetencamps erreicht, ist das eine Katastrophe für die Menschen vor Ort. Es gibt kaum nennenswerten Zugang zu ärztlicher Versorgung und keine Möglichkeit der Quarantäne. Wie soll man zuhause bleiben, wenn man mit bis zu sechs Menschen auf drei Quadratmetern lebt? Wie soll man sich regelmäßig die Hände waschen, wenn auf 1.300 Menschen eine Wasserzapfstelle kommt und es keine Seife gibt? Wie soll man Abstand zu anderen halten, wenn man mehrmals täglich in engen Schlangen für Essen und Toilette anstehen muss?

Wollen wir uns also ernsthaft der Gemeinschaftsaufgabe stellen, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen, müssen die Flüchtlingscamps an Europas Außengrenzen jetzt evakuiert werden! Doch trotz kundgegebener Bereitschaft deutscher Städte und Kommunen zur Aufnahme von Geflüchteten ist bisher noch nichts passiert. Das wollen wir ändern!

Welche Lösung wir gefunden haben

Eine schnelle und effektive Lösung, um zum Handeln aufzurufen und bereits bestehende Initiativen miteinander zu vernetzten, bietet unsere Can´t Wash My Hands Website, die wir im Rahmen des #WirVsVirus-Hackathons der Bundesregierung erstellt haben.

Was uns wichtig war

Aktionen sichtbarer machen Da es viele Initiativen gibt, die sich diesem oder ähnlichen Themen widmen, war es uns wichtig, bereits vorhandene Kampagnen und Petitionen zu pushen und eine Vernetzungsplattform für weitere Zusammenarbeit auf deutscher und europäischer Ebene zu bieten.

Visualisierung der Situation Die Flüchtlingscamps an den europäischen Außengrenzen sind überfüllt, da kommt zum Beispiel 1 Wasserhahn auf 1300 Leute. Das ist für viele schwer vorstellbar und wir wollten die Situation anhand von Grafiken und Karten verbindlichen.

Auf Organisationen vor Ort und weltweit aufmerksam machen Viele Organisationen sind vor Ort, haben Informationen aus erster Hand und wissen was gebraucht wird. Wir haben Kontakt mit ihnen aufgenommen und tragen die Informationen auf unserer Website zusammen.

Sprachrohr für Menschen vor Ort sein Es geht um Menschen wie dich und mich. Wenn wir den Menschen vor Ort ein Sprachrohr schenken, können wir den Menschen hier in Deutschland bewusst machen worum es geht. Wir haben Kontakt mit Menschen in Flüchtlingscamps an der europäischen Außengrenze und wollen ihre Botschaft in die Welt tragen.

Kapazitäten aufzeigen Viele Kommunen und Gemeinden melden sich bereits freiwillig um Geflüchtete aufzunehmen. Wir haben eine Übersicht erstellt, die ihre Hilfsangebote zusammenträgt. Dies schafft einen Überblick und kann zur Weitervermittlung genutzt werden.

Aktiv werden erleichtern Damit Menschen in Deutschland, die gerne helfen würden, schneller handeln können, haben wir eine allgemeine Sammlung von Aktionsformaten zusammengestellt, die das Aktivwerden von Einzelnen erleichtert.

Auf dem neuesten Stand bleiben Auch wenn die meisten Nachrichten sich momentan auf andere Probleme in der Corona-Krise konzentrieren, haben wir einen News-Feed eingerichtet, der alle Interessierten einen guten Überblick über die aktuelle Lage zum Thema Corona und Geflüchtete bietet.

Welche Zielgruppe wir haben

  • Einzelpersonen, die sich bisher gar nicht oder nur wenig mit dem Thema befasst haben und sich sowohl informieren wollen, als auch Anreize zum Handeln erhalten wollen
  • Organisationen und Einrichtungen (z.B. Initiativen, Vereine, Glaubensgemeinschaften), die bereits über Wissen verfügen und eigene Kampagnen gestartet haben und sich weiter vernetzen wollen, um eine größere Reichweite zu erlangen
  • Politiker:innen, die unsere Forderungen unterstützen und die Plattform als Ressource sehen
  • Städte und Kommunen, die zur Aufnahme von weiteren Schutzbedürftigen bereit sind
  • Personen des öffentlichen Lebens** (z.B. Influencer:innen), die ihre Öffentlichkeit für einen positiven Zweck nutzen können und wollen

Wie wir gearbeitet haben

  • Regelmäßige Videochats zur Kommunikation (morgens, mittags, abends)
  • Sammlung unserer Skills und Ressourcen
  • GoogleDocs zum Protokollieren und Dokumentieren der Arbeitsschritte
  • Aufteilung in Arbeitsgruppen (Konzeptpapier, Research, Grafiken und Logo, Website, DevPost, Video-Pitch)
  • Keine Pausen ;))

Was schwierig war (aber nicht unmöglich)

  • Ideensammlung: Welche Idee ist tatsächlich umsetzbar und hilft am meisten Menschen?
  • Informationen sammeln: Was sind die Stellschrauben? Wer oder was ist eigentlich das Problem?
  • Kontakte knüpfen: Wer hat Kontakt zu wem? Wie kommen wir an die Personen vor Ort?
  • Wettlauf gegen die Zeit: Wie können wir effektiv arbeiten ohne Zeit zu verlieren?
  • Neue Herausforderungen: Sind wir bereit Dinge zu tun, die wir vorher noch nie getan haben?

Worauf wir stolz sind

Innerhalb von 48h haben wir es geschafft in einem interdisziplinären Team, das sich vorher noch nie begegnet ist, eine Website zu erstellen, die Menschenleben retten kann!

Wie es weiter gehen könnte

Die Can´t Wash My Hands Website könnte zu einer europäischen Aktions- und Vernetzungsplattform werden, die aus deutscher Initiative entstanden ist. Aus diesem Grund, wollen wir in Zukunft alle Informationen in Englisch anbieten und planen eine große deutschland- oder europaweite Social-Media-Aktion. Generell explodieren unsere Köpfe momentan voller Ideen, wie wir unser Zukunftspotential ausschöpfen können! Wir freuen uns auf das was kommt!

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