Problem:

Es kann doch nicht sein, dass so viele Schülerinnen und Schüler abgehängt werden und um viele Chancen gebracht werden, weil sie Probleme mit der (deutschen) Sprache haben. Es kann nicht sein, dass in einem Stadtteil, der ohnehin zu den sozial benachteiligten Quartieren Lünens gehört, ein so wichtiger Ort wie eine Bücherei fehlt. Sprachförderung heißt doch viel mehr als eine weitere Stunde Deutsch auf dem Stundenplan, oder?

Lösungsbeschreibung:

Soziale Gerechtigkeit bedeutet für uns, Rahmenbedingungen zu schaffen, die sprachliche Hürden verschwinden lassen oder zumindest kleiner werden lassen. Und zwar hier vor Ort: Indem wir einen Ort schaffen, der Lust macht auf Sprache. Einen Ort mit Büchern, Zeitschriften und Zeitungen, natürlich auch in digitaler Form. Einen Ort, wo man im Internet surfen kann, Ruhe hat zum Lernen, aber auch gemütlich einen Kaffee trinken kann. Einen Ort für alle, die in Lünen-Süd zur Schule gehen und dort leben. Einen Ort für Jung und Alt, für Groß und Klein. Und zwar mitten auf dem Schulgelände der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Lünen, sozusagen eine Stadtteilbücherei auf dem Campus. Das Käthe-LOKAL! Der Wert ist immens: Wenn Sprache der Schlüssel zum Lernerfolg ist, legen wir einen wichtigen Grundstein für diesen Erfolg. Alle an Schule Beteiligten und alle Menschen vor Ort können diesen Ort für sich nutzen und/oder sich einbringen. Unsere Idee ist definitiv umsetzbar und ergänzt das städtebauliche Projekt "Campus-Lünen-Süd" um einen zentralen weiteren Ort. Wenn das Ziel ist, "einen Campus mit den Schwerpunkten Bildung, Freizeit, Kultur, Sport, Gesundheit und Begegnung zu schaffen, der neben den schulischen Aufgaben der KKG eine neue stadtteilorientierte Funktion als Anlaufstelle für alle Bürger des Stadtteils übernimmt" (Auszug aus dem Konzept "Campus-Lünen-Süd"), muss auch eine Bücherei berücksichtigt werden.

Vorgehen und Fortschritt:

Ein gemeinsames "Rumspinnen" im Präsenzunterricht am Montag hat in einer 9. Klasse unserer Schule viele Ideen zum Thema Schul- und Stadtteilbücherei ergeben (s. Foto unten). Eine beteiligte Mutter hat bereits angeregt, sich ehrenamtlich einzubringen. Die Schulsozialarbeiterin unserer Schule sieht in dem Ort auch eine Variante eines Jugendzentrums. Für uns der wichtigste Meilenstein war, die anfangs lose formulierten Ideen zu einem überzeugenden Paket inkl. Werbeclip zu packen. Und das in einer Woche mit Präsenz- und Fernuntericht, Notbetreuung, Zeugniskonferenzen, Fachkonferenzsitzungen, Abschlussfeiern und einem Feiertag (Fronleichnam). Aber alle haben an einem Strang gezogen. Auf die Schülerinnen war Verlass; sie haben ihr Engagement für die Idee durch ihren Einsatz bestens gezeigt. Ein weiteres Highlight war die Erkenntnis, dass Hackathon funktioniert; unser Coach Andreas Grau von der Bertelsmann Stiftung motivierte uns unsere Idee weiterzudenken. Davon abgesehen, sind wir alle mächtig stolz auf unseren eigenen persönlichen digitalen Fortschritt - vor einer Woche kannte noch niemand in unserem Team slack .Aber es macht mächtig Spaß!

Prototyp:

Die kleinste Lösung wäre die bereits vorhandene Bücherei "aufzupimpen". Da sie aber in einem entlegenen Teil des Schulgebäudes liegt, wäre unsere Idee, ein Ort für alle zu sein, nur teilweise erfüllt. Daher halten wir einen Umzug in einen anderen Gebäudeteil für notwendig, um auch für Anwohner ansprechend zu sein.
Optimal wäre ein kleiner Anbau, der auch die Wertigkeit dieses Projektes betont.

Nächste Schritte:

Fest steht, dass wir als Projektteam selbst an der Umsetzung beteiligt sein wollen. Wir möchten die Idee auf der nächsten Stadtteilkonferenz vorstellen und weitere Mitstreiter suchen. Für die tatsächliche Umsetzung benötigen wir natürlich nicht nur Mitarbeiter, sondern auch Geld für die Ausstattung.

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