Immer schneller steigt die Zahl der Corona-Infizierten. Ärzt*innen und Helfer*innen fehlen zunehmend ausreichende medizinische Arbeits- und Schutzkleidung. Laut KV Berlin (Stand März 2020) fehlen zur Bewältigung der Pandemie drei Millionen Schutzkittel und ca 600.000 Mundmasken.

Wir wollen einen unbürokratischen Weg schaffen, damit ausreichend wiederverwendbare Kittel zur Verfügung stehen und setzen auf die enorme Hilfsbereitschaft der Bevölkerung.

Üblicherweise gibt es Einweg-Kittel, die nach jedem Patienten gewechselt werden. Früher war es üblich, Baumwoll-Kittel zu verwenden, die nach einmaligen Gebrauch bei 100 Grad gewaschen, getrocknet und dann wieder verwendet werden. Zeit für ein Revival!

VISION

Ärzte*innen und Helfer*innen müssen nicht ohne geeignete Schutzkleidung arbeiten. Bürger*innen können den aktuellen Bedarf an Kitteln in Ihrer Region abrufen und als Näher*innen mithelfen, die Bedarfslücke zu schliessen. Damit kann jeder einen hilfreichen und sinnvollen Beitrag leisten und fühlt sich der Krise weniger ausgeliefert.

LÖSUNG

Wir schaffen eine Plattform, die dazu dient, die Bedürfnisse an Kitteln und die entsprechenden Helfer regional zusammenzubringen. Zielgruppe bilden Klinken und Arztpraxen, die über eigene Wäschereidienste verfügen, die die erforderlichen Hygieneanforderungen erfüllen können. Die Ausgabe von Stoffen und die Verteilung von Kitteln erfolgt über regionale Sammelstellen.

Bedarf an Kitteln aufzeigen Auf der Webseite melden Ärzt*innen Ihren Bedarf an Kitteln in Ihrer Region an und teilen mit, wenn der Bedarf erfüllt wurde.

Näher*innen informieren Näher*innen erfahren am aktuellen Bedarf an Kitteln in Ihrer Region. Es gibt Schnittmuster, Tipps und Video- und Fototutorials, um Näher*innen unterschiedlichsten Know-hows einzubinden.

Stoffspenden und Stoffanforderungen Stoffspenden für Kittel sollen zentral organisiert werden, damit die Stoffe Mindestanforderungen genügen. Spender wie auch Näher*innen erhalten Informationen zu den erforderlichen Stoffeigenschaften und hygienischen Anforderungen.

Stoffverteilung Die Verteilung der Rohstoffe wie auch der fertigen Kittel erfordert ebenfalls hygienische Anforderungen.

Psychologischer Effekt Viele Bürger*innen fühlen sich in Anbetracht der Krise ohnmächtig. Ausgangssperren könnten dies verschärfen. Eine sinnvolle Beschäftigung zu erhalten, kann sehr stabilisierend wirken. In diesem Projekt können sich Bürger*innen handwerklich einbringen. Auch Ärzt*innen, die in den Krankenhäusern an vorderster Front kämpfen, bekommen durch die selbst genähten Kittel, das Gefühl von der Bevölkerung unterstützt zu werden.

DAS TEAM UND UNSERE ERKENNTNISSE

Es ist uns gelungen, aus einem diversen Team von der Näher*innen bis zum Coder in kurzer Zeit eine Vision zu entwickeln, ein machbares Zeil abzuleiten und einen ersten Prototypen ins Leben zu rufen. Wir haben gelernt, uns in kurzer Zeit digital zu organisieren und an einer gemeinsamen Idee zu arbeiten. Diversität war hier ein großer Vorteil. Auch der schnelle Austausch auf Slack zwischen anderen Teams und Mentoren hat sich als große Hilfe herausgestellt.

HERAUSFORDERUNGEN

Als größte Herausforderungen sehen wir aktuell die Beschaffung und Koordination der Verteilung von Stoffen und Kitteln an, sowie die Einhaltung erforderlicher Hygienevorgaben.

WEITERENTWICKLUNG

Kurzfristig

  • Aufbau Netz an Sammelstellen (Wäschereien, Apotheken...)
  • Aufbau Distributionslogistik für Verteilung zwischen Sammelstellen und Kliniken
  • Zentrale Stoffbeschaffung und Verteillogistik (z.B. Zusammenarbeit mit www.schutz-spenden.de)
  • Webseite ausbauen: Datenbank mit Registriermöglichkeit, Tagesbedarf...
  • Plattform für Näher*innen so erweitern, dass zielgerichtet der Bedarf erfüllt werden kann
  • PR-Kampagne für Klinken / Ärzte
  • PR-Kampagne für Näher*innen (z.B. Facebook Community, Medien)
  • Rechtliches: Datenschutz, Anforderungen etc.

Mittelfristig

  • Aufbau eines Spendennetzes, um Geld- und Sachspenden erwerben zu können
  • Organisation einer Bezahlung der Helfer
  • Im Bedarfsfall Ausbau um das Nähen von Mundschutz-Masken

Langfristig

  • Das Projekt ist auf andere Länder übertragbar und niedrigschwellig (einfache Nähkenntnisse). Sobald es steht, kann man die Seite übersetzen und Menschen in anderen Ländern können es ebenfalls umsetzen. Und wenn es gut läuft, brauchen wir das Projekt langfristig gar nicht mehr

Weitere Überlegungen

  • Hygiene-Zertifizierte Wäschereien oder Apotheken könnten geeignete Sammel- und Verteilstellen bilden.
  • Gibt es Produktionsfirmen, die in größeren Mengen Kittel produzieren können (bekannt z.B. aktuell Trigema, Mey...)
  • Könnten geeignete Stoffspenden z.B. von Großproduzenten bezogen werden (Ikea, ...)

Quellen

Schutzkleidung

Textilunternehmen stellen Produktion um

Recht

Nähanleitungen

Textilhersteller oder Infogeber für Stofflieferanten

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