Warum habt ihr euch für diese Herausforderung entschieden?

Die harten Fakten in Zahlen:

  • in Deutschland lebten bereits vor der Krise 2,7 Millionen Kinder in Armut oder sozial gefährdeten Verhältnissen.
  • ein Tagessatz in Hartz-4-Haushalten reicht nicht für eine gesunde Ernährung aus
  • laut Experten werden für drei Mahlzeiten + Snack mind. sechs Euro am Tag benötigt.
  • der Hartz-4-Regelsatz für die Ernährung von Kindern sieht durchschnittlich aber nur 3,49 Euro vor.
  • etwa 500.000 Kinder leiden regelmäßig an nicht gestilltem Hunger.
  • der Eiweißmangel führt zur Unterentwicklung des Gehirns, die Langzeitfolgen sind nicht mehr zu beheben.

Uns war bewusst, das manche Kinder morgens hungrig im Unterricht sitzen müssen und sich auf diesen nicht voll konzentrieren können. Dagegen kämpfen Stiftungen, Organisationen, Projekte, wie zum Beispiel "brotzeit". Das ist eine Projekt, das von Uschi Glas initiiert wurde und in Grundschulen stattfindet. Lieferanten spenden Lebensmittel, Senioren:innen bereiten diese früh morgens zu einem Frühstücksbuffet. Die Kinder kommen, müssen sich keine Sorgen um ihr Frühstück machen und mit den Senioren:innen plaudern. Solche Projekte liegen wegen der aktuellen Situation auf Eis. Das möchten wir ändern.

Was ist aus Eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Die größte Herausforderung ist wohl, das Projekt flächendeckend zu gestalten. Dafür muss unser Projekt und damit die Website (siehe unten) bekannt werden. Lieferanten müssen sich dafür interessieren, Schulen müssen einen gewissen Umfang an Aufwand investieren wollen und können.

Wer ist genau von der Problemstellung betroffen?

Ganz klar: Die Kinder. Sie leiden unter dieser besonderen Situation momentan. Vor allem die Kinder aus "sozial schwachen" Familien trifft es leider gerade sehr.

Lösungsbeschreibung und Lösungsansatz:

Wir möchten eine Plattform, in Form einer Website, schaffen, auf der sich 1. Lebensmittellieferanten und 2. Schulen registrieren, zusammenfinden und bestenfalls kooperieren können. Dafür füllen beide Seiten einen Fragenkatalog aus (z.B. "Welche Lebensmittel kann mein Unternehmen liefern?"/ "Wie viele bedürftige Kinder gibt es in meiner Schule?"). Wenn eine Schule und ein Lieferant zusammenpassen, gibt es sozusagen ein "Matching". Danach kann die konkrete Umsetzung der Lieferung geplant werden und auch, wie die Schule ihr Projekt in den Schulalltag integriert. Für eine kurzfristige Hilfe während der Corona-Krise: Wir wollen auf der Website die bereits bestehenden Angebote bündeln und sichtbar machen. Eltern und Kinder können dort mit Eingabe ihrer Postleitzahl die unterschiedlichen Angebote in ihrer Umgebung finden. (Bspw. lokale Bauern, FoodSharing,..)

Von welchen Annahmen geht Ihr bei Eurem Lösungsansatz aus?

Durch die bestehenden Hilfsangebote, wie z.B die "Brotzeit", wissen wir, dass eine grundsätzliche Hilfsbereitschaft von Lebensmittelkonzernen oder kleineren Bauern vorhanden ist. Wir gehen außerdem davon aus, dass auch die Schulen ein Interesse daran haben, dass ihre Schülerinnen und Schüler gut und gerne lernen. Dies bildet das Fundament unseres Projekts, auf dem wir mit unserem Angebot aufbauen und anknüpfen wollen.

Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt sie?

Wenn diese Kooperationen zustande kommen, ist das eine "Win-Win-Win"-Situation, bei der alle Beteiligten profitieren.

  1. die Kinder. Der Fokus von "Food for the Kids" liegt auf ihnen. Sie bekommen eine gesunde Mahlzeit am Tag, die es ihnen ermöglicht, zumindest ein wenig sorgenfreier in den (Schul-)Tag zu starten.
  2. die Schule. Ihre Schüler gehen zufrieden und satt in den Unterricht.
  3. die Lieferanten/Bauern. Sie müssen ihre übrigen Produkte, die sie nicht verkaufen können, nicht wegwerfen. Außerdem möchten wir den Bauern/Lieferanten ein Stück ihres Engagements zurückgeben, indem sie ein Zertifikat erhalten à la "Wir beliefern Schulen" und somit für zum einen für das Projekt, zum anderen für sich selbst werben können.

Wie haben wir die Idee entwickelt?

Das Ziel war es, möglichst flächendeckend agieren zu können. Dazu erschien es uns nützlich, eine Plattform zu schaffen, auf der wir die Hilfsbereiten und die Hilfsbedürftigen zusammenbringen können. Es ist so möglich, dass jede Schule/ jede Familie einen Anbieter oder Lieferanten in ihrer Region findet.

Welchen Einfluss hat Eure Lösung auf die aktuelle Situation?

Hier wird vor allem die kurzfristige Lösungsstrategie von "Food for the Kids" Anklang finden, da die Eltern ohne großen Aufwand regionale Bauern usw. finden können. Wenn Unternehmen dennoch, trotz der aktuellen Situation, eine Partnerschaft eingehen möchten, ist dies selbstverständlich möglich. Dazu ist jedoch eine exakte und detaillierte Planung nötig, damit weder Kinder, noch Mitarbeiter der Schulen oder Firmen gefährdet werden.

Was ist der langfristige Wert Eurer Lösung?

Die Kooperationen zwischen Lieferant und Schule betreffen dann vermutlich eher die Zeit nach der Pandemie, unter anderem aufgrund der Hygienemaßnahmen. Sie sind daher langfristig angelegt. Darüber hinaus ist das, auf den Familieneinkauf zugeschnittene, Programm weiterhin auch nach Corona nutzbar.

Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit Eurer Lösung?

Da die Website flächendeckend für ganz Deutschland umsetzbar ist, bewerten wir auch die Skalierbarkeit hoch. Wir gehen davon aus, dass die Nutzer und Profitierenden dieser Website das gleiche Ziel haben: der Unterernährung von Kindern entgegenzuwirken. Daher sollte die Umsetzung der Kooperation um ein Vielfaches einfacher werden. Außerdem bestehen schon einige Programme in dem Stil, wie wir ihn uns vorstellen. Weil wir hier beispielhaft meist von "Gemüsebauern" sprechen: Es gibt diese Frühstücksprogramme in unterschiedlichster Ausführung, mit verschiedenen Produkten. Zum Beispiel: EU-Schulprogramm in Baden-Württemberg oder die deutschlandweit angelegte Organisation "Children for a better world".

Wie ist der Lösungsansatz entstanden?

Uns war schnell klar: Wir brauchen eine Plattform, auf der wir alle Beteiligten zusammenbringen können. So kam auch die Idee für eine Website. Mit dem Wachsen des Teams und dem (ziemlich schnellen) Voranschreiten der Woche wurden unsere Vorstellungen nach und nach konkretisiert.

Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackathon Woche?

Da am Montag bei uns allen (aus technischen Gründen) noch nichts zustande kam, arbeiteten wir in der verbleibenden Woche sehr intensiv. Dienstagmorgen waren wir zu zweit und tauschten unsere Ideen aus. Erst am Mittwochmorgen war unser Team vollständig, erst ab diesem Zeitpunkt ging es darum: Was können wir konkret umsetzen? Wie gestalten wir die Website? usw. Für mich persönlich (Hanna) war die Woche ein Auf und Ab. Ich schwebte dauernd zwischen "Das Projekt ist toll. Ich bin froh, dass ich so engagierte Teammitglieder habe" und "Die Woche ist viel zu kurz. Wir müssten eigentlich noch so viel schaffen."

Status am Anfang des Hackathons:

Zugegeben: Die Idee, eine gesunde Mahlzeit für jedes Kind zu gewährleisten ist nicht neu. Wie gesagt, gibt es schon bestehende Projekte. Das sehen wir aber als einen Vorteil. Zukünftige Kooperationen können darauf aufbauen, Gutes beibehalten und aus möglichen Fehlern lernen. Was bisher fehlte, ist eine Lösung, die für alle Kinder da ist, die nicht nur punktuell wirkt.

Wie könnte die kleinste nutzbare Version Eurer Lösung aussehen?

Wir wünschen uns eine möglichst weitreichende Nutzung unserer Website, die dann zu Kooperationen führt. Letztendlich ist aber jedes einzelne Kind, das nicht hungrig im Unterricht sitzt, ein Gewinn. Jede Familie, die einen günstigen Lieferanten findet; jede Schule, die sich trotz Corona wieder von dem lokalen Bauern beliefern lässt, ist für uns ein Gewinn. Dafür braucht es nicht einmal unbedingt die Website. "Food for the Kids" wäre auch im kleinen Stil umsetzbar, durch Nennung der teilnehmenden Unternehmen in einem lokalen Printmedium oder auf Social Media.

Was ist aus Eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?

  1. die Homepage erstellen
  2. das Projekt bekannt machen (u.a. mit bestehenden Erfolgsbeispielen)

Was wir gelernt haben:

Dass Zusammenarbeit und Arbeitsteilung das wichtigste ist. Sowie, dass es Coaches und Experten braucht, die den fachlichen Hintergrund haben, um uns zu helfen.

Was benötigt Ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-How, Budget)?

Wir benötigen eine:n Webdesigner:in, der/die uns bei dem Schaffen einer Homepage und dem Design rum um "Food for the Kids" unterstützt. Wir brauchen Unterstützung bei der Werbung und Bekanntmachung von "Food for Kids" durch lokale und überregionale Medien. Außerdem ein gewisses Budget, um die Website zu "pflegen" und Instand zu halten. Letztlich benötigen wir auch Beratung durch das Ministerium für Landwirtschaft, durch das Bildungs- & Kultusministerium und durch Projektleiter:innen, die genaue Hürden bei der Umsetzung kennen. Des Weiteren ist eine Beratung und Hilfe zur Umsetzung des oben beschriebenen Zertifikats unerlässlich. Schön wäre es auch, wenn wir auf möglichst vielen Medienkanälen auf das Projekt aufmerksam machen könnten. Geeignete "Kandidaten" wären hierbei solche, die Eltern, Lehrer:innen oder Mitarbeiter aus dem Ernährungssektor als Zielgruppe haben, bspw. www.eltern.de, Bildungsmagazine, ….

Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?

Das Thema liegt uns allen sehr am Herzen, aus unterschiedlichen Gründen. Ronja ist Journalistin und kennt sich mit unter anderem mit Social Media aus, was der Werbung dienen kann. Sebastian ist Lehrer und arbeitet seit mehreren Jahren mit Institutionen aus dem Bildungssektor zusammen, was uns für die Umsetzung an den Schulen helfen kann. Andrea ist selbst Mutter von einer Tochter, die schonmal an einem solchen Projekt beteiligt war und lieferte uns daher schon während dieser Gruppenphase wertvolle Erfahrungswerte. (Dies ist ein Auszug aus den Kompetenzen, die einige Gruppenmitglieder mitbringen.)

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