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Unser erster Prototyp entsteht
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Einfache, kurze Texte und Grafiken machen es krisengeplagten, kognitiv eingeschränkten Menschen einfach, sich zurecht zu finden.
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Die Bilder sind Platzhalter – sie bilden den spielerischen Stil ab, mit dem die Plattform psychologische Sicherheit herstellt.
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Die Plattform vereint alles, was Nutzer:innen sich wünschen.
Gesund in MeinerStadt ist eine Informations- und Matching-Plattform und Kampagne, die Antworten und Unterstützung rund um das Thema mentale Gesundheit bietet. Schnell, einfach und sicher.
Was ist die Herausforderung?
1. Es betrifft viele
Fast jeder dritte Mensch erkrankt in seinem Leben mindestens einmal an einer psychischen Erkrankung. Mentale Erkrankungen sind die zweithäufigste Diagnosegruppe bei Krankschreibungen bzw. Arbeitsunfähigkeit (BKK Gesundheitsreport 2018). Die durchschnittliche Dauer psychisch bedingter Krankheitsfälle ist mit 38,9 Tagen mehr als dreimal so hoch wie bei anderen Erkrankungen mit 13,2 Tagen im Durchschnitt (BKK Gesundheitsreport 2018)
2. Viele Angebote, jedoch wenig oder späte Inanspruchnahme
Für psychisch Erkrankte existiert in Deutschland ein sehr vielfältiges Angebot an Ärzten, Therapeuten, Kliniken und Rehabilitationsprogrammen. Dieses unterstützt sie dabei, wieder gesund zu werden oder gut mit ihrer Erkrankung zu leben. Dennoch vergehen oft viele Jahre, bis Erkrankte – wenn überhaupt – Unterstützung suchen und passende Unterstützung finden. Neben der Komplexität psychischer Erkrankungen, gehören fehlendes Wissen, Stigmatisierung und die schwierige Orientierung aufgrund der fehlenden Vernetzung der Anbieter und die fehlende Nutzerzentrierung der Angebote zu den Gründen.
„Das Gesundheitssystem erscheint den Nutzern zu kompliziert, und das gilt auch für die zur Nutzung erforderlichen Informationen. Dadurch kann es zu Über-, Unter- oder Fehlversorgung kommen, die nicht nur vermeidbares Leid für die Betroffenen, sondern auch vermeidbare Kosten für das Gesundheitssystem verursachen können.“ „Gesundheitskompetenz. Die Fakten 2016.“ Kickbusch I., Pelikan J. M., Haslbeck J., Apfel F., Tsouros A. (Hrsg.)
3. Die Folgen später Behandlung
Ein spätes Aufsuchen von professioneller Unterstützung und damit eine späte Behandlung, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Erkrankungen chronisch werden und damit die Gefahr einer lebenslangen Einschränkung der Leistungsfähigkeit, das zur langfristigen Behinderung und Einschränkung der Lebensqualität führen kann.
Psychische Erkrankungen stellen auch volkswirtschaftlich eine Herausforderung dar: Die direkten Behandlungskosten für psychische Erkrankungen in Deutschland beliefen sich im Jahre 2015 auf 44,4 Mrd. Euro. Somit standen sie an zweiter Stelle nach den Kosten für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die indirekten Kosten durch Produktivitätsausfall beliefen sich 2008 schätzungsweise auf über 70 Mrd. Es wird prognostiziert, dass sich die Krankheitskosten aufgrund psychischer Erkrankungen bis 2030 weltweit mehr als verdoppeln werden.
4. Junge Menschen mit niedrigem sozialem Status und Bildungsgrad sind besonders betroffen
Gerade Menschen mit niedrigem sozialem Status und Bildungsgrad sind von schlechter Gesundheit betroffen und haben oft weniger Kapazitäten und Wissen, um sich adäquate Unterstützung zu suchen.
„Menschen mit niedrigem Bildungsgrad finden es doppelt so häufig schwierig, mit gesundheitsbezogenen Informationen umzugehen, wie Menschen mit einem hohen Bildungsgrad.“ Schaeffer, D., Hurrelmann, K., Bauer, U. und Kolpatzik, K. (Hrsg.): Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. Berlin: KomPart 2018.
„Von den Menschen mit einem niedrigen sozialen Status verfügen 78 Prozent über eine problematische oder inadäquate Gesundheitskompetenz, bei jenen mit einem hohen sozialen Status sind es nur 38 Prozent.“ Schaeffer, D., Hurrelmann, K., Bauer, U. und Kolpatzik, K. (Hrsg.): Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz. Die Gesundheitskompetenz in Deutschland stärken. Berlin: KomPart 2018.
„75 % aller psychischen Erkrankungen beginnen vor dem 24. Lebensjahr.“ Irrsinnig Menschlich e.V.
Unsere Lösung
Eine zentrale, digitale Informations- und Matching-Plattform und eine dazugehörige Kampagne rund um das Thema mentale Gesundheit hilft dabei, Wissenslücken zu füllen, Stigma abzubauen, Motivation, sich Unterstützung zu suchen, steigern und die Vernetzung und Nutzerzentrierung der Angebote zu fördern.
1. Alles anbieten, was Suchende suchen, nutzerfreundlich und Tag und Nacht erreichbar
Auf der Plattform finden Suchende Informationen und Unterstützungsangebote, die man sich sonst mühsam von verschiedenen Stellen zusammensuchen muss. Die Informationen und Angebote sind einfach auffindbar, auch für Menschen mit niedrigem Bildungsgrad oder durch Erkrankung verminderte kognitiven Einschränkungen, verständlich und ansprechend aufbereitet.
Suchende können sich 24/7 und mehrsprachig zu oft gefragten Themen informieren: Was hab’ ich? Was kann ich tun? Wohin kann ich mich wenden? Was passiert dann? Die Plattform bietet Informationen für alle möglichen Phasen einer Erkrankung, angefangen bei der Prävention, über die Behandlung seelischer Erkrankungen, bis zum Leben mit chronischer seelischer Erkrankung. Die Plattform „matched“ zudem Suchende mit dem passenden Unterstützungsangebot.
Angebote können lokal aufgesucht werden:
- kommunale Beratungsstellen
- spezialisierte Ärzte
- Therapeuten
- Kliniken
- Selbsthilfegruppen
- Alltagshilfen
- Wiedereingliederungshilfen
- Freizeitangebote für Peers
- Pflegedienste etc.
oder auch online genutzt werden:
- KI-basiertes Abfragen und Einordnen von Symptomen
- Buchen und Koordinieren von Terminen
- Abhalten von Video-Sprechstunden
- Übersetzen von Arztgesprächen
- Online-Therapien
- Online-Selbsthilfegruppen
- Melden von Nebenwirkungen etc.
Alle Angebote, die dabei helfen, Wartezeiten zu reduzieren, Prozesse zu vereinfachen und Therapien zu verbessern.
2. Vernetzung fördern, die zu besseren Behandlungen führt
Die Plattform fördert durch die effektive Verbreitung von Informationen und Angeboten die Vernetzung von Peers (z. B. Selbsthilfegruppen online und analog, Genesungsbegleiter:innen, Freizeitangebote) und den Austausch und das Verständnis zwischen den vielfältigen Beteiligten (z. B. Informationen zu Fragen wie „Was passiert in der Psychiatrie?“ „Wie kann ich meinen Angehörigen unterstützen?“, Trialoge, Psychoedukations-Seminare). Dies führt zur Reduktion von falschen Erwartungen, Missverständnissen und Konflikten und damit zur effizienteren und effektiveren Zusammenarbeit miteinander. Die Plattform unterstützt alle Beteiligten dabei, durch transparente Kommunikation an einem Strang zu ziehen.
3. Eine Kampagne, die wirbt und Ängste und Vorbehalte abbaut
Da die Hemmschwelle bei vielen hoch ist, sich mit dem Thema psychische Erkrankungen zu befassen, ist der Leidensdruck meist schon sehr hoch – und damit der Fortschritt der Erkrankung –, wenn sich Erkrankte oder ihre Angehörigen externe Unterstützung suchen. Diese Hemmschwelle zu reduzieren und die Plattform bekannt zu machen, ist das Ziel der Kampagne, die gleichzeitig mit der Plattform angeboten wird. Sie besteht aus Kommunikations- und Entstigmatisierungsmaßnahmen, die die unterschiedlichen Zielgruppen in ihrer Lebenswelt abholen: z. B. Storytelling, Social-Media-Kampagnen und Peer-Kampagnen an Schulen, in Unternehmen, Job-Centern, Verbänden und Vereinen.
4. Eine qualitativ hochwertige, günstige, personalisierbare Plattform
Die Plattform wird Kommunen als personalisierbares, modulares Plattform-as-a-Service-Produkt angeboten. So finden Suchende z. B. unter „www.gesund-in-fulda.de“ Antworten auf alle ihre Fragen und lokale Beratungs- und Therapie-Angebote in und um Fulda. Kommunen müssen nicht zeit- und kostenintensiv ihre eigene Plattform entwickeln, sondern können ein bereits entwickeltes, erprobtes und technisch und inhaltlich stets aktuelles Produkt zu einem günstigen Preis nutzen.
Die Umsetzung
1. Nächste Schritte
Wir testen zunächst einen Print-Prototypen für den Einsatz in der Klinik zwischen Behandelnden und Patient:innen bzw. Angehörigen. Er soll in kritischen Momenten zum Einsatz kommen, wenn erfahrungsgemäß ein hoher Informationsbedarf besteht:
- bei Aufnahme in die Klinik, wenn eine Diagnose zum ersten Mal gestellt wird
- bei Entlassung aus der Klinik.
Er hat bewusst die Form eines gedruckten Handouts bzw. eine Broschüre, weil
- viele in einer belasteten Phase im Internet überfordert sind
- auch diejenigen abgeholt werden, die nicht über einen Computer oder ein Smartphone verfügen.
2. Ein trialogisches Team aus Erfahrungs-Expert:innen und Professionellen
Aktuell arbeiten MBA, Dipl. Designerin Shau Chung Shin (Angehörige, Initiatorin, Business Developer, UX Designerin und Marketing Spezialistin) und Dr. Enrico Panaro (IT-Projektleiter und Systemdesigner) an der Konkretisierung des Business Modells und des „Minimal Usable Prototypens“.
Wir laden von psychischer Belastung betroffene Menschen und Expert:innen des Versorgungssystems ein, bei Gesund in MeinerStadt mitzumachen, um eine WIN-WIN-Situation für alle herzustellen.
Wir freuen uns auf Städte, Wohlfahrtsverbände, Kliniken und weitere Anbieter:innen von Beratungs- und Unterstützungsangeboten, die ihre Angebote auf der Plattform präsentieren wollen, damit Suchende ihr Angebot schnell finden.
Langfristige Ziele
1. Gesündere Bürger:innen
Langfristig können Plattform und Kampagne Bausteine dafür sein, das Stigma um seelische Erkrankungen zu reduzieren, die Gesundheitskompetenz der Bürger im Bereich mentale Gesundheit zu steigern und dadurch mehr Bürger:innen dazu zu motivieren, besser für sich sorgen und früher und einfacher passende Unterstützung zu finden.
2. Reduktion der gesellschaftlichen Ungleichheit
Langfristig können Plattform und Kampagne Bausteine dafür sein, Erkrankungen mit schweren Verläufen zu reduzieren, den offenen Umgang mit psychischen Erkrankungen zu fördern, um dadurch den Informationsaustausch zu fördern und dem Thema mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu schenken. Mehr Aufmerksamkeit fördert das verstärkte Suchen nach besseren Lösungen und führt damit zu effektiveren Behandlungen, bessere Prävention und letztendlich dadurch eine gesündere Arbeits- und Lebenswelt für alle.







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