Problembeschreibung

Das SV-Team, mit dem wir diesen Hackathon bestreiten, hat sich in den letzten Wochen und Monaten diverse Gedanken dazu gemacht, wie man den digitalen Unterricht besser gestalten kann, denn er läuft an unsere Schule zwar, aber sehr, sehr holprig.

Das SV Team sind wir, Lennart Stahl (18), Alissa Pöschko (14), Ayseah Luis (18) und Janne Kotzam (19)

Ich würde das einfach ganz gerne Skizzieren, damit Sie einen Eindruck unserer Situation haben und eventuell unseren Wunsch nachvollziehen können.

Aufgaben werden teilweise auf einen internen Bereich unserer Webseite hochgeladen, einige Lehrer*innen schicken die uns aber selbst per Mail. Das funktioniert so, aber ist super unübersichtlich für uns Schüler*innen. Kaum einer von uns hat eine Übersicht darüber, welche Aufgaben zu wann abgegeben werden sollen. Dazu kommen Dateien in verschiedenen Formaten, die ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. PDFs können auf den meisten Geräten geöffnet werden, aber für manche Aufgaben ist es besser in den Dateien schreiben zu können. Das sind dann meistens Word Dateien. Nicht alle Schüler*innen haben aber Word, da es ja Geld kostet, und sowas in OpenOffice und Co. zu öffnen, zerschießt nun mal doch häufig die Formatierung. Dazu haben viele Schüler*innen keinen Laptop und helfen sich mit Handys oder Tablets aus, auf denen viele Office Programme nicht gut laufen.

Dazu kommt seit neustem vermehrt der Versuch, Unterricht über Videokonferenzen stattfinden zu lassen. Das hat paradoxerweise am Anfang, als es noch nicht geregelt war super toll geklappt. Da konnten wir einfach Zoom, Skype und Google Meet benutzen und alles hat bestens funktioniert. Mittlerweile ist alles verboten und wir müssen Services aus Deutschland nutzen. Die kosten zum einen Geld und sind zum anderen leider oft wirklich sehr schlecht. Ich komme gerade aus einer Cisco Webex Konferenz, die wir nach 5 Minuten abbrechen mussten, weil der Ton so grottig war. Obwohl niemand wirklich gut mit Webex arbeiten kann, rollt das unsere Schule gerade nach und nach für Lehrer*innen aus und verbietet die Nutzung anderer Dienste.

Für die Arbeitsmotivation zu Hause ist es super, wenn die Lehrer*innen Aufgaben einsammeln und korrigieren. Das machen momentan auch einige Lehrer*innen über E-Mails. Ich denke Sie können sich ausmalen was für eine – verzeihen Sie mir die Ausdrucksweise – scheiß Situation für die Lehrer*innen ist. Pro Woche 100 E-Mails von verschiedenen Jahrgängen und Klassen zu bekommen mit Dateien in verschiedenen Formaten im Anhang und dazu noch irgendwie Feedback zu geben. Wie soll man da den Überblick behalten? Wir haben mit Lehrer*innen gesprochen und können mit Sicherheit sagen, dass diese hinter unserem Vorschlag stehen.

Betroffen wären also Lehrer*innen und Schüler*innen. Auch Eltern, die ihre Kinder betreuen, können davon profitieren.

Lösungsbeschreibung

Wir als Schüler*innen arbeiten sowieso schon viel mit G Suite, also Google Docs, Slides und Tables, wenn wir Aufgaben für die Schule machen. Das sind großartige Programme, die kostenlos sind, super einfach zu verstehen sind, auf jedem Gerät laufen und super für Zusammenarbeit geeignet sind. Das hat sich einfach aufgrund seiner vielen Vorteile gegen Microsoft oder Open Office durchgesetzt. Privat nutzen wir die Programme also ohnehin schon.

Nun kennen wir auch die G Suite for education mit Google Classroom, welches das Ideale Tool wäre, um uns und unseren Lehrern den Alltag zu erleichtern.

Das Tool wird in vielen andern Ländern schon weitreichend benutzt und sowohl Schüler*innen, als auch Lehrer*innen, die schonmal in den Genuss dessen gekommen sind, sind wirklich überzeugt davon. Die besten Funktionen wären mit Classroom Aufgaben zentral, im gleichen Format und übersichtlich austeilen und einsammeln zu können. Das zweite Top-Feature wäre, dass man diese Aufgaben dann mit Docs sofort Korrigieren und Kommentieren kann. Das würde es uns Schüler*innen leichter und übersichtlicher machen aber vor allem den Lehrer*innen viel Arbeit und Aufwand ersparen. Außerdem läuft die G Suite auf allem mit einem Internetbrowser. Während man sich von den 150 €, die der Bund armen Kindern zur Verfügung stellen möchte kaum ein Microsoft Office Abo kaufen kann, gibt es Sogenannte Chromebooks auf Ebay für unter 150 €. Damit kann man problemlos in der G Suite arbeiten.

Hier eine Übersicht der Funktionen und integrierten Programme:

- Classroom ist das Herzstück für die Schule. Hier können Lehrer*innen Aufgaben stellen, sehen, wer diese schon abgegeben hat und mit den Schüler*innen kommunizieren. Die Schüler*innen können sehen, was bis wann zu tun ist, sehen, wann die nächste Videokonferenz ist, Fragen stellen und ihre gemachten Aufgaben einreichen.

- Docs, Sheets und Slides ist Googles Alternative zu Word, Excel und PowerPoint. Die Vorzüge dieser Alternative sind, dass sie im Internetbrowser laufen, ohne das man ein Programm herunterladen muss. Viren per Word Datei im E-Mail Anhang sind also ein Ding der Vergangenheit und auch sehr leistungsschwache Endgeräte können genutzt werden. Auch Kompatibilitätsprobleme zwischen Office 2007, Office 356 und Open Office sind aus dem Weg geräumt. Zudem sind die Programme deutlich simpler aufgebaut, als die Konkurrenz von Microsoft und deshalb einfacher verständlich. Das Top-Feature von Docs ist aber die Möglichkeit zusammen an Dokumenten zu arbeiten. Das ist zum einen bei Gruppenarbeiten und vor allem zum Kontrollieren der Aufgaben ein super Werkzeug. Wir garantieren, dass es für Lehrer*innen keine bessere Möglichkeit zum Korrigieren von Aufgaben gibt, als Classroom und Docs.

- Calendar und GMail sind in einer Version, die nur für die Schule gedacht sind integriert. Damit wird die Planung von Terminen und Mails zu versenden einfacher und übersichtlicher.

- Drive ist die Cloud, um Dateien zu verwalten, damit nie wieder Unterrichtsmaterialien verloren gehen und damit man diese einfach und schnell mit Kolleg*innen teilen kann. Für Schüler*innen ist das natürlich auch hilfreich.

- Meet ist wahrscheinlich der einfachste und beste Weg für Unterricht über Videochat. Ein Meeting zu starten ist denkbar einfach, außerdem läuft auch dieses Programm auf jedem Gerät mit Internet Browser. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass wir damit noch nie Probleme hatten. Großartig ist zudem, dass es eine sehr gute Geräuschunterdrückung gibt, sodass es nicht ständig zu nervigen Hintergrundgeräuschen oder einem konstanten Rauschen kommt.

Auch alle anderen Produkte von Google sind im Ökosystem integriert und Lehrer*innen können sie nutzen, wenn sie möchten. Wer zum Beispiel gerne Lernvideos macht, kann diese ungelistet auf YouTube hochladen oder mit dem Umfragetool Aufgaben erstellen, wenn er/sie möchte.

Wir möchten nochmal hervorheben, dass das alles in jedem Browser und auf allen Betriebssystemen läuft. Man muss sich keine Programme herunterladen, es handelt sich vorrangig um progressive Web-Apps.

Langfristig könnte man die G Suite auch weiter benutzen, um auch nach Corona Hausaufgaben zu verteilen und einzusammeln oder sogar in der Schule mit Laptops zu arbeiten.

Die Idee ist denkbar einfach umsetzbar und Skalierbarkeit ist gar keine Frage - man könnte G Suite theoretisch schon morgen an allen Schulen Deutschlands ausrollen und müsste dabei keine Angst vor Systemüberlastung oder ähnlichem haben.

Es ist klar – das Angebot kommt von Google und da ist der erste Gedanke der Datenschutz. Das ist das einzige Problem, dass es bei der Einführung gibt und im Endeffekt das Problem, welches uns während des Hackathons hauptsächlich beschäftigt hat.

Es ist vollkommen verständlich und nachvollziehbar, dass einem der Gedanke Google in unsere Klassenzimmer zu lassen im ersten Moment Bauchschmerzen bereitet. Wenn man sich genauer damit auseinandersetzt, verschwinden diese aber schnell.

Der Datenschutzbeauftragte von Rheinland-Pfalz hält G Suite für unbedenklich, solange folgende Kriterien erfüllt sind:

• “Für die Nutzung sind anonyme/pseudonyme Google-Accounts zu verwenden, die durch die jeweilige Bildungseinrichtung erstellt/verwaltet und an die Teilnehmer vergeben werden.
• Private und schulische Nutzung sind voneinander zu trennen. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen in einem obligatorischen Modul Nutzungshinweise erhalten, die die Gefährdungen der Privatsphäre im Rahmen einer Nutzung von Google-Diensten thematisieren und über die Google-seitig vorhandenen Möglichkeiten, diese zumindest abzuschwächen, informiert werden. “

Diese Einschätzung teilt der Datenschutzbeauftragte von Schleswig-Holstein nicht.

Um das hier klar zu formulieren: der Datenschutzbeauftragte für Schulen in SH hat dazu keine eigene Einschätzung vorgenommen, antwortet aber auf unsere Mail:

“Zunächst ist zu sagen, dass die Corona-Pandemie keine Situation darstellen darf und kann, den Datenschutz außer Kraft zu setzen. In meiner Funktion als Datenschutzbeauftragter der öffentlichen Schulen bin ich gehalten, meine Einschätzungen an den geltenden Rechtsgrundlagen wie der Datenschutz-Grundverordnung, des Schulgesetzes und der Schuldatenschutzverordnung auszurichten.

Daher halte ich den Einsatz von Google G-Suite im Schulbereich, mindestens schon aus den von Ihnen genannten Risiken/Problemen, für unzulässig, zumal auf der von Ihnen angesprochenen Informationsseite des IQSH (medienberatung.iqsh.de) Alternativangebote genannt sind. Ich verstehe Ihre Position, dass ein so umfassendes Angebot, die vielen Nutzenden vertraute Handhabung und das Arbeiten auf mehreren Geräten aus Ihrer Sicht unschlagbar und praktikabel erscheint – eine Aufweichung des Datenschutzes wird dadurch jedoch nicht gerechtfertigt.

Insofern wird es von mir und wahrscheinlich auch von unserer Aufsichtsbehörde (ULD), die Sie ja ebenfalls bereits kontaktiert haben, keine datenschutzrechtliche Freigabe für die Nutzung im Schulbereich geben”

Wir würden dazu gerne vier Punkte anführen:

Das wichtigste zum Anfang:

Die G Suite ist DSGVO konform, Google hat den EU-US Privacy Shield unterschrieben und verfügt über verschiedene ISO-Zertifizierungen. Zusätzlich ist die G Suite durch eine Reihe amerikanischer Regelungen zum Schutz der Privatsphäre von Schüler*innen geschützt (US-Gesetz zur Weitergabe von Schülerdaten - Family Educational Rights and Privacy Act, FERPA, Software and Information Industry Association, Das Student Privacy Pledge des Future of Privacy Forum - FPF, US-Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet - Children's Online Privacy Protection Act, COPPA)

Rein Rechtlich steht der Nutzung somit überhaupt nichts im Weg.

Es gibt zudem eine kostenlose, Datenschutzrechtlich auch vollkommen unbedenkliche Version, der G Suite for education. Wenn das aber noch nicht genug ist, dann gibt es auch die bezahlte G Suite for education enterprise. Diese ist auch DSGVO konform und unbedenklich - zusätzlich wird auch noch zugesichert, dass die Daten auf Servern innerhalb der EU bleiben.

Das IQSH hat eine Liste mit Programmen, die sie Empfehlen herausgegeben, mit der wir uns als SV auseinandergesetzt haben.

Unserer Einschätzung nach kommen nur Cryptpad und die beiden Nextcloud Hoster, die in dieser Liste angeführt werden, ansatzweise an den Funktionsumfang von G Suite heran. Die Nextcloud bietet, soweit wir das einschätzen können zwar ein online Office und Cloud Speicher und Videotelefonie, aber auch kein zentrales System, um Aufgaben zu vergeben und einzusammeln. Vor allem kostet die Nextcloud aber Geld und wir wüssten nicht, woher das Geld kommen soll. CryptPad sieht nach einem ganz netten Online Office aus, aber bietet noch weniger Möglichkeiten die Dateien in der Cloud so zu organisieren, sodass das für Schüler*innen und Lehrer*innen einfach ist. Außerdem müssten alle einen eigenen Account erstellen (da es keine Admin Konsole gibt) oder ihre Cookies niemals löschen, damit das funktioniert. Auch das wäre ja ein Sammeln Personenbezogener Daten.

Wir haben auch mit anderen Schulen in der Umgebung Kontakt, die bereits Schulcommsy und IServ nutzen und sagen, dass diese Programme, abgesehen von einem viel kleinerem Funktionsumfang, schlicht und ergreifend schlecht sind. Unübersichtlich, kleiner Funktionsumfang und unmodern sind Atribute, die uns in Verbindung damit entgegengebracht wurden. Bei Schulen, die vorher keine E-Mail-Adressen eingesammelt haben, sind wohl stellenweise total aufgeschmissen und erreichen ihre Schüler*innen überhaupt nicht.

Und damit kommen wir schon zum zweiten Punkt. Es wäre ja ganz nett das alles auf super sicheren Servern in Deutschland mit open source Programmen zu realisieren, aber in dem Ausmaß, das wir jetzt brauchen, gibt es das alles leider momentan nicht. Es muss doch jetzt möglichst schnell ein funktionierendes und gutes Ökosystem stehen, mit dem Schülerschaft und die Lehrer*innen gut klarkommen. Corona wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen und es sieht momentan nicht danach aus, dass irgendein Anbieter in den nächsten Wochen oder Monaten mit einem guten Programm für Schulen um die Ecke kommt. Für uns ist es super frustrierend zu wissen, dass es mit G Suite for education ein gutes, kostenloses und funktionierendes Ökosystem gibt, aber welches wir das nicht nutzen dürfen.

Auch im Datenschutz geht es ja um eine Abwägung und Verhältnismäßigkeit. Was ist der Nutzen und wo liegen die Risiken? Lohnt es sich die Risiken einzugehen, wenn der Nutzen größer ist? Ich wäre mal so frei hier unsere Einschätzung abzugeben:

Mögliche Risiken/Probleme:

  • Man führt die Schüler an ein Google Produkt ran und ist somit als Schule für eine Bindung zu der Marke verantwortlich.
  • Es werden Daten von Google zu Werbezwecken analysiert (Das ist aber laut AGB nicht der Fall.)
  • Die Schule verhilft Google ggf. zu einer Monopolstellung

Schon an dieser Stelle, frage ich mich, ob es überhaupt problematisch wäre, wenn mein Lesetagebuch oder meine Ausführungen zum Bürgerkrieg in Amerika in Googles Hände geraten. Was soll der Konzern denn damit problematisches anstellen? Zumal viele sowieso schon Google Docs benutzen. Firmen benutzen G Suite auch und damit gab es noch nie Probleme oder einen großen Skandal, dass Google sich an die Daten ran gewagt hätte. Außerdem ist die G Suite eben auch ein in sehr vielen Unternehmen genutztes Programm. Schüler*innen damit vertraut zu machen kann auch als Vorteil und Heranführung an die Arbeitswelt gesehen werden. Zum Thema Monopolbildung: das ist nicht unsere Verantwortung. Wenn die Regierung Google tatsächlich in einer Monopolstellung sieht, dann muss sie sich darum kümmern, indem sie Google z.B. in kleinere Unternehmen spaltet, wie die USA das bspw. mit Standard Oil gemacht hat oder den Wettbewerb in diesem Bereich ankurbelt. Da sie das aktuell nicht macht, ist es die Natur des Kapitalismus, dass wir das beste und günstigste Angebot nehmen, denn es gibt ja keine ähnlich gute alternative. Wir sehen das Problem - aber wenn es aktuell keine bessere alternative gibt, dann müssen wir nun mal leider die beste Möglichkeit nehmen und nicht die zweitbeste Wahl, die nur 50 % der Möglichkeiten bietet. Wir sind nicht hier, um die Probleme des Kapitalismus zu lösen, sondern um die Schule möglichst schnell wieder zum Laufen zu bringen.

Vorteile:

  • Es gibt ein komplettes Ökosystem aus allem, was Lehrer*innen und Schüler*innen brauchen. Unterricht Planen, Office Programme, Video Meetings, Kalender für die ganze Klasse, Kommunikation in Klassen und zwischen Lehrer*innen und vieles mehr.
  • Die Programme Laufen auf quasi allen Endgeräten und Plattformen. Ein Chromebook kann man sich sogar von den 150 €, die der Bund armen Kindern zur Verfügung stellt kaufen. Keine Kompatibilitäts-Probleme.
  • Die Daten sind vielleicht nicht vor Google, aber vor allen anderen sicher. Google arbeitet hart daran, dass ihre Systeme vor Hackern und co. geschützt sind und ein Datenleck oder so gab es noch nie.
  • Keine Ausfälle. Während viele kleinere Services momentan überlastet sind, hat Google die Kapazitäten ihre Services ohne Probleme zugänglich zu machen.
  • Das Angebot ist kostenlos. Google bietet während der Corona Zeit sogar eigentlich kostenpflichtige Teile des G Suite Systems kostenfrei zur Verfügung.
  • Die Systemadministration ist denkbar einfach und gut dokumentiert. Niemand muss einen eigenen Server aufsetzen oder sonstiges Hexenwerk vollbringen.
  • Es gibt ein super gut funktionierendes Videokonferenz Tool, das dringend gebraucht wird
  • Die Daten sind in der bezahlten G Suite besser geschützt, als in dem kostenlosen Office-Programm von Google, das viele Schüler*innen ohnehin schon benutzen.
  • Durch die, vom Datenschutzbeauftragten Rheinland-Pfalz empfohlene, Pseudonymisierung, würden keine Personen bezogenen Daten in der G Suite landen.

Für uns überwiegen hier die Vorteile ganz klar die Datenschutzrechtlichen Bedenken, auch wenn man diese natürlich ernst nehmen muss.

Und damit zum dritten Punkt:

Der Datenschutzbeauftragte in Rheinland-Pfalz hält sie für unbedenklich und sogar ganze Länder, wie die Schweiz, Dänemark, Finnland, Kanada, Schweden oder Norwegen nutzen G Suite.

Warum dürfen wir das nicht? Wo ist der große Unterschied zwischen Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein? Warum geht das in anderen EU Ländern, aber nicht in Deutschland?

Uns ist bewusst, dass wir uns vielleicht anhören, also hätte Google uns bezahlt oder so, aber wir sind wirklich nur aufrichtig interessiert daran, dass der Unterricht an der Schule gut funktioniert und denken, dass die G Suite dafür die richtige Lösung für ist.

Vorgehen und Fortschritt:

Wir kennen die Office-Suite von Google schon aus privater Nutzung. Dass es auch die Version für Schulen gibt wissen wir, weil diese schon von einem Teammitglied in den USA verwendet wurde. Deshalb kamen wir nur ein Paar tage, nachdem unsere Schule geschlossen wurde auf die Idee, einfach G Suite zu nutzen. Der Wille danach verstärkte sich natürlich mit der Zeit durch nicht funktionierenden online Unterricht.

Während der Hackathon Woche haben wir nochmal mit Datenschutzbeauftragten, Landtagsabgeordneten und Schulen, die bereits G Suite benutzen Kontakt aufgenommen und Informationen ausgetauscht. Vor allem im Landtag scheinen wir einen Fußabdruck hinterlassen zu haben. Außerdem haben wir eine Liste mit Vor- und Nachteilen angefertigt, ein Datenschutz "risk assessment" gemacht wirklich alle Funktionen nochmal ausgearbeitet und ein kleines Tutorial für Lehrer*innen erstellt. Vor allem mit dem Datenschutz haben wir uns nochmal genauer auseinandergesetzt und uns die Datenschutzerklärung nochmal genau vorgenommen. Auch ein ziemlich aufwändiges Video für den Hackathon ist in der Woche entstanden.

Am Anfang der Woche hatten wir nur die Absage des Datenschutzbeauftragten SH.

Wir sind ganz ehrlich - viel technischen Fortschritt können wir natürlich nicht machen, weil wir auf eine bestehende Lösung setzen. Wir leisten vorrangig Informations- und Kampagnenarbeit. Damit sind wir diese Woche unserer Auffassung nach gut weitergekommen.

Prototyp:

Die einzelnen Programme kann man selbst mit seinem privaten Google Account ausprobieren.

Docs, Slides, Sheets und Umfragen: https://www.google.de/intl/de/docs/about/

Meet: https://meet.google.com/

Classroom: https://classroom.google.com/u/0/h

Der Funktionsumfang von Classroom ist einer der wichtigsten Gründe für Classroom. Um diesen vollumfänglich greifen zu können, ist dieses kurze Video sehr hilfreich: https://www.youtube.com/watch?v=UEFgW--0094

Auch interessant ist die Einschätzung des Datenschutzbeauftragten Rheinland-Pfalz: https://www.datenschutz.rlp.de/fileadmin/lfdi/Dokumente/Orientierungshilfen/anforderungen-google-classroom.pdf

und auch eine Nutzungsvereinbarung, die das Phoenix Gymnasium in Dortmund an seine Schüler*innen herausgebt ist interessant zu lesen: https://www.phoenix-gymnasium-hoerde.de/schulleben/phoenix-digital/

Wichtigstes Element ist der Datenschutz, deshalb hier die wichtigsten Auszüge: https://edu.google.com/intl/de_de/why-google/privacy-security/?modal_active=none und hier die gesamte Datenschutzerklärung: https://gsuite.google.com/intl/en/terms/education_terms.html

Nächste Schritte

Am Anfang sind wir mit unserem Vorstoß immer wieder gegen verschlossene Türen gelaufen. Mittlerweile sehen wir aber “das Licht am Horizont”. Wir hatten erste Treffen mit Landtagsabgeordneten, die, nachdem wir ihnen unsere Situation erläutert hatten, unsere Idee gut fanden und schauen wollen, was sie für uns tun können. Leider wird uns immer wieder gesagt, dass die Politik ein bisschen langsam sei - langsam sein ist aber aktuell keine Option. Deshalb nehmen wir auch an diesem Hackathon teil, vielleicht können wir den Prozess ja beschleunigen.

Wir werden weiter mit Landtagsabgeordneten sprechen und versuchen sie zu überzeugen. Wenn wir hier etwas Aufmerksamkeit bekommen wäre es natürlich super, wenn wir Verbündete finden, die uns in SH unterstützen und vielleicht finden sich ja auch in anderen Bundesländern Menschen, die unsere Gedanken gut finden und in ihrem Bundesland versuchen G Suite zu “legalisieren”. Nicht “nur” mit Landtagsabgeordneten zu reden, sondern auch an die Bildungsminister*innen zu kommen wäre natürlich auch großartig.

Optimalfall wäre es natürlich, wenn wir in ganz Deutschland eine Erlaubnis bekommen würden.

Vor allem brauchen wir Aufmerksamkeit und Unterstützung. Wenn du unsere Idee gut findest, schreibe doch mal eine Mail an das Bildungsministerium oder an einen entsprechenden Politiker.

Sobald wir die Erlaubnis haben, werden wir anfangen unseren Lehrer*innen bei der Nutzung zu helfen und dann auch an andere Schulen in SH herantreten.

Die Koordination dabei wird Lennart übernehmen, der das Projekt schon seit Entstehen der Idee immer weiter befeuert und das SV Team bei diesem Projekt anleitet.

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