Feed B - Mit gutem Feedback Stärken stärken!

Problembeschreibung:

Wir sind ein kleines, aber feines interdisziplinäres Team aus sechs Frauen (Coach, Designerin, Eltern, Lehrerinnen aus unterschiedlichen Schulformen), denen eine gelebte Feedbackkultur an der Schule am Herzen liegt: Während der Schulschließung wurde deutlich, dass alle an der Schulgemeinschaft Beteiligten vor neuen Herausforderungen standen: Lehrer*innen, Schüler*innen, Schulleiter*innen und Eltern mussten improvisieren – was mehr schlecht als recht gelang. Schnell kam es zu gegenseitigen Schuldzuweisungen - anstatt konstruktives Feedback zu üben und dieses als Chance für persönliche und institutionelle Weiterentwicklung zu nutzen! Uns war es wichtig, für dieses Problem eine tragfähige Lösung zu finden, die vorrangig für Schüler-Lehrer-Feedback konzipiert ist, aber potentiell alle Beteiligten der Schulgemeinschaft einschließt. Denn Feedback braucht jeder, um sich weiterentwickeln zu können: Schüler*innen brauchen differenziertes Feedback, das die Ziffernnoten ergänzt und ihnen konkrete Handlungsoptionen aufzeigt. Lehrer*innen brauchen Feedback, um ihren Unterricht zu verbessern und den Bedürfnissen der Schüler*innen gerecht zu werden. Leitungsteams brauchen Rückmeldung von der Schulgemeinschaft, um der Schulentwicklung Richtung und Motor zu geben. In Beratungsgesprächen befinden sich Lehrer*innen und Eltern ebenfalls in einer Feedbacksituation.

Die aktuelle Situation hat drei Dinge deutlich gezeigt:

  1. Der Feedbackprozess muss digital unterstützt sein, damit er auch auf Distanz funktioniert und den Erhebungsaufwand (auch im Präsenzunterricht) vereinfacht.
  2. Einmaliges Feedback „zwischen Tür und Angel“ hat keinen positiven Effekt. Feedback muss regelmäßig gegeben/eingefordert werden und klare Handlungsmöglichkeiten aufzeigen, um aus einem Feedback ein Feedforward zu machen.
  3. Gutes Feedback zu geben und konstruktiv mit Kritik umzugehen, ist keine Selbstverständlichkeit! Nicht nur Kindern und Jugendlichen fällt dies schwer – auch Erwachsene tun sich damit nicht leicht. Das heißt: Gutes Feedback zu geben, muss gelernt und regelmäßig geübt werden!

Lösungsbeschreibung:

Die Idee ist Feed B (Arbeitstitel), eine Online-Plattform mit App, die es Lehrerinnen und Lehrern ermöglicht, sich mit ihren Klassen in geschützten "Räumen" zu verbinden, um einander sowohl persönlich und individuell als auch in Gruppen oder anonym Feedback zu geben. Nutzer können sich mit ihrem persönlichen Account einloggen, erhaltenes Feedback bündeln, Ziele daraus entwickeln und selbstverständlich Feedback geben. Folgende Funktionen halten wir für zentral:

Feedback lernen:

Was ist Feedback, wie funktioniert es und warum brauche ich es? In diesem Bereich der App wird alles Wissenswerte in kleinen Videos anschaulich erklärt.

Feedback trainieren:

Feedback geben wird spielerisch in kleinen Trainingssequenzen geübt. Dazu betreten Nutzer ein virtuelles Trainingsgelände. Dort werden ihnen dann im Multiple-Choice- Verfahren Situationen gezeigt und sie müssen entscheiden, welche Feedbackaussage die Beste ist. Der Nutzer bekommt nach seiner Antwortauswahl sofort Bescheid, ob eine richtige Antwort gewählt wurde.

Methoden für Feedback:

Die App bietet einen Methodenkatalog, der verschiedene Methoden des Feedbacks vorstellt und erklärt. Die Methoden im Methodenkatalog verfügen über unterschiedlichen Aufwand und unterschiedliche Differenziertheit des Feedbacks in der Umsetzung. So wird garantiert jeder fündig, der Feedback haben möchte. Bei der Erklärung der Methoden wurde darauf geachtet, dass sie möglichst für jeden Nutzer, vor allem für Schülerinnen und Schüler verständlich erklärt und illustriert sind.

Persönlicher Bereich:

In diesem Bereich kann der Nutzer sein Profil verwalten. Es lassen sich private Feedbacksituationen schaffen, in denen ein Lehrer einem Schüler ganz individuell Feedback geben kann. Zudem kann der Nutzer erhaltenes Feedback speichern, es mit Notizen versehen und eine Liste mit Zielen anlegen, die nach Erreichung abgehakt werden können. Weiterhin lassen sich in diesem Bereich Feedbackmaterialien wie beispielsweise Fragebögen, Daumenillustrationen und Zielscheiben anfertigen, die für Gruppen freigeschaltet werden können.

Gruppenbereich:

Der Gruppenbereich funktioniert ähnlich wie ein Chat. Es können Gruppen gegründet werden, in denen z.B. eine gesamte Klasse Feedback zu einem Referat oder einer Unterrichtsmethode geben kann. Der Feedbacknehmer kann im Bereich des Gruppenfeedbacks immer entscheiden, ob dieses anonym sein soll oder nicht.

Von der Lösung profitieren v.a. Schüler*innen und Lehrer*innen aller Schulformen im täglichen Schulgeschehen, aber Elternfeedback kann einfach eingeholt werden. Lehrer*innen können das Tool nutzen, um mit ihren Schüler*innen Feedback zu trainieren, Unterrichtsfeedback bei Schüler*innen einzuholen und Feedback für Schülerleistungen zu geben. Auch für Peer-Feedback soll die Plattform geeignet sein. Als Plattform kann Feed B nicht nur im Distanzunterricht, sondern als langfristig im Präsenzunterricht verwendet werden. Teile der Lösung lassen sich auch sofort anwenden (z.B. die Erklärvideos und interaktive Übungseinheiten).

Vorgehen und Fortschritt:

Einig war sich das Team recht schnell, dass Feedback zentral für die Kommunikationskultur einer Schule ist, die alle Beteiligten miteinbezieht. Nach einem Brainstorming wurde klar, dass sich Feedback am besten über eine Onlineplattform einholen lässt, dass aber bestehende kommerzielle Anbieter unzureichende Lösungen bieten (Fehlen von persönlichen Accounts, interaktiven Übungen, Erklärvideos, Interaktionsmöglichkeiten). Ein wichtiger Meilenstein für die Gruppe war die Erkenntnis, dass Feedback eine Kompetenz ist, die zunächst einmal gelernt und auch trainiert werden muss. Aus diesem Grund entschlossen wir uns – auch aufgrund der geringen Zeit- den Fokus auf diese Bereiche zu legen. Wir haben zudem einen ersten Entwurf für eine optische Gestaltung entworfen, die v.a. jugendliche Nutzer ansprechen soll.

Prototyp:

Aufgrund der geringen Zeit und fehlender Kenntnisse im Bereich des Programmierens konnten wir keinen Prototypen erstellen, aber unser Video und das PDF zeigen unsere ersten visuellen Entwürfe für die App-Gestaltung und erläutern unsere inhaltlichen Vorstellungen mit Beispielen.

Präsentation

https://www.dropbox.com/sh/igeri92lgp8fhg2/AAA2vu3Rb8WZA1l4JrHssGEAa?dl=0

Nächste Schritte:

Wir haben uns als Team dazu entschieden, die Umsetzung von Feed B weiterzuverfolgen. Als Nächstes müssen wir Unterstützer finden, die über das technische Knowhow verfügen und mit uns gemeinsam unsere Idee in Form einer App umsetzen. Evtl. ist auch eine Kollaboration mit einem bestehenden Anbieter möglich. Zudem möchten wir Experten aus dem Bereich Feedback und Gewaltfreie Kommunikation hinzuziehen. Inhaltlich sollen weitere Lernvideos, Trainingseinheiten und Methoden aus unserer Erfahrung als Lehrerinnen erarbeitet werden. Analoges Begleit-/Unterstützungsmaterial wäre ebenfalls ein nächster Schritt, damit Feed B dann zunächst in einen Testlauf starten kann. Einzelne Teile (erste Fassung der interaktiven Übungen, Lernvideo) können die Lehrerinnen unseres Teams im kommenden Schuljahr mit ihren Klassen testen. Mit einer Designerin haben wir auch Gestaltungskompetenz an Bord, um die App für jugendliche Nutzer ansprechend zu gestalten. Wir gehen derzeit von einer Budget-Planung von ca. 50.000 Euro aus für Programmierung, Design, Erstellung von Inhalten und analogem Begleitmaterial.

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