Problembeschreibung - Das Problem an der Wurzel packen

Studierende starten in ihr Referendariat mit Kenntnissen zu Tablet und Co., kennen aber die Möglichkeiten des sinnvollen Einsatzes nicht. Daher braucht es dringend einen "Ausbildungsplan Digitalisierung", der den ReferendarInnen den Erwerb digitaler Kompetenzen festschreibt - und zwar bundesweit.

Aktuell finden wir einen Konzept-Flickenteppich, der sich von Bundesland zu Bundesland unterscheidet. Doch der digitale Wandel ist nicht allein Sache der Bundesländer, sondern aller Lehrerinnen und Lehrer Deutschlands - damit wir gerüstet sind für die Schule von morgen. Unser Team setzt sich aus ReferendarInnen und Lehrkräften, die in der Lehramtsausbildung tätig sind, zusammen. Daher sind wir täglich von diesem Problem betroffen und möchten dafür eine Lösung finden.

Lösungsbeschreibung - "Ausbildungsplan Digitalisierung"

Unser Lösungsvorschlag ist die Veröffentlichung eines "Ausbildungsplans Digitalisierung" auf einer bundesweit zugänglichen Plattform. Wir gehen von der Annahme aus, dass hierfür eine einheitliche Lösung für alle Schularten und Bundesländer benötigt wird.

Solch ein Plan setzt qualitätssichernde Standards, von denen ReferendarInnen, LehramtsausbilderInnen sowie auch Schülerinnen und Schüler profitieren würden. Der Plan würde in der Phase des Referendariats umgesetzt und genutzt werden. Spätestens die Corona-Krise hat uns gezeigt, dass digitale Kompetenzen Lehrender unerlässlich sind. Langfristig würde sich also durch eine neu gedachte Lehrerbildung die (Fern-)Unterrichtsqualität verbessern. Da es bereits Ansätze der EU und KMK für die Festschreibung digitaler Kompetenzen gibt, bewerten wir unsere Lösung als realistisch umsetzbar und im Kontext des kompetenz- und handlungsorientierten Unterrichts äußerst notwendig!

Dieser "Ausbildungsplan Digitalisierung" konkretisiert sowohl den Europäischen Rahmen für die Digitale Kompetenz von Lehrenden (DigCompEdu) als auch die Strategie der KMK „Bildung in der digitalen Welt“ durch praxisrelevante Kompetenzen und Beispiele. Ein Kompetenzraster soll fächerübergreifend in die Lehramtsausbildung aller Schularten in allen Bundesländern integriert und bestenfalls in die Lehramtsprüfungsordnungen aufgenommen werden. Der Ausbildungsplan soll auf bereits umgesetzten und teilweise schon evaluierten nationalen und internationalen Best-Practice-Beispielen aufbauen und diese erweitern. Durch Verlinkungen werden diese konkreten Umsetzungsbeispiele aus der Praxis zur Verfügung gestellt und durch Diskussion und Austausch eine Reflexion auf nationaler wie internationaler Ebene ermöglicht.

Die Praxisphasen dienen der Entwicklung digitaler Skills und Kompetenzen durch Umsetzung und Erprobung in realen unterrichtlichen Settings. Zum einen geschieht dies im eigenen Unterricht, zum anderen durch kollaborative Projekte. In Teamarbeit werden „digitale Produkte“ erstellt, wie Podcasts, Erklärvideos oder digitale Unterrichtssequenzen zum Beispiel in Form von DiBiS-Maps oder LernJobs. Fortbildungen, Workshops, Barcamps und Webinare ermöglichen den Lehramtsanwärtern ihr Wissen zu Plattformen, Tools und Urheberrechten zu vertiefen. In diesen übernehmen sie unterschiedliche Rollen, zum Beispiel als Teilnehmer, Teilgeber oder als Experte. ReferendarInnen sollen zu einem reflektierten Umgang mit digitalen Unterrichtsformen und Distance Learning angeleitet werden. Im Rahmen der digitalen Entwicklung der Schullandschaft ist die bundesweite Einführung eines „digitalen Unterrichtsbesuchs“ notwendig, um die angehenden Lehrkräfte von morgen auf ein Zusammenspiel aus analogem und digitalem Schulalltag bestmöglich vorzubereiten.

Darüber hinaus wünschen sich Lehramtsanwärter eine stärkere Vernetzung. Erfolgen kann dies in den kollaborativen Projekten zwischen ReferendarInnen, vielleicht sogar verschiedener Schulen. Die digitale Vernetzung könnte auf einer auf den Ausbildungsplan abgestimmten Plattform realisiert werden. Diese Community of Practice kann so über die Grenzen des eigenen Seminars hinaus erfolgen. So ist auch ein Austausch und gemeinsame Weiterentwicklung auf Ebene des Landes, des Bundes und/oder international denkbar. Schließlich liegen gemeinsame Strukturen und Zielsetzungen vor.

Ein Ausbildungsplan Digitalisierung schafft Einheitlichkeit in der Ausbildung von ReferendarInnen aller Schularten. Er eröffnet durch die Einbeziehung bereits vorhandener Konzepte Perspektiven: So muss „das Rad nicht ständig neu erfunden werden“, Ressourcen und Know-How können dann zur Diskussion und zur (Weiter-) Entwicklung eingesetzt werden. Damit birgt das Thema Digitalisierung die Chance für gemeinsame Entwicklung, für die aktive Gestaltung von Innovation durch die Beteiligten.

Vorgehen und Fortschritt

Der Lösungsansatz entstand durch gemeinsame Reflektion der aktuellen Ausbildungspraxis. Bereits im ersten Gespräch erkannten wir, dass im föderalistischen Bildungssystem unterschiedliche Kompetenzen erworben bzw. gefördert werden. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf. Digitale Kompetenzen gehören zum Handwerkszeug aller Lehrerinnen und Lehrer.

Der wichtigste Meilenstein während der Woche war die finale Zusammenfassung aller Ideenvorschläge und somit die Festlegung der Projektidee. Gemeinsam sammelten wir Best-Practice-Beispiele, die eine Grundlage für weiteres Handeln schaffen und einen Einblick in die Bildungslandschaft geben.

Prototyp

Prototypen finden wir bereits als Best-Practice-Beispiele in einigen Bundesländern. Zur Auswahl zählen DiBiS (BY), IUK (NS), Orientierungsrahmen Lehrerausbildung (NRW), Medienbildungsplan (BW) (Links dazu in der angefügten Präsentation).

Die kleinste nutzbare Version unserer Lösung könnte zunächst an einer Einzelschule ohne (oder mit unzureichendem) Digital-Plan in der Lehramtsausbildung erprobt und umgesetzt werden. Die nächste Ausweitung könnte im Regierungsbezirk und dann Bundesland erfolgen.

Möglich wäre es auch, ein bereits bestehendes Best-Practice-Beispiel eines Bundeslandes weiter zu fördern und/oder auf andere Schularten im Bundesland zu übertragen. So könnte zumindest innerhalb eines Bundeslandes Einheitlichkeit geschaffen werden.

Nächste Schritte

Die Annahmen könnten anhand der Best-Practice-Beispiele getestet werden. Somit wäre der nächste Schritt in Richtung Umsetzung eine konkrete Ausformulierung eines solchen "Ausbildungsplans Digitalisierung". Stichpunktartig sind erste Ideen in der angefügten Präsentation zu finden. Bezüglich der Ressourcen und des Know-Hows wären die KMK und Vertreter von Best-Practice-Beispielen gefragt!

Grundsätzlich sind wir auf Anfrage an der Umsetzung interessiert.

  • Expertinnen und Beraterinnen: Kirstin Bubke, Monika Hochleitner-Prell
  • Teamkoordination: Sonja Bartek
  • Weitere Mitglieder: Moritz Behringer, Solly Wiegand, Caroline Drebinger, Oliver Burmeister, Anna Kahle, Stephanie Becker

https://www.youtube.com/watch?v=ZFvu3V461dM&feature=youtu.be

Share this project:

Updates