Management Summary

Erinnern Sie sich an den Tweet der Schülerin Naina? „Ich bin fast 18 Jahre und hab keine Ahnung von Steuern, Miete und Versicherungen. Aber ich kann ´ne Gedichtsanalyse schreiben. In 4 Sprachen.“ Dieser Tweet ist über fünf Jahre alt, aber noch immer aktuell. So wünschen sich z.B. 84% der 14- bis 24-jährigen mehr Wirtschafts- und Finanzthemen in der Schule. Mit ExPatch wollen wir erreichen, dass mehr Lebenskompetenz in der Schule vermittelt wird. ExPatch ist eine Plattform für Lehrer, auf der sie Experten für eine praxisnahe und fächerübergreifende Unterrichtsgestaltung entlang des Lehrplans finden. Mit ihrer Authentizität sorgen Experten für nachhaltige Lernerlebnisse bei Schülern. ExPatch ist wie der Apple Store. Für eine hohe Qualität wird jeder Experte vorab geprüft und laufend durch die Nutzer bewertet. ExPatch denkt nutzerzentriert von der Lehrkraft aus und bündelt die Vielzahl der vorhandenen Angebote des Marktes. Die konkreten Lehrplanthemen werden beginnend vom Bundesland über Schulform und Klassenstufe hin zum Fach extrahiert und den Lebenskompetenzen zugeordnet. Alle Experten werden mit den erarbeiteten Ansatzpunkten der Lehrpläne sowie den Lebenskompetenzen verknüpft. Mithilfe der einfachen Suche finden Lehrer schnell ihren Experten. Durch die klaren Fachbezüge sehen sie zudem die Potenziale für fächerübergreifende Zusammenarbeit. ExPatch verbindet damit zwei Herausforderungen des Hackathons: Zukunftskompetenzen und fächerübergreifendes Lernen.

Motivation:

Zu Beginn des Hackathons haben wir mit einer gemeinsamen Fragestellung als Team zusammengefunden: Wie können Schüler*innen alltagsrelevante Kompetenzen im Unterricht vermittelt werden? Wir haben selbst als (ehemalige) Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen und Schulpsychologen die Erfahrung gemacht, dass viele Themen in den Schulen aktuell häufig ohne Alltagsbezug vermittelt werden. Außerdem werden wichtige Lebenskompetenzen, wie beispielsweise häufig finanzielle Bildung, Selbstmanagement, Berufsorientierung und Stressprävention nur unzureichend vermittelt. Durch einen Bezug des Unterrichtsinhaltes auf Situationen des alltäglichen Lebens könnte sich die Motivation der Schüler*innen in Bezug auf die klassischen Unterrichtsfächer erhöhen.

Problemstellung:

Allerdings sind Lehrer*innen meist nicht auf jedem Gebiet Experten und können daher einen Bezug zwischen Unterrichtsfach und Lebenskompetenz nicht ohne Weiteres herstellen. Externe Experten, die dieses Wissen authentisch vermitteln können, werden meist nur von besonders motivierten Lehrer*innen in den Unterricht eingebunden. Grund hierfür scheint die unübersichtliche Vielfalt des Angebots und die Herausforderung bei der Einbindung in den Lehrplan zu sein. Bereits bestehende Plattformen scheinen aus der Perspektive eines Experten aufgezogen zu sein und nicht die Bedürfnisse der Lehrer*innen - mit geringem Aufwand und vor allem lehrplankonforme - Unterrichtsergänzung zu finden.

Lösungsansatz:

Deshalb wurde während des Hackathons ein Konzept für die Plattform “ExPatch - Lebenskompetenz macht Schule” entwickelt, das den Lehrer*innen ermöglicht, mit möglichst geringem Aufwand Experten im Bereich der Lebenskompetenzen passend zu ihrem Lehrplanthema. Kernstück der Plattform ist die Suchfunktion: Der Lehrer wählt zunächst sein Bundesland. Im nächsten Schritt erscheinen nur die in diesem Bundesland vorhandenen Schulformen, von denen er seine auswählt. Ebenso verfährt er mit der Klassenstufe und dem Schulfach, die jeweils nur entsprechend der vorhergehenden Auswahl erscheinen. Darauf aufbauend ist nun eine optionale (Mehrfach-)Auswahl der Lehrplanthemen möglich sowie ebenfalls optional eine (Mehrfach-)Auswahl der Lebenskompetenzen, die integriert werden sollen. Zusätzlich können Filter zur Art des Vortrags/Workshops (Webinar, Video, Präsenz, Exkursion) sowie zu den Kosten eingestellt werden. Die beschriebene Funktionalität erfordert ein einmaliges Einpflegen der Lehrpläne aller Bundesländer. Die spezifische Suchmöglichkeit wird durch Tags (Bundesland, Schulart, Klassenstufe, Fach, Lehrplanthema, Lebenskompetenz) auf den Expertenprofilen ermöglicht. Zur Sicherung der Qualität werden die Expertenprofile nur nach Überprüfung durch einen Moderator freigeschaltet. Im Rahmen des Hackathons wurde das Konzept und Grobstruktur für die Webseite sowie MockUps dazu erstellt. Die technische Umsetzung sowie die Einbindung der Lehrpläne wäre der nächste Schritt.

Nächste Schritte:

Neben der technischen Realisierung des Projektes bestehen die nächsten Schritte in einer Klärung der Trägerschaft und Finanzierung des Projektes. Des Weiteren müssen Experten akquiriert werden sowie die getroffenen Annahmen und die Akzeptanz durch Lehrer zunächst in kleinem Rahmen validiert werden. Nach Fertigstellung eines Prototypen könnte ein erster Testlauf stattfinden.

Challenges und Lernerfolge:

Nachdem sich das Team gefunden hatte wurden zunächst viele Ideen gesammelt, die anschließend in eine konkrete Projektidee überführt wurden. Hier hat sich die hohe Motivation aller Team-Mitglieder gezeigt, während gleichzeitig alle Interessen berücksichtigt werden mussten. Das Team ist crossfunktional aufgestellt mit einer Schülerin, 2 Lehrerinnen, zwei Expertinnen aus dem Bereich Bildung, einem projekterfahrenen BWLer, einer Grafikdesignerin sowie zwei fachfremden, bildungsinteressierten Mitgliedern. Da der Großteil des Teams berufstätig ist oder Kinder hat, war die Zeiteinteilung eine der größeren Herausforderungen während des Hackathons. Eine schwierige, aber wichtige Challenge war für uns die Abgrenzung von bestehenden Plattformen sowie anderen Projekten den Hackathons.

Wir sind sehr stolz darauf, daß wir in einem Team mit vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten in sehr kurzer Zeit und nur über Online-Kanäle ein tolles Konzept auf die Beine stellen konnten. Wir hoffen, unser Video und unser Konzeptpapier können sowohl von unserer Motivation als auch vom Konzept selbst überzeugen.

Unsere Motivation treibt uns an das Projekt weiter zu begleiten. Wir würden uns sehr freuen, wenn unser Konzept in die Realität umgesetzt wird und möchten gerne weiterhin Teil dieses Prozesses sein. Je nach beruflicher Einbindung variiert der mögliche Zeiteinsatz, die Rolle ist aber für uns alle sehr ähnlich: Wir würden gerne beim Aufbau der Plattform als Berater und Inputgeber fungieren.

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