Ausgangssituation

Contergangeschädigte Menschen erfahren aufgrund angeborener Fehlbildungen zunehmend Einschränkungen der Mobilität mit Auswirkung auf alle Lebensbereiche. Die Kombination aus funktionellen Defiziten und Altern führt zu einem steigenden Bedarf an persönlicher Assistenz und Pflege. Für die Betroffenen ist es schwierig geeignete Assistenz zu finden. Zusätzlich wird ein Großteil der Assistenz durch Angehörige geleistet, so dass aufgrund gleichsinniger Alterung ein Versagen dieses Hilfesystems und eine mögliche Isolation dieser Personengruppe absehbar ist. Im Verlauf dieses Projektes wurde deutlich, das Probleme bei der Inanspruchnahme von persönlicher Assistenz und Pflegeleistungen vielschichtig sind und alle Altersgruppen betreffen. Es gibt etwa 7,9 Mio. Menschen mit einer Schwerbehinderung und etwa 4,1 Mio. Pflegebedürftige in Deutschland. Die Schwierigkeiten mit persönlicher Assistenz und Pflege stellen eine bislang unterschätzte Herausforderung dar.

Herausforderung

Die von uns angestrebte Lösung passt zu zwei Herausforderungen: (ID: 100026) Wie können wir Angehörige entlasten, die Menschen in ihrem Umfeld betreuen und pflegen sowie situativ mit digital / analogen Angeboten vernetzen, ohne sich durch den Begriffsdschungel zu kämpfen und aufwendig nach Informationen recherchieren zu müssen. (ID: 100439) Wie können wir hilfesuchende Menschen dabei unterstützen, die richtigen Ansprechpartner:innen für ihr Problem zu finden ohne im Dschungel des Hilfesystems verloren zu gehen?

Vision & Ansatz

Unsere Vision ist, Menschen mit Assistenz und Pflegebedarf, sowie deren Angehörige, mehr Freiheit zum Leben und Selbständigkeit zu ermöglichen. Hier muss im Sinne der Teilhabe gerade der Aspekt spontaner Unterstützung unabhängig vom Wohnort berücksichtigt werden. Eine digitale Vermittlung kann effizient individuelle Bedürfnisse berücksichtigen und zeit- und ortsunabhängig zu Assistenz verhelfen. Gleichzeitig stehen diese Menschen und ihre Angehörigen vor einem Antrags- und Verwaltungsdschungel. In unserer Vision orientiert sich eine digitale Lösung an der Lebenswirklichkeit beeinträchtigter Menschen und nicht an den rechtlichen Unterscheidungen zwischen Assistenzbedarf und Pflege. Bestehende Lösungen adressieren immer nur Teile der Herausforderung, obwohl der Mensch und seine Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen sollten.

Lösung

Der passgenaue Abgleich von Anforderung und wohnortnaher Dienstleistung wird bereits in vielen Lebensbereichen mittels Smartphone durchgeführt, insofern scheint die technische Umsetzung mittels Smartphone App geradezu ideal. Die Nutzung einer Smartphone App garantiert eine hohe Verfügbarkeit und kann barrierefrei für Menschen mit Beeinträchtigungen der Kommunikation (Hören, Sehen, Leichte Sprache) programmiert werden. Eine App sollte alle Fragen rund um die Themen Assistenz und Pflege beantworten und die Kontaktaufnahme zu den Helfern vermitteln. Dabei sollte die Plattform auch die administrativen Prozesse abwickeln. Zudem führt ein Chatbot anhand von Fragen durch die Beratung und zu den richtigen Ressourcen oder den passenden Inhalten für den relevanten Antrag.

Technische Umsetzung

Um das Rad nicht neu zu erfinden, könnte auf zwei bereits etablierte Anwendungen zurückgegriffen werden. NUI care (https://nui.care/) und Helferportal (https://www.helferportal.de/) adressieren jeweils ein Teilproblem. NUI care bietet Unterstützung für pflegende Angehörige zur Beantragung von Pflegeleistungen und der Koordination der an der Pflege Beteiligten. Das Helferportal vermittelt Unterstützung auf Basis des individuellen Bedarfs und übernimmt administrative Prozesse. Bei einer Zusammenführung in einer barrierefreien mobilen Anwendung könnte der Nutzer je nach Bedarf an die richtige Plattform weitergeleitet werden.

Umsetzung & Pilotierung

Für die die Entwicklung und Erprobung dieser Anwendung benötigen wir finanzielle und logistische Unterstützung einer Kommune oder Stadt und einer Pflegkasse oder Krankenversicherung. Neben den Dienstleistern für Assistenz und Pflege könnten auch Kliniken angesprochen werden.

Für ein Pilotprojekt wäre nach unserer Einschätzung die Gruppe der Contergangeschädigten, die hier den initialen Impuls gaben, geeignet. Diese Gruppe kann aufgrund der hohen Variabilität funktionaler Einschränkungen stellvertretenden für alle Menschen mit einer Schwerbehinderung gelten. Dabei zeigen Contergangschädigte als nahezu altersgleiche Kohorte die Auswirkungen von Behinderungen und Altern in besonderer Weise auf. Lösungen die sich in dieser Gruppe als praktikabel erweisen, können leicht für Menschen mit Behinderungen aller Altersgruppen genutzt werden.

Kontakt

Rudi Beyer II rbeyer@schoen-klinik.de II Tel.: +49 40 2092-2363 mob.: 0177 779 8672

Built With

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Liebes Team von Everyday Assistance! Ein ganz herzliches Dankeschön von meiner Seite. Die intensive Zusammenarbeit war eine großartige Erfahrung. Ich bin gespannt wie es weitergeht und wünsche euch allen erstmal gute Erholung. Vielen Dank und herzliche Grüße aus Hamburg, Rudi

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