Inspiration

Nach einer allgemeinen Recherche (https://docs.google.com/document/d/1F_BlYpsI_g0L1H206wi1q_btNzyNVU86QLo7eX2tzRg/edit?usp=sharing) haben wir erfahren, dass es nicht an Freiwilligen mangelt, sondern daran, dass die Landwirt*innen schlechte Erfahrungen mit deutschen, unerfahrenen Arbeitskräften gemacht haben. Deshalb war die Frage: Was gibt der anvisierten Zielgruppe (Selbstständige, Künstler*innen, Student*innen, ALG II-Empfängerinnen) einen echten Anreiz, um länger dabeizubleiben, wenn die erste Begeisterung abebbt und der Rücken schmerzt?

What it does

Erntedank ist ein System, dass Menschen, die in diesem Jahr spontan in der Krise auf den Feldern bei der Ernte helfen, ein Dankeschön zukommen lässt. Man kann sich anmelden und angeben, wie lange man gearbeitet hat. Für jeden Tag auf dem Feld gibt es Punkte, die für verschiedene Dinge eingelöst werden können. Je mehr Punkte man hat, desto größer das Dankeschön. So soll das System auch Anreize schaffen, einen längeren Arbeitseinsatz trotz der körperlichen Mühen bis zum Ende durchzustehen. Außerdem bietet das System die Möglichkeit, ein Zertifikat herunterzuladen, dass den Einsatz bestätigt. Als zusätzlichen Anreiz für Menschen, die ALG II beziehen, gibt es die Möglichkeit, das Einkommen aus einem Arbeitseinsatz von mindestens drei Wochen nicht mit dem ALG II-Betrag zu verrechnen. Das Anreizsystem Erntedank geht auf die Lebensrealität der Zielgruppe ein, die lange vor Corona schon von Unsicherheit und prekären Verhältnissen geprägt war. Viele können nicht gut Rücklagen für Krisen schaffen, da sie sowieso am Existenzminimum leben, müssen wegen ALG II kleine Zuverdienste in großen Teilen wieder abgeben und können nicht für das Alter vorsorgen. Auf diese Bedürfnisse gehen die Anreize, die wir vorschlagen, ein.

How we built it

Wir haben Interviews geführt (https://docs.google.com/document/d/1FmB9WbfaSdw10Bncqi3wz3XvVZKNgEqGh4l42yjLDis/edit?usp=sharing), um die Lebensrealitäten und Bedürfnisse der Zielgruppe besser zu verstehen, dann Ideen für Anreize gesammelt und mehr als 30 Menschen darüber abstimmen lassen, welche Anreize sie am meisten motivieren würden, über einen längeren Zeitraum bei der Ernte zu helfen. Hier sind die Ergebnisse einsehbar: https://docs.google.com/spreadsheets/d/1wd4aq_hX9oPxdh80mrDozfc_zfkIn-OF3dz2FhZTOkU/edit?usp=sharing Die beliebtesten Anreize werden in unserem Prototypen vorgeschlagen. Die Auswahl ist begrenzt, damit der Verwaltungsaufwand nicht zu groß wird.

Wir haben angefangen, unsere Idee als Webapplikation in Haskell umzusetzen und sind noch mittendrin. Weiter unten bei "Try it out" könnt ihr den derzeitigen Stand sehen! Im fertigen Prototyp wird es möglich sein, den derzeitigen Stand der eigenen "Helfenden Hände" zu sehen, sie für Dankeschöns einzulösen und sich neuen Aufgaben zu stellen. Haskell haben wir gewählt, weil es zuverlässige, wartbare und performante Software ermöglicht, und gleichzeitig unglaublich Spaß zu programmieren macht. Um etwas ganz neues zu lernen, haben wir keine bestehenden Webframeworks verwendet, sondern die Webanwendung basierend auf "servant" von Grund auf neu entwickelt.

Challenges we ran into

Die größte Herausforderung war es, einen Überblick über all die Menschen und Teams, die an der Challenge gearbeitet haben, zu bekommen und sich abzustimmen. Wir haben uns dann irgendwann als Team (das sich schon vor dem Beginn des Hackathons geformt hatte) entschieden, uns einen Aspekt vorzunehmen, der noch nicht bearbeitet wurde und für uns zu arbeiten (mit einem Auge auf das, was in der restlichen Gruppe passiert), um in den Doing-Modus zu kommen.

Accomplishments that we're proud of

Uns haben dankenswerter Weise viele Menschen schnell für Interviews und die Umfrage und zum Testen zur Verfügung gestanden und waren unglaublich hilfsbereit. Besonders gefreut hat uns, dass dabei deutlich wurde, wie viele Menschen sich vorstellen können, auf den Feldern auszuhelfen und dass unsere Anreize für die anvisierte Zielgruppe tatsächlich einen sehr hohen Wert haben.

What we learned

Es ist nicht der Mangel an Freiwilligen das größte Problem der Stunde. Das hatten wir nicht erwartet. Das Problem ist eher, dass die Landwirt*innen deutschen Erntehelfer*innen sehr skeptisch gegenüberstehen, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht haben und es ihnen überhaupt nicht hilft, wenn jemand nicht den ganzen Arbeitseinsatz von mindestens ein paar Tagen durchhält.

Außerdem ist deutlich geworden, dass sich einiges in Bezug auf die Arbeitsbedingungen ändern muss. 1. weil deutsche, unerfahrene Helfer*innen andere Bedingungen brauchen als die, die sich über lange Zeit etabliert haben. 2. weil es Vorkehrungen braucht, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren. Erkenntnisse dazu finden sich in den Interviews, die wir geführt haben.

What's next for Erntehelfer*innen und Landwirt*innen koordinieren

Es müsste sichergestellt werden, dass die Bundesregierung die nötigen Mittel für die Anreize auch wirklich zur Verfügung stellt. Des Weiteren müsste die Verwaltung für die angebotetenen Anreize organisiert werden und die Anbindung an eine bestehende Plattform geplant werden.

Built With

  • bulma
  • haskell
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