Problembeschreibung:

• Warum habt Ihr Euch für diese Herausforderung entschieden?

In der Corona-Krise gab es eine besondere Last und Verantwortung für die Eltern von Schulkindern. Sie waren plötzlich gezwungen ganze Unterrichtstage federführend zu leiten, Lernstoff zu vermitteln und Wissen abzufragen. Und das, obwohl es digitale Möglichkeiten gibt, um den Kontakt zwischen Schulen und Kindern aufrecht zu erhalten und den Unterricht aus der Ferne ohne die Eltern zu bestreiten. Viele medienaffinen Lehrkräfte und Schulleitungen probieren und diskutieren seit vielen Jahren neue Lehr- und Lernwege. Es finden sich mehr und mehr Pilotprojekte an Schulen und die Bundesregierung unterstützt seit 2019 im Rahmen des DigitalPakts Schule mit einem Finanzvolumen von fünf Milliarden Euro. All dies erhielt durch den Ausbruch der Corona-Krise eine Dringlichkeit, die sich noch Anfang 2020 niemand hatte vorstellen können. Mittlerweile ist der Begriff „hybrider Unterricht“ in aller Munde. In diesem Leitfaden ist damit ein Unterricht gemeint, der aus einer Kombination von Präsenz- und Fernunterricht besteht. Dieser stellt sich je nach Bundesland oder Krisensituation der einzelnen Schule unterschiedlich dar. Unserer Meinung nach bleibt uns der hybride Unterricht aus 2 Gründen permanent erhalten:

  1. Corona-Krise: es ist davon auszugehen, dass es weitere virusbedingte Ausnahmesituationen geben wird, auf die eine Schule reagieren muss
  2. Zukunftsorientierte Schule – ein viel wichtigerer Grund: die Wochen des virusbedingten Fernunterrichts haben gezeigt, dass diese Art des Unterrichts auch viele positive Effekte für den Lernerfolg hat – diese gilt es jetzt strukturiert und gewinnbringend zu verstärken Eine Fülle von Angeboten digitaler Möglichkeiten für den Lehrbetrieb für Lehrkräfte, Eltern und Schülerinnen und Schüler flutet das Netz und leert so manchen Geldbeutel – nur nicht den des DigitalPakts.

• Was ist aus Eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Viele Ideen, viele Möglichkeiten, viele Abhängigkeiten – Lehrpläne basierend auf Präsenzunterricht, digitale Kompetenz konzentriert auf Wenige, Respekt und Angst vor Datenschutzthemen, Grundausstattung unterm Minimum, keine vereinbarten Standards. Es fehlt an strukturierten Maßnahmen, konkret den Zugang zu digitaler Kompetenz für alle Lehrkräfte schaffen - auch die, die gerade am Beginn ihrer Unterrichtserfahrung mit den digitalen Werkzeugen stehen? Denn auch die weniger digital agierenden Pädagogen sind im aktuellen Umfeld gezwungen, ihren Unterricht zu überdenken. Viele fühlen sich nicht wohl bei dem Gedanken, vorgefertigte Inhalte online zu vermitteln, ohne auf die besonderen Bedürfnisse ihrer Schülerinnen und Schüler eingehen zu können. Sie wollen zurecht sicherzustellen, dass ihre authentischen Unterrichtsstile intakt bleiben.

• Wer ist von dieser Problemstellung betroffen?

Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler (SuS) und Eltern sind davon betroffen.

  • Lehrkräfte haben Schwierigkeiten mit ihren Schülern in Kontakt zu stehen und einen zielführenden Unterricht abzuhalten
    • SuS fehlt Struktur im Schulalltag
    • Eltern sind die Notlösung

Lösungsbeschreibung:

• Was ist Euer Lösungsansatz

Ein Leitfaden soll Unterrichtspraktiken, die bekannt sind und sich für hybriden Unterricht eignen, in einem Wochenplan darlegen und einer Lehrkraft Orientierung verschaffen. Ziel ist es, niederschwellige und Endgerät-unabhängige Methoden, Tools und Wege vorzustellen und wie man diese zum Einsatz bringen kann. Grundsätzlich sollen dabei vor allem die digitalen Tools leicht zugängliche, lizenz-freie Lösungen sein, die auch von Kultusministerien genehmigt sind, damit einzelne Lehrkräfte sie eigenständig einsetzen können. Für den fortschreitenden Entwicklungsprozess der digitalen Kompetenz und auch die Ausweitung der digitalen Gegebenheiten an Schulen bauen wir in den Leitfaden aber auch weiterführende digitale Lösungen ein, die im Zusammenhang mit Lizenzverträgen und Plattformangeboten nutzbar sind.

• Von welchen Annahmen geht Ihr bei Eurem Lösungsansatz aus?

Bereitschaft auf Seiten der Lehrkräfte, Schulen und Eltern. Handreichungen der Kultusministerien an die Schulen mit der Liste der genehmigten digitalen Tools

• Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?

Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler (SuS) und Eltern erweitern dadurch ihre digitale Kompetenz – im speziellen profitieren sie:

  • Lehrkräfte: strukturierte Abarbeitung des Lehrplans im Schuljahr 2020/21 trotz möglicher Schulschließungen/Fernunterrichtsphasen
  • SuS: Struktur im Schulalltag, effektives Lernumfeld, selbständiges Arbeiten
  • Eltern: Wegfall der doppelten Belastung durch Homeschooling und Arbeit
  • Welchen Einfluss hat Eure Lösung auf die aktuelle Situation? Der Leitfaden gibt Orientierung für Lehrkräfte für die Gestaltung des Unterrichts – damit erhöht er auf Seiten der SuS das Unsicherheitsgefühl. All das verringert die Belastung der Eltern in der aktuellen Situation.

• Was ist der langfristige Wert Eurer Lösung?

Langfristiger Aufbau der digitalen Kompetenz im Schulalltag auf Basis der aktuell verfügbaren Gegebenheiten und mit der Option, diese in Zukunft weiter auszubauen.

• Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit Eurer Lösung?

Grundsatz unseres Lösungsvorschlags ist der niedrigschwellige Zugang zu digitalen Möglichkeiten unabhängig von der Art der eingebundenen Endgeräte. Dadurch werden keine Abhängigkeiten kreiert, die den Erfolg der Umsetzung negativ beeinflussen können. Außerdem ist dieser Leitfaden so konzipiert, dass er in jedem Bundesland umsetzbar ist.

Vorgehen und Fortschritt:

• Wie ist der Lösungsansatz entstanden?

Das Team hatte sich zur Frage zusammengefunden, wie man Eltern in der aktuellen Situation zum Thema Schule entlasten kann. Diese Frage haben 4 Lehrkräfte der Geschwister-Scholl-Schule Grund- und Realschule plus Wallhausen/Waldböckelheim mit in den Hackathon gebracht. Es haben sich 2 Eltern dazu gefunden, die jeweils 3 Kinder haben die an insgesamt 6 unterschiedlichen Schulen sind – jede mit einem anderen, teilweise Lehrkraft-abhängigen Konzept zur Bewältigung der Krise. Es waren also viele Blickwinkel und Erfahrungswerte am virtuellen Tisch, nach einer geeigneten Lösung zu suchen. Der Ansatz ist entstanden, weil allen bewusst war, dass es nicht nur in jedem Bundesland sondern auch in jeder Schule und oft auch bei jeder Lehrkraft ein eigenes Lehrsystem gibt – mal mehr mal weniger digital. Ein Lösungsansatz musste also gefunden werden, der dies berücksichtigt und trotzdem breit einsetzbar ist.

• Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackathon Woche?

  1. Hackathon-Plattform und Tools verstehen
  2. Teamfindung
  3. Definition des Fokusthemas
  4. Konzeptionierung des Leitfadens
  5. Konzeptionierung des Videos

• Wenn Ihr auf einer bestehenden Lösung aufgebaut habt: bitte beschreibt den Status am Anfang des Hackathons, so dass wir den Fortschritt während der Woche angemessen beurteilen können.

Es gab am Anfang nur den Wunsch nach Entlastung für die Eltern. Daraus ist alles weitere entstanden.

• Alternativ: Wie könnte die kleinste nutzbare Version Eurer Lösung aussehen? Das Minimum der Umsetzung ist der Leitfaden, den wir zur Verfügung stellen. Dieser kann Schulen dient als Handreichung und kann an Schulen direkt umgesetzt werden.

Prototyp:

• Wenn vorhanden: Wo finden wir Euren ersten Prototypen?

Dokument (Leitfaden - Elternentlastung im hybriden System) als Anhang beigefügt

Nächste Schritte:

• Wie testet ihr Eure Annahmen?

Ein Teil unseres Konzepts ist schon in der Erprobung und wird von einigen Lehrkräften der Geschwister-Scholl-Schule Grund- und Realschule plus Wallhausen/Waldböckelheim getestet und umgesetzt.

• Was ist aus Eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?

Der Leitfaden wird allen Kultusministerien zur Verfügung gestellt und dient als Grundlage für standardisierte Schritte. Er wird weiter ausgearbeitet, sobald sich die digitalen Agenden der Kultusministerien und Schulen erweitern. Zum Beispiel: Lehrkräfte erhalten eine einheitliche Plattform mit einer Auswahl von Lernvideos. Zudem soll ein Kontakt zu den Eltern- und Schülergremien aufgebaut werden, um das Konzept in die Breite zu streuen.

• Was benötigt Ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-How, Budget)?

Der Leitfaden muss inhaltlich noch weiter ausgearbeitet werden. Unter anderem denken wir an eine Verknüpfung von Ergebnissen aus anderen Projekten des Hackathons. Sobald dieser inhaltlich für eine Publikation bereit ist, sollte er marketingtechnisch aufbereitet werden (Budget). Ein Mikrolearning auf Basis des Leitfadens rundet das Angebot ab (Budget). Danach ist eine Übergabe des Leitfadens an die Digitalbeauftragen der Kultusministerien denkbar, damit er in enger Zusammenarbeit mit Vertretern der Schulen und Elternvertretern auf Standards festgelegt wird, die den Gegebenheiten des Bundeslandes entsprechen (Kontakt zur KMK). Eine kurzfristige Vorgehensweise ist die Verteilung des Leitfadens an die Landeselternbeiräte und Hauptpersonalräte der Lehrkräfte zur Weiterverteilung an den Schulen direkt.

• Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?

Wir glauben, dass eine Vernetzung der Ergebnisse aus den anderen Projektteams möglich ist, um weitere Umsetzungsschritte zu planen. Eine Alleinige Umsetzung durch unser Team ist nicht möglich. Aber wir würden weiterhin in der Planung aktiv sein. Beispielsweise können wir uns vorstellen, als Projektschule unser Konzept zu testen. Die Eltern in unserem Team können uns ein direktes Feedback gewährleisten. Zudem können wir in der Umsetzung der Technik auf ein weiteres Teammitglied zurückgreifen. Die Eltern können ein Netzwerk aufbauen, um das Konzept an weiteren Schulen anzusiedeln.

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