Unsere Inspiration zur Idee des DSEE-Campus

Das Team der DSEE ist neu und vereint unterschiedliche Interessen, Erfahrungen und Skills. Unsere Inspiration zum DSEE-Campus vereint primär zwei Impulse:

(1) Seit Anfang 2020 organisiert die Gruppe #VRExplorer digitale Treffen und Workshops in unterschiedlichen VR- und 3D-Welten. Hervorgegangen ist daraus bereits ein Guidebook und eine kleine aber feine Community. Außerdem war die Gruppe maßgebliche Anstoßgeberin für die erste Avatar-Konferenzen der DRK-Wohlfahrt im Sommer 2020.

(2) Der jährlich stattfindende Chaos Communication Congress musste 2020 - wie so viele anderen Formate - rein digital stattfinden. Neben den vielen Streams einzelner Vorträge, wurde eine Umgebung auf der Basis von WorkAdventure zur Verfügung gestellt, in die Teilnehmende ihre eigenen Umgebungen einbauen konnten. So entstand eine riesige Erlebnis- und Begegnungswelt, auf der sich letztlich über 10.000 Teilnehmende tummelten (Angaben von WorkAdventure). Für den #rc3 veröffentlichte der Chaos Computer Club ein Manual, das viele Möglichkeiten dieser digitalen Welt aufzeigt.

Mit WorkAdventure arbeitet seit Anfang 2021 auch der havel:lab e.V. in Fürstenberg an der Havel (Brandenburg), der uns einen ersten Prototypen - ein virtuelles Büro - möglich gemacht hat. 

Technische Basics für die Umsetzung eines Prototypen des DSEE-Campus

Die Umsetzung erfolgt über WorkAdventure, einer unter AGPL v3 lizenzierten Software, in die standardmäßig Jit.si-Videokonferenzen eingebunden werden. Auch andere Videokonferenz-Systeme lassen sich einbinden - beim #rc3 wurde auch BigBlueButton genutzt. Zusätzlich lassen sich Webseiten, Ether- und Cryptopads und Musik-Streams (MP3-basiert) in die Welt einbinden und so auch Interaktion über den Video- und Audio-Calls hinaus ermöglichen.

Unseren ersten Prototypen - das Bürogebäude der DSEE im alten Landratsamt in Neustrelitz - setzte Philipp in der Standardkonfiguration von WorkAdventure um. 

Unsere Herausforderungen für die Umsetzung des DSEE-Campus

WorkAdventure bietet im aktuellen Server-Setup einen ausreichend guten Rahmen für kleinere Meetings und Workshops. Um den DSEE-Campus auch für große Events nutzen zu können, müssen wir neben dem standartmäßig eingebundenen Jit.si auch BigBlueButton einbinden. Zudem ist eine Serverlandschaft erforderlich, die ausreichende Performance bietet. Unser Ziel ist etwa 200 Karten für jeweils etwa 200 User:innen serverseitig bereitstellen zu können. Darüber hinaus wollen wir an der intuitiven und mobilen Bedienbarkeit, Barrierefreiheit, Datensicherheit und ergänzenden Features - beispielsweise verschließbare Türen - arbeiten.

Inhaltlich und 'architektonisch' sind dem DSEE-Campus nur wenige Grenzen gesetzt. Die Ausgestaltung dieser Welt allerdings können und wollen wir nicht allein übernehmen. Die Herausforderung ist entsprechend, genügend Nutzerinnen und Nutzer zu finden, die die Welt regelmäßig (z.B. als digitalen Co-Working-Space oder virtuellen Pausenraum) oder sporadisch (z.B. für Meetups, virtuelle Events und Workshops) nutzen.

Da wir für die technische Seite der Herausforderung bereits ausreichend Informationen gesammelt haben und sich entsprechende Aufträge an Dienstleister vergeben ließen, haben wir im 48-Stunden Kick-Off zu Update Deutschland den Fokus entsprechend auf Bedarfe und Wünsche potentieller User:innen gelegt.

Was wir selbst gelernt haben

Die Nutzung eines virtuellen Büros im Sinne digitalen Co-Workings führt zu weniger Medienbrüchen bei der alltäglichen Kommunikation im Team. Zusätzlich schafft die digitale Präsenz von Kolleg:innen ein Gefühl der Nähe, das Chats allein nicht abbilden können. Bei der Remote-Arbeit in unserem Team haben wir beispielsweise bemerkt, dass der tägliche Gang ins Büro und die Möglichkeit von Tür-und-Angel-Gesprächen während der Arbeitszeit ein gewisses Flow-Gefühl erzeugt, weil man nicht von Termin zu Termin 'hüpft' sondern (internen) Meetings 'geht'.

Cartoon: Auf unterschiedlichen Endgeräten ein gefährliches Gewässer überqueren Darstellung aus einem internationalen "Cartoonathon" der Solferino-Academy vom Mai 2020

Bei den Führungen über den Prototypen des DSEE-Campus und den anschließenden Gesprächen haben wir neben zahlreichen Hinweisen zum technischen Setup vielerlei Anregungen dazu bekommen, welche Aktivitäten sich potentielle Nutzer:innen des Campus konkret vorstellen können: Die Range reichte hier von digitalen Workshops und Konferenzen über die co-kreative Ausgestaltung bestehender Arbeits- und Veranstaltungsflächen bis hin zur Schaffung von Räumen für neue soziale Bewegungen. Virtuelle Büro-Gemeinschaften wurden vor allem als digitale Pausenräume diskutiert, wobei das Potential der Vernetzung unterschiedlicher Organisationen und Communities auf einer Art 'Meta-Karte' (bspw. dem DSEE-Campus) durchaus gesehen wurde.

Was soll nun folgen

Auf der Basis geeigneter Hardware wollen wir den DSEE-Campus gern für Interessierte Nutzerinnen und Nutzer öffnen. Wir wollen künftig dazu einladen, den Campus mit Leben und Inhalten zu füllen und so auch selbst zu mitzugestalten. Wir wollen Handeln in neuen digitalen Welten möglich machen, die an Zukunfts- oder Schlüsseltechnolgien (in diesem Fall Virtual und Augumented Reality) anschließen. Wir wollen darüber hinaus die Entwicklung von Open-Source-Technologie, in der wir große Potentiale für zivilgesellschaftliches Engagement sehen, erlebbar machen und Ownership an Technik und Architektur digitaler Räume für die Zivilgesellschaft ermöglichen.

Built With

  • cryptpad
  • jit.si
  • workadventu.re
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