Ausgangspunkt / Status quo / Problem

Die Wartezimmer von Arztpraxen sind ein Hotspot für die Verbreitung des Corona-Virus sowie anderer ansteckender Krankheiten, da erkrankte Personen hier auf engstem Raum zusammenkommen müssen. Der für die Einhaltung des empfohlenen Sicherheitsabstands nötige Platz ist nur in den seltensten Fällen vorhanden. Gerade in der aktuellen Situation haben Menschen, die aufgrund einer akuten Erkrankung oder Verletzung einen Arzt aufsuchen müssen, Angst, sich genau dort mit SARS-CoV-2 zu infizieren. Gleichzeitig ist das Ansteckungsrisiko auch für die in der Praxis beschäftigten Mitarbeiter durch den stetigen und engen Kontakt mit erkrankten Patienten sehr hoch. Gerade diese Personen müssen, aufgrund ihrer essentiellen Rolle im Gesundheitssystem, so gut wie möglich vor Infektionen geschützt werden.

Zielsetzung / Anforderungen

Mit Hilfe von PATIENT PAGER soll eine sofort und einfach nutzbare Lösung zur Vermeidung von Ansteckungen in essentiellen, öffentlichen Räumen geschaffen werden. Durch das simple Grundprinzip und die einfache Bedienung haben wir ein Produkt entwickelt, dass zur effektiven Unterbrechung der Infektionsketten in Wartezimmern von Arztpraxen beitragen kann. Dadurch werden Risikogruppen & Nicht-Risikogruppen, sowie Beschäftigte durch die virtuelle Ausweitung des Wartezimmers geschützt.

Zielgruppe

Die Hauptzielgruppe von PATIENT PAGER sind Smartphone-Nutzer der Nicht-Risikogruppe (Patienten bis 60), sowie Smartphone-Nutzer der Risikogruppe (Patienten mit Vorerkrankungen, Raucher, Ältere Menschen). Durch die Verwendung des Programms und die Verringerung der sich physisch im Wartezimmer aufhaltenden Personen werden indirekt auch Menschen ohne Smartphone-Zugriff, sowie Beschäftigte der Praxis geschützt.

Das Produkt / Lösungsansatz

Der Fokus des Projekts liegt auf der Entwicklung einer möglichst leicht zugänglichen, universellen und digitalen Lösung zur Vergrößerung des Sicherheitsabstands zwischen den Patienten. Die Funktionsweise ist an das immer beliebter werdende Prinzip von Restaurants/Imbissen angelehnt, bei welchem die Gäste durch ein vibrierendes Informationsgerät Bescheid bekommen, dass das bestellte Essen fertig und zur Abholung bereit ist. In Fall von PATIENT PAGER wird bei der Anmeldung in der Arztpraxis abgefragt, ob der Patient im Wartezimmer Platz nehmen möchte oder nicht. Nach Eingabe von Name und Telefonnummer in dem System bekommt der Patient per SMS eine Bestätigung über die Aufnahme in die Warteschlange, sowie eine Information zum aktuellen Status und allgemeine Verhaltenshinweise. Er kann sich dadurch in einer sinnvollen Distanz zur Praxis bzw. zum Wartezimmer aufhalten, bis er über eine weitere SMS zur Behandlungaufgerufen wird.

Positive Konsequenzen / Direkter Nutzen

Durch das Einführen eines „virtuellen Wartezimmers“ befinden sich weniger potentiell infektiöse Menschen in direktem oder indirektem Kontakt miteinander, was die Ansteckungsgefahr untereinander sowohl durch Tröpfchen- als auch durch Schmierinfektion während der Wartezeit signifikant verringern kann. PATIENT PAGER wird überwiegend von jüngeren Menschen aus Nichtrisikogruppen genutzt werden, welche dadurch ihr eigenes Ansteckungsrisiko reduzieren können. Gleichzeitig schützen diese Personen durch die Verringerung der Gesamtzahl auf engstem Raum wartender Patienten indirekt auch risikobehaftetere Menschen, welche ohne Smartphone keinen direkten Zugang zu dem Programm haben. Im Bezug auf die für SARS-CoV-2 aktuell exponentiell steigende Infektionsrate und den damit verbundenen, analog stark ansteigenden Arztbesuchen, kann durch das von uns entwickelte System ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung der Virusausbreitung geleistet werden.

TEAM

Marco Koenen (Co-Founder / Technical Director)

  • Frontend-Development
  • Tech Strategy

Richard Baumann (Co-Founder / Creative Director)

  • Project Management
  • Strategy
  • UI/UX Design
  • Interaction Design

Felix Scheinost (Software Developer)

  • Backend-Development
  • Operations
  • Deployment

Maximilian Duell (wissenschaftl. Mitarbeiter)

  • Backend-Development

Laura Niklaus (Founder / Graphic Designer & Illustrator / Community Manager)

  • Strategy
  • Content Creation & Graphics

Dr. rer. nat. Elke Duell (wissenschaftl. Mitarbeiterin)

  • Scientific Advice
  • Content Creation

Liliana Kauer (Arzthelferin)

  • Consulting

LIVE-UPDATES: Herausforderungen, Fragestellungen, Prozesse …

Während der Arbeit an unserem Projekt sind wir auf diverse Fragestellungen gestoßen, die auch für andere Gruppen relevant sein könnten:

Namensfindung
Version 01: Digital Queue - Die Bezeichnung diente als erster Arbeitstitel des Projektes. Da "Queue" als Wort im deutschen Sprachgebrauch schwierig sein könnte und es nicht um die "digitale Warteschlange" als Kernpunkt des Projektes geht, haben wir uns dagegen entschieden.

Version 02: UN-CHAIN.US - Der Gedanke dahinter war der Ansatz, durch unser Produkt in Arztpraxen effektiv Infektionsketten zu durchbrechen. Aufgrund der Assoziation und Nähe zur Sklavereibewegung in den Staaten als bereits besetzte, negative Verbindung, wurde diese Bezeichnung verworfen.

Version 03: Patient Pager - Letztlich haben wir uns für diese Bezeichnung entschieden, da sie das eigentliche Produkt ohne negative Konnotation am treffendsten beschreibt. Der "pager" als Informationsgerät ist in unserem Fall das Smartphone, das den Patienten via SMS aufruft und gleichzeitig das Schlüsseltool des Projekts.

Status: Entwicklung

  • Aufsetzen Backend (done)
  • Aufsetzen Build-Process (done)
  • Aufsetzen der Datendank (done)
  • API zur Kommunikation zwischen Front- und Backend (done)
  • localStorage Integration (done)
  • Integration eines SMS-Notification-Providers (done)
  • Domain gesichert (done)
  • Domain mit GIT verbunden (done)
  • Frontend Layout&Styles (done)
  • SSL Zertifikat (done)
  • Automatisierte Tests (done)
  • GitHub Dokumentation (done)

PUSH VS SMS
Mitteilungen werden über SMS gesendet werden, da PUSH-Mitteilungen bei geschlossenem Browser auf iOS Geräten nicht unterstützt werden.

Was ist mit Patienten, die unseren Service nicht nutzen?
Unser System stellt einen freiwilligen, zusätzlichen Service der Arztpraxis dar. Jeder Patient kann individuell und jedes Mal aufs Neue entscheiden, ob er davon Gebrauch machen möchte oder nicht - falls nicht, ändert sich für ihn nichts am gewohnten Ablauf des Praxisbesuchs.

Was passiert wenn es mehrere behandelnde Ärzte in einer Praxis gibt?
Anfangs sind wir von einem behandelnden Arzt ausgegangen - de facto kommt es aber häufig vor, dass in einer Praxis mehrere Ärzte arbeiten. Um eine klare Übersicht und einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, ist es erforderlich, dass Patienten einem bestimmten Arzt zugewiesen werden können.

Einstieg erleichtern
Keep it simple. Um die größtmögliche Akzeptanz bei der Zielgruppe zu erreichen verzichten wir auf:

  • Installieren von Apps (User)
  • Registrierungsprozesse (User)

Unser System wird ausschließlich von den Praxismitarbeitern bedient. Auch hier ist eine effektive und einfache Handhabung entscheidend. Save time!

Grund des Arztbesuchs
Nicht alle Patienten kommen aufgrund eines Arztbesuchs in die Praxis. Auch Personen, die z.B. ein Rezept oder eine Überweisung abholen möchten, müssen mit Wartezeiten rechnen. Unser System erlaubt daher verschiedene Aufruf-Arten.

GitHub Link

https://github.com/marco-koenen/Hackathon-WirVsVirus

Wie gehts weiter? / What's next?

Unser digitale Lösung ist bereits jetzt einsatzbereit und kann ab sofort in Arztpraxen getestet werden. Dennoch sind wir auf Unterstützung von Seiten des Orga-Teams, ihren Partnern und der Bundesregierung angewiesen, um den organisatorischen Aufwand abdecken und die Weiterentwicklung des Projektes vorantreiben zu können.

UPDATE 24.03.2020
Wir sind im Kontakt mit dem Anbieter der SMS API um ein Kontingent an kostenlosen SMS zu bekommen. Außerdem haben wir auf Anhieb eine Praxis gefunden die unser Tool einsetzen und testen will. Es passiert was :)

UPDATE 26.03.2020
Wir sind LIVE! Die erste Praxis setzt unser Tool bereits ein. In den kommenden Tagen werden wir Feedback einholen und das Tool entsprechend optimieren. Jetzt erstmal eine Mütze Schlaf!

Stellungnahme Anforderungskriterien

Gesellschaftlicher Mehrwert
Patient Pager ist ein web-basiertes Tool, welches Open-Source auf unserem GIT zur Verfügung steht. Da unsere Lösung keine Veränderung im gewohnten Ablauf in Praxen erfordert, ist die Hemmschwelle sie einzusetzen, so minimal wie möglich. Auch von Seiten des Patienten ist kein zusätzliches Engagement (Installieren von Apps, Registrieren auf einer Plattform, …) nötig.

Skalierbarkeit
Es wäre durchaus denkbar unsere Lösung in bereits bestehende Patienten-Management Systeme innerhalb von Arztpraxen zu integrieren. Dadurch würden wir eine noch höhere Akzeptanz, sowie eine noch effizientere Abwicklung des Patienten-Managements erzielen.

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