Digital Sparks: neue Lernformate für Zukunftsgestalter*innen

Fächerverbindene Online-Kurse, die Schüler*innen befähigen, kollaborativ an gesellschaftsrelevanten Themen zu arbeiten, Zukunftskompetenzen aufzubauen und in den Austausch mit Expert*innen zu kommen.

Problembeschreibung

  • Warum habt Ihr Euch für diese Herausforderung entschieden?

Draußen brennt die Welt und drinnen werden Arbeitsblätter abgearbeitet - wozu? Es gibt so viele wichtige Themen, die für Schüler*innen relevant sind, die uns alle betreffen und durch die man das gleiche Wissen erwerben könnte, wie von den Curricula gefordert - nur eben anwendungsbezogen und mit Sinn!

Wir finden die Corona-Krise bietet die einmalige Chance, kritisch zu reflektieren, was Schüler*innen lernen sollten. Die Krise bietet auch die Chance, jetzt zeitgemäße Bildungsformate und Inhalte für digitale und analoge Lernsituationen sowie eine sinnvolle, zukunftsfähige Verbindung von beidem zu entwickeln.

Wie können wir mit neuen Lernformaten alte Muster brechen und Beispiele setzen für ein Lernen mit Zukunft? Wie können wir Schüler*innen Zukunftskompetenzen an die Hand geben, damit sie die Welt kreativ und mutig zum Positiven verändern können, global und lokal? Wie können wir mit Schüler*innen gemeinsam an relevanten Themen und Herausforderungen für morgen arbeiten?

Die Notwendigkeit, dass unsere Schüler*innen sich mit komplexen Themen beschäftigen, bleibt unabhängig von Corona-Krisenzeiten bestehen. Denn die großen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie globale Ungleichheit, Rassismus, Terror, Flucht, Klimakrise und abnehmende Biodiversität bleiben die Herausforderungen der jungen Generation. Wir müssen ihnen die Chance geben, sich darauf vorzubereiten und aktiv mit diesen Themen in den Dialog zu treten. Und das mittels der Technologien, die heute unsere digitale Welt ausmachen. Wir wollen ihnen Selbstwirksamkeitserfahrungen bieten, damit sie Gestaltungskompetenz und Vertrauen in die eigene Handlungsfähigkeit entwickeln können.

  • Was ist aus Eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Das Verhaften der schulischen Praxis im Fächerdenken! Es kann nicht mehr darum gehen, Curricula abzuarbeiten. Wir haben die Verantwortung, Schüler*innen auf die Gestaltung des 21. Jahrhunderts vorzubereiten. Gleichzeitig werden Schulen gelähmt durch Strukturen eines längst obsoleten Systems. Es ist an der Zeit, Curricula in fachübergreifende Lernarrangments zu übersetzen und die Möglichkeiten digitaler Werkzeuge in die schulische Praxis zu integrieren. Hierfür braucht es Inspiration und Beispiele.

  • Wer ist von dieser Problemstellung betroffen?

Schüler*innen, denen Lerninhalte eine Art und Weise vermittelt werden, die nicht an ihre Erfahrungswelt andocken. Arbeitsblätter abzuarbeiten bedeutet für viele Lähmung und Frustration. Ihnen wird die Erfahrung des Entdeckens, Explorierens und selbsttätigen Verknüpfens von Themen und Technologien vorenthalten. Es ist als ob gegessen wird, um den Umgang mit Besteck zu lernen und nicht umgekehrt.

Lösungsbeschreibung

  • Was ist Euer Lösungsansatz?

Die "Digital Sparks". Hierbei handelt es sich um einwöchige Online-Workshops zu unterschiedlichen Themen. Diese sind fachübergreifend und in Form eines didaktischen Frameworks aufbereitet, das sich am herausforderungsbasierten Lernen orientiert und Methoden aus der Zukunftsforschung und dem spekulativen Design integriert.

Das didaktische Framework der Digital Sparks zielt darauf, dass Schüler*innen Systemdynamiken und komplexe Zusammenhänge verstehen, unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, mögliche Zukünfte erkunden und eigene Lösungsansätze entwickeln.

Die Schüler*innen können selbst auswählen, welches Thema sie behandeln möchten. Die Inhalte werden mit Unterstützung von Expert*innen aufbereitet und online zur Verfügung gestellt (z.B.: Künstler*innen, Programmierer*innen, Musiker*innen, Autor*innen oder Wissenschaftler*innen). Hierbei handelt es sich um verschiedene Phasen, in denen sich eigenständiges und kollaboratives Lernen abwechseln. In den kollaborativen Phasen arbeiten die Schüler*innen idealerweise im Team. Unser Ziel ist es mit den Digitalen Sparks Online-Kurse zu entwickeln, die trotz räumlicher Entfernung echtes kollaboratives Arbeiten ermöglichen.

  • Von welchen Annahmen geht Ihr bei Eurem Lösungsansatz aus?

Komplexe Themen können durch Vielfalt an Perspektiven (Expert*innen, Schüler*innen, Lehrkräfte) realitätsnah und gesellschaftsrelevant erarbeitet werden. Den Kern der Digital Sparks bilden Themen und nicht Fächer. Die Fächer werden sich vielmehr um die Themen vernetzen.

Wir gehen davon aus, dass die freie Wahl der Themen die Schüler*innen motiviert und ihnen die Möglichkeit bietet, sich tiefer mit gesellschaftsrelevanten Fragestellungen auseinanderzusetzen. Zudem entscheiden die Schüler*innen, welche Themen zu einem Digital Spark umgesetzt werden.

Eine wichtige Annahme ist, dass wir Schulen kennen, die bereit sind, sich auf dieses einwöchige Experiment einzulassen. Zudem haben wir bereits mit einigen Schulen im FREIDay Netzwerk gesprochen, die sich vorstellen können, dass ihre Schüler*innen bei den Digital Sparks teilnehmen.

Wir gehen von der Annahme aus, dass die Gruppenzusammensetzung anhand der Themen und nicht anhand der Klasse eine neue Lernerfahrung bei den Schüler*innen ermöglichen kann.

  • Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?

Unser Anliegen ist es, Schüler*innen differenzierte Lernerfahrungen mit den Herausforderungen unserer Zeit zu ermöglichen. Außerdem wollen wir Lehrkräfte dabei zu unterstützen, projektbezogene Lernarrangements zu gestalten, die in einer hybriden Schule umsetzbar sind. Und wir möchten die vielfältige Expertise unterschiedlichster Menschen in die Lernwelt der Schüler*innen einbeziehen.

  • Welchen Einfluss hat Eure Lösung auf die aktuelle Situation?

Schüler*innen können an aktuellen Themen arbeiten - online und kollaborativ. Mit Hilfe der Digital Sparks lassen sich Themen in den Unterricht integrieren, die für die Schüler*innen Relevanz haben. Zudem können diese in den Online Workshops den Umgang mit digitalen Tools praktizieren und so ganz selbstverständlich Gestaltungskompetenzen im Umgang mit neuen Technologien erwerben. Interessierte Lehrpersonen bekommen Unterstützung bei der Umsetzung neuer Ansätze des projektbasierten und forschenden Lernens.

  • Was ist der langfristige Wert Eurer Lösung?

    Mit der Digital Sparks-Plattform gibt es eine zentrale Anlaufstelle für projektorientiertes Lernen zu gesellschaftsrelevanten Themen, auf die Schüler*innen und Lehrpersonen deutschlandweit zugreifen können. Schüler*innen können die Kompetenzen erwerben, die sie heute brauchen. Sie setzten sich mit Themen auseinander, die für unsere Gesellschaft von großer Bedeutung sind.

  • Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit Eurer Lösung?

Wir möchten zum Beginn des nächsten Schuljahres mit dem Prototypen starten. Dieser muss noch keine eigene Plattform sein und kann mit bestehenden Tools & Anwendungen durchgeführt werden. Wir können den Prototypen auf diese Weise schnell iterieren und mit den Schüler*innen und Expert*innen gemeinsam lernen. Haben wir einen Digital Spark erfolgreich abgeschlossen und iteriert, können wir auf dieser technologischen und methodischen Basis sehr schnell eine Vielzahl von weiteren Sparks entwickeln. Unsere Vorstellung ist, dass wir ein Sparks-Framework entwickeln und anschließend Expert*innen dabei unterstützen, eigene Sparks zu kreieren.

Vorgehen und Fortschritt

  • Wie ist der Lösungsansatz entstanden?

    Frustriert von der jetzigen Lernsituation unserer Kinder & Schüler*innen zuhause und der absurden Situation, dass die Fachinhalte stupide abgearbeitet werden müssen, haben wir uns von Projektideen aus Neuseeland und Dänemark, neuen Lernformaten an der Evangelischen Schule Berlin Zentrum und eingereichten Themen der Schüler*innen inspirieren lassen.

  • Was waren die wichtigsten Meilensteine während des Hackathon Woche?

Eine Umfrage mit Schüler*innen, mit welchen Themen Sie sich gerne in der Schule auseinandersetzen möchten. Umfrage: https://www.notion.so/educationinnovationlab/1cce6931ddee49acbc98f9584a65085f?v=b52d88178ffe45ffa47022d1e97b724a

Außerdem: die Erkenntnis, dass wir sehr schnell mit bestehenden Tools (inspiriert von unserem Hackathon) einen ersten Prototypen umsetzten können und die ersten Illustrationen für das Video, da hierdurch unsere Idee so richtig Gestalt angenommen hat.

  • Wenn Ihr auf einer bestehenden Lösung aufgebaut habt: bitte beschreibt den Status am Anfang des Hackathons, so dass wir den Fortschritt während der Woche angemessen beurteilen können.

    Wir haben die Idee der "Sparks" bereits vor 2 Monaten im Kopf gehabt. Diese Idee haben wir damals in einem ersten Konzeptpapier schriftlich zusammengefasst (und damit als eines von 12 Teams bei digital.engagiert gewonnen). Aber wir hatten bisher nicht die Zeit und die Möglichkeit unsere Idee zu konkretisieren, eine gemeinsame Produktvision zu entwickeln und diese weiter auszuarbeiten. Dafür haben wir den Hackathon genutzt.

Prototyp

  • Wenn vorhanden: Wo finden wir Euren ersten Prototypen (Link)?

https://www.notion.so/educationinnovationlab/Digital-Sparks-e52a8496029346d280bdceb992aa7a0a

Nächste Schritte:

  • Wie testet ihr Eure Annahmen?

Wir entwickeln die Sparks gemeinsam mit Schüler*innen und Expert*innen.

Wir holen uns bereits jetzt Feedback von Lehrer*innen und Schüler*innen.

Wir entwicklen einen ersten Prototypen und führen diesen mit einer überschaubaren Anzahl an Teilnehmer*innen durch*.*

  • Was ist aus Eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?

Einen Digital Spark inhaltlich entwickeln. Gemeinsam mit Expert*innen, Schüler*innen, Lehrer*innen und anderen spannenden Menschen.

Feste Zusagen von Schulen, dass ihre Schüler*innen an dem Digital Spark während der Schulzeit teilnehmen können.

Durchführung des Protoypen.

  • Was benötigt Ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-How, Budget)?

Finanzielle Ressourcen um ein tragfähiges inhaltliches Konzept mit Expert*innen (Inhalt, Didaktik, Technologie) zu entwickeln.

  • Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?

Ja wir sind daran interessiert, das Projekt umzusetzen.

Nushin: Interaktion-Design, UX Design, Konzeption;

José: Visual Design, Storytelling, Video;

Rufus: Visual Design;

Susanne: Didaktisches Framework, 21 century Learning;

Manu: Produktmanagment & Konzept;

Hannah (Schüler*in): Feedback & Testing, Content,

Sarah: Digitales Lernen, E-Learning, Design Thinking

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