Inspiration

Aufgrund der Corona-Krise wurden Schulen geschlossen und Lehrkräfte müssen jetzt Lösungen finden, wie sie ihren Schülerinnen und Schülern weiterhin die Lerninhalte vermitteln. Schulen und Lehrkräfte in Deutschland sind jedoch noch nicht auf e-Learning eingestellt und verfügen oft auch nicht über entsprechende Softwares und das technische Know-How zur Bedienung dieser. Ein europäischer Vergleich der Studie von CESP aus dem Jahr 2019 zeigte auf, dass Deutschland in Europa das Land darstellt, das am schlechtesten für e-Learning aufgestellt ist. Auch aus dem DigitalPakt der Bundesregierung, der im Mai 2019 in Kraft getreten ist und 5 Milliarden Euro beinhaltet, wurden erst 40 Millionen Euro abgerufen. Das ist der Status quo in Deutschland, der dem Land jetzt zum Verhängnis wird. Lösungen für diese Herausforderung müssen kurz- und mittelfristig gefunden werden, da eine flächendeckende technische Aufrüstung mit e-Learning-Software einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Aus diesem Grund fokussiert sich dieses Projekt in erster Linie auf eine kurzfristige Lösung mit einfachster Technik, die in allen Haushalten vorhanden sein sollte.

What it does

  • Darstellung einer schnell und leicht anwendbaren Cloud-Idee am Beispiel von Microsoft Teams
  • Vorstellung einer Strategie anhand Integration von drei bestehenden Open Source Tools

In unserem Ansatz haben wir drei kostenlos verfügbare Open Source Plattformen für ein digitales Schulsystem zusammengefügt. Dadurch werden Funktionen wie digitaler Präsenzunterricht mit Teams oder OpenMeetings, die Möglichkeit des Chattens untereinander mit Mattermost sowie eine digitale Lernplattform inklusive Stundenplan, Lernmaterialien, Prüfungen, etc. Ilias zu einem digitalen Klassenzimmer zusammen "gemixt".

Start der Umgebung erfolgt nach Installation der Abhängigkeiten einfach wie folgt:

git clone --recurse-submodules https://github.com/Digital-Learning-fur-Schuler/hosted-blueprint.git
cd hosted-blueprint
./configure
./start 
# Der erste Start kann eine ganze Weile dauern

How I built it

Vorgehen

  1. Allgemeine Beschäftigung mit Tools: 3 ausgesucht, die es zu demonstrieren galt
  2. Umgebung gescriptet in der diese 3 Tools als Docker Container ausgeführt werden
  3. Im Github Repository der entstandenen Github Organization Digital Learning für Schüler ist eine Anleitung hinterlegt

Challenges I ran into

Durch Gespräche mit Lehrpersonen und Schülern sowie einer länderübergreifende Recherche wurde uns der immense Bedarf an einer nötiger IT-Infrastruktur sowie notwendigen Schulung von Lehrern und Schülern zur schnellen Implementierung von bereits bestehenden Online Lösungen bewusst. Deutschland hat rund 8,33 Mio Schüler, 3.123 Gymnasien, 2.835 Förderschulen und 2.121 integrierte Gesamtschulen (Statista, 22. März 2020). Die Erarbeitung einer tragfähigen Lösung zur schnellen Integration und tatsächlich gewährleisteten Nutzung scheint vor dem Hintergrund einer bislang sehr schwachen Digitalisierungsstrategie von Bund und Ländern schwierig. Die große Anzahl an digitalen Lösungen, die mangelnde technische Ausstattung seitens Schülern und Lehrern sowie die mangelnde Kenntnis wie solche Lösungen tatsächlich in eine Schule integriert und von allen einfach genutzt werden sowie die individuelle Handhabung der Verbreitung von Lehrinhalten seitens der Schulen, unterstreicht die Komplexität, eine für Schulen umsetzbare und gerechte Digitalisierungsstrategie zu erarbeiten und umzusetzen. Ein Lösungsansatz würde besser funktionieren, wenn die Schulen in allen Bundesländer über dieselben Gegebenheiten - sei es Stundenplan, technische Ausrüstung oder Lehrmaterial - verfügen würden. Länder waren zuständig für die eigene Digitalisierungsstrategie und haben darauf basierend ein Budgetantrag beim Bund eingereicht. Der Bund hat im Zuge des Digitalisierungs-Paktes Gelder zur Verfügung gestellt, aber keine einheitliche Strategie zur Verteilung innerhalb der Länder entwickelt. Das hat zur Folge, dass die Länder verschiedene Strategien und Pläne haben. Derzeit wurde die Anwesenheitspflicht aufgrund des Virus aufgehoben, selbst wenn ein digitales Klassenzimmer gewährleistet würde, bestünde die Frage, wie man sicherstellt, dass Schüler am Unterricht aktiv teilnehmen.

Accomplishments that I'm proud of

Wir haben es geschafft, ein Team zusammenzustellen, das sich vorher nicht kannte und gemeinsam wichtige Schwachstellen zu erarbeiten, die eine Optimierung der Situation hemmen. Das gemeinsame Ziel, die unterschiedlichen Perspektiven und Skills, die wir mitbringen, gewährleisteten einen objektiven Blick auf die Situation und daher Lösungsansätze, die schnell und einfach umsetzbar sein sollten. Durch unsere Analyse konnten wir den Status quo und alltägliche Herausforderungen, mit denen sich Lehrer, Schulen und Schüler konfrontiert sehen, abbilden und für verschiedene Lösungswege entwickeln. Eine Community, ein Guide und Ideen zur Lösung technischer Probleme garantieren eine schnelle Umsetzbarkeit, die Frage nach dem wie wurde uns nämlich des öfteren als Problem geschildert. Das Bewusstsein welche Tools es gibt, ist vorhanden, wie man diese nutzt und tatsächlich integriert, fehlt hingegen. Zudem fehlt fachlich versiertes Personal, wie beispielsweise in Firmen, die es den Lehrern ermöglichen innerhalb eines gesteckten Rahmens (Remote Klassenzimmer) ihrem Job, nämlich dem Lehren nachzugehen. Unser Ziel war es nicht etwas Neues zu entwickeln, aber basierend auf existierenden Vorschlägen, der Problematik des derzeit fehlenden Schulalltages nachzugehen.

What I learned

Die Komplexität und die fehlende Organisation des Schulsystems wurde uns extrem bewusst. Anders, als in Firmen, in denen es verschiedene Teams, Experten und externe Berater zur effizienten Umsetzung des Tagesgeschäftes gibt, wird in Schulen lediglich eine Berufsgruppe, nämlich Lehrer beschäftigt. Der Aufbau einer Digitalisierungsstrategie ist dabei vermutlich nicht Teil der Ausbildung gewesen, sondern eher der Umgang mit Medien mit Blick auf die jeweiligen Lehraufträge. Diese fehlenden Skills stellen dabei keinerlei eine Kritik am Berufsbild des Lehrers dar, sondern zeigen fehlende Experten und Konzepte in Schulen vor Ort klar und deutlich auf.

Für uns war es erschreckend zu sehen, dass Deutschland im europäischen Vergleich das schlechteste Land in der Umsetzung von e-Learning ist. Länder wie Estland, die Niederlande und Finnland sind Meister darin. Programme wie eKool und Studiuum für das estländische Bildungssystem sehen sehr beeindruckend aus. Dadurch sieht man die Notwendigkeit eines DigitalPakts für Deutschland, doch leider wurde erst wenig Geld aus diesem Topf genutzt. Daraufhin stellt sich die Frage, wie das Schulsystem in Zukunft aussehen wird und wie e-Learning in den Schulalltag integriert werden wird. Es war zudem auch interessant, sich generell mit dem Bildungssystem in Deutschland auseinanderzusetzen und die vielen bereits existierenden Online-Tools zu sehen.

What's next for Digital learning für Schüler

Zur Umsetzung wird schnellstmöglich benötigt:

  • Schulen: schneller Zugriff auf Gelder des Digitalisierung Paktes
  • Bildung einer Community zur Unterstützung von Schulen im Bereich des technischen Support und administrativer Tätigkeiten
    • Systemadministratoren oder Entwickler mit Docker- und Linux-Kenntnissen
    • Administratoren mit Kenntnissen für den Umgang mit Ilias in Bildungseinrichtungen (gerne aus der #wirvsvirus community)
  • Lizenzen für Schulen zur Nutzung Digitaler Tools (wenn Microsoft Teams genutzt werden soll)
  • Optional kommerzieller Support für die OpenSource Lösungen
  • Ausstattung mit günstiger Technik für Schüler mit fehlenden finanziellen Ressourcen durch bspw. ausrangierte Firmen Hardware
  • Pilotschulen

Langfristig:

  • Schulung von Lehrern und Schülern im Umgang mit e-learning Tools
  • Rechnerzugang
  • einheitliche Regelungen und Handhabung zwischen den Ländern
  • Experten zum technischen Support in Schulen
  • Organisation von Schulen und Beschäftigung von in Management geschultem Personal

Built With

  • chat
  • docker
  • e-learning
  • ilias
  • linux
  • mattermost
  • microsoft-teams
  • openmeetings
  • python
  • video-conferencing
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Updates

Private user

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Nach einiger E-Mail-Kommunikation mit dem Team von SCHULE@ILIAS (https://www.ilias.de/kostenloses-lms-schule-corona) bin ich dabei den in unserem Projekt entstandenen Blueprint weiterzuentwickeln, da Interesse besteht die geskriptete Umgebung (vorbehaltlich noch sicherzustellender Qualitätssicherung) zu nutzen.

Das Github-Projekt beinhaltet inzwischen:

  • Informationen zur Installation der Voraussetzungen
  • Konfiguration des Blueprints für beliebig viele (Sub-)-Domains (da SCHULE@ILIAS demnächst mehrere Ilias-Instanzen auf größeren Servern hosten will)
  • Start (inkl. Anfordern und Konfigurieren von SSL-Zertifikaten für https)
  • Stopp
  • Update
  • Backup

Die nächsten Schritte sind:

  • Vereinfachung der Skripte durch ein Management-Skript, das die Einzeloperationen aufruft
  • Erweiterung eines bestehenden Docker-Images um das von ILIAS für Schulen vorgeschlagene Template
  • (Idealerweise automatisches) Restore aus den Backups

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