Bei Medikamenten-Engpässen ist die Verteilung von Medikamenten an die richtigen Ärzte, Krankenhäuser - und damit Patienten - umso wichtiger.

Um sicher zu stellen, dass gerade kritische Medikamente bei medizinischen Einrichtungen vorhanden sind, um kurzfristige Engpässe zu überbrücken, ist eine zentrale Plattform notwendig, die die Akteure direkt miteinander vernetzt.

Problem

Während Pharmagroßhändler Apotheken versorgen und auch Bestands-Überschüsse zurücknehmen, haben sie keinen vollständigen Überblick über das jeweilige Inventar einzelner Apotheken. Apotheken selbst sind zwar z.T. in kleineren Verbänden organisiert, aber jenseits dieser Strukturen nicht vernetzt. Außerdem gibt es hierzulande zahlreiche unterschiedliche Apotheken-Software-Anbieter.

Lösung

Über DeMed können sämtliche Apotheken untereinander in Kontakt treten, um sich über Bestände schnell und unkompliziert auszutauschen. DeMed bildet die Schlüsselstelle / Netzwerkknoten, damit Nachfrage und Angebot für Medikamente mit Lieferschwierigkeiten über alle Apotheken-Systeme hinweg ausgetauscht werden können.

  • Gesellschaftlicher Mehrwert: Weniger Engpässe bei medizinischen Produkten gewährleisten eine bessere medizinische Versorgung.

  • Skalierbarkeit: Hoch skalierbar (bundesweit), unter der Voraussetzung, dass die Apotheken-Kammer und der Pharmagroßhandels, und/oder das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) diese Plattform unterstützen.

What it does

DeMed matcht Nachfrage und Angebot von Medikamenten und medizinischem Equipment, in dem es auf einer Plattform einen schnellen Austausch zwischen (Krankenhaus-)Apotheken zulässt, um Medikamenten-Engpässe zu überbrücken. Die Abwicklung findet dann über die Apotheken direkt und den Pharmagroßhandel statt.

How it works

1) Nachfrager von fehlenden Medikamenten/Equipment (z.B. Krankenhaus-Apotheken) geben ihren Bedarf ein.

2) Anbieter von Medikamenten/Equipment (andere Apotheken) bieten ihren Überschuss an.

3) Die Medikamenten-Suche läuft über die Pharmazentral-Nummer (PZN), die bundesweit von Apotheken und Pharmagroßhändlern genutzt wird.

4) Authorisierung:
Zugriff nur für Apotheken. Eine zentrale Authentifizierungsstelle (z.B. die Apothekenkammer) generiert, ausgehend von einem Root-Zertifikat, für jede einzelne Apotheke ein signiertes Zertifikat. Dieses Zertifikat ist zu vergleichen mit einem Schlüssel und somit die einzige Möglichkeit, am Netzwerk teilzunehmen.

5) Regionale Nähe:
Das System ist ein Netzwerk vieler Rechner, die Anfragen immer wieder intern verteilen. Es existiert für die Anfragen eine Lebensdauer über wenige Knoten. Dadurch wird sichergestellt, dass man beispielsweise in NRW keine Resultate für Bayern erhält.

How we built it

DeMed ist ein Peer-to-Peer-Network, welches mit Zertifikaten / TLS abgesichert ist.

Einzelne Krankenhäuser und Apotheken können eigene P2P-Netzwerke aufbauen, um so die Kommunikation untereinander sicherzustellen.

  • Dafür wurde einerseits eine Back End-Lösung in Go geschrieben, die für jenes Netzwerk zuständig ist.
  • Auf jedem Rechner ist eine kleine SQLite-Datenbank vorhanden, welche nur die eigenen Daten kennt.
  • Das in React und TypeScript geschriebene Front End lässt den Endnutzer schließlich sein Inventar eintragen und/oder eine Anfrage zu stellen.

Besonders sicher und vorteilhaft ist das Projekt, da keine Bestandsdaten zentral abgelegt sind, also spart man sich auch überwiegend die Serverkosten, die sonst z.B. für AWS S3 anfallen würden.

Für den praktischen Einsatz ist es aber unter Umständen notwendig, dass ein Rendezvous-Server existiert, der für eine initiale Verbindung zwischen den Nutzern da ist, auch wenn vom Provider nur eine dynamische IP bereitgestellt wird.

Challenges we ran into

  • §43 Arzneimittelgesetz (Apothekenpflicht): Erlaubt nur Apotheken mit Medikamenten zu handeln.
  • §47 Arzneimittelgesetz: Besondere Vertriebswege für Pharmaunternehmen und Großhändler

  • Identifier: Es gibt unterschiedliche Medikamenten-Nummern (Pharmazentralnummer, Zulassungsnummer, XEVMD, IDMP/SPOR), die alle Vor- und Nachteile als Identifier mitbringen. Während die Pharmazentralnummer (PZN) auf exaktem Medikament (inkl. Packungsgröße) angelegt ist, wäre ein Nummer die auf Wirkstoffbasis zielt für DeMed besser. Die europäische IDMP/Spor ist allerdings noch nicht so weit verbreitet.

  • Anbindung der Apotheken über Schnittstelle

Accomplishments that we are proud of

Im Vergleich zu vielen anderen Projektgruppen ist unsere relativ klein ausgefallen. Dennoch war es uns innerhalb kürzester Zeit möglich, uns zusammenzufinden und eine Projektidee umzusetzen. Die entstandene Plattform umfasst den groben Funktionsumfang und kann in Zukunft auch weiter ausgebaut werden kann. Wir sind froh darüber, dass wir unsere Entscheidungen immer sehr schnell treffen konnten. Außerdem fiel es uns sehr leicht, miteinander zu arbeiten. Dabei sammelten wir Erfahrung im Coden in einer Projektgruppe, das Backend-Team mehr Erfahrung mit Go, der Frontend-Developer in React.

What's next for DeMed

Plattform/Tool:

  • Aktuell können Produkte nur angeboten werden, die Möglichkeit Bedarfe nachzufragen ist noch in Arbeit
  • Anbindung Schnittstelle zu Apothekensystemen (Bestands- und Bestellsysteme)
  • Erstellung oder Anbindung einer Benutzerauthorisierung

Stakeholder:

  • Pharmagroßhandel: Gespräch mit Pharmagroßhändlern, diese Plattform zu unterstützen und ggf. in ihre Systeme einzubinden, um eine schnelle Abwicklung von Inventar-Transfers zu ermöglichen.
  • Apotheken-Kammer: Gespräch mit der Apotheken-Kammer, diese Plattform zu unterstützen und ggf. in ihre Systeme einzubinden, um eine schnelle Abwicklung von Inventar-Transfers zu ermöglichen.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), welches eine Übersicht zu aktuellen Lieferengpässen für Humanarzneimittel (ohne Impfstoffe) in Deutschland anbietet.

Finanzierung:

  • Finanzierung um die Plattform großflächig auszurollen, könnte direkt über die Apotheken-Kammer und/oder Pharmagroßhandel, und/oder BfArM kommen, da alle Stakeholder von dieser Plattform profitieren, in dem sie Effizienzen erhöht und den Medikamentenhandel unterstützt.

Zum GitHub-Projekt: https://github.com/WirvsVirus-DeMed

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