Das Problem

Als Lehrerin bin ich viel damit beschäftigt, Lehrpläne herunterzuladen, zu lesen und so umzustrukturieren, zu interpretieren und zu gestalten, dass ich meinen Schülern die Bildung ermögliche, die ihnen zusteht. Das kostet sehr viel Arbeitszeit.

Meine Schüler und deren Eltern sind ohne mich (meine Kollegen/die Schule) völlig hilflos, was die staatlich vorgesehene Allgemeinbildung betrifft. Obwohl alle Curricula im Netz frei verfügbar sind, sind sie nicht zugänglich gespeichert und nicht verständlich geschrieben.

Meine Kollegen lesen die Lehrpläne oft nicht so wie ich oder gar nicht. Das bedeutet, dass Bildung am Ende immer von der Laune einer einzelnen Person abhängig ist, obwohl sämtliche Curricula einen gesellschaftlichen Konsens darstellen und nur in gemeinsamer Arbeit von Bildungexperten entstehen.

Meine Fragen

Warum werden Lehrpläne nicht für Lernende geschrieben? Warum werden Lehrpläne nicht digital und interaktiv gestaltet, damit sie genutzt werden? Warum bekommen Eltern für ihr Neugeborenes ein Entwicklungsheft für die ersten fünf Lebensjahre und danach nichts mehr? Warum können nicht alle - Schüler, Eltern, Großeltern, Lehrer, Schulverwalter - gleichberechtigt auf das Curriculum zugreifen?

Meine Erkenntnis

Curriculum bedeutet Weg. Von Anfang an beschreibt man mehrere Curricula für die Entwicklung von Kindern in verschiedenen Bereichen. Das heißt wir haben viele Wege oder eine Karte. Kinder lernen, weil wir sie erst durch die Welt tragen und dann mit ihnen gehen, sie begleiten. Wir kennen den Weg, wir haben die Karte, wir wissen: da vorn kommt ein toller Bach, da können wir Fische beobachten. Wir wandern absichtlich mit unseren Kindern bestimmte Wege auf der Karte. Das Curriculum ist unser Versprechen an die Kinder, was wir ihnen von dem, was wir über die Welt wissen, weitergeben wollen. Dieses Versprechen wird zur Zeit nicht für alle Kinder eingehalten, weil wir Erwachsenen nicht alle verstehen, wozu die Wanderkarte gut ist.

Meine Idee

Es gibt eine Plattform/Anwendung mit einer Datenbank, in der alle Lehrpläne in einer bestimmten Form gespeichert werden. Die einzelnen Kompetenzen und Inhalte müssen dem jeweiligen Alter, der Region, der Schulart, (dem Fach) zugeordnet sein, damit der Nutzer danach filtern kann. Zu jeder Zeit ist für jeden Schulpflichtigen eine Aussage darüber, was er laut staatlichem Curriculum gerade lernen/entwickeln sollte möglich, wenn man diese drei Parameter hat: Alter, Region, Schulart. Es muss also

  • eine Datenbank gebaut werden und ein Filtermechanismus
  • komplexe Lehrplansätze in leichte Sprache übertragen werden
  • ein kindgerechtes, intuitives, zugänglichen Frontend gestaltet werden
  • eine Möglichkeit zur dynamischen Verlinkung des Lernziels mit passendem Material überlegt werden
  • eine Nutzerstruktur entworfen werden, die Lernende und Lehrende einlädt, ihr Lernen zu dokumentieren, bzw. ihre Lehre in Form von Material einzupflegen

Mein Ideal

Die Plattform ist frei und unabhängig, von jedem nutzbar, für jeden zugänglich. Sie ist skalierbar über die Ländergrenzen hinaus. Sie leistet einen Beitrag zur Curriculum-Forschung, weil alle Menschen sehen können, was zu welcher Zeit wo gelehrt wird und wie verschiedene Lehrer verschiedenes Material für dasselbe Lernziel anbieten.

Erklärung zu den Bildern

Ich unterrichte Deutsch und Englisch. Im letzten Jahr habe ich mich mit der Informatik beschäftigt, in der Hoffnung, ich könnte meine Idee einfach selbst umsetzen. Ich habe eins gelernt: In der Informatik arbeitet man im Team. Deshalb bin ich über visuelle Entwürfe bisher nicht hinaus gekommen.

Die bunten Kreise zeigen alle Kompetenzen, für einen zehnjährigen Schüler in Sachsen an der Oberschule. Die bunten Rechtecke zeigen Listen aller Inhalte für diesen Schüler. Die verschiednenen Farben entsprechen den verschiedenen Fächern.

Die Screens zeigen, wie ich mir das Ganze als App (ausgehend von unserer Schulcloud-App) vorstelle.

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