Es kommt auf jeden Einzelnen an, und damit auf uns alle Der Virus ist in Deutschland angekommen, und wir müssen solange mit ihm leben bis dass sich die notwendigen 60- 70% der Deutschen damit infiziert haben um eine Herdenimmunität zu erreichen, oder aber ein Impfstoff / Medikament gefunden wurde. Beides wird länger dauern, als wir und unsere Wirtschaft sinnvoll in einem starren Lockdown überdauern können.

Vor diesem Hintergrund ist die einzig wirksame Waffe, die wir in der Hand haben um eine Ausbreitungsgeschwindigkeit sicher zu stellen, die unser Gesundheitssystem nicht in die Knie zwingt, das schnelle Erkennen und Isolieren von Infektionsherden. Der erste Fall in Deutschland bei Webasto ist ein gutes Beispiel dafür: zwar hatte eine einzelne infizierte Mitarbeiterin letztendlich 14 weitere Menschen infiziert, jedoch sind die Infektionsketten schnell nachvollzogen worden und sämtliche Kontaktpersonen in Quarantäne isoliert worden, sodass die Infektionskette de facto nach 2 Wochen zum Erliegen kam und das Cluster sich nicht weiter ausbreiten konnte und die Gesellschaft nicht weiter gefährdete.

Sowohl in Zeiten, in dem wir uns noch nicht im kompletten Lockdown befinden, wie auch in Zeiten in denen die Massnahmen wieder gelockert werden, ist eine gewisse Mobilität von Menschen erlaubt. Dies wird es auch dem Virus erlauben, sich wieder neue Infektionsherde zu suchen. Diese gilt es schnell zu finden und zu isolieren. Genau dies, ist die Aufgabe der Containment Scouts, die das Robert Koch Institut momentan sucht (https://www.rki.de/DE/Content/Service/Stellen/Containement_Scout.html). Wir glauben, dass auch jeder Bürger ein Containment Scout, oder wie wir besser finden "Corona Scout", werden kann. Indem jeder Einzelne in Echtzeit seine Kontaktpersonen (Freunde, Familie, Bekannte) und öffentliche Aufenthaltsorte (Supermarkt, Restaurant, Bäckerei, Arbeitsplatz, Spielplatz) für sich nachhält, ist im Falle einer Infektion sehr schnell und verlässlich nachzuvollziehen, welche relevanten Kontakte möglicherweise auch getestet werden müssen und/oder sich auch in Quarantäne begeben sollten.

Warum wir glauben, dass der Corona Scout eine (bessere) Alternative zu automatischem Geo/GPS-Tracking ist

  • Bei automatischem Tracking von Bewegungsdaten, bestehen erhebliche Bedenken bezüglich Datenschutz und Skepsis, ob die Anonymisierung tatsächlich nicht rückgängig gemacht werden kann.
  • Fehlende Akzeptanz für automatisches Tracking in der Bevölkerung, und weitere gravierende Einschränkung der Persönlichkeitsrechte des Einzelnen --> Gefühl von Big Brother is watching you
  • Personengenaue Nachvollziehbarkeit ist beim automatisierten Tracking im Hintergrund nicht gegeben --> beim simplen GPS-Tracking ist es nicht nachzuvollziehen mit wem ich mich im Mehrfamilienhaus in der Torstrasse 104 treffe. Im selbstständigen Tracking ist dies personengenau.

Die Key-USPs des Corona Scouts sind daher:

(1) Geschwindigkeit: Im Vergleich zu einem Containment Tracking durch das Gesundheitsamt, können Nutzer der Corona Scout App ihre Kontaktpersonen auf direktem Weg informieren - sowohl während sie noch auf ein Testergebnis warten, als auch nach einem positiven Test. Diese können sofort handeln und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen - 1-2 Tage frühere Quarantäne, in denen man auf das Testergebnis wartet, können Leben retten. Im positiven Fall werden Kontaktpersonen UND Personen, die sich gleichzeitig and den selben öffentlichen Orten aufgehalten haben per App informiert. Sie können sofort handeln.

(2) Verlässlichkeit: Gegenüber dem Gespräch mit dem Containment-Tracker im Gesundheitsamt, in dem mühsam die letzten 2 Wochen rekonstruiert werden müssen, werden mit dem Corona Scout die Informationen in Echtzeit (oder kurz danach) von den Nutzern eingetragen. Somit sind eventuelle Gedächtnislücken weitgehend ausgeschlossen. Im Ernstfall ist die 14-tägige Historie dann einfach zu extrahieren. Gegenüber dem automatisierten Tracking erlaubt der Corona Scout ausserdem eine genauere, personenbezogene Nachvollziehbarkeit.

(3) Last but not least: Data privacy: Gegenüber der automatisierten Datenerfassung im Hintergrund, erlaubt der Corona Scout dem Nutzer voll Kontrolle über seine Daten. Nur im Falle eines (positiven) Tests, werden nur wenige Daten anderen Nutzern und evtl. dem Gesundheitsamt zur Verfügung gestellt. Der Corona Scout arbeitet ohne automatisches Tracking von Bewegungsdaten. Die Daten der Nutzer sind privat. Dies sollte auch eine weit längere Nutzung des Corona Scouts erlauben, die über die akute aktuelle Notlage im Lockdown hinausgeht, in der der Datenschutz verständlicherweise nicht die höchste Priorität bei Forschern und Politik zu spielen scheint.

Mögliche Ausbaustufen nach dem MVP

  • Unterstützung in der Erforschung des Virus: das RKI fordert positiv getestete, wie auch Kontaktpersonen zum Führen eines Symptom-Tagebuchs auf. Die so erhobenen Daten werden dann an die Gesundheitsämter und das RKI übermittelt um das Virus weiter zu erforschen und kennen zu lernen. Allerdings gibt es momentan keinerlei einheitliche Datensammlungs- oder Übermittlungsmöglichkeiten, sodass die Datenqualität nicht optimal sein kann. Die Corona-Scout Nutzer (positiv getestet oder nur Kontaktpersonen) könnten in der App einfach mehrmals täglich ihre Symptome tracken und (anonym) an das Gesundheitsamt übermitteln.
  • Familien-accounts: Eltern können einen Account für ihre Kinder anlegen, in denen sie separat die Spielkontakte ihrer Kinder tracken können. So können Infektionen in Schulklassen, Spielgruppen, Spielplätzen schnell kommuniziert werden.
  • Noch einfacheres "Einchecken" zum Beispiel über QR-Codes, Bluetooth light, oder NFC Check-ins, sowohl für Kontaktpersonen, wie auch für Orte des öffentlichen Lebens.
  • Lokale Ladenbesitzer, Gastrononem mit einbeziehen: sie bekommen ihren eigenen QR-Code --> man kann schnell dort einchecken (wie bei Urban Sports Club) während man hineingeht oder bezahlt und somit auch in die automatische Benachrichtigungskette mit aufnehmen.
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