Inspiration

Das Schwierigste in dieser Krise ist die Ungewissheit, was geschehen wird und ob das Gesundheitssystem dem plötzlichen Belastungsanstieg gewachsen ist. Prognosen besagen, dass mit den steigenden Zahlen von Neuinfektionen - voraussichtlich in 10-14 Tagen - die Krankenhäuser mit voller Wucht getroffen werden. Es droht der Zusammenbruch und das Versagen des Gesundheitssystems aufgrund eines Mangels an Schutzausrüstung, Krankenhausbetten, Personal und anderen Ressourcen. Eine zentrale und effiziente Koordination von Schutzausrüstung, Krankenhausbetten, Personal und anderen Ressourcen ist der einzige Weg, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.

Diese Koordination funktioniert nur, wenn die Krisenzentren aktuelle Fakten und Zahlen zu der Situation bei den stationären und ambulanten Leistungserbringern besitzen. Krankenhäuser liefern täglich Updates über E-Mails oder Telefonisch an die Gesundheitsämter, wo diese Informationen erst aufbereitet werden müssen, bis Sie zur Entscheidungsfindung genutzt werden können. Bei ambulanten Leistungserbringern ist es aufgrund der deutlich größeren Anzahl von Organisationen allerdings deutlich schwieriger einen Überblick über den aktuellen Stand der Versorgung mit Schutzmasken und Desinfektionsmittel zu bekommen. Allein in Düsseldorf gibt es mehr als 1.500 ambulante Leistungserbringer.

Unser Ziel ist es, dieses Problem zu lösen und Gesundheitsämtern und Behörden einen besseren Überblick über die aktuelle Lage bei den verschiedenen ambulanten und stationären Leistungserbringern zu verschaffen, sodass diese Ihre Ressourcen besser nutzen können.

Wie es funktioniert

Richtige Entscheidungen können dann gefällt werden, wenn man die notwendigen Daten dafür hat. Damit Schutzmittel, Desinfektionsmittel, Beatmungsgeräte und zusätzliches medizinisches Personal richtig verteilt werden kann, muss man wissen, wo es am meisten gebraucht wird. Unser System automatisiert das Sammeln von Daten aus Krankenhäusern, Notfallaufnahmen, niedergelassenen Ärzten, Laboren, Apotheken und anderen Leistungserbringern. Über regelmäßige Push-Nachrichten (SMS oder E-Mail) werden kritische Daten zur Situation beim Leistungserbringern abgefragt und auf speziellen Dashboards für den Krisenstab aufbereitet. Dadurch werden hunderte Telefonate und manuelle E-Mails eingespart und ein Vielfaches mehr an Daten gesammelt, die für die Arbeit im Krisenstab essenziell sind.

Die Dashboards sind auf die Bedürfnisse und Fragestellungen im Krisenstab spezialisiert und helfen frühzeitig auf Probleme zu reagieren und den Bedürfnissen des Gesundheitssystems besser zu dienen.

Beispiele für die Fragen, die mit Hilfe unserer Dashboards beantwortet werden können:

  • Wem geht die Schutzausrüstung (Masken, Handschuhe usw.) aus und wer benötigt sie am dringendsten?
  • Wie hoch ist die Belegung der Krankenhäuser und wieviel Betten sind noch verfügbar?
  • Wohin müssen wir wieviel medizinisches Personal schicken?
  • Wo wird das nächste Beatmungsgerät benötigt?

Bei den gesammelten Informationen handelt es sich um quantitative Informationen ohne personenbezogene Daten. Die gesammelten Informationen im Dashboard werden in einer sicheren, zugriffsbeschränkten Lösung für die an der Krisenlösung beteiligten Personen zur Verfügung gestellt.

Wie wir es gebaut haben

In den vergangenen 48 Stunden haben wir mit verschiedenen Leistungserbringern aus dem stationären und ambulanten Bereich gesprochen und erfahren, welche Probleme es dort gibt und worauf es im Fall einer Krise tatsächlich ankommt. Wir haben gelernt, wie die Kommunikation mit den höheren Instanzen funktioniert und welche Probleme es dort gibt. Wir hatten ebenfalls Gespräche mit 3 verschiedenen Ämtern, dem estnischen Hausärzte-Verband und einem Krankenhaus. Den Input aus diesen Gesprächen haben wir genutzt, um spezielle Dashboards zu designen, die direkt auf die erkannten Bedürfnisse der Stakeholder eingegangen sind. Diese Prototypen wurden daraufhin mit den Stakeholdern validiert.

Als Proof-of-Concept haben wir ein Beispiel-Dashboard zur Visualisierung der Situation in den Krankenhäusern und ein Datenerfassungssystem programmiert, um zu zeigen, wie das System in der Praxis eingesetzt werden könnte.

Unsere größten Herausforderungen

Die Kontaktfindung mit relevanten Stakeholdern aus Deutschland zu Validierung unserer Hypothesen hat sich als besonders schwierig herausgestellt. Glücklicherweise konnten wir dieses mit unseren estnischen Kontakten ebenfalls durchführen und dadurch Fortschritte machen.

Worauf wir stolz sind

Wir konnten die Lösung im estnischen Gesundheitskontext durch Befragung verschiedener Interessenvertreter des Landes während des gesamten Wochenendes validieren. Unter diesen Vertretern waren sowohl Ärzte, Krankenschwestern, Beamte aus Krisenstäben, Krankenhausvorstände und der estnische Hausärzteverband. Wir stellten fest, dass es einen klaren Bedarf für diese Lösung gibt. Unsere Teamarbeit in den vergangenen 48 Stunden war großartig, und wir sind stolz darauf, dass alle unsere europäischen Teammitglieder mit 110% bereit wären, zur Verbesserung der aktuellen Situation in Deutschland beizutragen.

Wie geht es weiter mit der Corona-Kontrolle?

In Estland stehen wir bereits in Kontakt mit der estnischen Gesundheitsbehörde und dem Hausärzteverband, die genau vor dieser Herausforderung stehen. Bereits am Wochenende konnten wir das erste Treffen mit dem Hausärzteverband durchführen und morgen gehen wir in weitere Gespräche mit dem Gesundheitsamt, um zu sehen, ob wir unsere Lösung dort einbringen können. In Deutschland haben wir erste Kontakte zu einem Gesundheitsamt, wo wir hoffen unsere Lösung vorstellen zu können. Wenn Sie uns hier unterstützen wollen, dann melden Sie sich gerne direkt bei unserem Teamleiter Silver Mikk (silver.mikk@nortal.com oder +49 1525 9576629).

+ 7 more
Share this project:

Updates