Inspiration

Jeder von uns hat oder kennt zumindest Großeltern oder ältere Leute, die weder Smartphone noch Internet haben. Aber wie bleibt man in Zeiten von „social distancing“ mit den Menschen in Kontakt, die am meisten gefährdet sind?

Einsame Oma

Idee

Unsere Idee ist es, diese Menschen mit einzubinden in unser modernes Kommunikationssystem. Wir wollen sie an das heranführen, was für sie bis heute „Neuland“ ist. Jeder von uns hat mindestens eins, wenn nicht mehr Smartphones oder Tablets zu Hause rumfliegen. Wir wollen diese Geräte sammeln, sie für die nötigsten Anwendungen fit machen und sie den Menschen zur Verfügung stellen, die jetzt gerade wegen ihrer digitalen Abstinenz vor der Einsamkeit stehen. Wir brauchen gute Ideen für klare und einfache Anleitungen, die es jedem digitalen Neuling ermöglichen, in wenigen Stunden über sein Smartphone mit seinen Liebsten in Kontakt zu treten, Hilfsangebote zu finden und sich darüber hinaus vielleicht auch etwas entertainen zu lassen.

Es ist Zeit für #OmasUpdate !

Aktionsbild

Ausgangslage und Ziel

Alte Menschen haben häufig keinen Zugang zum sozialen Leben im Internet. Sie haben keinen Zugang zu den passenden Geräten und viele eine Hemmschwelle, neue Technologien zu benutzen. Ohne "social distancing" konnten Verwandte und Freunde beispielweise einfach zum Kaffee und Kuchen vorbei schauen. Dies ist jetzt nicht mehr möglich. Wir können auch nicht zu Oma und Opa nach Hause fahren, um ihnen die Geräte dort einzurichten, weil sie ja zur Risikogruppe gehören. Deshalb müssen wir es schaffen, Geräte zu sammeln und so vorzubereiten, dass die digitalen Neulinge ohne unsere Hilfe vor Ort durchstarten können. Schon jetzt gibt es Sammelaktionen von alten Smartphones (https://www.teqcycle.com/), diese erreichen aber nicht die Personen, die sie am dringensten benötigen. Wir bringen Gerätespender, Techsupporter (#DigitalPaten) und Kontaktpersonen (#OmasUpdate) auf einer Plattform zusammen.

Vorgehensweise

Wir bringen alle relevanten Personengruppen in einer Facebook-Gruppe zusammen. Durch das bestehende soziale Netzwerk wird die Hemmschwelle zur Teilnahme gesenkt. Über unsere Werbekampagne, die auf Sharepic und Hashtags beruht, wollen wir ohne Werbebudget eine große Zielgruppe erreichen. Das ist wichtig, da die eigentliche Zielgruppe der digitalen Neulinge noch keinen Internetzugang hat. Deshalb müssen wir deren Kontaktpersonen, wie zum Beispiel Verwandte oder Nachbarn erreichen. In der Gruppe stellen wir und andere Techsupporter Anleitungen für verschiedene Geräte zur Verfügung und geben Tipps, wie gängige Probleme gelöst werden können. So wollen wir Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Die Kontaktpersonen der digitalen Neulinge können die Geräte eigenständig vorbereiten, Anleitungen ausdrucken und so ein Willkommenspaket schnüren. Dieses kann dann ohne persönlichen Kontakt per Post oder einfach vor die Haustür den Weg zu Oma und Opa finden. Um die Bedienbarkeit zu erleichtern, wird auf den Geräten Software zu erleichterten Bedienung installiert. Große Buttons und Symbole sollen einen schnellen Einstieg ermöglichen.

Für eine effiziente Arbeit haben wir uns in drei Teams aufgeteilt:

  • Team Marketing kümmert sich um die Verbreitung und Bekanntmachung unser #OmasUpdate

  • Team Anleitungen bereitet Anleitungen und Software für digitale Neulinge und Techsupporter vor

  • Team Plattform bringt alles in der Facebook-Gruppe zusammen und sorgt für einen reibungslosen Ablauf

Aufgetretene Probleme und Lösungsansätze

Die Wahl der Plattform, auf der sich die User austauschen sollen, ist sehr entscheidend für den Erfolg und für die Verbreitung der Aktion. Wir haben uns gegen eine separate Website entschieden und nutzen bestehende Netzwerke auf Facebook. Es ist kein separater Login notwendig und der Weg vom Hashtag in einem Post zur eigentlichen Gruppe ist nicht weit.

Eine weitere Herausforderung ist der Internetzugang im Zuhause der digitalen Neulinge. Häufig sind WLAN oder SIM-Karte für mobiles Internet nicht vorhanden. Über Nachbarschaftssharing von WLAN oder der Spende von bereits bezahlten SIM-Karten wollen wir diesem Problem begegnen.

Die Anleitungen für die unterschiedlichen Gerätetypen (verschiedene Smartphone-Modelle, Betriebssysteme, Smartphone/Tablet) sollen im Rahmen der wachsenden Community von Techsupportern nach und nach entstehen. Wir starten mit einigen populären Geräten und bauen unser Angebot nach Bedarf aus. Hier sind außerdem Hinweise zur Hygiene mit untergebracht, damit der Geräteaustausch ohne Verbreitung von Viren ablaufen kann.

Eine wichtige Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass kein Missbrauch stattfindet. Die Geräte sollen ausschließlich bei den bedürftigen Mitmenschen ankommen und nicht zu kommerziellen Zwecken missbraucht werden. Wir setzen auf die Selbstkontrolle der Community. User sollen, wenn möglich in der Gruppe mit den Hashtags #OmasUpdate und #MissionCompleted ein Empfangsfoto (oder bspw. ein Foto des Pakets) posten mit Erwähnung des Gerätespenders. Falls aus Gründen der Privatsphäre ein öffentliches Posting nicht in Frage kommt, wäre zumindest eine private Nachricht an den Spender denkbar.

Was wir erreicht haben

Wir haben ein Marketingkonzept für unsere vier Zielgruppen digitale Neulinge, Techsupporter, Gerätespender und Kontaktpersonen erstellt. Über unsere neue Facebook-Gruppe, auch zu finden unter www.omasupdate.de, können wir die letzten drei Gruppen im digitalen Raum ansprechen. Für die digitalen Neulinge erhoffen wir uns Berichterstattung in den Lokalzeitungen, da dies ein weitverbreitetet Kanal ist. Insbesondere die Kontaktpersonen (Verwandte, Freunde oder auch Seniorenheim-Mitarbeiter) stellen unsere Schnittstelle zwischen der digitalen Welt und unseren Neulingen da. Außerdem haben wir Erklärvideos und Anleitungen erstellt. Diese ermöglichen einen einfachen und zugleich virenfreien Start ins Internet.

Erfolgreicher Austausch

Das Team

Unser Team besteht aus jungen Menschen mit verschiedenen fachlichen Backgrounds. Dabei ist von Marketing, über Informatik bis zum Journalisten und Juristen alles vertreten. Durch diese Mischung glauben wir, einfache Anleitungen erstellen zu können und gleichzeitig eine große Zahl an Menschen auf Facebook und darüber hinaus zu erreichen, die sich an #OmasUpdate beteiligen wollen.

What's next

Für das Problem Internetzugang suchen wir aktuell Kontakt zu Mobilfunkbetreibern, um SIM-Karten für Bedürftige zu organisieren. Eine weitere Möglichkeit für kostenloses Internet ist Freifunk. Mithilfe der Community kann ein freies WLAN in der Nähe gefunden oder vielleicht zusammen mit den Nachbarn ein neuer Hotspot erstellt werden.

Die ersten Anleitungen sind veröffentlicht und wir können über unsere privaten Social-Media-Kanäle #OmasUpdate in die Breite tragen, sodass bald die ersten Geräte gespendet werden können. Unser Projekt ist zeitlich und inhaltlich nicht auf die Corona-Krise begrenzt, sondern die Strukturen können verwendet werden, um auch danach unsere Ideen weiterzutragen. Wir wollen einen nachhaltigen Wandel anstoßen und auch in Zeiten nach Corona sozial abgehängten Menschen den Zugang zum Internet ermöglichen.

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