Inspiration

Es sind vor allem die kleinen und regionalen Betriebe, die in Zeiten der Corona Krise unter massiven Umsatzeinbrüchen bis hin zu zwangsweisen Schließungen trotz fortlaufender Kosten leiden. Diese Situation kann und wird für viele Betriebe eine wirtschaftliche kritische Lage herbeiführen, die in einigen Fällen zur Insolvenz oder sogar erzwungenen Geschäftsaufgabe führen kann.

Dabei sind es gerade diese Betriebe und Unternehmen, die die Lebensqualität und Vielfalt in Gemeinden und Stadtvierteln mitgestalten. Aus diesem Grund gibt es eine große Bereitschaft in der Bevölkerung, Betriebe dieser Art wie Cafés, Handwerskbetriebe, Gastronomen, Veranstaltungsräume, Einzelhandelgeschäfte und viele mehr zu unterstützen.

Gäbe es einen einfachen Weg lokale Unternehmen im individuellen Rahmen der persönlichen Möglichkeiten jedes Einzelnen zu unterstützen, könnten wir so die angespannte Situation von Gründern kleiner und mittelständischer Betriebe und deren Mitarbeitern entschärfen.

flattr.com zeigt beeindruckend wie Unterstützung durch Einzelpersonen an mehrere Empfänger funktionieren kann, dieses Prinzip haben wir für die jetzige Situation adaptiert

What it does

CoFund bietet interessierten Unterstützern die Möglichkeit Unternehmen in der eigenen Umgebung zu unterstützen. Zu diesem Zweck nutzen wir die GPS Position des Nutzers oder eine beliebige Adresse um die Suche auf eine bestimmte Region zu fokussieren.

Der Nutzer hat dann die Möglichkeit über eine intuitive Karte Unternehmen der Region auszuwählen, sowie anschließend einen Betrag festzulegen der unter den Unternehmen aufgeteilt werden soll. Der Nutzer hat auch die Möglichkeit, individuelle Beträge für jedes Unternehmen festzulegen.

Zu einem späteren Zeitpunkt möchten wir auch die Möglichkeit integrieren, das Unternehmen um einen Gutschein im Austausch für die Unterstützung zu bitten. Diesen Schritt haben wir zunächst aber für eine spätere Ausbaustufe vorgesehen, auch aufgrund des Feedbacks unserer Nutzertests. (s. Challenges i ran into)

Der Nutzer hat anschließend die Möglichkeit über den eigenen PayPal Account die Zahlung zu initiieren. CoFund verwaltet den Betrag als Treuhänder und kontaktiert das zu unterstützende Unternehmen. Dazu wird Brief wird vollautomatisch generiert und über eine Schnittstelle an einen Postversand-Service übermittelt. Dieser verschickt das Schreiben, welches alle Informationen enthält, die der Unternehmer benötigt um die Beträge abzurufen.

Sollte das Unternehmen die Beträge nicht abrufen, wird der Betrag dem Unterstützer natürlich erstattet. Zu einem späteren Zeitpunkt möchten wir die Möglichkeit integrieren nicht genutzte Beträge auf Wunsch zwischen anderen Unternehmen die von der Plattform unterstützt werden zu verteilen.

How we built it

Zunächst haben wir uns mit der Challenge “Wie können wir lokale Unternehmen vor der Insolvenz bewahren” beschäftigt, die bisher bestehenden Ansätze bewertet und eigene formuliert. Schnell erschien uns der Gedanke interessant, gerade die Unternehmen zu unterstützen die bisher nicht über digitale Werkzeuge wie E-Commerce Einnahmen erzielen.

Darüber hinaus konnten wir selbst feststellen wie viele Betriebe die zu unserem Alltag gehören derzeit leiden. Eine Möglichkeit zu schaffen um solche Unternehmen ohne das Haus zu verlassen und trotz einer möglichen temporären Schließung zu unterstützen, lag quasi auf der Hand.

Um diese zielgerichtet zu erarbeiten, haben wir zunächst einen Prozess definiert, der es Unterstützern ermöglicht einfach und flexibel Unternehmen zu wählen und festzulegen. Die Google Maps Schnittstellen lieferten uns dazu alle notwendigen Möglichkeiten: Interaktives Kartenmaterial sowie Adressdaten zu Unternehmen.

Anschließend recherchieren wir nach einfachen Möglichkeiten die Zahlungsvorgänge zu ermöglichen und stießen dabei schnell auf BrainTree, einen Service von PayPal um Zahlungen oder spenden anzunehmen.

Zu guter letzt war klar, dass wir eine universelle Möglichkeit benötigen, jedweden Betrieb in ganz Deutschland zu kontaktieren. Es kam also nur Briefversand in Frage. Glücklicherweise konnten wir feststellen, dass es in diesem Bereich zahlreiche Anbieter gibt, die Möglichkeiten bieten physischen Briefversand auf digitalem Weg anzustoßen. Für unseren Prototyp wählten wir zu diesem Zweck LetterXPress.

Unser Team, interdisziplinär aufgestellt, verteilte anschließend die Aufgaben. Über ein Backlog definierten wir alle Bestandteile, die wir gemeinsam entwickeln wollten. Der Design- und Konzept-Teil unseres Teams definierte die Details und führte Nutzertests durch. Der technische Anteil unseres Teams, begann mit Hochdruck die technischen Komponenten umzusetzen und konnte diese zum Großteil bis zum Ende des Hackathons fertigstellen.

Challenges we ran into

Noch ungeklärt ist für uns wie die Unterstützungen steuerlich behandelt werden können. Derzeit müsste man davon ausgehen, dass jeder Unterstützungsbeitrag versteuert werden müsste.

Im Rahmen unserer Nutzertests mit den Betreibern regionaler Unternehmen wurde die Möglichkeit eines Gutscheins im Austausch für die Spende schnell als ungünstig empfunden, da dieser Umstand die Problematik des Umsatzausfalls nur in die Zukunft verschiebt (Gutscheine erzeugen bei Einlösung keinen neuen Umsatz). Aufgrund dessen haben wir die Implementierung dieser Funktionalität für eine spätere Ausbaustufe vorgesehen im Rahmen derer wir den genauen Ablauf weiterentwickeln würden um diesem Fall zielgerichteter zu begegnen.

Accomplishments that we're proud of

Um zu validieren, dass die Bereitschaft für mögliche Unterstützer bestünde, haben wir unsere gestalteten Oberflächen in Form eines Clickdummies mit potentiellen Anwendern gespiegelt. Diese hatten intuitiv ein Verständnis für die Abläufe und zeigten begeisterte Bereitschaft in der aktuellen Situation zu unterstützen.

Einen ähnlichen Test haben wir durchgeführt in dem wir einigen lokalen Unternehmern den Entwurf unseres Postschreibens übergaben - mit Beispielhaften Daten auf Basis des jeweiligen Unternehmens. Auch hier konnten wir intuitiv ein Verständnis für den Prozess der darauf erklärt war festellen, sowie große Begeisterung für die Unterstützung.

Wir konnten somit validieren, dass sowohl die grundsätzliche Idee Anklang findet, aber auch dass das dieser zugrunde liegende Nutzerbedürfnis tatsächlich besteht. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns auf die ersten produktiven Ergebnisse unserer Anwendung.

Neben den Nutzertests mit Prototypen, konnten wir den grundsätzlichen Unternehmensauswahl-, Bezahlungs-, Postverand- und Auszahlungsservice realisieren, somit können ab morgen Beträge eingezahlt und an Unternehmen übergeben werden. Wir freuen uns sehr, dass wir nicht nur eine Lösung konzipieren, sondern auch realisieren konnten.

What we learned

Wir haben für uns feststellen dürfen, dass die Solidarität von der oft gesprochen wird in Krisenzeiten auch wirklich besteht. Mögliche Unterstützer die wir interviewten reagierten begeistert, mögliche Unternehmer ebenso.

Wir haben außerdem erneut erleben dürfen, wie sehr echter Aktionismus etwas verändern kann. In nur 48h konnten wir eine Plattform aufbauen, die sonst vielleicht in Wochen nicht hätte entstehen können und das weil wir uns an relevanten Stellen Abkürzungen genommen haben, frei nach dem Motto “Hauptsache, es funktioniert erst einmal.”.

Spannend war auch die Verbindung analoger und digitaler Prozesse über den Postversand, was für uns digitale Produktentwickler nicht unbedingt natürlich ist.

What's next for CoFund.de - Support your local business.

Alle Projektteilnehmer sind hochmotiviert das Projekt auch nach dem Hackathon voranzutreiben, die letzten Details fertig zu stellen und die Plattform - die bereits jetzt produktiv genutzt werden kann - nachhaltig verfügbar und nutzbar zu machen.

Arbeitgeber aller Teilnehmer haben bereits ihre Bereitschaft erklärt, die Projektteilnehmer in gewissem Umfang für die weitere Arbeit freizustellen, alles was noch nötig wäre ist finanzielle Unterstützung für Infrastruktur, Marketing und Kosten für den Postversand.

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