Problembeschreibung:

Warum habt Ihr Euch für diese Herausforderung entschieden?

Wir haben uns für die Herausforderung C von Schulentwicklung & Schulmanagement entschieden, da wir eine wirksame Einbeziehung aller Akteur*innen als DIE wesentliche Gelingensbedingung in Veränderungsprozessen ansehen - und Veränderungen sind unabdinglich für Schule. Nur wenn Akteur*innen überzeugt und beteiligt sind, kann eine nachhaltige Transformation gelingen.

Was ist aus Eurer Sicht das größte Problem, das es hier zu lösen gibt?

Aktuell führen misslungene Kommunikation und fehlende Transparenz im Veränderungs-Prozess zu Widerständen, die nachhaltige Veränderung verhindern. Bevorstehende Veränderungen - selbst dringend erforderliche - lösen Ängste bei den Betroffenen aus und zeigen sich in Widerstand. Ehrliche Teilhabe-Möglichkeiten kombiniert mit Unterstützungsangeboten können die Sorgen der Akteur*innen deutlich reduzieren. So wird der Weg für engagierte Mitarbeit und Eigeninitiative bereitet. Hierfür bietet sich Change-Management an. Doch alleine das Wort “Change-Management” weckt in vielen einen Flucht-Instinkt. Und vielleicht auch zurecht, denn die Change Management Begrifflichkeiten stellen häufig bereits eine große Einstiegsbarriere dar.

Wer ist von dieser Problemstellung betroffen?

Von diesem Problem sind letztendlich alle schulischen Akteur*innen betroffen, denn die wesentlichsten Veränderungen kommen von Außen und sind unumgänglich (Beispiel Corona-Krise, gesetzliche Vorgaben,...). Schulische Akteur*innen sind zum Beispiel Schulleiter*innen, Lehrer*innen, Schulämter, Eltern, Schüler*innen, der Elternbeirat, pädagogisches Personal oder auch Hausmeister*innen. Es trifft aber nicht nur einzelne Akteur*innen, sondern auch das System und die Gesellschaft, denn dieses wandelt sich mit. Schule muss sich den Veränderungen anpassen - muss sich verändern - und das am Besten durch aktives Mitgestalten. Denn in Schule wächst die Generation der Zukunft, die diese kompetent (er-)leben möchte.

Lösungsbeschreibung:

Was ist Euer Lösungsansatz?

Um für Schulen den Zugang zum Change Management zu erleichtern und sie zu unterstützen, möchten wir zum einen die Bedeutung der Methoden des Change Management für den schulischen Wandel aufzeigen. Zum anderen wollen wir eine Webapplikation entwickeln, welche Schulleitungen oder andere Verantwortliche beim erfolgreichen Management der anstehenden Veränderung unterstützt. Konkret wollen wir eine Website entwickeln, auf der Unterstützung-Suchende innerhalb von 10 Minuten anhand eines interaktiven Entscheidungsbaumes Lösungen für ihre spezifische Situation generieren können. Durch passende Fragestellungen und vorgegebene Antwortmöglichkeiten sollen nach Durchlaufen des Tools individualisierte Strategie- und Handlungsvorschläge gegeben werden. Diese Handlungsempfehlungen sollen den Veränderungs-Verantwortlichen und den Akteur*innen Struktur, und damit vor allem ein Gefühl von Sicherheit, stiften. Uns ist dabei wichtig, dass jeglicher Eindruck von kommerziellem Einfluss oder Interesse unterbleibt. Um auch hier die Einstiegsbarrieren möglichst gering zu halten - und den oben geschilderten Mehrwert von Change Management für Schulen aufzuzeigen - möchten wir diese interaktive Webapplikation multimedial (auch analog) begleiten, zum Beispiel durch Spickzettel zu Change Management für Schulen und einem kurzen Video. Alle Angebote dienen dazu, schulischen Akteur*innen den Zugang zu Change Management zu erleichtern. Sie haben nicht den Anspruch Veränderungsprozesse an Schulen gesamtheitlich zu begleiten.

Von welchen Annahmen geht Ihr bei Eurem Lösungsansatz aus?

  • Veränderungen sind notwendig.
  • Schulleitungen ist die Bedeutung eines richtigen, strukturierten Managements der Veränderung nicht bewusst.
  • Veränderungen stoßen auf Widerstände, da sie Unsicherheiten bringen.
  • Eine wohlüberlegte Kommunikation ist wesentlich.
  • Alle Akteur*innen müssen informiert und einbezogen werden, damit die Veränderung nachhaltig erfolgreich sein kann.
  • Schulleitungen oder andere Verantwortliche wissen nicht automatisch, wie gutes Change Management funktioniert, da sie hierin nicht ausreichend ausgebildet werden, müssen dies aber selbstständig umsetzen, da keine Gelder für externe Manager bewilligt werden.
  • Bestehende Change Management Informationsquellen sind für das schulische Umfeld und seine Akteur*innen wenig attraktiv.
  • Das Registrieren und Aufnehmen von Informationen ist Typsache: manche lesen lieber digital oder analog, andere werden von Videos und interaktiven Homepages überzeugt.

Wer profitiert von dieser Lösung? Wer nutzt diese Lösung?

Von unserer Lösung profitieren zunächst Schulleitungen und Change-Verantwortliche an Schulen, und langfristig die gesamte Schulgemeinschaft. Im Grunde all diejenigen, die einen Veränderungsprozess in ihrem Umfeld anstoßen wollen oder solche, die einen bewältigen. Würde die Bedeutung des Change Managements für Schulen bis in die Politik vordringen, würde unser gesamtes Bildungssystem und damit unsere Gesellschaft profitieren, da Schule wandlungsfähiger würde.

Welchen Einfluss hat Eure Lösung auf die aktuelle Situation?

Mit unserer Lösung könnte Digitalisierung über eine Endgeräte-Lawine hinausgehen und einen wirklichen Wandel des schulischen Lernens hin zu einer digitalen Schule mit zufriedenen Akteur*innen bewirken! - Um hier nur ein konkretes Potential für Change Management an Schulen zu demonstrieren.

Was ist der langfristige Wert Eurer Lösung?

Langfristig sehen wir den Wert in unserer Lösung darin, dass auf jegliche Veränderungen, die das Schulsystem oder die Einzelschule betreffen, effektiv reagiert werden kann und eine langfristige Implementierung der veränderten Strukturen möglich wird.

Wie bewertet Ihr selbst die Umsetzbarkeit und Skalierbarkeit Eurer Lösung?

Eine Umsetzbarkeit der Tools ist technisch gut machbar. Desweiteren können die Tools für verschiedene Zielgruppen spezifiziert und differenziert werden. Die Herausforderung liegt unseres Erachtens darin, das Tool bekannt zu machen. Wir starten mit dem aktuell-relevanten Thema Digitalisierung und ergänzen nach und nach weitere Themenfelder. Unsere Lösung lässt sich leicht auf andere Umfelder (und Sprachräume) skalieren. Das Framework (die technische Lösung) kann auf beliebige Veränderungssituationen angewendet werden. Das Maß des Mehrwertes definiert sich durch den Aufwand im entwickeln der jeweiligen Logik, für die entsprechende Expert*innen hinzugezogen werden müssen und die Annahme und Umsetzung durch die schulischen Akteur*innen. Die Kenntnisse dazu sind in der Wirtschaft bereits seit Jahren vorhanden. Aufgabe ist die Überführung dieses Wissens in das kontextuelle Zielumfeld Schule.

Vorgehen und Fortschritt:

Wie ist der Lösungsansatz entstanden?

Unser interdisziplinäres Team setzt sich aus Change-Managern, Eltern, Digitalaffinen, Referendarinnen, Rektoren und Lehrern zusammen. Jeder und jede hat auf seine und ihre Weise bereits Erfahrungen mit Veränderungen gemacht. Dabei haben wir alle festgestellt, wie schnell “Change-Management” Flucht-Instinkte weckt - aber auch, wie hilfreich Change Management ist. So war klar: Change Management soll für schulische Akteur*innen attraktiv werden. Deshalb haben wir uns zunächst die Standards des Change Management aus der Wirtschaft angeschaut und gemerkt, dass diese in Schulen weder angewendet werden, noch so für Schulen nutzbar sind. Unmittelbar einleuchtend war deshalb die Notwendigkeit einer Überführung dieser Methoden in den schulischen Kontext. In den nächsten Schritten entwickelten wir also Möglichkeiten, diese Methoden bekannter zu machen, deren Bedeutsamkeit für schulische Veränderungsprozesse aufzuzeigen und für Verantwortliche zugänglich zu machen.

Was waren die wichtigsten Meilensteine während der Hackathon Woche?

  • Entstehung einer arbeitsfähigen Gruppe.
  • Interdisziplinärer Austausch in der Gruppe.
  • Durch die Ideen zur Veränderung von Schule der anderen Gruppen, wurde abermals ersichtlich wie groß das Potenzial (und die Notwendigkeit) von Change Management für Schulen ist.
  • Erkennen der Bedarfe von Schulleitungen und Verantwortlichen zur Konkretisierung der Form.

Prototyp:

Wie könnte die kleinste nutzbare Version Eurer Lösung aussehen?

Die kleinste nutzbare Version könnte ein Flyer oder ein Schaubild (digital oder auch analog) sein, dass die Bedeutung von Change Management für Schulen aufzeigt und konkret die ersten Schritte übersichtlich, schnell erfassbar und verständlich darstellt.

Nächste Schritte:

Wie testet ihr Eure Annahmen?

  • Umfragen
  • Zielgruppeninterviews
  • Fokusgruppen mit schulischen Akteur*innen, womöglich direkt in Schulen
  • Experteninterviews
  • Test mit ersten Prototypen.

Was ist aus Eurer Sicht der nächste Schritt in Richtung Umsetzung?

Nach der Einreichung des Projektes ist der nächste Schritt die Erstellung des Prototypen: eines ersten Informationsflyers oder Schaubildes (digital und analog). In diesem soll Change Management für Schulleitungen verständlich gemacht werden. Sie sollen als Anschauung dienen, die Idee des Change Managements weiter zu tragen und auch anderen Beteiligten das Vorgehen verständlich zu machen. Darüber hinaus soll parallel dazu ein Video entstehen, in dem die Vorteile eines gemanagten Veränderungsprozesses deutlich gemacht werden. Dabei entstand auch der Gedanke, den Begriff Change Management nicht explizit in den Vordergrund zu stellen, um Fehlinterpretationen vorzubeugen.

Was benötigt Ihr für den nächsten Schritt (Ressourcen, Know-How, Budget)?

Für den nächsten Schritt sind Kenntnisse zum Change Management wichtig, Kenntnisse über die Perspektive der zukünftigen Nutzer*innen und Kenntnisse über die ansprechende und effektive mediale Gestaltung. Budget brauchen wir zunächst keines und auch die Ressourcen könnten ehrenamtlich gestellt werden.

Seid ihr als Projektteam selbst an der Umsetzung interessiert? Wenn ja, wer hat welche Rolle in Eurem Team?

JAAAA! Und wir nehmen super gerne weitere Unterstützung an!

  • Arne: Schulleiter → Experte für die Bedürfnisse von Schulleitungen.
  • (Christin: Beraterin zu Berufsorientierung und Berufsbildung.)
  • Joana: Online-Medien-Management-Studentin → Expertin den Design Thinking, sowie die digitale Aufbereitung der Inhalte.
  • Milena: Teamkapitänin während des Hackathons, Lehramtsstudentin → behält den Überblick und uns zusammen.
  • Nico: Lehrer und Koordinator für digitale Schulentwicklung → Experte für Veränderungsprozesse an Schulen.
  • Rainer: Change Manager → Experte bei Fragen rund um die Methoden.
Share this project:

Updates