Problembeschreibung

Deutsche Schulen im 21. Jahrhundert sind oftmals noch zu langsam und schwerfällig, wenn es darum geht, auf aktuelle Herausforderungen, wie z.B. die Digitalisierung oder den Klimawandel zu reagieren und diese in Schulentwicklungsprozesse umgehend mit einfließen zu lassen. Aus unserer Perspektive ist der derzeitige Aufbau der Personalstruktur in Schulen das Kernproblem, dass sich Schulen nur sehr langsam weiterentwickeln. Von der Lösung sind alle am Schulleben beteiligten Menschen betroffen, denn sie führt langfristig zu mehr Partizipation und Identifikation mit der Schule. Die Eigenverantwortung wird gestärkt und steile Hierarchien werden abgebaut.

Lösungsbeschreibung

Statt zu verwalten und den Betrieb am Laufen zu halten, brauchen Schulleitungen Freiräume, um ihre Arbeit stärker auf Entwicklungsprozesse zu fokussieren. Unser Ansatz ist, die Leitungsaufgaben zu trennen in eine pädagogische und verwaltungstechnische Leitung. Auch Schulleitungen müssen in ihren Aufgaben entlastet werden und nicht alles alleine von oben regeln. Möglichst viel Verantwortung soll an agile Arbeitsgruppen abgegeben werden, die nach Scrum Methode arbeiten. Von flacheren und agileren Hierarchien, bei denen die Kompetenzen und nicht der Dienstgrad der einzelnen am Schulleben beteiligten Menschen im Fokus stehen, profitieren letztendlich alle, weil Entwicklungsprozesse demokratischer gestaltet werden und durch die Einbindung vieler die Identifikation mit der eigenen Schule steigt. Neue digitale Tools und die Beschaffung von Endgeräten an Schulen führen noch lang nicht zu einer festen Etablierung von neuen digitalen Strukturen an Schulen. Es muss auch das richtige Mindset vorhanden sein, welches als Basis einer transparenten und agilen Weiterentwicklung von Schule dient. Alles steht und fällt aber mit der eigenen Haltung zum Thema Führung!

Vorgehen und Fortschritt

Schnell ist uns in den Diskussionen deutlich geworden, dass das System Schule zu langsam und ineffizient arbeitet. Meilensteine waren, dass wir dieses Problem nicht nur auf der Personalebene bei der Schulleitung gesehen haben, sondern die gesamte Organisation in den Blick genommen und geschaut haben, wie sie auch von außen Unterstützung erfahren kann. Die Öffnung der Schulen nach außen legt den Fokus darauf Perspektiven zu erweitern, die im eigenen System vielleicht nicht wahrgenommen werden. Denn bei allen Schulentwicklungsprozessen steht immer noch der Mensch mit seinen Bedürfnissen, Kompetenzen und Fähigkeiten im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Prototyp

Die kleinste Lösung: Testen der agilen Organisationsstruktur an einer Schule für einen bestimmten Zeitraum. Da für diese Testphase nicht alle beschriebenen strukturell erforderlichen Änderungen vorgenommen werden können, läge der Fokus auf der Scrum- Funktionalität und der damit verbundenen Bildung von agilen Arbeitsgruppen, die ihre Arbeitsprozesse transparent darstellen und mit Hilfe von Prozesstools organisieren.

Nächste Schritte

Alle Teilnehmer des Teams sind an einer Weiterarbeit an dem Projekt interessiert. Der nächste Schritt ist das Finden geeigneter Testschulen. Gerne würden wir unseren Organisationsanatz der agilen und transparenten Schulentwicklung über ein Schuljahr an einigen wenigen Schulen (z.B. unterschiedliche Schulformen/ in unterschiedlichen Bundesländern) ausprobieren. Während dieses Testschuljahres könnte nach Vorstellung des Konzeptes der Arbeitsprozess vom Entwicklungsteam begleitet und beobachtet werden. Für eine vereinfachte Einführung des agilen Organisationsansatzes würde vorab ein 10-Punkte-Plan erstellt werden, der als roter Faden durch das Testjahr führt. Durch die ständige Evaluierung von außen kann der Prozess laufend verbessert werden. Ein 10-Punkteplan für erste Umsetzungsschritte an Schulen wären beispielsweise:

  • Information und Abstimmung mit allen Schulakteuren (Kollegium, Gremien, Eltern, Schülerschaft)
  • Einführung der Schulleitung in neue Aufgabenverteilung (ggfs. Weiterbildung)
  • Formierung von agilen Arbeitsgruppen und Klärung der Ziele
  • Formulierung von Entwicklungsschritten für die Schule
  • Einsatz einer IT Support Funktion
  • Einführung eines Prozessmanagement-Tools für eine transparente Übersicht aller Vorgänge
  • Veränderung der Feedbackkultur und regelmäßige Personalgespräche mit Zielformulierungen
  • Einsatz von Eltern als Experten zur Unterstützung von Schulprozessen (z.B. Softwareentwickler, Coach etc.)
  • Standardisierung von wiederkehrenden Ereignissen (Prüfungen, Jahrestage etc.)
  • Einsatz von Flex-Lehrern und Coaches nach Bedarf
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