Problembeschreibung:

Wie alle Lehrer*innen sind wir als Fremdsprachenlehrer*innen jetzt in der Corona-Zeit durch die Hygienevorschriften gezwungen unserer Schüler*innen zuerst zuhause und in Zukunft (vielleicht für längere Zeit) in Halbgruppen abwechselnd zuhause und im Präsenzunterricht zu unterrichten.

Wir sehen dabei 3 große Herausforderungen, die bewältigt werden müssen:

Die Unterrichtsinhalte, die im fremdsprachlichen Präsenzunterricht immer einen hohen mündlichen auf Dialoge und Kommunikation ausgerichteten Anteil haben/hatten, auch im Online-Unterricht so zu gestalten, dass dieser Charakter des Lernens zuhause nicht verloren geht und dass der Fernunterricht nicht zu einer verlängerten Hausaufgabe in Form reiner Schreibarbeit degeneriert. Auch im Online-Unterricht sollen die Schüler sinnvoll und kommunikativ mit der fremden Sprache arbeiten können, doch mündliche Kommunikation, ein Herzstück des Fremdsprachenunterrichts, ist in den letzten Monaten des Online-Unterrichtens oftmals zu kurz gekommen.

Den sozialen Zusammenhalt der Lerngruppe zu erhalten, da sich die Schülergruppen teilweise über Monate hinweg nicht gesehen haben und auch in Zukunft unter Umständen für lange Zeit separiert bleiben. Eine gute Verzahnung von Online-Unterricht und Präsenzunterricht sollte auch Wege finden, um die separierten Gruppen in den Kontakt zu bringen und Zusammenarbeit und einen kommunikativen Austausch durch Gruppenarbeiten, Lernen durch Lehren, Sprachbuddys/Lernpaten zwischen diesen separierten Gruppen zu ermöglichen.

Für die Lehrkraft entsteht eine hohe Belastung durch die doppelte Vorbereitung (eine Gruppe zuhause und parallel die zweite Gruppe in der Schule). Das bedeutet für uns Lehrerinnen eine große Herausforderung, da sich dadurch die Menge an vorzubereitenden Unterrichtsinhalten erhöht. Bisherige Lehrpraxis des Lehrers, aber auch Schulbücher, sind jedoch nicht auf den hybriden Fremdsprachenunterricht mit zwei Lerngruppen ausgerichtet. Konzepte, Unterrichtsreihen und passende Materialien muss daher im Moment jeder Lehrer in Einzelarbeit schnell erstellen. Aufgrund des Zeitmangels wird in der hybriden Unterrichtsarbeit daher oft nicht erreicht, was theoretisch möglich und wünschenswert wäre.

Lösungsbeschreibung:

Beim Zusammentragen von konkreten Unterrichtsbeispielen für die Verzahnung von Online- und Präsenzunterricht haben wir festgestellt, dass viele gute inspirierende Ideen zusammenkommen, die jedem einzelnen von uns weitergeholfen haben, eigene Unterrichtsideen auszubauen und die Verzahnung von Online- und Präsenzunterricht neu, kreativ und auch digital zu denken. Unsere Annahme ist daher, dass eine offene Online-Ideen-und Materialaustausch-Börse speziell ausgerichtet auf den fremdsprachlichen Hybrid-Unterricht für alle Lehrer eine große Bereicherung wäre, die jedem einzelnen Lehrer hilft, die Verzahnung von Online- und Präsenzunterricht besser zu realisieren und auch schneller Ideen und konkrete Umsetzungsbeispiele und Arbeitsmaterialien zu finden, die für den wechselnden Fremdsprachenunterricht geeignet sind und idealerweise mit den passenden digitalen Tools und Lösungen angeboten werden.
Uns ist dabei wichtig, dass diese Austauschbörse Open-Ressource und kostenlos ist, so dass sie auch eine breite Nutzerschaft erreicht. Durch diesen Austausch kann nicht nur der aktuelle Unterricht in der Corona-Situation verbessert werden, sondern auch langfristig ein Beitrag geleistet werden, Fremdsprachenunterricht digital neu zu denken bzw. zu ergänzen und digitale Elemente auch in Zukunft vermehrt fachdidaktisch sinnvoll in den Unterricht zu integrieren. Zentral ist dabei der Gedanke des Austausches von best-practice-Erfahrungen: Gute, einfache, für Schüler (benachteiligter Haushalte) auch mit einfachen technischen Mitteln (z.B. nur mit dem Smartphone) umsetzbare, aber nachhaltige Unterrichtsideen und Lernsettings.

Vorgehen und Fortschritt:

Dieser Lösungsansatz war zu Beginn durch die Formulierung des Gruppenthemas (“best-practice-Lösungen-für-den-Fremdsprachenunterricht”) schon zu erkennen, hat sich aber auch stetig weiterentwickelt. So haben wir zunächst in Mural grob gebrainstormt, was jedem einzelnen aus unserem Team zu diesem Thema einfällt, und haben die Ergebnisse gruppiert und strukturiert. Dabei ist uns aufgefallen, dass die wichtigste Frage, die wir beantworten wollen und aus der sich alle anderen Fragen ergeben, uns zurück zur Eingangsfrage führt: Wie können wir (im Fremdsprachenunterricht) Online- und Präsenzphasen sinnvoll (!) verzahnen? Da sich die Didaktik hinsichtlich der Unter- und Oberstufe unterscheidet und die Gruppengröße es zuließ, haben wir uns in zwei Unter-Gruppen aufgeteilt, um uns der Frage aus der Sicht auf zwei unterschiedliche Altersstufen zu nähern. Spannend war es, dass beide Gruppen unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gekommen sind, dass das Konzept des flipped-classrooms bzw. des blended learnings besonders geeignet sind, um unsere Zielvorstellung der Verzahnung zu erreichen. Weil wir es uns aber schon zu Beginn auch zum Ziel gemacht hatten, best-practice-Beispiele zu sammeln, um möglichst anschauliche Ergebnisse zu erzielen, haben wir im Anschluss das Modell des flipped-classroom adaptiert, auf den Unterricht mit zwei oder mehr (a)synchronen Gruppen ausgeweitet und versucht mit Beispielsequenzen aus unserem eigenen Fremdsprachenunterricht zu füllen. An diesem Punkt haben wir alle einen deutlichen Wechsel in unserer Sicht auf den (hybriden) Unterricht verspürt und hätten mit diesem persönlichen Erfahrungszuwachs das Projekt beenden können. Doch wir wollten diese Erkenntnisse und auch die Idee des Austausches von best-practice-Beispielen nicht einfach versacken lassen. Daher haben wir uns entschlossen, die beiden Unter-Gruppen wieder zusammenzuführen und gemeinsam eine Website zu entwickeln, die den Austausch der Unterrichtsbeispiele ermöglicht, da wir zudem im Internet keine vergleichbare Website gefunden haben, die sich darauf spezialisiert hat, Unterrichtsbeispiele, die die Verzahnung von Online- und Präsenzunterricht berücksichtigen, zu sammeln und als OER frei zur Verfügung zu stellen. Daraufhin haben wir ein Beispiel-Layout für einen möglichen Aufbau der Website erstellt und mit Hilfe unseres Coaches eine Domain (optimapraxis.de) gesichert, sowie ein mögliches Logo und einen konkreten Namen entworfen.

Prototyp:

Unsere Website ist: optimapraxis.de Mögliche Funktionen der Website sind folgende: Das Finden und Einstellen von best-practice-Beispielen nach Kategorien (Lernjahr, Sprache, Lernbereich, mediale Ausstattung, die nötig ist, und vor allem nach Gruppenkonstellation (asynchrone/synchrone Gruppen)…) Zugriff auf eine Toolbox, die erprobte (Online-)Tools vorstellt, aber auch Material zur Verfügung stellt, das Schüler an verschiedene Tools und Methoden heranführt, so dass diese auch zu Hause selbstständig mit diesen Tools arbeiten können (z.B. Wie erstelle ich ein Erklärvideo?)

Nächste Schritte:

Unser nächster Schritt ist das für Samstag-Abend angesetzte Online-Meeting mit unserem Coach Lars Globisch, der uns bis hierher extrem unterstützt und ermutigt hat. Dort wollen wir die nächsten Schritte abklären zur Konkretisierung unserer Website. Dazu hat er uns auch schon mit dem Experten für Webentwicklung Alexander Ziebell bekannt gemacht, der bereits die Domain optimapraxis.de grob aufbereitet und mit unserem selbsterstellten Logo versehen hat. In Zusammenarbeit mit diesen Experten wollen wir die von uns angedachte Struktur der Website zeitnah umsetzen und mit ersten Unterrichtsbeispielen und Tools füllen. Damit eine solche Website sinnvoll ist, ist es wichtig, dass wir diese vielen LehrerInnen bekannt machen, die dann nicht nur auf die freiverfügbaren Dokumente zugreifen, sondern auch eigene Beispiele einstellen. Dazu müssen wir auf jeden Fall noch entsprechende Aufgaben zur Pflege der Website unter uns aufteilen, Kommunikationswege der “Werbung” eruieren, eventuell neue Teammitglieder gewinnen, die genauso begeistert von unserer Idee und deren Umsetzung sind wie wir, unseren Logo-Prototypen überarbeiten und unserem Coach Lars danken. Weiter in die Zukunft gedacht: Unser Website-Modell lässt sich auch sehr gut auf andere, nicht-fremdsprachliche Fächer und die Grundschule ausweiten.

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